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Der Guardian verschweigt Aussagen, die in Frage stellen, ob Juden überhaupt die Täter waren

23. März 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 21. März 2016

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Ein Brand im Haus eines palästinensischen Kronzeugen im Fall gegen die jüdischen Terroristen, die letztes Jahr den Tod eines palästinensischen Kleinkinds und seiner Eltern verursacht haben, erweckt Misstrauen. Palästinenser haben wenig überraschend „jüdische Siedler“ für diesen jüngsten Vorfall beschuldigt.

Laut den israelischen Medien ergibt sich jedoch folgendes Bild:

In einer gemeinsamen Erklärung von Sonntagnacht sagten Shin Bet und die israelische Polizei jedoch, die Beweislage deute sehr deutlich darauf hin, dass es sich nicht um eine nationalistische Attacke handelte. „Die bis jetzt am Tatort gewonnenen Erkenntnisse stimmen nicht mit den Merkmalen einer absichtlichen Brandstiftung durch Juden überein“, hieß es in der Erklärung.

Viele Medien, darunter die LA Times und das Wall Street Journal, brachten diese wichtige Information.

Auch die AFP brachte das in ihrem Bericht, und auch der Guardian war Empfänger dieses Berichts.

Aber ein Vergleich der beiden Texte bringt ans Licht, dass der Guardian Teile des ursprünglichen AFP-Textes herausgekürzt hat. Beim Guardian steht nichts mehr über die Aussagen der israelischen Behörden, die die Annahme in Frage stellen, dass jüdische Extremisten verantwortlich wären.

Dies ist ein ernster Fall selektiven Verschweigens, wo es scheint, dass ein Redakteur ganze Abschnitte bewusst herausgelassen hat und dadurch die Story gegen Israel verdreht.

Und der Guardian war nicht das einzige Medium, das diese Information verschwiegen hat. Auch der Independent verheimlichte das, und NBC News veröffentlichte einen AP-Bericht und versäumte dessen Aktualisierung.

Wir haben den Guardian, den Independent und NBC News kontaktiert und um Aktualisierung gebeten.

***

UPDATE

Der Guardian hat HonestReporting per E-Mail geantwortet, man habe die ursprüngliche AFP-Story veröffentlicht, welche damals keinerlei Kommentar der israelischen Sicherheitsbehörden enthielt. Bezeichnenderweise sagt der Guardian ebenfalls, Stunden später habe man eine aktualisierte Version der Story erhalten. Jenes Update wurde jedoch weder veröffentlicht noch zur Originalmeldung ergänzt.

Zugegeben, zum Zeitpunkt der ursprünglichen Veröffentlichung war der Guardian-Artikel korrekt gewesen. Aber obwohl die Redakteure das AFP-Update erhielten, aktualisierten sie die Story nicht. Es ist viel Zeit vergangen, und andere Medien haben die neuesten Informationen in ihrer Artikel eingearbeitet, warum also bleibt der Guardian untätig?

Wir haben den Guardian erneut zur Korrektur angehalten.

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Wir freuen uns, sagen zu können, dass der Guardian den Artikel nach dem E-Mail-Wechsel mit HonestReporting um die relevanten Informationen ergänzt hat.

UPDATE 3

Auch der Independent hat unserer Aufforderung entsprochen und der Story Folgendes beigefügt:

„Einem Bericht zufolge sagte die israelische Polizei, sie glaube nicht, dass die Attacke von jüdischen Extremisten durchgeführt wurde.“

Foto von Flash 90.

Warum wir uns nicht in einem Kreislauf der Gewalt befinden

20. November 2014

Alex Margolin, HonestReporting, 19. November 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

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Ein häufiges Schlagwort in der Medienberichterstattung über den aktuellen Ausbruch palästinensischer Gewalt – der nun auch ein Massaker an jüdischen Betenden in einer Jerusalemer Synagoge umfasst – ist, es sei alles Teil eines „Kreislaufs der Gewalt“.

„Ein neuer Kreislauf der Gewalt hat begonnen, ohne Aussicht auf ein Ende in absehbarer Zukunft“, sagte der Independent nach dem Massaker in einem Editorial.

„Diesmal jedoch“, so der Independent weiter, „scheint der Anschlag mit der Forderung ultraorthodoxer Juden in Verbindung zu stehen, an der Stätte beten zu dürfen, die sie als Tempelberg bezeichnen – die Stelle, von der die Muslime glauben, der Prophet Mohammed sei hier in den Himmel aufgestiegen.“

Mit anderen Worten, Juden fordern das Recht, an ihrem heiligen Ort beten zu dürfen, und die Palästinenser antworten mit der Abschlachtung betender Juden. Und das ist für den Independent ein Kreislauf der Gewalt. Die Forderung der Israelis und der Terror der Palästinenser ist offenbar beides ein Akt der Gewalt, ein Kreislauf.

Auch der Telegraph nennt es einen Kreislauf der Gewalt und beschreibt es wie folgt:

Nachdem Israel Jerusalem im Sechstagekrieg erobert hatte, durften die Muslime weiterhin über den Tempelberg verfügen, was zu einem Verbot jüdischer Gebete auf dem Tempelberg führte. Eine immer größer werdende Zahl von Aktivisten einschließlich israelischer Parlamentarier stieg zum Tempelberg auf, um dort zu beten. Diese Herausforderung des Status quo durch Israels Rechte brachte ganz Jerusalem ins Ungleichgewicht.

Die Spannungen nahmen im Oktober stark zu, als Yehuda Glick niedergeschossen wurde, der sich für das jüdische Gebetsrecht auf dem Tempelberg einsetzt. Unruhen begannen sich von Ostjerusalem nach Westjerusalem auszubreiten.

Über Nacht entwickelte sich das jüdische Gebet auf dem Tempelberg von einem Randthema – das orthodoxe Mainstream-Judentum verbietet dort das Gebet – zu einer vordringlichen politischen Frage der Religionsfreiheit. Dies goss Benzin ins Feuer der bereits eskalierenden Gewalt.

Wieder wird palästinensische Gewalt beschrieben – das Niederschießen von Yehuda Glick. Und auch Israel hat seinen Anteil – Juden verwandeln das „Gebet auf dem Tempelberg“ in eine „vordringliche politische Frage der Religionsfreiheit“. Und das ist, was Benzin ins Feuer goss.

Abgesehen davon, dass es faktisch unrichtig ist, stellt die Insistenz der Medien, das aktuelle Geschehen sei ein Kreislauf der Gewalt statt einem Trommelfeuer palästinensischen Terrors, ein moralisches Versagen dar. Gibt es einen Kreislauf, dann sind beide Seiten gleichermaßen schuldig.

Und sind beide Seiten gleichermaßen schuldig, dann wird die Brutalität des palästinensischen Anschlags verharmlost. Es gibt keinen Grund, die Palästinenser ständiger Anschläge zu beschuldigen… denn alles ist ja eine berechtigte Antwort auf etwas, was die Israelis tun.

Das Medienbild des Kreislaufs der Gewalt verschleiert die wahre Situation und begrenzt die Möglichkeiten der internationalen Gemeinschaft, im Sinne einer Beruhigung der Spannungen zu intervenieren. Es verneint auch die Ansicht, ein Anschlag wie derjenige in der Synagoge im Stadtteil Har Nof sei ein Fall unprovozierter Gewalt. Ist die Gewalt nicht provoziert worden, so kann sie kein Teil eines Kreislaufs sein.

Daher wird alles, was Israel macht, als Akt der Gewalt bezeichnet, selbst wenn es sich um Selbstverteidigung handelt, um Vergeltung unprovozierter Gewalt oder sogar um eine Forderung nach Gebetsfreiheit an jüdischen heiligen Stätten.

Johann Hari vor Aberkennung des Orwell-Preises

29. Juli 2011

HonestReporting Media BackSpin, 29. Juli 2011

Nun beschäftigt sich das Komitee für den Orwell-Preis mit Hari. Dem Independent-Kolumnisten war ein [anderer] im Jahr 2008 verliehener Preis wegen Plagiatsvorwürfen aberkannt worden.

Angaben der Daily Telegraph zufolge wird das Komitee die Bekanntgabe des Orwell-Preises so lange verschieben, bis der Independent seine eigenen Untersuchungen abgeschlossen hat. Das Blatt hat Hari bereits bis zur Bekanntgabe des Ergebnisses suspendiert.

Wenigstens wird Hari nicht des Telefon-Hackings bezichtigt – in einem ganz speziellen Medienskandal, den die Briten zu klären haben….

Passgenau in Adrian Hamiltons Welt

14. Oktober 2010

HonestReporting Media BackSpin, 14. Oktober 2010

Adrian Hamilton, Kolumnist beim Independent, will Israel nicht als jüdischen Staat anerkennen. Und zwar deshalb:

Je mehr man Israel als originär „jüdischen“ Staat bezeichnet, desto weniger Spielraum bleibt ihm [Israel], als kooperatives Mitglied einer moslemischen Mehrheit in Nahost aufzutreten. Es wird die Rolle einer Enklave spielen, die sich nicht nur als abgesondert begreift, sondern auch in klarer Gegnerschaft zu jedem Nachbarn.

Unter diesen Umständen gibt es schlicht kein Argument, Friedensgespräche anzustreben.

Wo in Hamiltons Welt können Juden hinziehen, um dort „reinzupassen“?

Kontrastprogramm (Michael B. Oren): An End to Israel’s Invisibility

Gute und schlechte Nachrichten aus Gilo

16. August 2010

HonestReporting Media Backspin, 16. August 2010

Erst die guten Nachrichten aus Gilo: Wegen der ruhigen Situation beseitigt die Regierung eine Betonmauer, die das Viertel im Süden von Jerusalem vor palästinensischem Gewehrfeuer aus dem nahe gelegenen Beit Jalah schützte.

Die schlechte Nachricht? Ein paar Nachrichtenagenturen – Reuters, BBC and The Independent – kennzeichnen Gilo allesamt als „Siedlung“. AFP beschreibt Gilo als „ein jüdisches Viertel im besetzten Ostjerusalem“.

Letztes Jahr reagierten wir auf eine Flut gleicher Berichte: Gilo In Perspective.

Ofcom untersucht Komplizenschaft von Press TV bei der Inhaftierung eines Journalisten

10. Juni 2010

HonestReporting Media BackSpin, 10. Juni 2010

Maziar Bahari, der während der Proteste nach den letzten Wahlen im Iran (Juni 2009) inhaftiert worden war, beschuldigt Press TV (iranischer regimetreuer Sender [bd]) der Komplizenschaft bei seiner Festnahme. Und Ofcom, der britische Watchdog für Beschwerden in Medienangelegenheiten, beginnt mit Nachforschungen. Roy Greenslade berichtet:

Die Behörde hat zu den Vorwürfen Baharis formelle Ermittlungstätigkeiten aufgenommen. Der Newsweek-Journalist Maziar Bahari saß 118 Tage in einem Teheraner Gefängnis, nachdem er über die angefochtenen Präsidentschaftswahlen im Juni letztes Jahr berichtet hatte.

Ich kann nachvollziehen, dass Ofcom nun von Press TV Antworten auf einen Reihe von Fragen erwartet, so zum Beispiel darauf, warum der Sender Auszüge eines Interviews mit Bahari brachte, das ausgerechnet dann stattfand, als er schon inhaftiert war.

The Independent zitiert aus einem Interview mit Bahari (wird heute Abend auf Channel 4 (BBC) ausgestrahlt), das sich damit beschäftigt, wie Press TV versucht hatte, ein „Geständnis“ zu fabrizieren.“

‚Ich war doch überrascht, weil ich dachte, dass Press TV zumindest irgendeine Form von Glaubwürdigkeit vortäuschen würde, und nicht  in ein Gefängnis zu einem Inhaftierten gehen – in einen Verhörraum, als ich mich unter Zwang  befand.‘

Herr Bahari sagt, dass er gefoltert und danach unter Androhung seiner Hinrichtung gezwungen wurde, ein Geständnis via Fernsehen abzuliefern. Er beschreibt, wie er innerhalb eines Raumes im Gefängnis saß, vor ihm drei Kameras aufgebaut, und wie er auf die Fragen eines staatlichen Verhörbeamten antwortete, der sich hinter einem roten Vorhang verbarg. Er sagt, dass er seine Augenbinde auf den Knien hielt – also voll sichtbar, was also deutlich machen musste, dass er unter Zwang handelte.

Press TV strahlte das Geständnis dann aus, als wäre es ein normales Interview und Bahari ein kooperativer Gast; der Moderator suggerierte sogar, Bahari habe bei den Protesten aktiv teilgenommen.

Letztes Jahr bestätigte Press TV die Inhaftierung des Newsweek-Reporters.

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Crossposting mit Free Iran Now!

Johann Hari: Es richtig heimzahlen

15. März 2010

HonestReporting Media BackSpin, 15. März 2010

Der Kolumnist des Independent meldet sich wieder einmal mit einem weiteren abscheulichen Beitrag, gespickt mit Entstellungen und historischem Revisionismus.

Lesen Sie dazu bitte HonestReportings neues Kommuniqué [In Englisch]: Johann Hari: Back With a Vengeance

Israel: So fanatisch wie der Iran?

30. September 2009

HonestReporting Media BackSpin, 30. September 2009

Eine Kolumnistin des Independent glaubt, dass Israel ebenso „fanatisch und aggressiv“ wie der Iran sei.

Lesen Sie dazu das neue Kommuniqué von HonestReporting: Israel: As Fanatical as Iran?

Terror kein Friedenshindernis?

20. Mai 2009

HonestReporting Media BackSpin, 20. Mai 2009

Der Independent unterschlägt unerklärlicherweise* Jahre des palästinensischen Terrorismus.

Lesen Sie dazu bitte [In Englisch] das neue Kommuniqué von HonestReporting: Terror No Obstacle to Peace?

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*So unerklärlich dann doch wieder nicht – bei dieser politischen Ausrichtung.

Krankenhaus beschossen – Israel nicht beteiligt

4. Mai 2009

HonestReporting Media BackSpin, 4. Mai 2009

In den Mainstream-Medien wurde berichtet, dass die singhalesische Armee ein Krankenhaus beschossen habe. Die Angaben in der Schlagzeile des Independent sind verblüffend:

’75 Menschen sterben‘ weil Sri Lankas Armee beschuldigt wird, ein Krankenhaus beschossen zu haben.

Die Zahl der Todesopfer ist in An- und Abführungszeichen gesetzt und der Schwerpunkt liegt nicht auf beschossen sondern mehr auf beschuldigt. Man weiß nicht so recht woran man ist und allem Anschein nach ist sich der Independent auch nicht sicher. Immerhin aber war Indy bereit, im Januar weit vorzupreschen, als er die IDF beschuldigte, eine UNO-Schule in Gaza angegriffen zu haben – mit dieser denkwürdigen Schlagzeile:

Blutbad unter Unschuldigen, als UN-Schule beschossen wird

Tatsächlich aber gab es kein Blutbad und John Ging, UNRWA-Leiter für Gaza, hat das Globe & Mail gegenüber eingestanden.

Glauben Sie, dass der Independent aus der Gaza-Lektion gelernt hat oder handelt es sich nur um ein weiteres Beispiel selektiver Empörung?

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„Israelische Lobby“ stellt schuldigem Redakteur nach

16. April 2009

HonestReporting Media BackSpin, 16. April 2009

Der BBC Trust (Staatlich geführtes Kontrollgremium; [bd]), zuständig für Beschwerden über die Berichterstattung von Beeb, kam zu dem Ergebnis, dass Jeremy Bowen die Sorgfalts- und Unparteilichkeitsrichtlinien verletzt hatte. So im Juni 2007 mit dem Beitrag How 1967 Defined the Middle East und ein zweites Mal in einer Radioreportage aus Har Homa, die online nicht mehr verfügbar ist. Die gesammelten Ergebnisse kann man im PDF-Format abrufen, dazu HonestReportings (GB) Antwort auf den Beitrag aus dem Jahr 2007.

Bowens Beiträge sind miserabel; und für sich gesehen würden sie einen Journalisten nicht in eine unhaltbare Lage bringen. Aber Bowen wartet leider mit einer Vorgeschichte problematischer Beiträge auf. Und ebenso wie der Nahost-Redakteur eines der weltweit meistverbreiteten Medienunternehmen muss die BBC die Verantwortung für Bowens Litanei von Irrtümern, Unterlassungen und dessen Geisteshaltung übernehmen:

• Eine Dokumentation zu Israels 60. Geburtstag, gespickt mit Unterschlagungen und historischem Revisionismus, Verharmlosungen oder völliger Delegitimierung der drei Jahrtausende alten Wurzeln des jüdischen Volkes im Land Israel. Gleichzeitig werden die Araber als Opfer jüdischer Macht und Böswilligkeit dargestellt.

• Ein internes Memo, das Bowens Standpunkt zum Nahostkonflikt enthüllt, wurde dem Kolumnisten Stephen Pollard zugespielt. Pollards Feststellung:

„In der Tat wird Israel für fast die Schuld zugeschrieben. Die Palästinenser sind für nichts verantwortlich; Israel ist die schuldige Partei. Für jeden israelischen Politiker, den er erwähnt, äußert er Verachtung“.

• Ein Artikel, in dem Israel für die Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen und die damit verbundenen Härten verantwortlich gemacht wird, ohne Hinweis auf die Ursachen für israelische Sanktionen und die zunehmende Hilfe durch Israel und die westliche Welt.

Verbalakrobatik, wenn Terroristen als „Militante“ bezeichnet werden.

• Die Veröffentlichung der schockierenden Behauptung einer palästinensischen Frau in Bowens Kriegstagebuch -, dass ihr Ehemann und der vierjährige Sohn kaltblütig von israelischen Soldaten erschossen worden wären; und das alles ohne stützende oder irgendwelche anderen Medienberichte zu diesem schweren Vorwurf.

• Ein Bericht, der Härten für die Palästinenser nur den israelischen Sicherheitsvorkehrungen zuschreibt, ohne die palästinensische Verantwortlichkeit und Zustimmung für den Kassam-Beschuss Israels durch Raketentrupps oder die Vorbereitung weiterer Terroranschläge einzuräumen.

• Eine unausgewogene Radioreportage, die die Realisierbarkeit der Zweistaatenlösung in Frage stellt. Unter Missachtung der israelischen Sicherheitsinteressen, der Existenz palästinensischer Selbstmordbomber oder des innerpalästinensischen Chaos’ diskutiert Bowen Einschränkungen palästinensischer Bewegungsfreiheit und die Sicherheitsbarriere bei Bethlehem ebenso wie “ illegale“ israelische Siedlungen.

• Ein moralisch verdrehter, allzu vereinfachter Bericht aus Gaza, der Israel beschuldigt, mit seiner „gewalttätigen Besatzungspolitik“ die Palästinenser zu „brutalisieren“.

Normalerweise erregen aufrechterhaltene Beanstandungen dieser Art wenig Aufmerksamkeit, wenn britische Kolumnisten, israelische Zeitungen, Blogger oder die BBC selbst es gebührend zur Kenntnis nehmen.

Doch Bowen traf den Nerv des Independent, wo die Angelegenheit sich zu einem Leitartikel auswuchs, inklusive einer bizarren Reaktion Robert Fisks:

Das Kontrollgremium (Trust) – wie ich dieses Wort liebe, das alles bezüglich der BBC so entehrt hat – ist auf die schändlichste Weise gegenüber der üblichen jüdischen Lobby eingeknickt, die gegen jegliche Fakten behauptet hat, dass Bowen nicht die Wahrheit gesagt hat….

Der Independent protestiert zu viel.

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Was „Kritik“ wirklich bedeutet

19. Februar 2009

HonestReporting Media BackSpin, 19. Februar 2009

Mit seinem Beitrag im Independent bietet Howard Jacobson eine ehrliche Einschätzung der jüngsten Protestwelle der Briten gegen Israel – die allesamt nichts Unheilvolleres beanspruchen als Kritiker der israelischen Politik zu sein. Er beschreibt die zum Ausdruck gebrachte Stimmung so:

Ein diskriminierender, überbordender Hass, unerklärlich in seiner Hysterie und Bösartigkeit, welche Rechtfertigung dafür auch angeführt wird; ein vernunftloser, gestörter, und so weit ich das beurteilen kann, irreversibler Ekel, der alles vergiftet, an was wir hier zu glauben schienen – freier Meinungsaustausch, die Ratio der Wissenschaftler und Lehrer, jenes fein gesponnene Flechtwerk, das wir soziale Gemeinschaft nennen, moderne Auffassungen, Toleranz, Wahrhaftigkeit. Man kann das Gift auf der Zunge schmecken.

Aber es steht mir nicht zu, irgendetwas davon dem Antisemitismus zuzuschreiben. Es ist, da bin ich mir sicher, schlicht und einfach „Kritik“ an Israel. Bezüglich Israel und Palästinenser hat sich dieses Land seit langem in Richtung Diktatur der einseitig Denkenden entwickelt und es sieht so aus, als wären wir am Ziel angekommen.

Tägliche Dosis Geschichtsrevisionismus

16. Februar 2009

HonestReporting Media BackSpin, 16. Februar 2009

Bruce Anderson, Kolumnist beim Independent, mit seiner täglichen Dosis Geschichtsrevisionismus:

Der erste Akt der gegenwärtigen Tragödie begann nach dem Sechstagekrieg 1967. Das tapfere kleine Israel war auf dem Schlachtfeld siegreich geblieben. Es hatte riesige Flächen arabischen Territoriums überrollt. Beinahe unmittelbar danach wurden selbst von jenen, die niemals enthusiastisch für einen Staat Israel eingetreten waren, zwischen den Grenzen vor und nach den Eroberungen 1967 Unterscheidungen vorgenommen. Israel hatte ungeheure Trümpfe in der Hand, sowohl strategisch als auch moralisch. Es gab nie einen besseren Zeitpunkt für „Großmut im Sieg“.

Israel hätte verkündet sollen, dass es, anders als fast alle vorherigen militärischen Sieger, keine territorialen Ansprüche suchte; seine alleinigen Kriegziele wären Frieden und Gerechtigkeit. Um diese zu erreichen und zu sichern wäre es bereit gewesen, über die eroberten Gebiete zu verhandeln – die heiligen Stätten in Ostjerusalem ausdrücklich ausgenommen. Auf dieser Basis und mit großer internationaler Unterstützung wäre ein Abkommen möglich gewesen. Aber es gab Probleme. An seiner schmalsten Landstelle ist Israel nur 12 Meilen breit. Ein Panzerdurchbruch aus dem Westjordanland hätte das Land zweigeteilt. Obgleich die Generäle nicht dafür gerügt werden können, die Ära der asymmetrischen Kriegsführung nicht vorausgesehen zu haben, in der Panzerdurchbrüche nur noch in Kriegfilmen vorkommen, komplizierte ihr Beharren auf einer entmilitarisierten West Bank die Fragen. Damit trat eine Versuchung auf, gleich der Schlange im Garten Eden.

Anmerkung für Anderson: Am 19. Juni 1967 (eine Woche nach Kriegsende), sandte die israelische Regierung die Botschaft an die USA, dass sie bereit sei, Gaza und den Golan im Gegenzug für die Unterzeichnung eines Friedensvertrages zurückzugeben, während gleichzeitig separate Verhandlungen die Zukunft der West Bank, des Gazastreifens und der Flüchtlinge lösen sollten.

Die Geschichte verweist auf die berühmte arabische Reaktion von Khartum als The Three No’s.

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Der stahlharte Mann des Independent

21. Januar 2009

HonestReporting Media BackSpin, 21. Januar 2009

Mark Steel vom Independent ist besonders schrill zu lesen, weil er nicht so witzig ist wie er sich einbildet.

Wenn also die Israelis denken, dass die Hamas-Raketen so tödlich sind wie sie behaupten, warum tauschen sie dann nicht ein paar F-16-Jets und Apache-Kampfhubschrauber gegen einige der Raketen ein?

Diese Dinger sind angeblich in der Lage, eine ganze Nation über Jahre hinweg zu terrorisieren, doch die Israelis haben es abgelehnt, eine einzige Rakete zu kaufen und verschwenden stattdessen ihr Geld für Schnellboote und ähnliches Zeug. Angenommen, ihr jährlicher Verteidigungsetat beträgt 7,2 Mrd. Dollar plus 2,2 Mrd. „Hilfe“, dann hätten sie genug, um einige Banken weltweit aufzukaufen.

Befürwortet der Mann aus Stahl eine unkritische Antwort auf Raketenbeschuss? Hört sich nicht witzig an.

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Daily Telegraph entdeckt das Wort Terror

5. Oktober 2008

honestreporting Media Backspin, 5. Oktober 2008

Einer Schlagzeile der Daily Telegraph zufolge geschieht Terror nur im Zusammenhang mit Juden:

Jüdischer Terror bedroht Israel

Die Redakteure der Telegraph – wie ihre Kollegen vom Guardian and der Independent – vermeiden das Wort Terror nicht per se. Sie lehnen es nur ab, wenn die Opfer Israels oder Amerikaner sind.

Unter welchen Bedingungen würde die britische Presse mit dieser Schlagzeile aufwarten?

Palästinensischer Terror bedroht Israel

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Hari versucht Honest Reporting in den Dreck zu ziehen

12. Mai 2008

honestreporting Media BackSpin, 12. Mai 2008

Statt auf Fragen einzugehen beschimpft Johann Hari Honest Reporting.

Dazu Honest Reportings Antwort auf den britischen Kolumnisten.

Nachzulesen in: Hari versucht Honest Reporting in den Dreck zu ziehen.

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Übersetzung auf Anfrage.