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“Unmöglich nachweisbar, aber wir bringen es trotzdem“

28. Dezember 2009

HonestReporting Media BackSpin, 28. Dezember 2009

Man kann schreckliche Anschuldigungen zwar in keiner Weise belegen, veröffentlicht sie aber entgegen aller journalistischen Sorgfaltspraxis. Hier die Kernaussage eines Schnipsels von Daily Telegraph-ReporterAdrian Blomfield. Er schreibt aus Gaza:

Wenn sie aber ein Jahr später wieder den Tod ihres Sohnes vor Augen hat, erinnert sich Frau Awaja an ein noch entsetzlicheres Detail. Sie sagt, dass, als sie hinter einer Wand Schutz suchte, ihr Mann davon humpelte, um Hilfe zu suchen und israelische Soldaten Ibrahims Leiche, die auf der Straße lag, für Zielübungen missbrauchten.

„Bei jedem Geschosseinschlag bäumte sich sein toter Körper auf“, sagte sie. „Es sah so aus, als ob er den Schmerz noch empfinden konnte, obwohl er nicht mehr am Leben war.“

Es sind Anschuldigungen wie diese – fast unmöglich zu überprüfende -, die Israels internationalem Ansehen so viel Schaden zugefügt haben.

Hinweis für Blomfield: Es sind nicht die Anschuldigungen selbst, die Israels Ansehen so viel Schaden zufügen. Es sind Reporter wie Sie, die Israels Ruf beschädigen, wenn sie unbestätigten Anschuldigungen öffentliche Aufmerksamkeit ungerechtfertigte Glaubwürdigkeit und geben.

Welchem journalistischen Ethos entspricht es, wenn man das seinem Bericht beifügt?

Gewöhnliches Gazaner wie Kamal Awaja haben nicht den Mut, Reportern wie Blomfield über die Häuser zu berichten, die als Deckung herhalten mussten und als Abschussrampen für Raketen, nicht über Moscheen, die als Waffenlager benutzt wurden, oder Krankenhäuser, die von Hamas-Führern beschlagnahmt worden waren. Ein weiteres deutliches Beispiel dafür, was ich als Journalismus mit Druck auf die Tränendrüse bezeichne.

Israelische Image-Kampagne kontraproduktiv?

31. Oktober 2008

HonestReporting Media BackSpin, 31. Oktober 2008

Eine berechtigte Frage von Robert Fulford:

Aber selbst wenn Verbesserung des Images wichtig und grundlegend ist – sollte man es dann so offen zeigen? Die Israelis sorgen dafür, dass es im Gespräch bleibt. Dies endet in enervierenden Gesprächen mit The Current von CBC Radio oder Schlagzeilen des Toronto Star über Israel, das angeblich versuche, sein Image „aufzupolieren“. Bis dato sind die einzig sichtbaren Ergebnisse YouTube-Videos mit dem Titel „Hot Israel“ – attraktive Frauen, die am Strand von Tel Aviv Bikinis tragen.

Hier drei Gründe, warum das Gerede über Israels Image-Kampagne kontraproduktiv sein könnte:

1. Der Prozess der Kampagne stellt die Kampagne selbst in den Hintergrund.

2. Öffentliche Aufmerksamkeit führt zu wachsender Skepsis, bevor die Kampagne gestartet wird.

3. Länder wie Ägypten, Tansania und Irland haben in den letzten Jahren Image-Kampagnen ohne große Ankündigung gestartet. Statt zu reden wie man es macht haben sie es durchgezogen.

Andererseits bemerkt Haskell Nussbaum auch:

Selbst ohne ein formales Programm zur Image-Verbesserung des Staates Israel sollten wir alle dazu beitragen, das Ansehen Israels zu verbessern. Es kann so einfach sein wie die Versendung einer E-Mail über die Erfindung an einer israelischen Universität, das Anbringen eines wunderschönen israelischen Kunstwerkes an unseren Wänden, oder, dass wir unsere Städte und Dörfer dazu zu ermutigen, Partnerschaften mit israelischen Ortschaften zu schließen. Die Regierung macht sich etwas verspätet auf den Weg. Wir sollten sie unterstützen.

Wie bringt man das jetzt unter einen Hut?

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