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LA Times: ‚Übel‘ besessen von Israel

25. Oktober 2011

HonestReporting Media BackSpin, 25. Oktober 2011

Gestern erwähnte ich Reuters wegen ihrer Non-Story über die Erdbebenregion Türkei und deren Ablehnung israelischer Hilfe. Bis jetzt haben die Türken alle ausländischen Hilfsangebote ausgeschlagen. Sicher eigenartig, aber das ist Ankaras Vorrecht.

Nun zieht die LA Times mit der Reuters-Meldung gleich. Sie schreibt:

Vorerst jedoch hat die Türkei jegliche Hilfe Israels und anderer Nationen höflich abgelehnt – mit dem Verweis darauf, dass sie hoffe, die Krise selbst meistern zu können.

Unverantwortliche Schlagzeilen wie diese schüren weiter Gerüchte, die der stellvertretende türkische Ministerpräsident Bülent Arınç als „übel“ bezeichnet.

Dazu Hurriyet:

„Wer immer so etwas macht, handelt zynisch, so Arınç. „Auf zwischenstaatlicher Ebene mögen wir zu Israel nicht die besten Beziehungen pflegen. Nach einer Katastrophe wie dieser jedoch auf solch’ ein humanes Angebot der israelischen Regierung negativ zu reagieren, wäre falsch und unangebracht. Es ist vollkommen unzutreffend, dass wir ihre Hilfe [nur] wegen verschiedener Agenden verweigerten.“

Drei Waffenschmuggel innerhalb einer Woche aufgeflogen

16. März 2011

HonestReporting Media BackSpin, 16. März 2011

In Teheran werden sicher Köpfe rollen, nachdem Israel, Ägypten und die Türkei gestern alle iranischen Waffenlieferungen abgefangen hatten. Also drei Pleiten innerhalb einer Woche.

1. Gestern zwang die Türkei eine iranische Frachtmaschine (Bestimmungsort Syrien) zur Landung, als sie den türkischen Luftraum überflog. Dazu Hurriyet:

Die Maschine, die den Berichten zufolge militärische Ausrüstung transportierte, wurde zur Landung gezwungen, nachdem die Behörden einen Tipp bekommen hatten, sie hätte Nuklearwaffen an Bord….

Das Flugzeug wurde noch Mittwochmorgen nach Nuklearmaterial durchsucht; Teams zur Aufspürung weiteren Gefahrguts befanden sich auf dem Flughafen, so die Auskunft von Doğan News Agency.

(UPDATE 15.20 Uhr: Jetzt sagt die Türkei, es sei Standard, überfliegende Frachtflugzeuge manchmal zur außerplanmäßigen Landung für Inspektionen zu zwingen. Ich bin beeindruckt, dass Teams zur Aufspürung von brisantem Waffenmaterial dort auch Standard sind).

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2. Am Sonntag wurde ein aus dem Sudan kommender Lastwagenkonvoi in Ägypten von Sicherheitskräften unter Beschuss genommen. Der Konvoi befand sich offenbar auf dem Weg nach Gaza.

Ich weiß nichts von offiziellen Verbindungen des Konvois zum Iran, aber alles trägt die Handschrift der Islamischen Republik. Im Jahr 2009 zerstörten israelische Drohnen einen größeren iranischen Konvoi in der sudanesischen Wüste.

3. Der türkische Zugriff wurde, wie ich gestern bloggte, von der Zugriffsaktion der israelischen Marine auf die Victoria überlagert. Die Liste der von der IDF konfiszierten Waffen umfasst u.a.:

230 Mörsergranaten, 120 mm
2.270 Mörsergranaten, 60 mm
6 C-704 Anti-Schiff-Raketen (mit Lieferpapieren in Farsi und iranischen Hoheits-Emblemen)
2 Radaranlagen (hergestellt in England)
2 Raketenwerfer
2 hydraulische Kräne für die Montage von Radarsystemen
66.960 Patronen für Kalaschnikows, Kaliber 7,62 Millimeter

Die Victoria legte vom syrischen Hafen Latakia ab. Und die syrischen Geheimdienste dürften wohl Probleme damit haben, diese Vorgänge zu erklären.*

Die Victoria-Affäre folgt einen Tag nach einer anderen weithin nicht beachteten Entwicklung: Zypern war das erste Land, das offiziell erklärte, dass es mit zukünftigen Flottillen nicht kooperieren wird.**

Im Bild eine von der IDF beschlagnahmte Mörsergranate (120 mm)

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*Und daran knüpft sich noch einmal die simple Frage: Warum passierten zwei iranische Kriegsschiffe den Suezkanal mit Ziel Syrien? [bd]

**Zynismus pur: Im Windschatten der Katastrophe in Japan lässt sich für Terrorstaaten gut segeln. Und der SPIEGEL kümmert sich derweil propagandistisch darum, die Welt (selbstverständlich)  in Deutschland untergehen zu lassen und Japan der Inkompetenz zu zeihen, statt Solidarität zu zeigen [bd].