Posted tagged ‘Human Rights Watch (HRW)’

HRW suspendiert Garlasco

15. September 2009

HonestReporting Media BackSpin, 15. September 2009

Human Rights Watch beurlaubte seinen Militäranalysten Marc Garlasco. Dazu die NY Times:

Montagnacht änderte die Gruppe ihren Kurs und suspendierte ihn bei weiterlaufendem Gehalt wegen „eines schwebenden Verfahrens“, so Carroll Bogert, stellvertretende HRW-Direktorin.

„Wir haben Fragen, ob es neue Erkenntnisse gibt“, sagte sie.

Langsam wird’s aber auch Zeit. HRW hat immer die Prügel eingesteckt, seit Mere Rhetoric ans Licht brachte, dass Garlasco eifriger Sammler von Nazi-Devotionalienstücken ist, ein mehr als 400 Seiten umfassendes Buch zum Thema geschrieben und in Web-Foren Hunderte Kommentare unter dem Pseudonym Flak88 veröffentlicht hatte.

Das Durcheinander bei HRW konnte für die UNO und Richard Goldstone zu keinem schlechteren Zeitpunkt kommen. In den nächsten Tagen soll der südafrikanische Richter seinen Bericht über das militärische Vorgehen der IDF während des Gaza-Krieges veröffentlichen. Human Rights Watch hatte sich vehement für die UN-Untersuchung stark gemacht, und Goldstone war Vorstandsmitglied. NGO-Monitor fasst den Interessenkonflikt zusammen:

Human Rights Watch spielte eine zentrale Rolle bei der Bildung der Mission und der Förderung antiisraelischer Voreingenommenheit. Die Ernennung Goldstones, der im Vorstand von HRW saß und für HRW zahlreiche Statements gegen Israel verfasste, festigte diese Verbindung. Einige HRW-„Untersuchungsberichte“ wurden während dieses Zeitraums veröffentlicht, um für Goldstone und seine Kollegen mehr Munition zu liefern.

Bleiben Sie dran….

„Unangemessene“ Berichterstattung über Kriegsverbrechen der Hamas

22. April 2009

HonestReporting Media BackSpin, 22. April 2009

Letzten Monat legten die Mainstream-Medien die Latte für Behauptungen über israelische Kriegsverbrechen sehr hoch. Westliche Nachrichtenagenturen wendeten erstaunlich viel Sendezeit und Printumfang für ihre Nachforschungen und Kommentare auf.

Die Anschuldigungen wurden letztendlich entlarvt, aber wir beobachteten die großen Möglichkeiten der Medien, Nachforschungen anzustellen. Allein der Guardian investierte einen ganzen Monat, um eine große Anzahl von Berichten, Videos und Kommentaren zu produzieren.

Doch nun zu vorgestern, als Human Rights Watch (HRW) einen Bericht veröffentlichte, der nicht Israel, sondern die Hamas beschuldigt, willkürlich Kollaborateure und politische Gegner eingesperrt, gefoltert und während bzw. nach dem Gazakrieg 32 Palästinenser ermordet zu haben. Zum Bericht hier.

Wo bleiben die brüllenden Schlagzeilen? Werden wir von Guardian & Co. eine ähnlich umfangreiche Untersuchung zu den Verbrechen der Hamas erleben?

Ich teile Richard Cohens Pessimismus:

Zweifellos wird der Human Rights Watch-Bericht wegen des übergeordneten Themas der Dämonisierung Israels ignoriert oder zurückgewiesen. So war der Trend in der letzten Zeit. Kein Zweifel auch, dass Einige das Verbrechertum der Hamas als unvermeidliches Resultat israelischer Aktionen entschuldigen werden. Aber so viele auch Israel kritisieren mögen – und ich habe das selbst getan – sie haben doch zumindest die Verpflichtung, den Unterschied bezüglich der Grundwerte zwischen Israel und seinen Feinden zu unterscheiden.

Der Guardian wird sicher ins Feld führen, dass er gestern etwas zum HRW-Bericht geschrieben hat. Aber zwischen einem 571 Wörter zählenden Artikel, der noch dazu andere Quellen aufgreift, und 30 Tagen Arbeitsaufwand für ein Gesamtpaket „Originaljournalismus“ besteht doch ein großer Unterschied.

Rechnen Sie besser nicht damit, dass es eintrifft. Wenn es zu solchen Beschuldigungen kommt ist die Berichterstattung sowieso übertrieben.

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