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Marie Colvin 1956 – 2012

23. Februar 2012

HonestReporting Media BackSpin, 23. Februar 2012

Die Aufgabe von HonestReporting besteht darin, Journalisten zur Rechenschaft zu ziehen, und wir gehen manchmal sehr kritisch mit denjenigen Personen um, die über Israel und die Region schreiben und berichten. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir die wichtige Rolle guter journalistischer Qualität im demokratischen Diskurs und die notwenige Aufdeckung der Wahrheit nicht schätzen, falls das angebracht ist.

Marie Colvin, Auslandskorrespondentin der Sunday Times, berichtete während ihrer langen Karriere oft aus Israel und wir waren mit ihren Positionen nicht immer einverstanden. Aber wir nehmen Anteil an der großen Trauer um ihren vorzeitigen und gewaltsamen Tod während der Berichterstattung über die grausame Zerstörung der syrischen Stadt Homs durch Assads Streitkräfte.

Allzu oft konzentrieren Journalisten in Nahost ihre Aufmerksamkeit in überproportionaler Weise auf  Israel-Bashing. Marie Colvin stellte die Brutalität des syrischen Regimes bloß, indem sie mutig dorthin ging, wo nur wenig andere es gewagt hatten, hinzugehen. Dafür zollen wir ihr Respekt.

Syrien und Israel: Für Robert Fisk macht das keinen Unterschied

7. Februar 2012

HonestReporting Media BackSpin, 7. Februar 2012

In seinem jüngsten Kommentar im Independent ist Robert Fisk* ganz versessen darauf, dem Westen zu verklickern, dass nicht alle Revolutionen oder Volksaufstände im Nahen Osten vergleichbar seien:

Das alte Sprichwort muss immer und immer wieder aufgesagt werden: Ägypten war nicht Tunesien, Bahrain war nicht Ägypten, Jemen war nicht Bahrain, Libyen war nicht Jemen. Und Syrien ist definitiv nicht Libyen.

Aber wenn es um Israel geht, ist Fisk moralisch verblendet, was den Unterschied angeht zwischen dem brutalen Vorgehen von Nahost-Regimes wie Syrien auf der einen Seite, das seine eigenen Bürger mit Vorsatz umbringt und Israel andererseits, das alles unternimmt, um Opfer unter der Zivilbevölkerung zu vermeiden.

Es ist unschwer zu erkennen, wie sich das Gegenteil im Westen abspielt. Die Flut von schrecklichen Facebook-Bildern aus Homs und Stellungnahmen der „Syrischen Freiheitsarmee“, dazu die Verärgerung von Madame Clinton und das Erschrecken darüber, dass Russland sich angesichts des Leidens der Syrer so taub stelle – wie, wenn Amerika alles andere als taub wäre angesichts des Leidens der Palästinenser, von denen etwa 1.300 bei Israels Angriff auf Gaza getötet wurden – entbehrt jeglicher Realität vor Ort.

So weit hat sich mittlerweile selbst in den Medien die unmoralische Gleichwertigkeit zwischen syrischer Brutalität und israelischer Selbstverteidigung manifestiert. Dass Robert Fisk bei dieser Entwicklung mit einem Schrottkommentar an vorderster Stelle steht, überrascht nicht.

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*Anmerkung von [bd]:

Robert Fisk schreibt seit etlichen Jahren verzerrende Kommentare zu Nahost und Israel. Von ihm leitet sich auch das Verb „to fisk“ ab; also verzerren, falsch darstellen und antiisraelisch polemisieren.

Hier ein Link zu ihm auf Wikipedia, der allerdings sehr sorgfältig gelesen werden sollte, weil Wikipedia auch nicht frei ist von redaktionellen Unebenheiten.