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Tempelberg-Einmaleins

25. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 25. November 2011

Wird wieder mal Zeit für Nachhilfe zum Thema.

Der Tempelberg – Stätte des ersten und zweiten jüdischen Tempels – ist der heiligste Ort für die Juden. Punkt.

Die Westmauer, eine um den Berg gebaute Stützmauer, ist die Stelle, die am nächsten zum Ort des Tempels liegt, der sich Juden nähern können, ohne folgende Themen anzuschneiden:

a) Fragen der Religion zu ritueller Reinheit oder
b) politische Themen, die mit der Teilhabe der Muslime an der Stätte zu tun haben.

Archäologen entdeckten in einem Ritualbad (hebräisch: Mikwe [bd]) unter dem Postament der Westmauer Münzen, die darauf hinweisen, dass die Mauer nicht von Herodes gebaut worden war, wie allgemein angenommen.

Also illustrierte die Daily Mail ihre Geschichte mit Bildern von Münzen und der Westmauer, aber in einer schludrigen und unstimmigen Darstellung beschrieb sie in zwei Bildunterschriften die Westmauer als „heiligste Stätte des Judentums“, während sie eben diese in einer dritten Bildunterschrift als „heiligste Gebetsstätte“ auswies. (Ich werde keinen Heckmeck zu einer Auseinandersetzung über die „heiligste Gebetsstätte“ anzetteln).

Im besten Fall handelt es sich hier um eine schlechte Aufbereitung von Informationen, die der palästinensischen Leugnung jüdischer Bindungen zum Tempelberg in die Karten spielen.



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P.S.: Dank an meinen Freund Heplev für die Mitarbeit!

BBC antwortet auf Beschwerden zur Flotilla-Untersuchung

28. Januar 2011

HonestReporting Media BackSpin, 28. Januar 2011

Dank an Pesach Benson* (BackSpin-Blog für HonestReporting in Jerusalem, [bd]) dafür, das er mir** einen eher persönlichen Ansatz als Chefredakteur zu einigen Topics ermöglicht, die ich in unseren Kommuniqués angesprochen hatte.

Ich möchte auch der BBC dafür danken, dass sie sich selbst ein noch tieferes Loch nach der Kritik von HonestReporting an ihrer voreingenommenen Berichterstattung gegraben hatte. Einer unserer Abonnenten schickte uns freundlicherweise eine BBC-Entgegnung auf seine Beschwerde zu, die ich hier vollständig wiedergeben will:

Dank für Ihre E-Mail. Wir berichteten über die Ergebnisse der Turkel-Untersuchung zuerst hier: http://www.bbc.co.uk/news/world-middle-east-12260983

Diese Geschichte wurde zuerst um etwa 6:30 h am 23. Januar veröffentlicht und blieb auf unserer Webseite, bis sie gegen 16:00 h wegen der türkischen Reaktion erneuert wurde. Wir gehen davon aus, dass den ursprünglichen Ergebnissen viel Aufmerksamkeit gewidmet wurde, bevor eine neue Sichtweise in Umlauf gebracht wurde. Für Webseiten, die rund um die Uhr aktiv sind, ist es normal, Geschichten voran zu bringen und zu erneuern, aber wir erachten als wichtig, den Lesern zu sagen, was Stand der Dinge ist, bevor wir über die Reaktionen darauf berichten.

Wir denken nicht, dass die Identität von Beobachtern essentielle Informationen bereitstellt; die Tatsache, dass sie überhaupt involviert sind, ist ein wichtiger Hinweis. Was das Stück Analyse betrifft, die Sie erwähnen, hat Jon Donnison diesen Report nicht autorisiert, und seine Analyse war auch deutlich so gekennzeichnet. Da unsere Rolle primär darin besteht, über Ereignisse unvoreingenommen zu berichten, stützen wir uns auf die Erfahrung unserer Korrespondenten und Experten, um diese Ereignisse auszuwerten.

Werfen wir also einen Blick auf den Originalbericht, auf den die BBC-Antwort anspielte, und vergleichen wir ihn mit jenem, den wir auseinandernahmen.***

Während die Schlagzeile in der Tat dazu überging, sich auf die negative türkische Reaktion zu fokussieren, um sich auf die negative türkische Reaktion zur israelischen Anfrage zu konzentrieren, wurde der türkische Ministerpräsident Erdogan bereits im Originalbericht zusammen mit negativen Anmerkungen seitens der UNO erwähnt. Und tatsächlich gibt es sehr wenige Änderungen im Text des Berichtes, abgesehen von noch mehr negativer Einstellung Erdogans.

Überprüfen Sie doch einmal den Wechsel zwischen bildlicher Darstellung und Bildbeschriftung. Während der ursprüngliche Artikel ein Foto der Mavi Marmara zusammen mit einer neutralen Bildunterschrift zeigte, arbeitete die upgedatete Version des Videos immer noch mit der Bildunterschrift „Vier Mal in den Kopf geschossen“, die sich auf die Aussage eines Aktivisten beruft. Offensichtlich reichte das Originalfoto zum Schiff nicht aus, Israel in ein schlechtes Licht zu rücken.

Die BBC unterlässt es auch, die Besorgnis unserer Leser anzusprechen, die zu Recht monierten, dass sie (die BBC, [bd]) nicht einmal in der Lage war, den Background der internationalen Beobachter zu erwähnen; besonders überraschend deshalb, weil einer von ihnen, Lord David Trimble, ein prominenter britischer Politiker ist.

Die Antwort der BBC auf die Beschwerde bestätigt und unterstreicht sogar exakt unsere Auffassung, dass der Artikel ein voreingenommenes und wertloses Stück Journalismus ist. Was die Erklärung Jon Donnisons betrifft, möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf seine früher gemachten Bemerkungen zu einer Autobiografie des ehemaligen BBC-Nachrichtensprechers Peter Sissons richten, der die tief verwurzelten linkslastigen  Voreingenommenheiten zu allen Themen generell betrifft:

Die zunehmende Tendenz bei der BBC, ihre eigenen Reporter live zu interviewen, verschlimmert diese Geisteshaltung. Statt sich darauf zu konzentrieren, die maßgebenden Player einer Geschichte zu befragen oder das Netz für eine breitere Öffentlichkeit zu öffnen, entscheidet sich die BBC in diesen Tagen immer wieder dafür, die [Sende-] Zeit für die Weltanschauung ihrer eigenen Korrespondenten zu nutzen. Das Sendeformat dient eigentlich dazu, Fakten zu klären, gleichzeitig verleitet es aber oft dazu, den eigenen Standpunkt zu artikulieren. Wenn dies zutrifft bekommt das BBC-Publikum, statt beide Seiten zu hören nämlich das vorgesetzt, was aus BBC-Sichtweise als Fakt deklariert wird.

Sorry, BBC, aber deine Entschuldigungen sind haarscharf daneben.

Richten Sie weiterhin Ihre Beschwerden an die BBC und lassen Sie sich nicht mit lauwarmen Antworten abwimmeln.

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*Pesach Benson betreut den englischsprachigen Blog Media BackSpin für HonestReporting. Heplev und bd übersetzen für den deutschspachigen Raum. Was gelegentliche Modifizierungen und sprachliche Idiom-Glättungen bzw. eigene notwendige Hinzufügungen betrifft, bitte meine [bd] Anmerkungen auf der Seite „Über Medien BackSpin“ beachten.

**Simon Plosker ist Chefredakteur von HonestReporting.

***Die Abbildungen lassen sich leider nicht deutlicher darstellen.

Knesset schützt Auslandsjournalisten vor Fiskus

27. Dezember 2010

HonestReporting Media BackSpin, 27. Dezember 2010

Knesset lässt den Auslandsjournalisten ihre Steuerbegünstigungen.

Einem Bericht der Jerusalem Post zufolge wurden Ansprüche des Finanzministeriums in erster Linie von Knesset-Ministern eines bedeutenden Spektrums der Parteien abgelehnt: Nahman Shai (Kadima), Shelly Yacimovich (Arbeitspartei), Tourismus-Minister Stas Meseznikov (Israel Beiteinu), Ze’ev Elkin (Likud) und Zevulun Orlev (Habayit Hayehudi).

Auch hebräischsprachige Zeitungen sprachen sich gegen die Änderungen aus; dazu auch Uri Helman, der neue Chef des Pressebüros der Regierung.

Auslandsjournalisten entrichten zurzeit eine Pauschale von 25 Prozent für ihre ersten drei Jahre in Israel; danach zahlen sie die gleichen Steuern wie jeder sonst. Beamte des Finanzministeriums wollten die bevorzugte Behandlung abstellen.

Aber Dramaturgie und Prinzipien hinter den gegensätzlichen Standpunkten wurden überbewertet: lediglich 23 Journalisten wären von den angestrebten Veränderungen betroffen gewesen. Wir sprechen also nicht über riesige Summen für die Staatskasse. Die Wahrscheinlichkeit, dass Nachrichtenagenturen Jerusalem verlassen würden, um ihre Niederlassungen in Ramallah oder in Amman zu gründen, tendierte nahe Null.

Dennoch frage ich mich, ob das Pressecorps diesen Politikern und ihren Parteien irgendeine Behandlung mit Samthandschuhen angedeihen lässt. Ich hoffe nicht….

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P.S.: Dank an Heplev für seine weiterführenden Informationen.

‚Nicht notwendigerweise ein Affront gegen klamme amerikanische Steuerzahler‘

13. Dezember 2010

HonestReporting Media BackSpin, 13. Dezember 2010

Ich hatte meine Schwierigkeiten damit, was Tom Friedmans Stück zu  Anreizen des White House für einen Siedlungsstopp zu tun hätte.

Ob man mit dem US-Angebot einverstanden ist oder nicht, Jeffrey Goldbergs Stück zu Friedman berührt einen sehr wichtigen Aspekt:

Kleine Anmerkung, oder vielleicht doch nicht so klein: Tom neigt dazu, das kürzlich abgegebene (und allgemein als unklug betrachtete) amerikanische Angebot, F-35-Kampfjets (Wert: etwa 3 Milliarden Dollar) im Ausstausch für einen um 90 Tage verlängerten Siedlungsstopp zu liefern, als Geschenk Amerikas darzustellen, das man sich nicht leisten könne. Er spricht aber nicht an, dass Militärhilfe für Israel, selbst stark subventionierte (auch an andere Länder übrigens) eine Form staatlicher Wirtschaftshilfe (im eigenen Land, [bd]) war, um amerikanische Produkte zu kaufen. Man würde nicht auf 3 Milliarden Dollar teure Werbegeschenke achten, wenn man als einer von Tausenden daran beteiligt wäre, diese Flugzeuge zu bauen. Dies ändert nichts an der Tatsache, dass das Angebot kurzsichtig war (was dachten denn die amerikanischen Unterhändler wirklich?) Aber es war sicher kein Affront gegen den klammen amerikanischen Steuerzahler, wie Friedman es darstellt.

Zum Vergrößern der Abbildung und technischen Beschreibungen auf das Bild klicken.

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Dank an Heplev für die Hilfe bei der Übersetzung kleiner Unebenheiten im Originaltext.

Beep und ihre Rechtsauffassung

5. Mai 2010

HonestReporting Media BackSpin, 5. Mai 2010

Ich bin es langsam leid, wenn die BBC in normativer Weise ihre Rechtsauffassung herausposaunt:

Die Siedlungen sind nach internationalem Recht unrechtmäßig, obwohl Israel das bestreitet.

Diese Meinung spezifischen Leuten, Organisationen oder gar der „internationalen Gemeinschaft“ zuzuschreiben, wäre kein Problem. Um besser zu verstehen, warum „Israel das bestreitet“ (d.h., der BBC zu widersprechen), bitte Eugene Kontorovich, Mitchell Bard, Eugene Rostow und Jeffrey Helmreich lesen, um nur einige zu nennen.

Wenn Beeb ihren Senf zu Siedlungen dazugeben will, hier nur ein Spruch nebenbei, der auch Sinn ergibt:

Siedlungen können nach internationalem Recht korrekt sein, aber die BBC bestreitet dies.

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Herzlichen Dank an Heplev für seine Tipps.

Nichts mehr gratis?

21. April 2010

HonestReporting Media BackSpin, 21. April 2010

Alex Margolin, HonestReportings Redakteur für Soziale Medien, trägt gelegentlich mit Beiträgen zu relevanten Themen bei. Er zeichnet für HonestReporting bei Facebook verantwortlich.

In guten alten Zeiten stand das Internet für Gratisinhalte.

Contents, für die die Nutzer in einer Welt der anfassbaren Gegenstände zahlten, also Musik, News, Software – waren dennoch online bequem in kostenlosen digitalen Versionen erhältlich.

Auch wenn es weiterhin viele Inhalte frei online gibt, scheint die momentane Entwicklung gegen das „Gratis“-Prinzip zu sprechen, zumindest für Sujets, die in der realen Welt Bedeutung haben. Filesharing-Seiten wie Napster, die der Musikindustrie zusetzten, sind kaum noch präsent und wurden durch iTunes ersetzt, die für jeden Song eine kleine Gebühr verlangen.

Wie die Schallplattenindustrie setzt nun auch das Zeitungsgeschäft darauf, dass die Kunden für Inhalte Geld berappen würden. Ruport Murdochs Wall Street Journal hat bereits damit begonnen, für die meisten Artikel Geld zu verlangen und die NY Times will 2011 nachziehen. Andere Publikationen wie die Financial Times prosperieren erfolgreich mit ihren eigenen kostenpflichtigen Seiten.

Auch die Sozialen Medien erkennen, dass sich die Zeiten geändert haben. Während die Medienriesen Google, Facebook, YouTube und Twitter wohl dank ihrer Werbeeinnahmen weiterhin frei anbieten [können], sind sich die kleineren Player im Pool nicht so sicher. Diese Woche erst gab Ning, das seinen Nutzern gestattet, ihre eigenen sozialen Netwerke aufzubauen, bekannt, dass es seinen kostenlosen Service auslaufen lassen wird, um alle Ressourcen seinen zahlenden Kunden zur Verfügung zu stellen.

In einer vielsagenden Notiz teilte Ning-Chef Jason Rosenthal mit, dass er 75% seines Daten-Traffics mit festen und aktiven Kunden des Premium-Services abdecken würde, also mit Nutzern, die für die Dienstleistungen zahlten. In einer Stellungnahme brachte es Technik-Blogger David Heinemeier Hansson auf den Punkt: „Der ‚verschenke-es-und-sie-werden-anbeißen-und-wir-werden reich‘-Automatismus führt heute genauso in die Pleite wie 2001.“

Was also bedeutet diese Akzentverschiebung für Israels Öffentlichkeitsarbeit? Sie besagt einerseits, dass voreingenommene Medienberichterstattung schwerer zu überwachen und zu kontern sein wird, andererseits aber auch, dass weniger Adressaten erreicht werden. Ein Aufwärtstrend für kostenpflichtige Internetangebote bedeutet [aber; bd], dass heute aktiv wirkende Anbieter mit Guerilla-Marketingmethoden es schwerer haben werden, ihre Inhalte (Nachrichten) über das Netz zu verbreiten.

Internetnutzer haben bisher jedoch große Flexibilität bewiesen, wenn es darum ging, den kostenlosen Charakter des Netzes zu bewahren. Gehen Sie einmal davon aus, dass sich neue Technologien herausbilden, denen es gelingt, die Lücken zu füllen, die durch die kostenpflichtigen Webseiten gerissen werden.

Abschließende Frage: Gehen Sie davon aus, dass Sie einem Blatt wie der NY Times eher über einen kostenpflichtigen Inhalt oder über eine kleine Gebühr für einen Artikel beikommen?

Alex Margolin hat dazu schon im Januar 2010 einen Artikel verfasst, der sich dem Thema widmet: Aufgebaute Projekte stützen und fortführen.

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P.S.: Vielen Dank an HEPLEV für die Mitarbeit!

Schwedischer Skandal* aufgedeckt

24. August 2009

HonestReporting Media BackSpin, 24. August 2009

Birgt schwedischer Lachs ein Geheimnis entsetzlicher Verbrechen an norwegischen Dorfbewohnern? Ein schockierender “Bericht“ von YNet News wirft hässliche Fragen auf und verlangt internationale Untersuchungen.

Update, 24.08.: Heplev hat den kompletten Text übersetzt.

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*Achtung: Der Verfasser dieser Zeilen ist ein erfundener Enthüllungsreporter; dieser Bericht ist wertlos – ebenso wie der schwedische letzte Woche.