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Hamastan: Hexenjagd aktuell

21. November 2010

HonestReporting Media BackSpin, 21. November 2010

Der Christian Science Monitor mit einem genauen Blick, was die Hamas-Hexenjagd auf Kollaborateure betrifft. Angesichts hunderter inhaftierter Menschen herrscht allseits Furcht und Misstrauen, und Menschenrechte werden über Bord geworfen.

Gazas Einwohner sind nicht nur bestürzt wegen der Zahl der Inhaftierungen, sondern auch darüber, wen es traf. Prominente Persönlichkeiten der Gesellschaft, darunter viele Ärzte, waren den Berichten zufolge unter jenen, die eingesperrt wurden. Während die Jagd auf Spione fortgesetzt wird berichten die Gazaner, dass das Bewusstsein um die Reichweite der Netzwerk-Krake das Vertrauen zwischen Nachbarn, Mitarbeitern und selbst zwischen Familienmitgliedern aushöhlt….

Viele der Kollaboration Bezichtigten werden gefoltert, und Issam Younis bestätigt, dass unter Zwang oder Folterung abgepresste Geständnisse an der Tagesordnung sind. Darüber hinaus werden Kollaborateure meistens von militärischen statt von zivilen Gerichten abgeurteilt, und Younis spricht davon, dass sie aller Rechte beraubt werden. Die von der Hamas-Regierung angesetzten Hinrichtungen werden de facto außerhalb des Rechts durchgeführt, da das Gesetz eine Autorisierung von Todesurteilen durch PA-Präsident Mahmoud Abbas vorschreibt. Aufgrund der Spaltung zwischen Hamas und Fatah gibt es diesbezüglich keine Übereinstimmung mehr.

Wegen der Geheimhaltung, die die Kampagne begleitet, ist auch unklar, ob die Regierung dazu greift, um politische Feinde zu bestrafen.

Die Hamas legt keinen Wert darauf, Berichte dieser Art zu lesen. Umso wichtiger also, dass Sie sie intensiv durchlesen.

Wenn der Iran Israel nuklear beseitigen will….

20. April 2009

HonestReporting Media BackSpin, 20. April 2009

Pesach Benson von HonestReporting in einem Brief an Roger Cohen.

Sehr geehrter Roger Cohen,

Eben las ich Ihre Kolumne Israel, Iran und die Angst. Statt auf die Notwendigkeit hinzuweisen, die Gefahr einzudämmen, die vom Iran für Israel ausgeht, spielen Sie die berechtigte Furcht Israels herunter, drehen den Spieß um und beschuldigen Israel. Sie schreiben:

Ganz abgesehen vom Iran und den langweiligen Nazivergleichen im Zusammenhang damit gibt es eine andere Bedrohung. Wie Gary Sick, der bekannte Nahost-Dozent und Autor mir gegenüber andeutete: „Das größte Risiko für Israel ist Israel selbst.“

Die israelische Politik ist von einem inneren Widerspruch bestimmt. Während es über eine Zweistaatenlösung gesprochen hat – zumindest bis zu Netanyahus Wiederaufleben – hat Israel den Siedlungsbau im Westjordanland fortgeführt, der eine Friedensvereinbarung unmöglich macht, indem er 23 Prozent des Landes atomisiert, das theoretisch für Palästina vorgesehen war.

Israel verhandelte mit Arafat und erhielt nichts anderes als Jahre der Intifada. Israel zog sich komplett aus dem Gazastreifen zurück und erhielt nichts anderes als Hamastan vor seiner Haustür, Hunderte Raketen und einen weiteren entführten Soldaten. Israel spricht mit Abbas, aber der Twist zwischen Fatah und Hamas deutet auf eine Dreistaatenlösung hin.

Wenn die Möglichkeit, dass israelische Juden bei einem iranischen Nuklearangriff umkommen, Sie kalt lässt, denken Sie bitte über die weiteren Konsequenzen nach, die dem Gebiet zwischen Jordan und Mittelmeer daraus erwachsen:

• Die palästinensischen Verluste würden dem Begriff Naqba, einem normalerweise von den Arabern grob missbrauchten Wort, eine neue Bedeutung geben.

• Das Heilige Land wäre unbewohnbar für alle überlebenden Juden und Palästinenser.

• Die Golfstaaten, auf deren Öl der Westen setzt, würden von Teheran eingeschüchtert werden.

Gehe ich richtig in der Annahme, dass Sie sich auf ein Leben mit einer Nullstaatenlösung in der relativen Sicherheit von New York City einrichten wollen?

Hochachtungsvoll,

Pesach Benson

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60 Minutes und die Dreistaatenlösung

26. Januar 2009

HonestReporting Media BackSpin, 26. Januar 2009

Ich weiß nicht, ob Yaakov Kirschen an 60 Minutes dachte, als er seinen Dry Bones-Cartoon entwarf. Er darf es ruhig zugeben.

60 Minuten-Notiz: Wenn die Zweistaatenlösung scheitert, dann daran, dass die palästinensische Führung hoffnungslos zerstritten ist – und nicht wegen der Siedlungen. Israels Rückzug aus Gaza hätte nicht einen palästinensischen Staat zur Folge – parallel auch nicht „Hamastan“ oder „Fatahstan.“

Sehen Sie sich diesen verlockenden Fall einer Dreistaatenlösung an, der nach der gewalttätigen Machtergreifung der Hamas im Gazastreifen formuliert wurde. Wenn israelische Entscheidungsträger an einer Zweistaatenlösung verzweifeln würden, könnten sie versuchen, ihre Verluste in Grenzen zu halten und einen Separatfrieden mit Ramallah anstreben.

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Übersetzung der Sprechblasen von links oben bis rechts unten:

„Ein anderes Wort für illegale Siedlungen in der Westbank?“

„Das hängt davon ab“….

….“ob Araber drin wohnen; von mir aus in Städten oder Dörfern“

„Korrekt“.

„Und wenn dort Juden wohnen“?

„Wird es als Friedenshindernis bezeichnet“

„Genau!“

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Verschiedenes zum Konflikt

22. Oktober 2008

HonestReporting Media BackSpin, 22. Oktober 2008

Selbst verursachte Naqba. Die historische Erzählung über Schikanierung der Araber ist nicht stichhaltig.

Palästinensischer „Return-Button“. Das „Recht auf Rückkehr“ ist nicht unverzichtbar.

Die Bombenbräute von Gaza. Zunehmend werden Frauen für Märtyreroperationen rekrutiert.

Hamastan=Afghanistan. Das sagt ein arabischer Experte.

Tunnelgraben nun auch in der Westbank. Vor Ort gibt es Hinweise darauf, dass Terroristen geplant haben, Kontrollpunkte zu umgehen. Im ausgeklügelten Tunnelsystem wurden Sprengsätze gefunden.

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6 Argumente gegen die Einstaatenlösung

29. Juli 2008

honestreporting.com Media BackSpin, 28. Juli 2008

Professor Saree Makdisi geht weiterhin mit der Einstaatenlösung hausieren:

Fragt sich nur, wie lange diese Negation noch weitergehen soll, und wie lange es dauern wird, bis ein Staat, der sich darauf gründet, von seinem Gegenteil abgelöst wird, einem positiv bestimmten, authentisch demokratischen, säkularen und multikulturellen Staat, der einzigen Art, die jüdische Israelis und muslimische und christliche Palästinenser gleichermaßen eine von Diskriminierung, Besatzung, Angst und Gewalt befreien Zukunft bieten kann.

Das Bild, das Makdisi malt, ist zu schön um wahr zu sein.

Letztes Jahr schlug ich Fünf Argumente gegen die Einstaatenlösung vor. Der sechste Grund fiel mir jetzt ein. (Einige Links sind aktualisiert.)

1. Es ist keine Schande, ein Konzept für jüdische Menschen in einem jüdischen Staat zu haben.

2. Die Einstaatenlösung verneint palästinensische nationale Bestrebungen ebenso wie jüdische nationale Bestrebungen.

3. Juden und Araber teilen weder Sprache, Geschichte, Religion, Kultur oder Werte, die erforderlich sind, um Anstrengungen für einen binationalen Staat zu genügen. Ein typisches Beispiel: Ohne einen Machthaber, der mit eiserner Faust regierte, löste sich Jugoslawien entlang seiner ethnischen Grenzen auf und der Begriff „Balkanisierung“ wurde Teil der Lexika weltweit.

4. Selbst können die Araber keine Geschichte erfolgreicher multiethnischer Staaten vorweisen. Der Libanon taumelt am Rand einesBürgerkrieges. Im Irak geht die sektiererische Gewalt weiter (Aufteilung des Staates nicht ausgeschlossen). Und christliche Araber fliehen in Scharen aus dem Nahen/Mittleren Osten. Was soll den Israelis Vertrauen einflößen?

5. Das südafrikanische Beispiel ist untauglich. Neben den vielen Unterschieden zwischen den zwei Regionen weist Benny Pogrund darauf hin, dass in Südafrika Schwarze und Weiße eine Führung hatten, die zusammenhielt und ihrer jeweiligen Wählerschaft die Teilung der Macht sowie wirtschaftliche Interdependenz vermitteln konnte. Im Fall der Israelis und Palästinenser ist das nicht so.

6. Wie kann Israel überhaupt mit den Westbank-Palästinensern über eine Einstaatenlösung verhandeln, als würde Hamastan – das die PA jetzt zur „Rebellen-Region“ ernennen könnte – gar nicht existieren?