Posted tagged ‘Goldstone-Bericht’

Wählen Sie den unehrenhaftesten Reporter des Jahres 2011

25. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 25. November 2011

Unsere alljährlich stattfindende Wahl zum unehrenhaftesten Reporter steht wieder an – für die meist verfälschte und voreingenommenste Berichterstattung über Israel und den Nahostkonflikt.

Bitte suchen Sie sich eine der drei Nominierten unten aus, vielleicht zusammen mit einer kurzen Erklärung, warum sie/er es verdient, unsere “Auszeichnung“ zu bekommen. (Sie können natürlich auch jemanden nominieren, der nicht auf der Liste steht).

Drei Vorgehensweisen stehen zur Auswahl:

1. Sie hinterlassen einen Kommentar (natürlich auf der englischsprachigen Ausgabe von HR)
2. Sie schreiben einen Kommentar auf der Facebook-Seite von HonestReporting

oder

3. Sie schicken uns eine E-Mail an action@honestreporting.com [bitte in Englisch]

Kandidaten (Reihenfolge beliebig):

LA Times: Für einen Leitartikel, der [den] Siedlungsbau dafür verantwortlich machen will, dass beim Itamar-Massaker ein drei Monate altes Baby, zwei kleine Kinder und ihre Eltern brutal ermordet wurden.

Reuters: Für die Umdefinierung von Terror nach einem tödlichen Bombenanschlag in Jerusalem.

The Guardian: Für seine überaus aktive Rolle in der PaliLeaks-Affäre, Deborah Orrs antisemitische Einlassung zum Gefangenenaustausch mit Gilad Shalit, einen Leitartikel, der den UN-Goldstone-Bericht verfälscht darstellt und jede Menge anderer Schmutzwäsche.

Wir werden die „Gewinner“ in ein paar Wochen bekannt geben.

Sehen Sie nach, wem die HonestReporting-Leser im Jahr 2010 ihre Stimme gaben.

Die Logik der zersplitterten Uhr von Palmers Neinsagern

5. September 2011

HonestReporting Media BackSpin, 5. September 2011

So wie eine defekte Uhr einmal am Tag richtig steht, kann man mit Sicherheit sagen, dass die Vereinten Nationen alle heiligen Zeiten einmal Israel Recht geben werden. Da ich den Leitartikel des Guardian zum Palmer-Report gelesen hatte, können Sie nachvollziehen, dass die Redaktion vergeblich versucht hatte, eine kaputte Uhr so aufzuziehen, dass sie der Wahrnehmung des Guardian entspricht:

Die Ergebnisse des Palmer-Ausschusses richteten sich gegen jede Aussage des UN-Generalsekretärs zu Gaza, den Goldstone-Bericht und einen Bericht des UN-Menschenrechtsrats im September. Wenn, wie Palmer herausgefunden hat, die Blockade nach internationalem Recht korrekt wäre, dann die Besatzung auch. Dies muss vor Gericht angefochten werden.

Jennifer Rubin erklärt, warum türkische und palästinensische Apologeten, die sich so wie der Guardian gebärden, durch den Palmer-Report ihre Argumentationskraft verlieren dürften:

Nicht nur ist dies eine implizite Absage an die Prämissen des Goldstone-Reports, der, was die Operation ’Gegossenes Blei’ die Israelis als Aggressoren und die Gazaner als Opfer portraitierte, sondern es ist auch ein starkes Argument gegen die Ausrufung eines eigenen Staat durch die Palästinenser. Die Regierung des neuen Staates wird mitgeführt von Terroristen, die im Flottilla-Report als wirklich Kriegsführende gegen Israel aufgeführt werden.

(Bild mit freundlicher Genehmigung von Flickr/magnoid)

Libyen-Berichterstattung: Doppelmoral der Medien

19. Juni 2011

HonestReporting Media BackSpin, 19. Juni 2011

Es ist immer wieder interessant zu untersuchen, wie im Zuge der Volksaufstände und Umbrüche in Nahost die Medien im Vergleich zur Berichterstattung über Israel zu Werke gehen. Besonders aufschlussreich angesichts einer Situation, in der westliche Nationen an einem Militäreinsatz beteiligt sind, ist die Berichterstattung im Vergleich zu ähnlichen Situationen, in denen sich Israel befunden hat.

Ein paar kleine Änderungen unsererseits an diesem Associated Press-Artikel, der eine NATO-Sprecherin zitiert, die über menschliche Schutzschilde in Libyen spricht, illustrieren es treffend:

„Wir verhindern jeden Tag zahllose Opfer an Menschenleben im ganzen Land“, sagte sie. „Wir führen [unsere] Operationen mit höchster Sorgfalt und Präzision durch, um zivile Opfer zu vermeiden. Zivile Opfer, wie vom libyschen Regime Hamas-Regime angeführt, sind reine Propaganda.“

libysche Regierungstruppen Hamas-Terroristen „haben Städte unter Beschuss genommen, Häfen vermint und Moscheen sowie Kinderspielplätze als Schutzschilde missbraucht.“

Die Stellungnahmen der NATO-Sprecherin Lungescu des IDF-Sprechers richten sich gegen Vorwürfe von Libyens Ministerpräsident Al-Baghdadi al-Mahmoudi Hamas-Ministerpräsident Ismail Hanija, der die NATO die IDF am Freitag beschuldigt hatte, eine „neue Phase der Aggression“ eingeleitet zu haben; und er sagte, das Militärbündnis hätte in den letzten Tagen absichtlich zivile Gebäude unter Beschuss genommen, darunter ein Hotel und eine Universität.

„Es ist offensichtlich, dass die NATO die IDF dazu übergegangen ist, bewusst zivile Gebäude ins Visier zu nehmen. […] Dies ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit „, sagte er Reportern in der Hauptstadt.

Kommt Ihnen das bekannt vor?

Ersetzen Sie die Verweise auf NATO und Libyen in der Geschichte durch die Namen IDF und Hamas, und die Geschichte erhält bemerkenswerte Ähnlichkeit mit der israelischen Operation Gegossenes Blei.

Aber hier erschöpfen sich auch schon die Ähnlichkeiten. Während der Operation Gegossenes Blei und dem nachfolgenden Fallout aus dem Goldstone-Bericht machte auch Israel deutlich, dass die Hamas sich hinter der Zivilbevölkerung verschanzt hatte, während weltweit die Medien vage Vorwürfe nachplapperten, die IDF hätte absichtlich auf Zivilisten geschossen und „Kriegsverbrechen“ verübt.

Warum gehen die Medien bereitwillig davon aus, dass ein Feind zynischerweise Waffen in einem Gotteshaus lagert oder Raketen aus dem Areal einer Schule abfeuert und dieser Feind das libysche Regime ist, nicht aber dann, wenn die Hamas von Israel wegen des gleichen Verbrechens beschuldigt wird?

Warum bezweifeln die Medien zu Recht die Behauptungen Oberst Gaddafis, Opferzahlen betreffend, haben aber kein Problem damit, Zahlen zu hinterfragen, die von Hamas-Terroristen veröffentlicht worden waren?

Die NATO bestätigte am Samstag, dass ihre Flugzeuge irrtümlich eine militärische Fahrzeugkolonne nahe des libyschen Ölhafen von Brega angegriffen haben; und am frühen Sonntagmorgen zeigte die Gaddafi Regierung den Reportern einen abgebrannten Wohnblock, von dem es hieß, er sei wegen eines fehlgeleiteten NATO-Luftangriffes auf die Hauptstadt getroffen worden….

Es war das erste Mal nach drei Monaten Luftangriffen, dass die Gaddafi-Regierung glaubwürdige Beweise dafür präsentiert hatte, was zivile Opfer der NATO-Angriffe direkt betrifft. Obwohl die Regierung oft große Zahlen ziviler Todesopfer angegeben hatte, konnte sie niemals zuvor Leichen oder harte Fakten dazu liefern.

Das zerstörte Gebäude lag im Gebier Souq al Juma – weit entfernt von jeglicher klar erkennbaren militärischen Einrichtung, und bekannt für seine Feindseligkeit gegenüber Oberst Muammar el-Gaddafi, und einige Anwohner, die nach wie vor gegen ihn sind, bestätigten die Regierungsberichte zum Luftangriff. Dennoch fanden Journalisten, die das Areal aufsuchten, keine Spuren einer Bombe. Die NATO wollte keine Stellungnahme abgeben und es war unmöglich, eine andere Erklärung auszuschließen.

So liest sich ein Bericht der New York Times. Im Nebel des Krieges bleibt [vorerst] unklar, wie die oben erwähnten Umstände hinter den Vorgängen genau aussahen. Offensichtlich gibt es aber einen Grad an Akzeptanz, dass auch die technisch ausgereiftesten Militärmaschinen Fehler machen und die Feinde dies in absichtlich irreführender Propaganda für sich verwenden.

Sky News schreibt zum Beispiel:

Es konnte nicht sofort sicher überprüft werden, ob die drei Leichen aus dem zerstörten Gebäude im Stadtteil Arada stammen.

Arada ist ein Viertel im Souq al-Juma Bezirk, der für seine Anti-Gaddafi-Haltung bekannt ist.

Vor Ort berichtete ein Mann Reportern, dass in unmittelbare Nähe Flak-Geschütze installiert gewesen seien, was den Verdacht bestärkt, dass der Luftschlag sich auf ein Ziel nahe dem Einschlagsort gerichtet haben könnte.

Zwei Wochen zuvor waren libysche Regierungsvertreter von einem Mitarbeiter am selben Krankenhaus in einer Notiz an Journalisten beschuldigt worden, die Verletzung eines Kindes bei einem Autounfall als Opfer eines NATO-Angriffes deklariert zu haben.

Dennoch klagt niemand (außer dem libyschen Regime) die NATO an, absichtlich auf Zivilisten gefeuert zu haben, und niemand ruft nach einer Goldstone-Untersuchung. In ähnlicher Weise unterliefen der NATO Fehler wie in Afghanistan mit dem Hinweis auf „Kollateralschäden“.

Warum also diese Doppelmoral?

Libyen ist nicht das einzige Beispiel. Werfen Sie einen Blick auf die Vorgehensweise der Medien bezüglich Israel, als Hamas-Führer Scheich Yassin getötet worden war und vergleichen Sie das mit der Tötung Osama bin Ladens durch die USA. (Mit freundlicher Genehmigung von The Israel Project).

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