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Kontrollieren die Juden tatsächlich die Nachrichtenmedien?

6. Oktober 2010

HonestReporting Media BackSpin, 6. Oktober 2010

Nun, da Rick Sanchez das Thema zur Diskussion gestellt hat, gibt Brian Palmer etwaigen Gerüchten den Rest:

Abgesehen von Sanchez’ angeblicher Korrektheit, was seine Behauptungen betrifft: Ist er im Recht? Werden die Medien von Juden kontrolliert?

Vielleicht, was die Filmindustrie* betrifft, sicher aber nicht die Nachrichten. Wenn Sanchez sich auf Leute im TV-Nachrichtengeschäft bezieht liegt er sicher falsch. Keiner der großen TV-Nachrichtensender, ob Fox News, CNN, MSNBC, ABC News, CBS News oder NBC News, wird von einem jüdischen Chef geleitet. (das betrifft auch Ken Jautz, der Sanchez. gefeuert hatte). Keiner dieser Direktoren hat auch jemals in einem öffentlichen Forum davon berichtet, dass er jüdischen Glaubens sei. Das Internet wird mit Gerüchten vollgemüllt über diverse Medienmogule, die angeblich jüdischen Glaubens seien, aber die wenigsten dieser Behauptungen sind nachweislich abgesichert.

Es gibt einige Juden an der Spitze einheimischer [amerikanischer; bd] Zeitungen, aber es bleibt schlicht eine Übertreibung, wenn man sagt, dass ihre Publikationen durch sie kontrolliert werden.

Hätte Sanchez stattdessen über arabisch kontrollierte Medien gesprochen, wären seine Bemerkungen wohl unter jedermanns Radar durchgeflogen**.

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*
da bin ich mir nicht so sicher (bd)

**
Über diesen Satz sollte man auch in den deutschen Medien besonders intensiv nachdenken (bd), oder etwa nicht?

“Unmöglich nachweisbar, aber wir bringen es trotzdem“

28. Dezember 2009

HonestReporting Media BackSpin, 28. Dezember 2009

Man kann schreckliche Anschuldigungen zwar in keiner Weise belegen, veröffentlicht sie aber entgegen aller journalistischen Sorgfaltspraxis. Hier die Kernaussage eines Schnipsels von Daily Telegraph-ReporterAdrian Blomfield. Er schreibt aus Gaza:

Wenn sie aber ein Jahr später wieder den Tod ihres Sohnes vor Augen hat, erinnert sich Frau Awaja an ein noch entsetzlicheres Detail. Sie sagt, dass, als sie hinter einer Wand Schutz suchte, ihr Mann davon humpelte, um Hilfe zu suchen und israelische Soldaten Ibrahims Leiche, die auf der Straße lag, für Zielübungen missbrauchten.

„Bei jedem Geschosseinschlag bäumte sich sein toter Körper auf“, sagte sie. „Es sah so aus, als ob er den Schmerz noch empfinden konnte, obwohl er nicht mehr am Leben war.“

Es sind Anschuldigungen wie diese – fast unmöglich zu überprüfende -, die Israels internationalem Ansehen so viel Schaden zugefügt haben.

Hinweis für Blomfield: Es sind nicht die Anschuldigungen selbst, die Israels Ansehen so viel Schaden zufügen. Es sind Reporter wie Sie, die Israels Ruf beschädigen, wenn sie unbestätigten Anschuldigungen öffentliche Aufmerksamkeit ungerechtfertigte Glaubwürdigkeit und geben.

Welchem journalistischen Ethos entspricht es, wenn man das seinem Bericht beifügt?

Gewöhnliches Gazaner wie Kamal Awaja haben nicht den Mut, Reportern wie Blomfield über die Häuser zu berichten, die als Deckung herhalten mussten und als Abschussrampen für Raketen, nicht über Moscheen, die als Waffenlager benutzt wurden, oder Krankenhäuser, die von Hamas-Führern beschlagnahmt worden waren. Ein weiteres deutliches Beispiel dafür, was ich als Journalismus mit Druck auf die Tränendrüse bezeichne.

Faktenchecker ziehen die Gelbe Karte

7. Dezember 2009

HonestReporting Media BackSpin, 7. Dezember 2009

Hier ein weiterer Beweis dafür, warum man nicht alles glauben soll, was man liest: Kürzlich erschienene Berichte, dass Zinedine Zidane als Goodwill-Botschafter der UNICEF Gaza besuchen werde, stellten sich als Ente heraus.

Wie die Jerusalem Post schreibt, ist dies nicht nur ein Problem für den französischen Fußballstar und die UNICEF, sondern genauso für Israel und den Journalismus schlechthin:

Für alle ist es extrem beunruhigend: für die UNICEF, UNDP, Zidane, für Israel und die Kinder in Gaza, die sich auf den Besuch einer Fußball Legende freuten.

Und beunruhigend ist auch, dass so viele Journalisten darauf hereinfielen.

Die weltweit verbreiteten und ihm zugeschriebenen Zitate kritisierten speziell Israel, ohne der Hamas oder anderen Palästinensergruppen eine Verantwortung für den Konflikt zu geben.

Sie implizierten, dass Zidane, dessen Eltern algerische Moslems sind, sich bereit erklären würde, seine Popularität dafür einzusetzen, Israel niederzumachen.

Es sieht so aus, dass jemand oder irgendeine Organisation absichtlich die Story erfunden hatte, um Israel in den Dreck zu ziehen und um so Unterstützung für die palästinensische Sache zu bekommen.

Und was hatte Zidane angeblich gesagt?

„Ich werde alles dafür tun, dass die Bewohner Gazas wieder ein großes Lächeln im Gesicht haben. Wegen der israelischen Gewalt haben sie große Verluste, Zerstörungen und Verletzungen erlitten.

Dazu passend: A Failure to Fact Check

Die Ammenmärchen der Mainstream-Medien

30. März 2009

HonestReporting Media BackSpin, 31. März 2009

Sprechblasen von links oben nach rechts unten:

1)Hatten Sie mitbekommen, dass die NY Times, die Washington Post, BBC, der Guardian, die Financial Times und Haaretz

2) alle Berichte von israelischen Soldaten über Gräueltaten im Gazastreifen veröffentlicht hatten!? Ja, schrecklich.

3) Hatten Sie mitbekommen, dass sie jetzt sagen, es könnte sich lediglich um „Ammenmärchen“ und Gerüchte handeln? Nein.

4) Das ist viel schrecklicher!

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