Posted tagged ‘Gegossenes Blei’

Lasst die Hamas israelische Gerichtskosten übernehmen

9. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 9. November 2011

Ein kurzatmiger AP-“Exklusivbericht“ stellt die Behauptung auf, dass Familien der von der IDF getöteten Palästinenser vorschnell und ungerechtfertigt mit hohen israelischen Gerichtskosten belastet worden seien.

Wie [angeblich, (bd)] bürokratische Willkür gegen palästinensische Ansprüche auf Ausgleich wegen widerrechtlicher Tötung arbeitet:

Das Opfer muss für Gerechtigkeit zahlen“, sagte der in Gaza lebende Mohammed Abdel-Dayim, dessen Sohn und drei sener Neffen während eines militärischen Angriffes getötet worden waren. „Israel sollte sich schämen.“

Israel besteht darauf, dass die Gerichtskosten leichtfertig eingereichte Klagen verhindern würden. Es sagt, die Gebühren würden bei vielen Ausländern – nicht nur Palästinensern – erhoben werden -, weil sie keine Vermögenswerte [im Land] besäßen, auf  die der Staat bei anfallenden Anwalts- und Gerichtskosten zurückgreifen könne.

Aber die Palästinenser halten dagegen, dass die Gebühren Teil eines Strategie seien, um israelische Soldaten zu schützen. Wenn die Gebühren nicht gesenkt werden würden, so die Anwälte der Palästinenser, müssten sie die meisten Verfahren fallen lassen.

Kollateralschäden sind zu bedauern, aber wenn diese Familien Bargeld benötigen, um gesetzliche Ansprüche an israelischen Gerichten durchzusetzen, sollten sie sich einfach an die Hamas wenden.

1. Viele der 1.000 Forderungen, über die AP berichtet, stammen aus der Operation Gegossenes Blei. Die Hamas und andere Terrororganisationen verschanzten ihre bewaffneten Kämpfer, Raketentrupps, Waffenwerkstätten und -lager inmitten von zivilen Arealen, was Verluste unter der Zivilbevölkerung unvermeidlich machte. Lesen Sie dazu diesen aufschlussreichen Nachkriegsbericht des Spiegel.

2. Überdies behauptet die Hamas, dass jeder von der israelischen Armee getötete Palästinenser ein Märtyrer sei und sie [deshalb] Bargeld an deren Familien verteile.

Wenn also die Gazaner rechtliche Schritte gegen Gerichte jenes Landes [Israel, (bd)] in Betracht ziehen, das ihre Hamas-Führer vernichten wollen, dann habe ich damit kein Problem. Das israelische Rechtssystem ist transparent genug.

Die Hamas kann die Gerichtsgebühren übernehmen. (Abbildung via Flickr/srqpix)

Oberst Richard Kemp: Ein wahrer Freund

13. Juni 2011

HonestReporting Media BackSpin, 13. Juni 2011

Gestern Abend hatte Simon Plosker (HonestReporting) das Privileg, den pensionierten britischen Oberst Richard Kemp bei einem Vortrag in Tel Aviv zu hören. Zur Erinnerung: Kemp war eine der ganz wenigen Stimmen, die die Aktionen der israelischen Armee während der Operation Gegossenes Blei verteidigten. Er sagte vor der UN aus, dass, im Gegensatz zum Goldstone-Bericht, in der Geschichte der Kriegsführung keine Armee so viel getan hätte, um zivile Opfer zu vermeiden wie die IDF. (siehe Video unten. Im Bild rechts neben Kemp der Direktor von UN Watch, Hillel Neuer).

Simon Plosker hatte die Gelegenheit, Oberst Kemp darüber zu befragen, welche persönlichen Folgen es für ihn hatte, sich so für Israel einzusetzen. Dieser sagte, dass es in Großbritannien keinen neutralen Standpunkt mehr gibt, was Israel betrifft. Entweder man ist Antizionist oder wird als Spinner mit demonstrativer Verachtung angesehen.

Doch trotz der Gehässigkeiten, denen er ausgesetzt war, erklärte er, dass er Israel unterstützt, weil es der Anstand gebot und richtig war, und dass er stolz darauf sei, von denjenigen kritisiert zu werden, die Israel schaden wollen.

Er erwähnte andere Vorfälle, in denen westlichen Armeen Fehler begangen hatten, die zu großen Verlusten in der Zivilbevölkerung führten, oder Beispiele von Seeblockaden von anderen Marinestreitkräften, die in ähnlicher Weise durchgesetzt wurden wie die israelische Blockade des Gazastreifens. Doch in keinem dieser Fälle haben die Medien so reagiert, wie wenn Israel beteiligt war.

Kemp sprach auch einen internationalen Komplott zum Zwecke der Delegitimierung Israel an, da seine Feinde nicht in der Lage sind, Israel auf dem Schlachtfeld zu besiegen.

„Hochachtung, Oberst Kemp. Als angesehenes ehemaliges Mitglied der britischen Streitkräfte mit über dreißig Jahren Erfahrung, darunter als Kommandeur britischer Streitkräfte in Afghanistan, hätten Sie es nicht nötig, so viel für Israel zu wagen. Aber Sie haben es getan und zeigen damit, dass Sie ein wahrer Freund sind.“

Anmerkung für die BBC: Goldstone stellt Opferzahlen in Frage

3. April 2011

HonestReporting Media BackSpin, 3. April 2011

Überlassen wir es der BBC, sich an den Opferzahlen in Gaza zu orientieren, die Richter Goldstone am Freitag in Frage gestellt hatte:

Israels unzureichende Zusammenarbeit mit unserer Untersuchung bedeutete, dass wir nicht in der Lage waren zu bestätigen, wie viele der in Gaza getöteten Mensch Zivilisten waren und wie viele Kombattanten. Die Zahlenangaben des israelischen Militärs fallen ähnlich aus wie die kürzlich von der Hamas gelieferten (auch wenn die Hamas Grund gehabt haben könnte, die Zahl ihrer Kämpfer aufzublasen).

Ich gehe von Goldstones Verweis auf das Eingeständnis der Hamas aus, 600-700 Menschen – die meisten davon bewaffnete Kämpfer – seien während der Operation „Gegossenes Blei“ umgekommen.

Jemand sollte die BBC informieren. Ziehen Sie sich mal diese Bildunterschrift rein:


Israels 22-tägige Gaza-Offensive endete im Januer 2009 mit1.400 palästinensischen und 14 iraelischen Getöteten

MSM verwenden noch immer Verlustzahlen, die von der Hamas als falsch eingestanden wurden

20. Dezember 2010

HonestReporting Media BackSpin, 20. Dezember 2010

AFP zum kürzlich erfolgten Luftangriff der IDF auf einen Raketentrupp in Gaza. Der Hintergrundschnipsel fällt wieder einmal erbärmlich aus:

Der Schlag unter dem Codenamen Gegossenes Blei war einer der tödlichsten seit Israels 22-Tage-Krieg gegen die Hamas-Machthaber, der im Dezember 2008 begann und 1.400 Tote unter den Palästinensern forderte, die meisten davon Zivilisten; dazu 13 Israelis, davon 10 Soldaten.

Merkwürdig. Die Hamas bestätigte bereits selbst, dass die Zahl der Zivilisten gewaltig aufgeblasen worden war.

WikiLeaks-Zusammenstellung, Israel betreffend

30. November 2010

HonestReporting Media BackSpin, 30. November 2010

Hier die erste Zusammenstellung einiger Enthüllungen, Gedanken und Fallouts zu WikiLeaks und Israel.

• Vor der Operation Gegossenes Blei ersuchte Israel die PA und Ägypten, nach dem Konflikt die Kontrolle über den Gazastreifen zu übernehmen. Beide lehnten jedoch dieses Ansinnen ab, und die PA bestreitet bereits, über die Aktion informiert gewesen zu sein.

Unabhängig davon stellten die USA fest, dass der türkische Ministerpräsident Erdogan in der Tat Israel hasst:

„Unsere Unterredungen mit und außerhalb der türkischen Regierung….bestätigten Levys Annahme, dass Erdogan Israel schlicht nur hasst“, so der Inhalt des Telegramms.

• Die Lecks „zerstörten“ Walt/Mearsheimers Netroom-Behauptungen, Israel heize einen Krieg gegen den Iran an. Währenddessen fiskt Robert Fisk* sich wieder einmal selbst.

Nicht gerade überraschend spielen arabische Medien die Enthüllungen bezüglich ihrer eigenen Führer herunter, was deren Unterstützung für einen Angriff auf den Iran betrifft:

Etliche derselben arabischen Regierungen, die nach den veröffentlichten Kriegstagebüchern von WikiLeaks eine Untersuchung zu US-Kriegsverbrechen im Irak gefordert hatten, stemmen sich weiterhin gegen Funde durchgesickerter Dokumente, die eindeutig belegen, dass arabische Führer die USA drängten, militärische Maßnahmen gegen den Iran zu ergreifen….

Die meisten Erwähnungen der WikiLeaks-Dokumente in den amtlichen arabischen Nachrichtenmedien wurden jedoch von jeglichem Hinweis auf die Staaten der arabischen Halbinsel getilgt; stattdessen fokussierte man sich auf die Bemühungen der USA, den Schaden der diplomatischen Bemühungen einzugrenzen.

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*to fisk steht heute in der Blogosphäre gleichbedeutend mit „tricksen“ – benannt nach Robert Fisk, der für die israelkritische britische Tageszeitung The Independent seit Jahren gegen Israel mit verzerrenden und verfälschenden Artikeln hetzt.

Hamas-Eingeständnis zu Verlusten im Gazakrieg

2. November 2010

HonestReporting Media BackSpin, 2. November 2010

Die Hamas räumte ein, dass 200-300 ihrer Kämpfer während der Operation Gegossenes Blei getötet wurden. Dazu Haaretz:

Hamas-Innenminister Fathi Hamad, der einem Interview in der arabischsprachigen Londoner Zeitung Al-Hayat zufolge richtig zitiert wurde, sagte, dass die so genannten „Polizeikräfte“, die während des ersten Tages der Militäraktion getötet worden waren, in Wirklichkeit Hamas-Kämpfer waren und weitere 150 „Sicherheitskräfte“ ums Leben kamen.

Das ist bemerkenswert, weil während und nach dem Krieg die Hamas die Zahl der Getöteten inflationär hochgetrieben und den Unterschied zwischen zivilen und „militärischen“ Todesopfern verwischt hatte. Und Anfang dieses Jahres erklärte der Sprecher des Hamas-Innenministeriums, Ehab al-Ghossain, dem Time-Magazin gegenüber, dass es keine Unterscheidung zwischen „Zivilpolizei“ und dem „Widerstand“ gebe.

Viele Blogger – Elder of Ziyon detaillierter als sonst irgendjemand – verwarfen den Goldstone-Report der UNO über tote Hamas-Kämpfer als ebenso unangemessen dargestellt wie die Angaben über getötete Zivilisten.

Was die Presse betrifft, wird zunehmend deutlich, dass das einzig Unverhältnismäßige in diesem Krieg die Schlagzeilen waren.

***
UPDATE:
Ich sehe eben, dass die Jerusalem Post eine deutlichere Aufschlüsselung der Hamas-Verluste anführt, wie von Hamad selbst angegeben:

Indem er die Zahlen der im Krieg Getöteten ansprach, bestätigte Hamad erstmals enorme Verluste des militärischen Flügels der Hamas. Er sagte: „Am ersten Tag des Krieges nahm Israel Polizeireviere ins Visier und 250 Märtyrer der Hamas und angeschlossener Gruppen kamen um.“ Er fügte hinzu, dass „[außerdem] etwa 200 bis 300 Leute der Kassam-Brigaden und 150 Sicherheitskräfte getötet“ wurden.

Fazit: 250 Hamasniks starben am ersten Tag, gefolgt von 200-300 der Kassam-Brigaden, dazu 150 Sicherheitskräfte, also insgesamt 600-700. Das stimmt in ganzer Linie mit den Angaben der IDF überein.

Leseempfehlungen, 11. April 2010

11. April 2010

HonestReporting Media BackSpin, 11. April 2010

Nachwehen von “Gegossenes Blei”: Antisemitismus weltweit im Zunehmen
Ein Bericht erwähnt „grassierende Ignoranz politischer und historischer Fakten unter heutigen Jugendlichen, die oft Israel, Zionismus und Juden als Synonym für das Böse schlechthin sehen.“

Ich denke, die europäischen Medien sollten endlich damit beginnen, mehr Verantwortung zu übernehmen.

Propaganda-Fallstudie: Ein Tag bei der BBC
Unterdessen steht bei Beeb immer noch die Berichterstattung über die Benennung einer Straße nach einem Hamas-Bomber in Ramallah aus….

Bröckelnde Verbindungen: Iran und die Nahost-Friedensgespräche
Warum Risse im amerikanisch-israelischen Verhältnis das Beharren des Iran auf seinem Kernwaffenprogramm zementieren.

Richard Dawkins: Ich werde Papst Benedict XVI.  in den Knast bringen
Gerichtsfeldzug in Großbritannien gegen jemanden, der weder jüdisch ist noch Israeli oder mit sich mit Tzipi Livni auf Reisen befindet.

Israel aufgerufen, den “arabischen Schindler” zu ehren
Ist Khaled Abdul-Wahab, ein Tunesier, der Juden vor Naziverfolgung rettete, der erste Araber, der von Yad Vashem geehrt wird?

Vier sehr empfehlenswerte Artikel zum Goldstone Report

5. Februar 2010

HonestReporting Media BackSpin, 4. Februar 2010

Heute erschien eine Anzahl wichtiger Artikel zu den Themen Gaza/Goldstone. Es ist einfacher, in einem einzigen Beitrag darauf hinzuweisen.

1. Asa Kasher mit einer ausgezeichneten, detaillierten Untersuchung zu den moralischen Aspekten des Gaza-Krieges. Er hat ein Händchen für Fragen zur Ethik in der Kriegsführung und deren plausible Organisation, ohne dass er wichtige Details auslässt.

Kasher fiel mir zuerst mit seinem Azure-Beitrag zu Internationalem Recht und der Operation Gegossenes Blei auf.

2. Jonathan Dahohah Halevi analysiert die Hamas-Antwort auf den Goldstone Report. Kurz zusammengefasst: die Hamas-Position, dass das ganze Heilige Land – vom Jordan bis zum Mittelmeer – als Rechtfertigung dafür herhalten soll, über Jahre hinweg Tausende Raketen auf israelische Ortschaften abzuschießen.

3. Robin Shepherd entlarvt die so genannte „Enthüllung“ des Independent und den dazugehörigen Leitartikel.

Donald Macintyre berichtete, dass „das die IDF die Kriegsführungsregeln in Gaza [umschrieb]“, basierend auf einer anonymen Quelle [eines Offiziellen] in einer Yedioth-Geschichte, die verständlicherweise niemals veröffentlicht wurde. Indy meint dann, dass Israel von der Kahan-Kommission, die Nachforschungen zum Blutbad in Sabra und Shatila angestellt hatte, lernen sollte. Shepherd schreibt dazu:

Es gab jedoch jede Menge antiisraelischer Dämonisierung, um Israels Militär direkt und voll zu beschuldigen und den Eindruck zu erwecken, dass es entweder selbst für das Morden verantwortlich war oder es koordiniert hatte.

Dies ist exakt das Spielchen, das der Independent bevorzugt. Seine Redaktion ist sich im Klaren darüber, dass nur die wenigsten seiner Leser wissen, wie die Details über das, was in Sabra und Shatila stattfand, aussehen. Der Rest der Leserschaft wird mit dem Gefühl der Gewissheit allein gelassen, Israel hätte im Jahr 1982 ein schreckliches Blutbad angerichtet, so wie es ein schreckliches Gemetzel angerichtet habe während der Operation ’Gegossenes Blei’ im letzten Jahr.

4. Die Jewish Chronicle nahm sich selbst auf die Schippe: Tzipi Livni plant in einigen Wochen eine Reise nach Großbritannien, um „die Erörterung eines Haftbefehls wegen angeblicher Kriegsverbrechen auszutesten.“ Dies lässt einen weiteren Medienrummel erwarten.

Haiti, IDF und die Mainstream-Medien

19. Januar 2010

HonestReporting Media BackSpin, 19. Januar 2010

Vom Blog Babylon & Beyond (LA Times):

Auch die internationale Presse nutzt die IDF-Technik, da viele andere Kommunikationsmittel ausgefallen sind.

Nur wenn die Mainstream-Medien (MSM)  in Kriegszeiten buchstäblich gegen die IDF arbeiten, greift die Armee konsequent durch.

Was auch der Grund dafür ist, warum Reporter ohne Grenzen (RSF) Israel auf Platz 150 wegen „außerterritorialer“ Aktionen einordnete – die meisten davon wegen verhängter Pressebeschränkungen in Gaza während der Operation Gegossenes Blei (Im Inland wird Israel von RSF auf Rang 93 geführt. Zum vollständigen RSF-Index geht’s hier).

Ich unterstützte Israels Pressebeschränkungen während des Krieges und ich erklärte das hier vor wenigen Wochen. Kurz gesagt:

In einer abschließenden Analyse von 2009 muss man feststellen, dass viele Pressevertreter nicht einfach „neutrale Beobachter“ waren. Sowohl in den Fällen, in denen die MSM missbraucht wurden, als auch in den Fällen, wo die MSM selbst versuchten, Ereignisse zu beeinflussen  – die großen Medien wurden „Mitwirkende“. Wenn dies die Dynamik der asymmetrischen Kriegsführung darstellt, müssen wir uns fragen, ob die Medienberichterstattung nun zur „Kriegsführung mit anderen Mitteln“ geworden ist.

Nun hilft die IDF Journalisten auf der schrecklich verwüsteten Karibikinsel, doch Hugo Chavez behauptet, der Westen helfe nur, um einen Vorwand für die Besetzung Haitis zu haben. Würde er die Mainstream-Medien der Komplizenschaft bezichtigen?

Israel und die Lehren aus Hiroshima

10. August 2009

HonestReporting Media BackSpin, 10. August 2009

Ich habe eben ein sehr gutes Stück über die Berichterstattung „nach dem Tag von Hiroshima“ in Editor & Publisher zu Ende gelesen.

Die Mainstream-Medien vertrauten vollkommen dem Kriegsministerium, was heute undenkbar wäre:

Fast alle Leitartikel befürworteten den Einsatz der Bombe gegen Japan. Aus vielen klang der Rachegedanke, den sie aus Trumans Rede heraushörten. Viele betonten, dass der Bombenabwurf ein logischer Höhepunkt des Krieges sei. „Wir bedauern jedoch sehr die Notwendigkeit“, beobachtete die Washington Post, „dass ein Kampf bis zum Tod für alle Kombattanten bedeutet, dem Gegner ein Maximum an Verlusten in kürzester Zeit zuzufügen.“ Und die Washington Post fügte hinzu, sie sei „uneingeschränkt froh darüber, „dass die Wissenschaft uns diese neue Waffe vor Kriegsende zur Verfügung gestellt hat.“

Mit Bezug auf führende amerikanische Politiker kommentierte die Chicago Tribune: „als wir gnadenlos wurden gaben sie Frieden.“ Eine Karikatur in derselben Zeitung zeigte eine Friedenstaube über Japan mit einer Atombombe in ihrem Schnabel.

Es sollte Wochen dauern, bis mit George Weller der erste westliche Reporter in Nagasaki eintraf, der seine eigenen unabhängigen Berichte schrieb – die ersten, die sich mit Verwundeten beschäftigten, die stark radioaktiver Strahlung ausgesetzt waren. Vergleichen Sie das mit diesem Gazakrieg. Trotz Beschränkung der Medien durch Israel erfuhren wir viel über die Entwicklungen im Gazastreifen – vieles in Echtzeit.

Die zunehmende Sorge um Menschenrechte ist auch kaum zu übersehen. Während der Operation Gegossenes Blei rief die IDF mehr als 200.000 mal im Gazastreifen an, um vor Luftangriffen zu warnen. Um das ins Verhältnis zu Hiroshima zu setzen: dort gab es 135.000 Tote und Verletzte. Keiner, der die Medien daran hinderte, Israel aufs Korn zu nehmen.

Human Rights Watch: Warum erst jetzt?

6. August 2009

HonestReporting Media BackSpin, 6. August 2009

Bericht und Video von Human Rights Watch (HRW) kritisieren die Hamas scharf wegen ihrer Raketenangriffe auf Israel und wagen sogar, dies ungesetzlich zu nennen.

Die HRW-Kritiken kommen nicht rechtzeitig. Seit Ende der Operation Gegossenes Blei vor 6 Monaten haben Sderot und der westliche Negev weitestgehend Ruhe. Es wäre angebrachter gewesen, diese Kritiken vor Kriegsausbruch im Dezember zu veröffentlichen. HRW hatte sicher keine Monate gebraucht, um zu einer abschließenden Bewertung zu kommen.

Also warum jetzt? Nur so eine Vermutung – aber Israel könnte ausländische Finanzierungen von NGOs missbilligen.

Dazu passend: 6 Questions on HRW’s Gaza Rockets Report

IDF gibt Zahlen der Todesopfer in Gaza heraus

16. Februar 2009

HonestReporting Media BackSpin, 16. Februar 2009

Sie besagen, dass die Welt von der Hamas getäuscht wurde.

Die Jerusalem Post konnte einen ersten Blick in den 200 Seiten umfassenden Bericht der IDF werfen, der die Identität und den Status der Palästinenser auflistet, die während der Militäroperation „Gegossenes Blei“ getötet worden waren. Die Post sprach mit Oberst Moshe Levi, dem Leiter der Gaza Coordination and Liaison Administration (CLA), verantwortlich für die Ermittlung der Zahlen:

Während das palästinensische Zentrum für Menschenrechte, deren Verlustzahlen weithin zitiert wurden, es so darstellt, dass 895 Zivilisten im Gazastreifen während der Kämpfe getötet wurden, also eine Zahl, die mehr als zwei Drittel aller Getöteten umfasst, zeigen die von der IDF stammenden und in der Jerusalem Post am Sonntag veröffentlichten Zahlen, dass die Todesrate unter den Zivilisten nicht höher lag als ein Drittel aller Getöteten….

Indem er seine Untersuchungen auf die offizielle palästinensische Zahl von 1.338 Getöteten stützte, erklärte Levi, dass die CLA bis jetzt mehr als 1.200 umgekommene Palästinenser identifiziert habe. Der 200 Seiten starke Bericht enthält ihre Namen, ihre von der PA vergebenen Identitätsausweise und schildert die Umstände, die zu ihrem Tod geführt haben und benennt, wo angebracht, die Terrorgruppe, der sie angehörten.

Die CLA führte aus, dass abschließend 580 dieser 1.200 Getöteten der Mitgliedschaft bei Hamas und anderen Terrorgruppen beschuldigt worden waren.

Weitere 300 der 1.200 – Frauen, Kinder im Alter von 15 und darunter und Männer über 65 – waren als Zivilisten eingestuft worden, so die CLA.

Unter den Frauen befanden sich jedoch auch Terroristinnen, darunter mindestens zwei, die versuchten, sich unter den Givati- und Fallschirmjägerbrigaden in die Luft zu jagen. Auch die Frauen und Kinder Nizar Rayyans, eines Hamas-Kommandanten, wurden als Zivilisten eingestuft. Rayyan hatte seiner Familie verboten, das Haus zu verlassen, selbst nachdem er von Israel gewarnt worden war, dass man sein Haus bombardieren würde.

Die noch verbleibenden zu untersuchenden 320 Getöteten sind alle männlichen Geschlechts; die IDF ist noch dabei, die Identifikationsarbeiten abzuschließen, geht aber von zwei Drittel Terroristen aus.

Die CLA übermittelte der Post die Namen einiger Getöteter, die von den Palästinensern als „Ärzte“ deklariert worden waren, sich aber als Hamas-Kämpfer entpuppten….

In einer eigenen Kolumne zitiert Post-Chefredakteur David Horovitz Oberst Levis’ Erklärung, warum die Armee so lange brauchte, ihre Zahlen herauszugeben:

CLA-Leiter Oberst Moshe Levi bestätigte am Sonntag, dass alle diese Informationen – was die spezifischen Vorfälle bei der UNO-Schule und die Gesamtbestimmung der Getöteten betrifft – heute vermutlich weithin ignoriert werden würden, da sie spät nach Beendigung der Kämpfen zur Verfügung gestellt wurden. Aber Levi erklärte, dass die IDF nicht darauf eingestellt war, Informationen herauszugeben, bevor sie nicht von deren Exaktheit überzeugt war, ungeachtet wie schmerzlich das für Israels Image wäre, und ungeachtet des fortwährenden politischen Druckes, der durch die Verspätung erzeugt wurde und dem Wetteifern um halbwahre Tatsachen und Zahlen.

Bei seiner Lektüre der Jerusalem Post stieß mich Elder of Ziyon auf den nächsten Punkt, nämlich, dass die Berichterstattung über den Vorfall bei der UNO-Schule noch irreführender war als wir wahrnahmen:

Die gesamte ursprünglich berichtete Episode war eine Lüge: Israel beschoss die Schule nicht; keine 40 und mehr Zivilisten starben (wie ich damals anmerkte, es habe durch Panzerbeschuss viele Tote gegeben), und die meisten davon waren in Wirklichkeit Terroristen.

Die Berichterstattung in Corriere Della Sera, Globe & Mail, Der Spiegel, BBC, The Age und Jerusalem Post zeigt, dass die Wahrheit über Gaza letztendlich ans Licht kommt.

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Stimme gegen linken Antisemitismus erheben

4. Februar 2009

HonestReporting Media BackSpin, 4. Februar 2009

Dankenswerterweise brandmarkt Jonathan Freedland den Antisemitismus, der sich während der Proteste die Operation „Gegossenes Blei“ in Europa manifestierte. Der Guardian-Kolumnist weist darauf hin, dass bei 9/11 und 7/7 die gleichen Leute die Welt beschwörten, doch bitte bei den Muslimen nicht in dieser Weise zu verallgemeinern:

Darüber hinaus hat diese Masche der Unterscheidung zwischen guten und schlechten Juden eine lange Tradition. Anthony Julius, Autor einer maßgeblichen Studie zum englischen Antisemitismus, sagt, dass mit Ausnahme der Nazis Judenhasser immer Unterscheidungen vorgenommen haben. Christliche Antisemiten akzeptierten Juden, die bereit waren, zu konvertieren und lehnten jene ab, die ihren Glauben behielten. Vor einem Jahrhundert zog Winston Churchill eine klare Linie zwischen in Großbritannien geborenen und aufgewachsenen Juden und jenen, die den Bolschewismus verbreiteten. Nun wird die Trennungslinie bei der Affinität zu Israel gezogen.

Aber die logische Folge davon ist, dass Juden, die es ablehnen, sich von Israel zu distanzieren, Zielscheibe von Schmähungen und Angriffen werden, bis sie öffentlich widerrufen. Liberale [Briten; (bd)] lehnen es völlig zu Recht ab, permanent Druck auf Moslems in der Form auszuüben, dass diese sich rechtfertigen sollten und den Jihadismus oder Islamismus anprangern. Doch stellen sie implizit die gleiche Forderung auf, wenn sie den Juden nahelegen, dass sie OKAY wären, wenn sie nur keine Zionisten sind. Dies hat zur Folge, dass die Stellung der Juden in der britischen Gesellschaft davon abhängig gemacht wird, welche Distanz sie zu ihren Glaubensbrüdern haben – in diesem Fall den Israelis.

Den vollständigen Artikel [In Englisch] bitte weiterlesen.

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Der Nachkriegs-Rechtsstreit

3. Februar 2009

HonestReporting Media BackSpin, 3. Februar 2009

Eine Titelstory des Jerusalem Report mit exzellentem Blick auf die Fragen zum Internationalen Recht und der Operation „Gegossenes Blei“. Dieser Auszug gibt Aufschluss über die Vorgehensweise der IDF:

„Nach einer schnellen Zangenbewegung fanden sich Hamas-Kämpfer plötzlich von allen Seiten umzingelt“, so Almog, heute Direktor von Aleh Negev, einer Rehabilitationseinrichtung für geistig Behinderte in Süden Israels, gegenüber The Report. „Die IDF-Soldaten bewegten sich dann vorwärts hinter einer unbemannten Aufklärungsdrohne, die die Hamas-Kräfte ausspähte, gezielte Feuerleitinformationen aus der Luft funkte und schweres Geschützfeuer auf die Hamas lenkte. So konnte die IDF schon vor dem Häuserkampf Dutzende Hamas-Kämpfer ausschalten. Viele der Toten waren Kompanie- oder Bataillonsführer. Sie gingen ihren Leuten nicht voran sondern wurden einzeln ausgesucht und getroffen. Durch diese taktisch gezielten Tötungen wurde die Befehlskette empfindlich gestört. Wenn die Armee nicht in dieser Weise vorgegangen wäre hätten wir Dutzend Verluste erlitten.“

Es gab auch andere taktische Überraschungsmomente, so war zum Beispiel die IDF in der Lage, über Gaza ein ausgeklügeltes elektronisches Störsystem zu legen. Israelis in der näheren Umgebung konnten z.B. ihre Fahrzeuge nicht mit der Fernsteuerung öffnen; Hamas-Kämpfer waren nicht imstande, die Sprengfallen in den Häusern und andere Explosivstoffe aus der Entfernung zur Detonation zu bringen.

Hätte die IDF weniger Feuerkraft eingesetzt, so Almog, wären ihre Verluste wesentlich höher gewesen und hätten die abschreckende Wirkung der Operation unterminiert….

Israels Hauptargument in seiner Begründung für die Verluste bei den zivilen Palästinensern lautet, dass die militärischen Aktionen der Hamas völlig in die zivile Infrastruktur eingebettet waren. In einem Interview mit The Jerusalem Report stellte Isaac Herzog, Sozialminister und Mitglied des Kriegskabinetts, heraus, dass sogar Qassam-Raketen aus den Häusern verschossen worden waren. „Sie feuerten von Hausdächern, Schulen, aus Geschäften. Die Moscheen waren gefüllt mit Waffen, Munition, Sprengstoffen und Raketen. Nachdem die Moschee von Jabalya getroffen worden war kam es in ihr über Minuten hinweg zu vielen Explosionen. Sie war vielleicht eines der größten Waffenlager in Nahost, in dem zahlreiche Raketen iranischer Bauart lagerten“, sagt Herzog.

(Hat tip: Elder of Ziyon)

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Ermittlung der Todesopfer

26. Januar 2009

HonestReporting Media BackSpin, 26. Januar 2009

Die IDF legte ihre Zahlen der Todesopfer bei der Operation „Gegossenes Blei“ vor. Dazu YNet News:

Das Militär schätzt, dass im Verlauf der Offensive 1.100 bis 1.200 Menschen getötet wurden. Etwa 700 werden Militanten zugerechnet – die überwiegende Zahl Hamas-Kämpfer….

Die IDF muss noch die Identität von etwa 200 Toten klären – die meisten davon etwa 20 Jahre alt; was sich verzögert, weil sie noch unter den Trümmern begraben liegen. Die Armee ging davon aus, dass viele von ihnen Hamas-Kämpfer waren.

Bei vielen Toten dachte man zuerst, dass sie Zivilisten gewesen wären, weil man keine Waffen bei ihnen gefunden hatte, so ein Militärsprecher, „Aber diese Vorgehensweise entspricht genau der Art und Weise der Hamas, sich unter Zivilisten zu verschanzen und sich ohne Waffen zwischen ihren Stützpunkten hin und her zu bewegen. Oft stellte sich heraus, dass jemand, der sich als Zivilist ausgab, nach unseren Überprüfungen als Hamas-Kämpfer identifiziert wurde.“

Die Zahlen unterscheiden sich nicht sehr von denen in der Berichterstattung des Corriere Della Sera.

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