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Jeff Halper abchecken

24. April 2012

HonestReporting Media BackSpin, 24. April 2012

In einem Artikel der Irish Times über die politische Stagnation der Palästinenser wird Jeff Halper (Abbildung rechts) interviewt.

Halper ist ein israelischer Aktivist, der – neben anderen Aktivitäten – besser bekannt ist für die Gründung des Israeli Committee Against Home Demolitions, und dafür, dass er im Jahr 2008 an Bord der Gaza-Flottille mitsegelte. Halper offenbarte gegenüber Reporter Michael Jansen die Vorstellungen Ministerpräsident Benjamin Netanjahus, einen Friedensplan betreffend.

Ein Kommentar wie dieser schreit geradezu nach einer unabhängigen Überprüfung. Stattdessen wird er devot und schriftlich zitiert.

Halper, Gründer des Israeli Committee Against Home Demolitions, behauptet, Netanyahu hätte ihn zusammen mit Siedlern aus den USA und Mitarbeitern [in die USA; Anmerkung (bd)] mitgenommen, um einen „neuen israelischen Plan“ im Kongress voranzutreiben:

Dieser Plan basiert auf dem Osloer Abkommen von 1993, der das von Israel okkupierte Westjordanland in die Areale A, B und C zerteilt hat. In Areal A, also 17 Prozent des Territoriums, würden die Palästinenser den Status einer „geringfügigen Autonomie“ erhalten; Areal B, demnach 23 Prozent, würde zwischen Israel und den Palästinensern „aufgeteilt“, und Areal C, also 60 Prozent, in denen sich die israelischen Siedlungen befinden, würde von Israel „einverleibt“ werden, was den Bewohnern dort das volle Bürgerrecht zugestehen könnte, „ohne die demographische Balance“ zwischen Palästinensern und israelischen Juden durcheinanderzubringen. „Die Palästinenser würden permanent zur Unterschicht gehören. Sie werden nicht wissen, wo sie hingehören“, so Halper.

Palästinensische Enklaven blieben isoliert und „palästinensische Viertel in Ostjerusalem von Siedlern zerteilt“. Ostjerusalem und seine palästinensischen Einwohner würden von Israel absorbiert werden, während Gaza auf sich allein gestellt bliebe und sich mehr und mehr auf die Seite Ägyptens schlüge.

Jansen hätte Halper fragen sollen, woher er das weiß. Aber das hätte ihm die Laune verdorben.

(Halper-Foto via Flickr/Beautiful Faces of Palestine)

HonestReporting-Kommentar (Flottille): Medien überschreiten rote Linie

23. Juni 2011

HonestReporting Media BackSpin, 23. Juni 2011

Dieser Kommentar von HR-Chefredakteur Simon Plosker wurde zuerst am 22. Juni bei YNet News veröffentlicht. (Übersetzung: BD)

„Wir befinden uns in einer Schlacht, und mehr als die Hälfte dieses Kampfes findet auf dem Schlachtfeld der Medien statt.“ So formulierte es der neue Al-Qaida-Führer Ayman al-Zawahiri im November 2005. Aber was passiert, wenn die Medien versuchen, das reale Schlachtfeld zu beschreiben und aktive Teilnehmer in der Geschichte werden?

Wir sollten alle sehr über die Ankündigung besorgt sein, dass sich unter denen, die an der bevorstehenden Flottille nach Gaza teilnehmen, Journalisten der Mainstream-Medien befinden, darunter von New York Times, auch Kamerateams von CNN und CBS.

Dies ist ein deutliches Beispiel für die symbiotische Beziehung zwischen den Medien und anti-israelischen Agitatoren wie jenen, die die Flottille organisieren. Schließlich waren es nicht so sehr die gewaltsamen Aktionen der Passagiere an Bord der Mavi Marmara, die Israel so viel Schaden zugefügt hatten – es waren die diplomatischen und öffentlichkeitswirksamen Fallouts nach einem Vorfall, der die internationale Presse noch Tage danach beschäftigte.

Das „Martyrium“ von neun türkischen Passagieren wurde für die IHH-Organisation und deren Kohorten zum PR-Erfolg. Offensichtlich besteht der einzige Grund für die Medien, an Bord zu gehen, in der Erwartung darauf, von einer Wiederholung der Story berichten zu können. Gleichermaßen zählen die Flottillen-Organisatoren auf die Medien, um eine Geschichte zu bekommen, deren Handlung bereits geschrieben worden ist, nämlich die über eine Handvoll beherzter „Friedensaktivisten“ beim Versuch, eine brutale und illegale Seeblockade gegen die armen Palästinenser in ihren Freiluftgefängnis zu durchbrechen.

Stellen Sie sich vor, die israelische Marine enterte ein Schiff nach dem anderen und zwänge die Flottille ohne Zwischenfälle, zur Inspektion einen israelischen Hafen anzulaufen. Dies bedeutete das ultimative Scheitern sowohl auf Seiten der Organisatoren, die einen großen Zwischenfall herbeiführen wollen als auch für die an Bord anwesenden Medien, die in den größten Tagesmeldungen live dabei sein wollen.

„Nützliche Idioten“

Nachdem wir also festgestellt haben, dass Flottillenteilnehmer und begleitende Medien einander benötigen, können wir dann wirklich bei New York Times, CNN und CBS sowie anderen „embedded“ Journalisten davon ausgehen, dass sie selbst dann objektiv über die Geschichte berichten werden, wenn sie sich als weniger dramatisch erweisen sollte als sie sich erhoffen?

Oder wird die bloße Anwesenheit der Medien für die „Aktivisten“ als Einladung zu Konfrontation und potentieller Gewaltanwendung und Spielchen für die Kameras dienen? Und was ist mit den Journalisten selbst? Während im Laufe der Jahre einige Reporter versehentlich von der IDF getötet oder verletzt worden waren, können wir [diesmal] nicht erwarten, dass die Soldaten eine Kriegszone betreten, wie es bei der Mavi Marmara der Fall war und die zusätzliche Herausforderung meistern, die Medienleute rauszuhalten, die sich absichtlich ins Kreuzfeuer begeben. Dabei wird nicht nur das Leben der Journalisten aufs Spiel gesetzt, sondern auch das der israelischen Soldaten.

Während der Operation Gegossenes Blei hatte die israelische Regierung für Journalisten den Zugang zum Gazastreifen gesperrt – ausdrücklich zu deren Schutz, und um den IDF-Soldaten zu ersparen, dass auf dem Schlachtfeld ein weiterer Faktor hinzukäme, den sie nicht kontrollieren konnten. Es gab damals ein triftiges Argument, dass dies gegen die Interessen Israels gearbeitet habe.

Die Medien, die auf einem Hügel mit Ausblick auf Gaza Position bezogen hatten, waren sehr aufgebracht und nachtragend, während die Bilder aus Gaza selbst von Al-Jazeera und anderen mehr als unzuverlässigen Quellen verbreitet wurden.

Israel wäre gut beraten, die Journalisten an Bord der Flotte daran zu erinnern, dass sie aktive Teilnehmer am illegalen Versuch wären, eine nach internationalem Recht zulässige Seeblockade zu durchbrechen.

Wir können nur hoffen, dass die Mainstream-Medien sich nicht von den Ideologen und „nützlichen Idioten“ beeinflussen lassen, die die verschiedenen Gruppen an Bord stellen und deren Denken eher vom Hass auf Israel als von der Hingabe für universelle Menschenrechte bestimmt ist. Wir müssen uns darauf verlassen, dass die Professionalität der Journalisten bei der Realität ansetzt – frei von den Vorurteilen, die die Berichterstattung über Israel sonst kennzeichnen.

Aufgrund früherer Erfahrungen sollten wir jedoch nicht zu hohe Erwartungen hegen. Dieser Zug ist abgefahren. Wird Israel an seiner Devise bezüglich der Flottille festhalten, in einem Meer negativer Berichterstattung untergehen oder wird es ein Fischfang in ruhigen Gewässern?

Die Flottille ist ausgelaufen. Man kann sich wieder auf etwas gefasst machen.

5 Gründe dafür, warum die Gaza-Flottille trotz Öffnung des Grenzüberganges durch Ägypten in See stechen wird

27. Mai 2011

HonestReporting Media BackSpin, 27. Mai 2011

Nach der Ankündigung Ägyptens, ab diesem Wochenende den Grenzübergang bei Rafah permanent zu öffnen, sollte man eigentlich meinen, dass die in der Türkei organisierte Gaza-Flottille überflüssig geworden wäre, weil die Palästinenser dann in der Lage sein werden, ungehindert aus- und ein zu reisen und genug Waren einzukaufen.

Falsch gedacht.

Hier 5 Gründe dafür, warum die Flottille dennoch starten wird.

5.  Zu viele frauenfeindliche arabische Männer und naive weibliche Teilnehmerinnen aus dem Ausland haben sich mit Anzahlungen für den Trip im Singles-Boot  eingeschrieben.

4.  Junge Aktivisten, die humanitäre Hilfskonvois nach Syrien, Kuba und Nordkorea planen, „brauchen praktische Erfahrungen, und Palästina klingt cool und gefährlich, weil es als Kriegsgebiet bezeichnet werden kann, auch wenn es in Wirklichkeit sicher ist und all den Komfort bietet, den die internationalen Besucher benötigen.

3.  Shopping!

2. Als Ergebnis des Übereinkommens zwischen Hamas und Fatah wird gemäßigt-technokratischen Flottillen-Teilnehmern mit palästinensischer Ehrenbürgerschaft die Mitgliedschaft im Kabinett der nationalen palästinensischen Einheit in Aussicht gestellt; sie werden von mildtätiger UNRWA-Unterstützung leben und ein persönliches „Recht“ auf Rückkehr beanspruchen können.

1.  Nach Bankrotterklärung und Übertritt zum Islam kann Lauren Booth sich nicht mehr neu erfinden.

NY Times versenkt Wahrheit über Gaza-Flotte

14. Mai 2011

HonestReporting Media BackSpin, 14. Mai 2011

Ein Jahr nach der Gaza-Flottille befürchte ich, dass die Mainstream-Medien [wieder einmal] die israelische Darstellung der Ereignisse verwerfen, die zur Aufbringung der Mavi Marmara und Folgen geführt hatten.

Eine noch mehr provozierende Flottille 2 wird jetzt vorbereitet, und die NY Times produzierte wieder absolut schlampigen Journalismus (Paywall-Leser bitte via Twitter lesen). Reporterin Susanne Güsten unterschlägt eine ganze  Menge wichtiger Fakten:

• Die Hamas, die sich Israels Vernichtung verschworen hat, kontrolliert den Gazastreifen, feuert Raketen ab und hält immer noch Gilad Shalit gefangen. Der Grund für Israels Seeblockade vor dem Gazastreifen ist logisch: unbeschränkter Schiffsverkehr öffnet Tür und Tor für Waffenschmuggel übers Meer. Aber die Times lässt dazu keinen einzigen Israeli zu Wort kommen.

• Die türkische IHH, Speerspitze der Flottille, ist eine islamische Terror-Organisation, der mehr an einer Provozierung Israels als an Hilfe für die Menschen in Gaza gelegen ist.

• Die israelischen Kommandokräfte wurden bei ihrer Enterung der Mavi Marmara mit geplanten Gewaltaktionen der sogenannten „Friedensaktivisten“ konfrontiert.

• Die Gaza-Blockade ist legal, der robuste Einsatz der IDF ist legal; die Organisationen der Flottille sind verantwortlich für die Todesopfer an Bord der Mavi Marmara.

• Die Blockade wird Geschichte sein, bevor Flottille 2 ausrückt: Ägypten öffnet seinen Grenzübergang bei Rafah.

• Nicht zu vergessen: Israel erlaubt ohnehin die Einfuhr der meisten Waren in den Gazastreifen.

• Es gibt keine humanitäre Krise in Gaza.

Es geht nicht allein darum, einen schlampig geschriebenen Bericht auseinanderzunehmen. Dank großer Teile in den Massenmedien verliert Israels Darstellung der Ereignisse um die Flottille eindeutig Anteile an die Schilderung der  Palästinenser. Während die Schiffe auf ihre Abfahrt vorbereitet werden, habe ich das flaue Gefühl, dass uns diesbezüglich noch mehr erwartet.

Zeitleiste: Detaillierte Video-Doku zur Mavi Marmara-Aktion

15. Juli 2010

HonestReporting Media BackSpin, 15. Juli 2010

Die IDF veröffentlichte eine exakte Videozusammenfassung der Geschehnisse um den Stopp der Gaza-Flottille letzten Monat – mit besonderem Augenmerk auf die Mavi Marmara. Ein starker Mix aus Computeranimation und echten Videosequenzen sowie Informationen, von denen ich vorher nichts wusste.

PR-Fiasko zu erwarten?

27. Juni 2010

HonestReporting Media BackSpin, 27. Juni 2010

Die IDF bereitet weibliche Offiziersanwärter darauf vor, das von Frauen gesteuerte Flottillen-Schiff aufzubringen. Dazu die Sunday Times:

Sie hofft, dass eine Enter-Party, an der nur Frauen beteiligt sein werden, eventuell schlechte Publicity minimiert.

Augenzeugen aus dem nahe Haifa gelegenen Mittelmeerstützpunkt berichteten, dass Mitglieder der „Shayetet“ (so die Flottille), die mit geheimen grenzüberschreitenden Missionen vertraut ist, ob ihrer neuen Aufgabe irritiert zu sein scheinen. Junge Frauen könnte man dabei beobachten, wie sie Schnellboote steuern, sich für Notfälle auf hoher See vorbereiten und größere Schiffe erklimmen.

„Die Kommandoeinheiten sind nervös“, so eine Quelle. „Diese Leute werden ausgebildet, sensible Militäraktionen durchzuführen. Letzten Monat wurden sie ausgeschickt, um sich mit türkischen Zivilisten zu befassen. Nun sollen sie mit Damen umgehen – und das alles auch noch live im Fernsehen.“

Ich habe kein Problem mit weiblichen Soldaten. Aber wenn Israel die PR auf  operationale Angelegenheiten konzentriert, könnte dies noch zu einem noch größeren Fiasko führen – und die möglichen Kopfschmerzen sind bereits groß genug.

Würde die Hisbollah die Gaza-Flottille sabotieren?

27. Juni 2010

HonestReporting Media BackSpin, 27. Juni 2010

Dazu Con Coughlin im Daily Telegraph:

Auch wenn es unglaublich klingen mag: meine libanesischen Quellen berichten mir, dass hochrangige Hisbollah-Funktioäre erwägen, Sprengsätze einzusetzen, die sie während des Libanonkrieges 2006 von den Israelis erbeutet hatten, um eines der Schiffe, die sich auf dem Weg nach Gaza befinden, damit in die Luft zu jagen und Israel dafür die Verantwortung zuzuschanzen.

Auch wenn es weit hergeholt scheint: angesichts der Spannungen zwischen dem Iran und Israel, die sich wegen Teherans Weigerung, von seinem Urananreicherungsprogramm abzulassen, einem kritischen Punkt nähern, kann ich mir gut vorstellen, dass der Iran die Hisbollah dazu ermutigen würde, sich auf eine solch drastische Aktion einzulassen, die die Aufmerksamkeit vom Iran ablenkt. Im unsichtbaren schmutzigen Krieg zwischen Israel und dem Iran, in dem iranische Atomwissenschaftler regelmäßig verschwinden und unerklärliche „Zwischenfälle“ in iranischen Nuklearanlagen passieren, gehe ich von jeder Möglichkeit aus – selbst dass die Hisbollah ein Schiff in die Luft jagt, das für die verbündete Hamas bestimmt ist.

Weit hergeholt?

Es gibt immer wieder Déjà-vu-Erlebnisse.