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Israel im Licht

1. Dezember 2010

HonestReporting Media BackSpin, 1. Dezember 2010

Ich bin eben mit anderen Dingen beschäftigt, also schalte ich kurzfristig ein paar Gänge zurück. Das heutige Lichterfest Chanukkah* nutze ich dazu, eine Auswahl von Bildern aus acht Jahren vorzustellen.

Ich würde sie gerne direkt hier einstellen, aber die Urheberrechte von Flickr lassen lediglich eine Verlinkung zu.

Viel Freude beim Betrachten und bis bald!

1. Wuschhhhhhhh…..…..

2. Night Shift

3. Wonder

4. Pursuit of Light

5. Before Dawn

6. Dov Navon

7. The Last of the Day

8. Ramon Crater

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*Manchmal wird darauf verwiesen, dass die christliche Advent-Tradition auf Chanukkah zurückgehe. Hier und da wird auch kolportiert, dass der evangelische Theologe und Erzieher Johann Hinrich Wichern (1808–1881) im Fenster seiner jüdischen Nachbarn die Lichter der (acht!-) armigen Menorah gesehen und davon Anleihen für den Adventskranz bezogen habe. Gesichert ist das allerdings nicht; wohl eher Legendenbildung, weil der Adventskranz schon vor Wichern dokumentiert ist.

Den Link zu Wikipedia, Advent betreffend, setze ich nicht, weil dort – wie gut informierte Blogger und Leser wissen – alle möglichen unzuverlässigen Freizeitredakteure ihre Spuren hinterlassen.

Antisemitismus und die neuen Mainstream-Medien

2. Mai 2010

HonestReporting Media BackSpin, 2. Mai 2010

Alex Margolin, HonestReportings Redakteur für Soziale Medien, trägt gelegentlich mit Beiträgen zu relevanten Themen bei. Er zeichnet für HonestReporting bei Facebook verantwortlich.

Andre Oboler, führende Autorität zum Thema Antisemitismus im Internet, forderte kürzlich eine größere Haftungspflicht derjenigen Sozialen Medien, die antisemitische Inhalte auf ihren Webseiten zulassen.

Oboler betont, dass sich die Standards vertretbarer Sprachregelungen zwischen herkömmlichen Medien und Internet unterscheiden. Während offenkundiger Antisemitismus in den Mainstream-Medien inakzeptabel wäre, ist auf einigen Internetseiten „Rassismus nicht schlimmer als das falsche Fußballteam zu unterstützen“.

Dieser Normenverlust, so Oboler, stellt eine Gefahr dar, der man sich stellen muss: „Wenn die Online-Gesellschaft fortfährt, ein moralisches Vakuum zu erzeugen, kann der Verlust an Achtung vor der Menschenwürde bald auf die ‚reale’ Welt ausstrahlen“.

Oboler hat Recht – nicht nur bezüglich Hasspredigten. Jede Webseite, die Raum für Beleidigungen und Falschdarstellungen zu Israel gibt, sollte genauso zur Rechenschaft gezogen werden wie die traditionellen Medien. Wie Oboler unterstreicht, erfahren einige dieser Plattformen eine bisher nie dagewesene Aufmerksamkeit:

YouTube z.B. hat eine fünfzigfach höhere Zugriffszahl als die Verbreitung der 10 größten amerikanischen Tageszeitungen zusammen. Darf ein solch machtvolles Medium wirklich ohne Aufsicht des Gesetzgebers existieren? Ist mit der Macht, die Unternehmen wie Youtube ausüben, nicht auch eine Verpflichtung der Gesellschaft gegenüber verbunden?

Staatliche Aufsicht ist ein Aspekt der Lösung. Zweifellos sollte Material, das in Sozialen Medien wie Facebook und MySpace veröffentlicht wird, oder Inhalt auf kommerziellen Dienstleistung wie Flickr mit zigmillionen Nutzern, ebenso einer Aufsicht unterliegen wie jedes Mitglied der Mainstream-Medien.

Ändern muss sich aber auch die allgemeine öffentliche Haltung gegenüber Sozialen Medien und dem Internet. Solange die Öffentlichkeit eine Trennung zwischen „traditionellen“ und „neuen Medien“ wahrnimmt, wird Doppelmoral überwiegen. Eine bessere Benennung wäre „Die neuen Mainstream-Medien“, bezogen auf die größten Mitglieder beider Gruppen, die nach den gleichen Standards funktionieren.

Die neuen Mainstream-Medien würden traditionelle Konsumenten der NY Times und des Wall Street Journals neben Facebook-, Twitter-, YouTube-Nutzern und denen anderer riesiger Sozialer Medien einreihen. Dasselbe gilt für enorm viel besuchte Webseiten wie Huffington Post, die auf dem besten Wege ist, die NY Times schon 2010 bei den Online-Zugriffen zu überflügeln. Und wie es aussieht, findet der Umbruch gerade statt. Zum ersten Mal wurde mit ProPublica eine rein online betriebene Medienplattform mit dem Pulitzer-Preis für Berichterstattung ausgezeichnet.

Diese Form der Anerkennung könnte mehr Übernahme von Verantwortung für alle Online-Plattformen nach sich ziehen – aber nur, wenn die Öffentlichkeit das auch fordert.

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Kürzlich bei Alex nachzulesen: Nichts mehr gratis?