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Hamas: Israel besetzt Gaza nicht

3. Januar 2012

HonestReporting Media BackSpin, 3. Januar 2012

Die Hamas gibt zu, dass Gaza nicht von Israel besetzt ist. YNet News zitiert Mahmoud Zahar (Abb. rechts):

„Volkswiderstand passt nicht zum Gazastreifen“, sagte al-Zahar. „Gegen wen genau würde sich ein Aufstand richten? Um solch einen Widerstand handelte es nur zu, wenn Gaza besetzt wäre“. Allerdings behauptete er, dass alle Formen von Widerstand – einschließlich des bewaffneten – für die West Bank angemessen sind, da sie „noch immer im Besatzungszustand ist“.

1. Das wussten wir die ganze Zeit.
2. Erzähl das mal der Flotilla-Bewegung.
3. Das beeinträchtigt den Propagandawert der Reise von Ismail Haniyeh in die Türkei, wo sich Haniyeh mit Ministerpräsident Erdogan traf und die Mavi Marmara besuchte.
4. Wenn Robert Fisk, der Pöbler von Comment is Free, und George Galloway palästinensischer sind als die Hamas, werden sie Zahar gegenüber nachsichtig sein, was seine Verwendung des Begriffes Besatzung betrifft. Letztlich war es ihre Reaktion auf die PaliLeaks.
5. Die Raketen werden sowieso weiterhin fliegen.

(Bild von Zahar via YouTube/alljie)

Sky News ignoriert Palmer-Bericht zugunsten der Ergebnisse des UN-Menschenrechtsrates

14. September 2011

HonestReporting Media BackSpin, 14. September 2011

Hier ein neuer Tiefpunkt: Sky News’ neuer Bericht über Erdogans Tour zum Arabischen Frühling lässt den Palmer-Bericht außen vor und verweist stattdessen auf die eher sensationell aufgemachten und Israel ins schlechte Licht rückenden „Ergebnisse“ des UNHRC.

Kein Fehler: Der gesamte Absatz führt zur UNHRC-Berichterstattung von Sky:

Eine abschließende Untersuchung zum Zwischenfall durch die UNO kam zu dem Ergebnis, dass das Militär Internationales Recht gebrochen und mit ’unglaublicher Brutalität’ gehandelt habe.

Der Palmer-Bericht stellte unter anderem fest, dass die Blockade von Gaza legal ist, und dass Israel berechtigt war, die Flottille unter Anwendung von Gewalt zu stoppen.

BBC antwortet auf Beschwerden zur Flotilla-Untersuchung

28. Januar 2011

HonestReporting Media BackSpin, 28. Januar 2011

Dank an Pesach Benson* (BackSpin-Blog für HonestReporting in Jerusalem, [bd]) dafür, das er mir** einen eher persönlichen Ansatz als Chefredakteur zu einigen Topics ermöglicht, die ich in unseren Kommuniqués angesprochen hatte.

Ich möchte auch der BBC dafür danken, dass sie sich selbst ein noch tieferes Loch nach der Kritik von HonestReporting an ihrer voreingenommenen Berichterstattung gegraben hatte. Einer unserer Abonnenten schickte uns freundlicherweise eine BBC-Entgegnung auf seine Beschwerde zu, die ich hier vollständig wiedergeben will:

Dank für Ihre E-Mail. Wir berichteten über die Ergebnisse der Turkel-Untersuchung zuerst hier: http://www.bbc.co.uk/news/world-middle-east-12260983

Diese Geschichte wurde zuerst um etwa 6:30 h am 23. Januar veröffentlicht und blieb auf unserer Webseite, bis sie gegen 16:00 h wegen der türkischen Reaktion erneuert wurde. Wir gehen davon aus, dass den ursprünglichen Ergebnissen viel Aufmerksamkeit gewidmet wurde, bevor eine neue Sichtweise in Umlauf gebracht wurde. Für Webseiten, die rund um die Uhr aktiv sind, ist es normal, Geschichten voran zu bringen und zu erneuern, aber wir erachten als wichtig, den Lesern zu sagen, was Stand der Dinge ist, bevor wir über die Reaktionen darauf berichten.

Wir denken nicht, dass die Identität von Beobachtern essentielle Informationen bereitstellt; die Tatsache, dass sie überhaupt involviert sind, ist ein wichtiger Hinweis. Was das Stück Analyse betrifft, die Sie erwähnen, hat Jon Donnison diesen Report nicht autorisiert, und seine Analyse war auch deutlich so gekennzeichnet. Da unsere Rolle primär darin besteht, über Ereignisse unvoreingenommen zu berichten, stützen wir uns auf die Erfahrung unserer Korrespondenten und Experten, um diese Ereignisse auszuwerten.

Werfen wir also einen Blick auf den Originalbericht, auf den die BBC-Antwort anspielte, und vergleichen wir ihn mit jenem, den wir auseinandernahmen.***

Während die Schlagzeile in der Tat dazu überging, sich auf die negative türkische Reaktion zu fokussieren, um sich auf die negative türkische Reaktion zur israelischen Anfrage zu konzentrieren, wurde der türkische Ministerpräsident Erdogan bereits im Originalbericht zusammen mit negativen Anmerkungen seitens der UNO erwähnt. Und tatsächlich gibt es sehr wenige Änderungen im Text des Berichtes, abgesehen von noch mehr negativer Einstellung Erdogans.

Überprüfen Sie doch einmal den Wechsel zwischen bildlicher Darstellung und Bildbeschriftung. Während der ursprüngliche Artikel ein Foto der Mavi Marmara zusammen mit einer neutralen Bildunterschrift zeigte, arbeitete die upgedatete Version des Videos immer noch mit der Bildunterschrift „Vier Mal in den Kopf geschossen“, die sich auf die Aussage eines Aktivisten beruft. Offensichtlich reichte das Originalfoto zum Schiff nicht aus, Israel in ein schlechtes Licht zu rücken.

Die BBC unterlässt es auch, die Besorgnis unserer Leser anzusprechen, die zu Recht monierten, dass sie (die BBC, [bd]) nicht einmal in der Lage war, den Background der internationalen Beobachter zu erwähnen; besonders überraschend deshalb, weil einer von ihnen, Lord David Trimble, ein prominenter britischer Politiker ist.

Die Antwort der BBC auf die Beschwerde bestätigt und unterstreicht sogar exakt unsere Auffassung, dass der Artikel ein voreingenommenes und wertloses Stück Journalismus ist. Was die Erklärung Jon Donnisons betrifft, möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf seine früher gemachten Bemerkungen zu einer Autobiografie des ehemaligen BBC-Nachrichtensprechers Peter Sissons richten, der die tief verwurzelten linkslastigen  Voreingenommenheiten zu allen Themen generell betrifft:

Die zunehmende Tendenz bei der BBC, ihre eigenen Reporter live zu interviewen, verschlimmert diese Geisteshaltung. Statt sich darauf zu konzentrieren, die maßgebenden Player einer Geschichte zu befragen oder das Netz für eine breitere Öffentlichkeit zu öffnen, entscheidet sich die BBC in diesen Tagen immer wieder dafür, die [Sende-] Zeit für die Weltanschauung ihrer eigenen Korrespondenten zu nutzen. Das Sendeformat dient eigentlich dazu, Fakten zu klären, gleichzeitig verleitet es aber oft dazu, den eigenen Standpunkt zu artikulieren. Wenn dies zutrifft bekommt das BBC-Publikum, statt beide Seiten zu hören nämlich das vorgesetzt, was aus BBC-Sichtweise als Fakt deklariert wird.

Sorry, BBC, aber deine Entschuldigungen sind haarscharf daneben.

Richten Sie weiterhin Ihre Beschwerden an die BBC und lassen Sie sich nicht mit lauwarmen Antworten abwimmeln.

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*Pesach Benson betreut den englischsprachigen Blog Media BackSpin für HonestReporting. Heplev und bd übersetzen für den deutschspachigen Raum. Was gelegentliche Modifizierungen und sprachliche Idiom-Glättungen bzw. eigene notwendige Hinzufügungen betrifft, bitte meine [bd] Anmerkungen auf der Seite „Über Medien BackSpin“ beachten.

**Simon Plosker ist Chefredakteur von HonestReporting.

***Die Abbildungen lassen sich leider nicht deutlicher darstellen.

WikiLeaks-Zusammenstellung, Israel betreffend

30. November 2010

HonestReporting Media BackSpin, 30. November 2010

Hier die erste Zusammenstellung einiger Enthüllungen, Gedanken und Fallouts zu WikiLeaks und Israel.

• Vor der Operation Gegossenes Blei ersuchte Israel die PA und Ägypten, nach dem Konflikt die Kontrolle über den Gazastreifen zu übernehmen. Beide lehnten jedoch dieses Ansinnen ab, und die PA bestreitet bereits, über die Aktion informiert gewesen zu sein.

Unabhängig davon stellten die USA fest, dass der türkische Ministerpräsident Erdogan in der Tat Israel hasst:

„Unsere Unterredungen mit und außerhalb der türkischen Regierung….bestätigten Levys Annahme, dass Erdogan Israel schlicht nur hasst“, so der Inhalt des Telegramms.

• Die Lecks „zerstörten“ Walt/Mearsheimers Netroom-Behauptungen, Israel heize einen Krieg gegen den Iran an. Währenddessen fiskt Robert Fisk* sich wieder einmal selbst.

Nicht gerade überraschend spielen arabische Medien die Enthüllungen bezüglich ihrer eigenen Führer herunter, was deren Unterstützung für einen Angriff auf den Iran betrifft:

Etliche derselben arabischen Regierungen, die nach den veröffentlichten Kriegstagebüchern von WikiLeaks eine Untersuchung zu US-Kriegsverbrechen im Irak gefordert hatten, stemmen sich weiterhin gegen Funde durchgesickerter Dokumente, die eindeutig belegen, dass arabische Führer die USA drängten, militärische Maßnahmen gegen den Iran zu ergreifen….

Die meisten Erwähnungen der WikiLeaks-Dokumente in den amtlichen arabischen Nachrichtenmedien wurden jedoch von jeglichem Hinweis auf die Staaten der arabischen Halbinsel getilgt; stattdessen fokussierte man sich auf die Bemühungen der USA, den Schaden der diplomatischen Bemühungen einzugrenzen.

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*to fisk steht heute in der Blogosphäre gleichbedeutend mit „tricksen“ – benannt nach Robert Fisk, der für die israelkritische britische Tageszeitung The Independent seit Jahren gegen Israel mit verzerrenden und verfälschenden Artikeln hetzt.