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Hamas-Eingeständnis zu Verlusten im Gazakrieg

2. November 2010

HonestReporting Media BackSpin, 2. November 2010

Die Hamas räumte ein, dass 200-300 ihrer Kämpfer während der Operation Gegossenes Blei getötet wurden. Dazu Haaretz:

Hamas-Innenminister Fathi Hamad, der einem Interview in der arabischsprachigen Londoner Zeitung Al-Hayat zufolge richtig zitiert wurde, sagte, dass die so genannten „Polizeikräfte“, die während des ersten Tages der Militäraktion getötet worden waren, in Wirklichkeit Hamas-Kämpfer waren und weitere 150 „Sicherheitskräfte“ ums Leben kamen.

Das ist bemerkenswert, weil während und nach dem Krieg die Hamas die Zahl der Getöteten inflationär hochgetrieben und den Unterschied zwischen zivilen und „militärischen“ Todesopfern verwischt hatte. Und Anfang dieses Jahres erklärte der Sprecher des Hamas-Innenministeriums, Ehab al-Ghossain, dem Time-Magazin gegenüber, dass es keine Unterscheidung zwischen „Zivilpolizei“ und dem „Widerstand“ gebe.

Viele Blogger – Elder of Ziyon detaillierter als sonst irgendjemand – verwarfen den Goldstone-Report der UNO über tote Hamas-Kämpfer als ebenso unangemessen dargestellt wie die Angaben über getötete Zivilisten.

Was die Presse betrifft, wird zunehmend deutlich, dass das einzig Unverhältnismäßige in diesem Krieg die Schlagzeilen waren.

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UPDATE:
Ich sehe eben, dass die Jerusalem Post eine deutlichere Aufschlüsselung der Hamas-Verluste anführt, wie von Hamad selbst angegeben:

Indem er die Zahlen der im Krieg Getöteten ansprach, bestätigte Hamad erstmals enorme Verluste des militärischen Flügels der Hamas. Er sagte: „Am ersten Tag des Krieges nahm Israel Polizeireviere ins Visier und 250 Märtyrer der Hamas und angeschlossener Gruppen kamen um.“ Er fügte hinzu, dass „[außerdem] etwa 200 bis 300 Leute der Kassam-Brigaden und 150 Sicherheitskräfte getötet“ wurden.

Fazit: 250 Hamasniks starben am ersten Tag, gefolgt von 200-300 der Kassam-Brigaden, dazu 150 Sicherheitskräfte, also insgesamt 600-700. Das stimmt in ganzer Linie mit den Angaben der IDF überein.

Hamas bestätigt: Keine Unterscheidung zwischen zivilen Polizisten und Kassam-Brigaden

19. September 2010

HonestReporting Media BackSpin, 19. September 2010

Erinnern Sie sich an das Gezänk über die Zahl der Getöteten im Gaza-Krieg, als die Hamas und Israel darüber stritten, wie Zivilisten definiert werden?

Nun bestätigte die Hamas, dass es in Wirklichkeit keine Unterscheidung zwischen zivilen Polizisten und „Widerstands“-Gruppen gibt, die Israel angreifen. Dazu Time:

Mit Verweis auf uniformierte Polizei als auch auf zivil gekleidete Sicherheitskräfte sagte ein Zivilist: „Sie gehören alle den Kassam-Brigaden an“. Die Regierung unternimmt wenig, um dies zu leugnen. „Viele der Kassam-Leute operieren sowohl innerhalb der Kassam-Brigaden als auch innerhalb der Sicherheitskräfte“, so Ehab Al-Ghossain, Sprecher des Innenministeriums, gegenüber TIME. „Nach unseren Gesetzen hindern wir keinen Widerstandskämpfer daran, sich der Polizei oder dem Sicherheitsdienst anzuschließen, vorausgesetzt, er hält sich an die Regeln und Vorschriften der Abteilung, der er angehört…[…]. Wir garantieren, dass Aktivitäten abseits ihrer offiziellen Tätigkeiten davon getrennt bleiben.“

Die Grenzen werden sogar noch mehr verwischt, da nun die Hamas die Grundlagen für das legt, was viele Gazaner als zwingende Einberufung sehen.