Posted tagged ‘Doppelmoral’

Türkische Luftschläge: Wo bleibt die Empörung?

24. August 2011

HonestReporting Media BackSpin, 24. August 2011

Nahezu versteckt im Nachrichtenteil weniger Medien, darunter dem Independent, kann man diese Geschichte lesen:

Und nun stellen Sie sich vor, Israel hätte das Territorium eines souveränen Staates überflogen [wie in diesem Fall das des Irak (bd)] und dort 100 Menschen getötet, darunter etliche Zivilisten.

Groß aufmachende Titelseiten, Empörung allerseits, Forderung nach einer UN-Kommission á la Goldstone wären die Folge gewesen. Na, Sie wissen schon.

Aber dann wird Israel an anderen Standards gemessen als der Rest der Welt.

Stellen Sie sich die Empörung vor, wenn Israel beteiligt wäre

3. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 3. November 2009

Aus der Globe & Mail heute:

Wegen der heftigen Gewaltausbrüche im vergangenen Juli in der westchinesischen Stadt Urumqi griffen die chinesische Behörden zu radikalen Maßnahmen: Sperrung aller Internetzugriffe sowie SMS- und internationalen Telefonverbindungen in Xinjiang, einer widerspenstigen Provinz mit 21 Millionen Einwohnern.

Fast vier Monate später – und trotz der amtlichen Beteuerungen, dass sich die Lage in Xinjiang nach den ethnischen Konflikten, denen annähernd 200 Menschen zum Opfer gefallen waren, wieder entspannt habe – wird die Abschaltung nicht aufgehoben und schneidet die vorwiegend von muslimischen Ujguren bewohnte Region faktisch vom Rest des Planeten ab.

„Kollektivbestrafung“ nennt man es nur, wenn Israel beteiligt ist.

CNN verwässert israelische Antwort

30. Oktober 2009

HonestReporting Media BackSpin, 30. Oktober 2009

Lesen Sie die neueste Medienkritik von HonestReporting:

Warum unterschlägt CNN die israelische Reaktion auf einen mangelhaften Amnesty-Report?
CNN Waters Down the Israeli Response

Und weshalb erscheint das Wort “Hamas” kaum im Text des Goldstone-Reports?
Goldstone Report in the Clouds

Haaretz, IDF und die Doppelmoral weltweit

24. März 2009

HonestReporting Media BackSpin, 24. März 2009

Letzte Woche „deckte Haaretz auf“, dass die IDF während der Militäroperation „Gegossenes Blei“ „Zivilsten tötete, Vandalismus betrieb und laxe Einsatzvorschriften hatte“. Nach der Durchsicht des Beitrages war unschwer abzusehen, dass Reaktionen wie diese nicht lange ausbleiben würden.

Aber der Haaretz-Bericht wird den Anforderungen nicht gerecht, und mehrere Kommentatoren haben scharfsinnig die weltweit praktizierte Doppelmoral registriert, die wieder einmal gegen Israel in Stellung gebracht wird.

Melanie Phillips weist darauf hin, dass der Haaretz-Report auf kitschigem Hörensagen-Journalismus basiert:

Es gibt exakt zwei Anschuldigungen wegen grundlosen Tötens palästinensischer Zivilisten unter den angeblich ausdrücklichen Befehlen, so vorzugehen. In einem Fall handelte es sich, wie selbst Haaretz klarstellte, um eine versehentliche Tötung, als zwei Frauen den Evakuierungsweg, den ihnen die israelischen Soldaten gewiesen hatten, missverstanden hatten und deshalb ins Schussfeld eines Scharfschützen geraten waren. Außerdem gab der Soldat, der dies sagte, zu, dass er den Vorfall nicht mitbekommen hatte; er war nicht einmal in Gaza zu diesem Zeitpunkt – berichtete also rein über Gerüchte und vom Hörensagen.

Die zweite Anschuldigung basiert auf einem angeblich realen Vorfall, in dem eine ältere Frau auf eine IDF-Einheit zuging und ein Offizier befahl, auf sie zu schießen, weil sie den Sicherheitsabstand unterschritt und eine Selbstmordattentäterin hätte sein können. Der Soldat, der sich auf diese Geschichte bezieht, sagte nicht, ob die Frau in dieser Geschichte wirklich erschossen worden war. In der Tat sieht es wieder nach reinem Hörensagen aus, wenn er sagt: „aufgrund der Beschreibung des Vorgangs“….

Und Herb Keinon beschuldigt Dani Zamir, der das „Eingeständnis“ transkribiert und übersetzt hatte, seine eigenen Pläne zu verfolgen, wie es auch im Buch Refusnik, Israel’s Soldiers of Conscience aus dem Jahr 2004 zum Ausdruck kommt. Darin kommt auch Zamir zu Wort:

„Folglich ist die Zusammenarbeit mit einem Regime oder einer Regierung, die mich mittels Befehlen dazu zwingen, Teil eines antidemokratischen Apparates zu sein, der zu Selbstzerstörung, Zersetzung und nationalem Zerfall führt, zusammen mit der völligen Verneinung seiner eigenen Werte illegitim, ungerecht und unmoralisch. Und das wird so bleiben….“

Keinons Antwort:

Die Aussagen der Soldaten, die er der Öffentlichkeit präsentiert, scheinen – was für ein Zufall – seine Anschauungen zu bekräftigen.

Wenn sie den weltweit zunehmenden Trend ansprechen, dass ein Esel den anderen Langohr nennt, bringen Blogger zwei wichtige Aspekte über die offenkundige Doppelmoral, die daraus erwächst. Dazu Z-Word:

Wahrscheinlich ist nach Ansicht vieler Kommentatoren den Juden nur dann gestattet, einen Staat und eine Armee zu haben, wenn dieser Staat und diese Armee ethische Standards befolgen, die weit höher sind als die, die man von anderen Staaten erwartet, ihren eigenen eingeschlossen. Jegliches Versagen, diesen Standards zu entsprechen, wird als Beweis für die offenkundige Illegitimität der zionistischen Gesellschaft herangezogen.

Und Elder of Ziyon spricht aus, warum die Welt im Unrecht ist, wenn sie Israel Standards als Argument gegen den Staat verwendet:

Man kann feststellen, dass Israel gelegentlich hinter seinen selbst auferlegten moralischen Standards zurückbleibt, aber es ist ziemlich heuchlerisch, Israel anhand dieser Tatsache zu verurteilen. Allein Israel hat das Recht – und in der Tat auch die Verpflichtung – über seine eigenen Leute auf der Grundlage eines höheren Moralcodex zu urteilen.

Wenn andere das tun, basiert es nicht auf Moral, sondern auf Neid. Wenn man beginnt, bei Israel weit über das hinaus, was von anderen erwartet wird, zu urteilen, schlägt das schnell in eine Dämonisierungs-Attitüde um, besonders dann, wenn diese Standards willkürlich hoch angesetzt werden – selbst über Israels eigene Ansprüche hinaus. Allzu oft wird Israel in Relation zum Idealzustand beurteilt, während dies bei anderen Staaten lediglich im Verhältnis zum Status Quo oder ihrem Verhalten in der Vergangenheit geschieht.

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Drei Beispiele, wie die MSM Yisrael Beiteinu in den Dreck zogen

2. März 2009

HonestReporting Media BackSpin, 2. März 2009

Wenn die Mainstream-Medien eine israelische Partei als „faschistisch“ abstempeln, während sie die Hamas als „pragmatisch“ bezeichnen, antwortet Elizabeth Jay darauf, indem sie drei Ebenen des Problems anspricht. Sie bemerkt, dass die Mainstream-Medien

1) Yisrael Beitenus Erfolg aufblähten, um die Verachtung gegenüber Israel im Ganzen zu verstärken.

2) Doppelmoral beweisen, indem sie die Hamas nach deren Wahlerfolg 2006 als pragmatisch“ bezeichneten.

3) Sich gegenüber dem unentschuldbaren Hamas-Terror blind stellen.

Bitte den vollständigen Beitrag [In Englisch] lesen.

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NGOs und die tibetische Intifada

18. März 2008

honestreporting Media BackSpin, 18. März 2008

Jonathan Kay sinniert über die tibetische Intifada:

Ich sehe, dass Tibet in Flammen steht und mindestens 100 Menschen während der Proteste in den Straßen starben.

Der ausführliche Bericht hier ähnelt in schauriger Weise dem über eine andere, etwas weniger verworrene „Konfliktzone“: Einheimische Aktivisten erheben sich gegen eine Macht, die sie als brutalen Kolonialbesatzer sehen. Der Besatzer schlägt zurück. Auf den Straßen fließt Blut. Die Tibeter haben noch nicht damit begonnen, sich in Restaurants in die Luft zu sprengen oder chinesische Studenten mit Maschinenpistolen niederzumähen. Wenn sie das tun, so zeigt der Präzedenzfall der Palästinenser, wird die Welt feierlich erklären, dass sie „in einer Gewaltspirale“ gefangen sind.

Wenn Sie der Sache auf den Grund gehen, werden Sie feststellen, dass die Tibeter weit mehr Anspruch auf die Sympathie der Welt erheben können als die Palästinenser. Nach der chinesischen Invasion im Jahr 1950 töteten chinesische Truppen eine Million Tibeter – das sind ungefähr zwei Zehnerpotenzen der Größenordnung aller Palästinenser, die von Israel in den letzten 6 Jahrzehnten getötet wurden. (Was bedeutet, dass, wenn den Behauptungen der Islamisten über einen „Holocaust“ im Gazastreifen und im Westjordanland Glauben geschenkt werden soll, Tibet mindestens 100 Holocausts erlitten hat. Wow – eine Menge Holocausts).

Obendrein gibt es noch den massiven Zustrom chinesischer Zuwanderer, der die Tibeter zu einer Minderheit in ihrem eigenen Land machte (aus unerfindlichen Gründen verweisen die Medien auf diese Leute nie als „Siedler“),  ganz zu schweigen von der Zerstörung 6.000 tibetischer Klöster, (eine Zahl, die etwa 6.000 mal so hoch ist wie die der Moscheen, die von Israel zerstört werden [kapiert?]). Und so geht es immer weiter – obwohl Sie meistens nichts davon in den Medien mitbekommen.

Aber zweifellos wird die Gewalt während dieses Monats in Tibet den Leuten die Augen öffnen, gelle?

Während ich dabei bin, dies zu schreiben, arbeiten Sid Ryan und seine CUPE (Canadic Union Of Public Employees) vermutlich emsig daran, eine Boykottresolution für sämtliche chinesischen Produkte aufzusetzen.

Studentenaktivisten zertrümmern ihre Leonovo-Laptops. Die Fakultäten für Ingenieurwesen an allen Universitäten Nordamerikas brechen ihre Partnerschaftsprojekte mit Kollegen in China ab. Vermutlich wird es auch hektische Aktivitäten bezüglich antichinesischer Beschlussfassungen geben, die von den Vereinten Nationen und den verschiedenen UN-Gremien vorangetrieben werden – besonders durch den Menschenrechtsrat. Jimmy Carter, so nimmt man an, arbeitet fieberhaft an einer tibetischen Version der Fortsetzung von Peace Not Apartheid.

Was die Olympischen Spiele in Peking betrifft, werden sie auch abgesagt? Wer würde sie jetzt besuchen?

Yup. Dies alles wird geschehen. Sie werden sehen. Alles andere läuft auf eine “Doppelmoral“ hinaus. Und das ist schlicht undenkbar.