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Das B in BDS steht für Blacklisting, nicht für Boykott

29. Oktober 2014

Alex Margolin, HonestReporting, 28. Oktober 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

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Der Israelboykott der BDS-Bewegung ist praktisch gesehen eine „schwarze Liste“, um Israel von der Weltbühne zu fegen.

Es ist gut dokumentiert, dass die Bewegung vor allem dazu dient, antiisraelische Propaganda zu verbreiten. Es wird Zeit, Wörter zu gebrauchen, die die wahre Natur jener Bewegung wiedergeben.

Die wirtschaftlichen, kulturellen und akademischen Boykottaufrufe gegen Israel haben in jenen Bereichen praktisch keine anderen Auswirkungen, als dass sie Israels Namen schlechtmachen. Aber der Gebrauch des Begriffs „Boykott“ verleiht der Bewegung einen Anschein der Rechtmäßigkeit, den sie nicht verdient.

Wie formulierte es eine Studentengruppe, als herauskam, dass sie für ihre Boykottaufrufe gegen Israel israelische Webtechnologie benutzten? „BDS ist eine Taktik, kein Prinzip.“ Es ist eine Taktik für die Verbreitung von Hass, nicht für die Förderung von Frieden und Versöhnung.

Verträte die Bewegung tatsächlich ein Prinzip und würde für Menschenrechte oder für Gerechtigkeit eintreten, würden seine Unterstützer überall für diese Werte kämpfen. Doch nur Israel ist das Ziel der BDS-Kampagnen, was beweist, dass es sich tatsächlich um eine schwarze Liste handelt und nicht um einen Boykott im Namen irgendeiner Gerechtigkeit.

Die Bewegung behauptet, eines ihrer Kernziele sei der Kampf für die Rechte von Arabern, die in Israel leben. Aber ihre Liste von Erfolgen zeigt keinerlei Zusammenhang mit ihren angeblichen Zielen. Sie zeigen lediglich Erfolg beim Anschwärzen von Israel, aber den praktischen Interessen der Palästinenser wird in keiner Weise gedient.

Wie Langzeitaktivist Todd Gitlin diese Woche im Tablet-Magazin bemerkt:

Die Menschenrechte der Palästinenser in Israel müssen sicherlich verteidigt werden, und eine Kampagne zu diesem Zweck ist gerechtfertigt. Wie es möglich sein soll, dass ein Israel, welches mit der Abwehr von Sanktionen und Boykotten beschäftigt ist, palästinensische Rechte stärker achtet, erschließt sich mir nicht. Wo sind Beweise dafür, dass sich die israelische Behandlung seiner arabischen Minderheit verbesserte, jetzt nachdem die BDS-Bewegung Erfolge gefeiert hat?

Die Bemühungen, Israel durch das Blacklisting praktisch in die Nichtexistenz zu treiben, zeigt sich deutlich am akademischen Israelboykott der American Studies Association. Der Verband stellte klar, jeder Israeli könne an der kommenden Konferenz teilnehmen, sogar Benjamin Netanyahu, solange er oder sie als Einzelperson teilnimmt und nicht als Israeli. „Mit anderen Worten, Premierminister Netanyahu kann kommen, aber wir schreiben seinen Titel im Programm als Herr Netanyahu, und auf seinem Namensschild steht Benjamin Netanyahu“, sagte der verantwortliche Direktor der ASA, John Stephens, der Website Inside Higher Ed.

Die ASA nennt das einen Boykott, aber es ist in Wirklichkeit die Aussage, Israelis verdienten keinen Platz am Tisch, ähnlich wie eine schwarze Liste sagt, dass einige Leute in bestimmten Situationen als unerwünscht betrachtet werden.

Es ist Zeit, BDS mit einem Begriff zu beschreiben, der ihre Diskriminierung Israels, ihre Verletzung der akademischen Freiheit und ihre Dämonisierung eines jeden, der mit dem jüdischen Staat in Verbindung steht, angemessen wiedergibt.

Das B in BDS steht für Blacklisting, nicht für Boykott.

Video: Palästinensischen Flüchtlingen Menschenrechte verwehrt

29. Juli 2011

HonestReporting Media BackSpin, 29. Juli 2011

Gute Info zum Status der palästinensischen Flüchtlinge in den arabischen Ländern.

Dank an Free Middle East.

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Kleine Anmerkung meinerseits [bd]:

Vor zwei Jahren hatte ich auf meinem Kommentarblog Castollux eine Rezension zu einem Buch des irakischen Autors Najem Wali eingestellt, die sich auch mit diesem Thema beschäftigt.

Titel des Buches: „Reise in das Herz des Feindes“. Dort wird das Thema „Arabische Solidarität“ auch angesprochen. Sehr aufschlussreich!

Wie wär’s zur Abwechslung mit einer Bahrain-Apartheid-Woche?

22. Februar 2011

HonestReporting Media BackSpin, 22. Februar 2011

Eben las ich Nick Kristofs neuen Beitrag Apartheid in Bahrain?

Können Sie sich die Empörung vorstellen, wenn der Staat Israel die israelischen Araber und die Palästinenser in der gleichen Weise behandelte wie es Kristof am Beispiel des Umgangs der bahrainischen Sunnis mit den dort lebenden Schiiten aufzeigt?

Es herrscht Angst vor dem Pöbel, Misstrauen gegenüber einer vollständigen Demokratie und dem Anspruch auf Recht. Apartheid ist nicht ganz die treffende Metapher, weil es keine formelle Trennung gibt (auch wenn die Wohnviertel entweder überwiegend sunnitisch oder schiitisch geprägt sind), und die Leute pflegen gewöhnlich gute Beziehungen zu Angehörigen der jeweils anderen Glaubensrichtung. Aber wie kann ein System fair sein, wenn 70 Prozent seiner Bevölkerung nicht für den Dienst in der Armee zugelassen werden? Wie kann ein System, in dem die hochrangigsten Kabinettsposten allein von einer Familie besetzt werden, als fair bezeichnet werden?

Die Regierung spricht von „Einheit“ und wirft der Opposition vor, Sektierertum zu unterstützen. Also bitte! Ein Freund aus den USA befand sich mitten im Treiben am Donnerstagmorgen, als die Polizei angriff. Sie schnappte ihn sich; aber als sie erkannte, dass er US-Amerikaner war, reagierte sie freundlich und sagte, dass sie hinter Schiiten her wären. Mein Freund sagte, dass ihm diese Erfahrung einen kalten Schauer bescherte –  ihm war so, als ob sie Ratten jagten. Und etliche Leute, die auch dort waren, sagten mir, dass die Polizei anti-schiitische Schimpfworte und Flüche gebrauchte, als sie Häftlinge misshandelten.

Diskriminierung in Bahrain wäre ein gutes Gesprächsthema für die Israel-Apartheid-Woche – vielleicht bald an einer Universität in Ihrer Nähe.

Letztendlich ist die heuchlerische Boycott-Divestment-Sanctions (BDS)-Bewegung mehr an Israel-Bashing interessiert als an sozialer Gerechtigkeit. Sie können also noch lange darauf warten, bis eine Bahrain-Apartheid-Woche ausgerufen wird.

Ein Grund mehr übrigens, israelische Demokratie zu exportieren.