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Der andere Dubai-Mord

4. März 2010

HonestReporting Media BackSpin, 4. März 2010

Jackson Diehl wundert sich über den ausbleibenden Lärm, als letztmals eine nicht ganz unbekannte Person durch ausländische Auftragskiller in Dubai ermordet worden war.

Dieser „Jemand“ war Sulim Yamadayev, ein tschetschenischer Rebellenkommandant. Diehl schreibt:

Polizeichef Tamim kann man diesmal zugute halten, dass er Russland die gleiche Aufmerksamkeit widmete wie jetzt Israel. Auf einer Pressekonferenz im April 2009 bezeichnete er Adam Delimkhanov, Mitarbeiter des tschetschenischen Präsidenten Ramzan Kadyrov und Mitglied des russischen Parlaments, als Drahtzieher des Verbrechens, und er sagte damals, dass er Interpol wegen eines Haftbefehls kontaktieren wolle. Es sei, so sagte er, „Russlands Verantwortung [vor der Welt], diese Mörder aus Tschetschenien in Schach zu halten.“

Der Unterschied besteht logischerweise darin, dass das Interesse an einer Geschichte über einen von Russland gesponserten Auftragsmord in Dubai nicht mit dem einer Story über israelische Beteiligung vergleichbar ist. Zum Fall Yamadayev wurden verhältnismäßig wenig Artikel geschrieben; es gab keine ärgerlichen Leitartikel in der Financial Times (Kostenlose Registrierung erforderlich [bd]). Wohl überflüssig zu erwähnen, dass Delimkhanov und die anderen in Dubai identifizierten Verdächtigen nicht inhaftiert oder ausgeliefert worden sind, oder wie Shmuel Rosner in einem Beitrag für Slate resümierte: „Die Konsequenzen für die Meuchelmörder? Überhaupt keine. Für die tschetschenische Regierung? Nichts. Für den stellvertretenden Premierminister? Nichts. Für die Beziehungen zwischen Dubai und Russland? Fehlanzeige.“

Letztendlich könnte sich herausstellen, dass auch Israel wegen Tamims Angriff kaum Schaden davontragen wird. Es wird zweifellos interessant sein zu beobachten, ob Dubai, ein Möchtegern-Wirtschaftsstandort, der in seinem Schuldensumpf versinkt, damit beginnt, Reisende an seinem Airport herauszufischen, die er für Israelis hält. Fürs Erste scheint in der Tat klar zu sein, dass – aus welchem Grund auch immer – Geschichten über die Hinterhältigkeit des Mossad den Rest der Welt mehr interessieren werden als Stories über den russischen Geheimdienst FSB oder den Libyens.

Als Yamadayev im März 2009 niedergeschossen wurde schwamm der Golfstaat im Geld. Furore machende Pressekonferenzen, die die Aufmerksamkeit auf den Mord lenkten, waren nicht im Interesse Dubais.

Nun aber haben Polizeichef Dahi Khalfan Al-Tamim und die Kräfte hinter ihm ein Interesse daran, dass sich die Medien weiterhin auf den Mossad und eine ständig wachsende Liste Verdächtiger fixieren. Ein groß angelegtes Manöver, das von der Schuldenkrise in Dubai ablenken soll.