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NY Times und das Gesetz der unfreiwilligen Konsequenzen

10. März 2010

HonestReporting Media BackSpin, 10. März 2010

Der Staub wegen des von Electronic Intifada geschobenen Frusts über Ethan Bronner hat sich noch nicht gelegt: Vor wenigen Monaten hatten sie den Jerusalemer Büroleiter eines Loyalitätskonflikts bezichtigt, weil sein Sohn in der IDF dient. Sie wollten erreichen, dass Bronner versetzt wird.

Aber der radioaktive Niederschlag hat stattdessen Taghreed EL-Khodary getroffen, Gaza-Reporterin der Gray Lady. Nicht nur, dass sie aus Gaza nicht mehr berichten kann, es könnte für sie sogar auch dann gefährlich werden, wenn sie wieder in den Gazastreifen zurückginge.

Dazu Daoud Kuttab in der Huffington Post:

Als diese Kontroverse publik wurde, war Taghreed auf Fortbildung in den USA und danach im wohlverdienten Urlaub, wie Freunde berichten. Ihre Kollegen in Gaza haben gesagt, dass sie sich entschied, nicht zurückzukommen, da sie offensichtlich Sorge hatte, dass ihr Kontaktnetz aufgelöst werden würde und sie Schwierigkeiten bekäme, in dem von der Hamas kontrollierten Gazastreifen zu schreiben oder sich dort frei zu bewegen.

Jeder, der sich mit gewalttätigen Konflikten wie dem in Gaza auskennt, weiß, wie leicht sich die Situation für die Journalisten vor Ort, die an einer plötzlich negativ im Rampenlicht stehenden Publikation arbeiten, zum Schlechten wenden kann. EL Khodary, die selbst dann nicht den traditionellen islamischen Kopfschleier trägt, wenn sie aus Gaza berichtet, könnte leicht zum Ziel irgendwelcher hitzköpfiger Islamisten werden können, die diesen Anlass benutzt hätten, um Punkte zu sammeln, wenn sie sie als Sündenbock auswählten.

Sie ist bekannt für ihre Glaubwürdigkeit und ehrliche Berichterstattung – kein Wunder, dass sie verschwand. Gaza ist ein hartes Pflaster für Berichterstattung und es ist eine große Herausforderung, so viel Glaubwürdigkeit zu erlangen. Ihre Kollegen sagen, dass sie nicht so dumm ist, das aufs Spiel zu setzen, indem sie mit einem Chef in Jerusalem zusammenarbeitet, dessen Sohn in der israelischen Armee dient, die jederzeit in den Gazastreifen einmarschieren könnte.

Als Electronic Intifada erstmals petzte, dass Bronners in der IDF diente, forderte Clark Hoyt, Public Editor* bei der NY Times, sofort  die Versetzung Bonners, aber Chefredakteur Bill Keller verwarf diese Idee.

So bekommt die Pressefreiheit in Gaza also einen weiteren Schlag versetzt, unfreiwillig assistiert von Electronic Intifada und Clark Hoyt.

Die Hamas hat das Pressekorps komplett eingeschüchtert. Und die Mainstream-Medien verhalten sich merkwürdig ruhig zum Schicksal des britischen Journalisten Paul Martin, der immer noch von der Hamas gefangen gehalten wird. Ich frage mich, was der Public Editor oder Electronic Intifada zu Khodary sagen.

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*Hier eine Umschreibung für den etwas sperrigen Begriff: http://en.wikipedia.org/wiki/Public_editor

Leseempfehlungen 21.02.2010

21. Februar 2010

HonestReporting Media BackSpin, 21. Februar 2010

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BMJ‘ s selektive Veröffentlichkeitsform

8. Februar 2010

HonestReporting Media BackSpin, 8. Februar 2010

Lesen Sie bitte HonestReportings neue medienkritische Beiträge.

Wenn eine Online-Geschichte des British Medical Journal (BMJ) positives Material beinhaltet, warum vermisst man es dann in der Printausgabe des Medizinjournals? BMJ’s Selective Editing.

Clark Hoyt, Public Editor* bei der NY Times, forderte in seinem Blatt eine Versetzung des Jerusalemer Bürochefs Ethan Bronner. Weshalb? NY Times and Conflict of Interest Appearances.

NY Times mit Anzeichen von Interessenkonflikten

8. Februar 2010

HonestReporting Media BackSpin, 7. Februar 2010

Clark Hoyt, Public Editor* bei der NY Times, forderte in seinem Blatt eine Versetzung des Jerusalemer Bürochefs Ethan Bronner. Weshalb?

Weil Chefredakteur Bill Keller bestätigte, was Electronic Intifada zunächst behauptete: Bronners Sohn diente in der IDF, was für die Zeitung einen Interessenkonflikt bedeutete.

Keller schrieb, dass er nicht beabsichtige, Bronner auszuwechseln.

Ich werde nicht kommentieren, ob Bronner deshalb versetzt werden sollte, möchte aber gerne bei den Mainstream-Medien sehen, dass sie hier konsequent sind. Alle westlichen Journalisten, die persönliche Beziehungen zu palästinensischen Stringern und Aktivisten haben, sei es über Ehen, feste Beziehungen oder Liebesaffären, erzeugen genauso Interessenkonflikte.

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*Hier eine Umschreibung für den etwas sperrigen Begriff: http://en.wikipedia.org/wiki/Public_editor