Posted tagged ‘China’

Soll Israel einen satellitengestützten Nachrichtenkanal in Betrieb nehmen?

5. Mai 2010

HonestReporting Media BackSpin, 5. Mai 2010

China will im Juli einen satellitengestützten Nachrichtensender starten, der rund um die Uhr senden wird.

Sollte Israel jetzt endlich nachziehen?

Stellen Sie sich die Empörung vor….

29. Dezember 2009

HonestReporting Media BackSpin, 29. Dezember 2009

China begann langsam wieder damit, die Telefon- und Internetverbindungen

zwischen seiner westlichen Provinz  Xinjiang und dem Rest der Welt wiederherzustellen.

Ohne direkte internationale Verbindungen haben die Menschen in Xinjiang kreative Wege gefunden, mit der Außenwelt zu kommunizieren. Ein in diesem Monat veröffentlichter Artikel im Magazin ’Science’ beschrieb, wie Forschungsarbeiten für die Chinesische Akademie der Wissenschaften auf Eilpost oder Reisen in andere Landesteile angewiesen waren, um dann online erscheinen zu können.

„Meine Frau und ich mussten hier ausharren  und das frustrierendes Gefühl ertragen, dass wir nun in der Steinzeit leben“, so Josh Summers, ein in Xinjiang lebender amerikanischer Blogger in einem Posting zu Beginn dieses Monats. Er schrieb, dass es zwar nach der Abschaltung noch Ausweichmöglichkeiten gegeben habe, wollte sich dazu aber nicht im Detail äußern.

Wegen der Unruhen und ethnischer Spannungen kappte die Regierung im Juli sämtliche Kommunikationsverbindungen zur Provinz. Ein halbes Jahr über hatten geschätzte 21 Millionen Menschen keine internationale Telefonverbindung, keinen Internetzugang und keinerlei Möglichkeit, SMS-Nachrichten zu verschicken.

Das war ein klassisches Beispiel für Kollektivbestrafung, dennoch gab es kein Zeter und Mordio seitens der Menschenrechtsgemeinschaft, keine UN-Ermittlungen, keine besonders stark ausfallenden Denunziationen, keine dicken Schlagzeilen.

Und nun stellen Sie sich die Empörung vor, wenn Israel genauso mit Gaza umgesprungen wäre….

Stellen Sie sich die Empörung vor, wenn Israel beteiligt wäre

3. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 3. November 2009

Aus der Globe & Mail heute:

Wegen der heftigen Gewaltausbrüche im vergangenen Juli in der westchinesischen Stadt Urumqi griffen die chinesische Behörden zu radikalen Maßnahmen: Sperrung aller Internetzugriffe sowie SMS- und internationalen Telefonverbindungen in Xinjiang, einer widerspenstigen Provinz mit 21 Millionen Einwohnern.

Fast vier Monate später – und trotz der amtlichen Beteuerungen, dass sich die Lage in Xinjiang nach den ethnischen Konflikten, denen annähernd 200 Menschen zum Opfer gefallen waren, wieder entspannt habe – wird die Abschaltung nicht aufgehoben und schneidet die vorwiegend von muslimischen Ujguren bewohnte Region faktisch vom Rest des Planeten ab.

„Kollektivbestrafung“ nennt man es nur, wenn Israel beteiligt ist.

Chinas Verlustzahlen zuverlässig, Israels nicht?

21. Juli 2009

HonestReporting Media BackSpin, 21. Juli 2009

China räumte ein, während der letzten Unruhen viele Uiguren getötet zu haben. Ein Leser nahm Anstoß an diesem Bericht der BBC:

Etwa 200 Menschen – meistens Han-Chinesen – starben bei den Zusammenstößen zwischen muslimischen Uiguren und Han-Chinesen in Urumqi.

Es gibt keinen Beleg dafür, dass die Zahl 200 von der chinesischen Regierung stammt, und noch weniger, ob sie von unabhängigen Stellen verifiziert wurde. Die Zahl wird als zuverlässig angegeben. Doch die BBC vermurkst die Angaben, indem sie schreibt:

Exil-Uiguren haben gesagt, dass Hunderte ihrer Landsleute getötet worden seien.

Im Vergleich dazu gibt es eine große Differenz zwischen den israelischen und palästinensischen Opferzahlen und die Berichte merken das auch an.

Es ist nichts daran auszusetzen, wenn die BBC israelische, palästinensische und uigurische Opferzahlen mit einer gesunden Portion Skepsis betrachtet. Aber auf welcher Basis kann man die chinesischen Zahlen als zuverlässig betrachten?

„Nichtereignisse, was die Fernsehnachrichten betrifft“

25. März 2008

honestreporting Media BackSpin, 25. März 2008

Dennis Prager zählt einige Gründe auf, warum den Palästinensern mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird als den Tibetern. Hier ein Argument, das sich direkt auf die Mainstream-Medien bezieht:

Sieht man von ihrem linkslastigen Blickwinkel ab, berichten die Fernsehnachrichten nur das, was sie auf Video filmen können. Und aus kaum einem Land wird im Fernsehen so viel übertragen wie aus Israel, während Videoberichte aus Tibet verboten sind, wie auch sonst fast überall in China, außer sie finden unter strenger Kontrolle der chinesischen Behörden statt. Keine Videoaufnahmen, keine Fernsehnachrichten. Während also trauernde Palästinenser und unbeabsichtigte Tötungen von Palästinensern im Zuge von moralisch gerechtfertigten israelischen Reaktionen gegen Terroristen regelmäßig im Fernsehen übertragen werden, sind das Abschlachten von mehr als einer Million Tibetern und die Auslöschung des tibetischen Buddhismus und seiner Kultur Nichtereignisse, was die Fernsehnachrichten betrifft.

Den vollständigen Beitrag können sie hier [In Englisch] lesen:

NGOs und die tibetische Intifada

18. März 2008

honestreporting Media BackSpin, 18. März 2008

Jonathan Kay sinniert über die tibetische Intifada:

Ich sehe, dass Tibet in Flammen steht und mindestens 100 Menschen während der Proteste in den Straßen starben.

Der ausführliche Bericht hier ähnelt in schauriger Weise dem über eine andere, etwas weniger verworrene „Konfliktzone“: Einheimische Aktivisten erheben sich gegen eine Macht, die sie als brutalen Kolonialbesatzer sehen. Der Besatzer schlägt zurück. Auf den Straßen fließt Blut. Die Tibeter haben noch nicht damit begonnen, sich in Restaurants in die Luft zu sprengen oder chinesische Studenten mit Maschinenpistolen niederzumähen. Wenn sie das tun, so zeigt der Präzedenzfall der Palästinenser, wird die Welt feierlich erklären, dass sie „in einer Gewaltspirale“ gefangen sind.

Wenn Sie der Sache auf den Grund gehen, werden Sie feststellen, dass die Tibeter weit mehr Anspruch auf die Sympathie der Welt erheben können als die Palästinenser. Nach der chinesischen Invasion im Jahr 1950 töteten chinesische Truppen eine Million Tibeter – das sind ungefähr zwei Zehnerpotenzen der Größenordnung aller Palästinenser, die von Israel in den letzten 6 Jahrzehnten getötet wurden. (Was bedeutet, dass, wenn den Behauptungen der Islamisten über einen „Holocaust“ im Gazastreifen und im Westjordanland Glauben geschenkt werden soll, Tibet mindestens 100 Holocausts erlitten hat. Wow – eine Menge Holocausts).

Obendrein gibt es noch den massiven Zustrom chinesischer Zuwanderer, der die Tibeter zu einer Minderheit in ihrem eigenen Land machte (aus unerfindlichen Gründen verweisen die Medien auf diese Leute nie als „Siedler“),  ganz zu schweigen von der Zerstörung 6.000 tibetischer Klöster, (eine Zahl, die etwa 6.000 mal so hoch ist wie die der Moscheen, die von Israel zerstört werden [kapiert?]). Und so geht es immer weiter – obwohl Sie meistens nichts davon in den Medien mitbekommen.

Aber zweifellos wird die Gewalt während dieses Monats in Tibet den Leuten die Augen öffnen, gelle?

Während ich dabei bin, dies zu schreiben, arbeiten Sid Ryan und seine CUPE (Canadic Union Of Public Employees) vermutlich emsig daran, eine Boykottresolution für sämtliche chinesischen Produkte aufzusetzen.

Studentenaktivisten zertrümmern ihre Leonovo-Laptops. Die Fakultäten für Ingenieurwesen an allen Universitäten Nordamerikas brechen ihre Partnerschaftsprojekte mit Kollegen in China ab. Vermutlich wird es auch hektische Aktivitäten bezüglich antichinesischer Beschlussfassungen geben, die von den Vereinten Nationen und den verschiedenen UN-Gremien vorangetrieben werden – besonders durch den Menschenrechtsrat. Jimmy Carter, so nimmt man an, arbeitet fieberhaft an einer tibetischen Version der Fortsetzung von Peace Not Apartheid.

Was die Olympischen Spiele in Peking betrifft, werden sie auch abgesagt? Wer würde sie jetzt besuchen?

Yup. Dies alles wird geschehen. Sie werden sehen. Alles andere läuft auf eine “Doppelmoral“ hinaus. Und das ist schlicht undenkbar.

Warum unvermeidliche Konsequenz?, Teil 2

17. März 2008

honestreporting Media BackSpin, 17. März 2008

DryBones zu China. Folgen Sie dem Link und sehen Sie, wie er die Mainstream-Medien herausfordert.

Text von links oben nach rechts unten:

1) China kann sich nicht einfach so aus Tibet zurückziehen! Warum nicht?

2) Tibet könnte dann unbegründete und gnadenlose Raketenangriffe auf chinesische Städte ausführen.

3) Stell‘ dich nicht so dumm an! Warum würde Tibet so etwas Verabscheuenswertes, Irrsinniges und Selbstzerstörerisches tun?

4) Diese Leute sind tibetanische Buddhisten, keine Palästinenser aus dem Gazastreifen.

Dazu passend: Warum unvermeidliche Konsequenz?