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Müssen Blogger zukünftig ihre Finanzen offenlegen?*

25. November 2008

HonestReporting Media BackSpin, 25. November 2008

…wenn politischer Online-Aktivismus eine Form der Lobbyarbeit ist? Wenn ja, könnten Washingtons Regulierungsbehörden manche Blogger dazu zwingen, ihre Finanzen offenzulegen. AP schreibt:

Im Zusammenstoß zwischen Medien des 21. Jahrhunderts und den politischen Reformen der 1979er-Jahre verweist die Anfrage auf einen Showdown für Blogs – jene selbst erstellten Journals, die sich zwischen Nachricht, Kommentar und politischer Kampagne sowie Fundraising bewegen.

Staatsbeamte spielen etwaige Konflikte mit dem Medienrecht herunter, wenn sie herausstellen, dass die Regulierungsbehörden schon vorher das journalistische Bloggen von Bestimmungen für Marketingkampagnen befreit haben.

Aus dem hohlen Bauch heraus einige Gründe für und gegen solche Offenlegungen:

Dagegen: Blogger wie unkontrollierte Kritiker und Journalisten bieten Meinungen zu allen möglichen Themen.

Dafür: Ich wage zu sagen: Kritiker (wie Henry Siegman, der Geld von Saudi-Arabien, Yasser Arafats Freunden etc. erhielt) und Journalisten (wie Lauren Booth, nun auf der Gehaltsliste des Iran steht) verdienen einen prüfenden Blick.

Dagegen: Pure Aktivistengruppen mit steuerfreiem Status berichten ihre Finanzierung bereits den Bundessteuerbehörden der Vereinigten Staaten oder relevanten Regierungsbehörden in anderen Ländern. Und die Mehrheit der seriösen Blogger postet zum Hobby oder aus beruflichen Gründen, die rechtlich irrelevant sind.

Dafür: Manche Blogs sind in Wirklichkeit Ausleger verschiedener Organisationen oder ihnen lose angeschlossen.

Dafür: Was ist falsch daran, wenn man Blogger ebenso genau unter die Lupe wie nimmt wie sie selbst das bei Anderen praktizieren?

Dagegen: Eine Regulierung führt zwangsläufig zu der unerfreulichen Erkenntnis, dass andere Medien wie Bücher und Filme manchmal auch aus dubiosen Quellen finanziert werden.

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*Bezieht sich (vorerst) auf die USA