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Wer ist der Iran, dass er Israel Vorhaltungen wegen Tränengaseinsatz macht?

22. Februar 2011

HonestReporting Media BackSpin, 22. Februar 2011

Eine Facebook-Gruppe namens IRAN: “Wir brauchen dringend Eure Hilfe” bittet „Netzbürger“ um Rat, wie man sich vor einem unbekannten neuen Tränengas schützt, das die iranischen Sicherheitskräfte gegen Freiheits-Demonstranten einsetzen.

Das erinnert mich an Jawaher Abu Rahma, deren Tod zu Unrecht israelischen Sicherheitskräften angelastet wurde. Letztendlich gaben die Palästinenser zu, dass die Frau an einer bereits bestehenden Krankheit gelitten hatte. Kein einziger Bilin-Protestler würde durch israelisches Tränengas getötet, aber Abu Rahmas Tod war Wasser auf die Mühlen heftiger Berichterstattung durch den iranischen Staatssender Press TV.

Nun wird der Iran derselben Sache bezichtigt – in einem ungleich größeren Maßstab. Ich gehe mal davon aus, dass Press TV den Anschuldigungen begegnen wird, indem er „beweist“, dass das iranische Gas normal sei, und dass jeder, der unter ungewöhnliche Folgewirkungen leide, bereits vorher gesundheitlich stark vorbelastet war.

Sky News macht wieder eine Szene zu Bilin

9. Januar 2011

HonestReporting Media BackSpin, 9. Januar 2011

Freitag (7. Januar) markierte die erste Demo am Zaun bei Bilin, seit Jawaher Abu Rahma starb. Die Sky News-Crew war natürlich zur Stelle und Dominic Waghorns Bericht stinkt noch schlimmer als das Filmteam, das auch mit Skunk (Stinktier) besprüht worden war, einem ungefährlichen Mittel, das manchmal von der IDF verwendet wird, um Massenansammlungen in Schach zu halten.

Ich stimme nicht mit Waghorns Beurteilung der Demo oder seiner Bewertung von nicht tödlichen Einsatzmitteln der IDF überein. Dafür vier Beispiele aus seinem Text:

Ausschnitt 1

Jede Woche marschieren – begleitet von israelischen und internationalen Unterstützern – Dorfbewohner symbolisch zum Zaun, um ihr Land dahinter zu betreten.

Symbolisch? Diese Protestler tauchen auf, weil sie die Nachrichtenmedien ausnutzen wollen, die Armee provozieren und nach Möglichkeit den Zaun beschädigen. Wenn wir schon dabei sind: warum werden dann die israelischen Methoden zur Kontrolle von Massenansammlungen nicht auch als symbolisch bezeichnet?

Ausschnitt 2

Ich habe den Mann interviewt, der Skunk erfunden hatte, aber niemals zuvor den Einsatz des Mittels in einer Wutaktion gesehen. Er hat es fertig gebracht, Hefe aus Proteinen zu züchten, die einen Gestank produzieren, der irgendwo zwischen verwesenden Leichnamen und Exkrementen riecht.

Will Waghorn unterstellen, dass die Soldaten, die Skunk einsetzen, sich mehr von ihren Emotionen als von Vorschriften leiten lassen?

Ausschnitt 3

Die Demonstranten fingen dann an, Steine zu werfen, trotz des Appells anderer Teilnehmer, die Demo friedlich durchzuziehen. Und die Israelis wendeten mehr und mehr Tränengas an, abgefeuert aus einer Entfernung, die den allgemeinen Rückzug der Demonstranten Richtung Bilin und das Ende der Protestkundgebung erzwang.

Was hier fehlt ist die Tatsache, dass die Palästinenser „mehr und mehr“ Steine warfen, bevor der Einsatz von Tränengas eskalierte.

Ausschnitt 4

Aber sonst besprüht die israelische Armee die Menschen von Bilin mit Dreck….

In Ausschnitt 2 oben schrieb Waghorn noch von Hefeproteinen!

Ich vermute, dass Waghorn  sauer ist, weil er auch eine Skunk-Dusche abbekommen hatte:

Wir rannten mit ihnen, aber der überwältigende Gestank holte uns ein. Pech für Pete, unseren Kameramann, der eine volle Ladung abbekam….

Wir fuhren zurück ins Büro  und legten alle unsere Gasmasken an wegen des Geruchs, der uns das Gesicht verzog.

Dumm für Waghorn, dass die bouncing blue balls der Armee, die er im Oktober beobachtet hatte, der (gewaltsamen) Demo wahrscheinlich kein effektives Ende bereitet hätten.

UPDATE 9. Januar, 13.05 h:

Hier ein IDF-Video zum Vorfall. Für meinen Geschmack sieht das nicht besonders symbolisch aus, und Waghorns Beschreibung von Steine werfenden Leuten trifft mich, gelinde gesagt, als Untertreibung.

 

Avatar-Fotosession in Bilin

14. Februar 2010

HonestReporting Media BackSpin, 14. Februar 2010

Diesen neuesten Photo-Stunt, der Bilin in den News halten soll, muss man einfach mögen: Demonstranten, die als Darsteller aus dem Film Avatar verkleidet sind:


Ein Demonstrant, gekleidet wie eine Figur aus dem Film ’Avatar‘, schreit Parolen gegen Israels Grenzbarriere in Bilin, einem Dorf nahe Ramallah, Freitag, 12. Februar 2010. Israel sagt, dass die Barriere für die Sicherheit erforderlich ist, die Palästinenser betrachten sie aber als Mittel zum Landraub. Gegner von Israels Trennbarriere in der West Bank erzielten am Dienstag einen lang ersehnten Sieg, als die Regierung damit begann, die Umzäunung neu festzulegen, um weniger von einem palästinensischen Dorf zu verschlingen, das zum Symbol der Proteste gegen die Mauer und zum Ort häufiger gewaltsamer Zusammenstöße geworden ist. (
AP Photo/Bernat Armangue).

Der Weihnachtsmann wurde irgendwie langweilig. Was wäre mit anderen Laiendarstellern wie Blue, Blue Devil oder Blue Beetle?

Imageproblem des Weihnachtsmannes

28. Dezember 2009

HonestReporting Media BackSpin, 28. Dezember 2009

Die Palästinenser haben sich Mickey Mouse gekrallt. Kommt es dann wirklich überraschend, wenn sie alles andere als lustige Imageprobleme für den Weihnachtsmann erzeugen? Sehen Sie sich den neuesten Foto-Stunt an (via Gateway Pundit), auf den Reuters hereinfiel.


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alästinensischer Demonstrant in Nikolauskostüm wirft einen Stein auf israelische Soldaten während einer Protestkundgebung gegen die umstrittene israelische Barriere bei Bilin, nahe Ramallah, 25. Dezember 2009. REUTERS/Mohamad Torokman

Was kommt danach? Viktor der Wikinger, Floridas Albert der Alligator und – Gott bewahre! – Schweinsnasen, die für produzierte Ungereimtheiten bei Bilin posieren?

Dazu passend: Kinderspiel Fototermin

IndyMedia und der falsche Soldat

22. Juni 2009

HonestReporting Media BackSpin, 22. Juni 2009

Israel stellt Nachforschungen zu IndyMedia Israel an, nachdem auf deren Webseite ein Foto eingestellt worden war mit der Behauptung, dass Bassem Abu Rahma ermordet worden sei. Das Foto war mit „Mörder“ untertitelt und der Aufforderung, den Soldaten zu identifizieren. Aber AFP berichtet, dass IndyMedia wohl den falschen Soldaten „geouted“ hat:

Doch die Strafverfolger machen geltend, dass der Soldat, von dem sie sagten, dass er leicht identifiziert werden könne, nichts mit dem Vorfall zu tun hat.

Der stellvertretende Generalstaatsanwalt Shai Nitzan wies die Polizei an, nachzuforschen, ob IndyMedia Israel die Privatsphäre des Soldaten verletzt habe.

IndyMedia reagiert.

Abu Rahma starb im April, nachdem er während einem der wöchentlichen Zusammenstöße bei Bilin von einem Tränengasgeschoss in die Brust getroffen worden war.

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No Business Like Show Business

18. Mai 2009

HonestReporting Media BackSpin, 18. Mai 2009

Mehr noch als der Broadway ist Bilin in der West Bank Schauplatz eines Theaterstücks manipulierter Kontroversen und Posen für die Kameras.

Keine Überraschung also, wenn Associated Press uns glauben machen will, dass dieser Mann, der mit ausgestrecktem Arm einen Schlüssel direkt vor Bernat Armangues Kamera hält, so mir nichts dir nichts „in Ohnmacht fiel“, weil bei der Nakba-Demonstration letzte Woche Tränengas eingesetzt worden war.

Zum Vergrößern bitte aufs Bild klicken*.

Eine denkwürdiger Zusammenstoß im Jahr 2006 sorgte jedoch für öffentliches Aufsehen –  Reuters-Fotograf Imad Muhammad Intisar Boghnat war festgenommen worden, nachdem er dabei gefilmt worden war, wie er Krawallmacher aufforderte, große Felsbrocken auf israelische Fahrzeuge zu werfen.

(Hat tip: IsraellyCool)

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*Der Bildtext dürfte leicht zu verstehen sein. “passed out from tear gas“ bedeutet so viel wie „durch Tränengaseinsatz Bewusstsein verloren (oder ohnmächtig geworden)“.