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Terrorkollaborateur-Journalist gefeuert

27. September 2016

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 8. September 2016

Der italienische Journalist Michele Monni wurde diese Woche wegen Unredlichkeit entlassen, weil er behauptete, er arbeite für die italienische Nachrichtenagentur ANSA, als er in Wirklichkeit für die Terrororganisation Hisbollah arbeitete.

Letzten Monat schrieb HonestReporting über den Vorfall:

Monni gehörte zu den allerlei Reportern, die an Dokumentationen zum Gedenken des 10. Jahrestags des Zweiten Libanonkriegs arbeiten. (Das war der Konflikt, der von der Entführung der IDF-Soldaten Eldad Regev und Ehud Goldwasser ausgelöst wurde.)

Als Teil seiner Dokumentation interviewte Monni die ehemalige Außenministerin Tzipi Livni, den ehemaligen Verteidigungsminister Amir Peretz und zwei ehemalige Soldaten zu ihren Erinnerungen an die Entführung und den folgenden Konflikt 2006.

Nachdem Monni diese scheinbar alltäglichen Interview führte, geschah etwas Seltsames. Wie YNet zuerst berichtete, wurde Monnis Arbeit gesendet, aber nicht vom italienischen Fernsehen, sondern von al-Mayadin, einem libanesischen Fernsehsender, der mit der Hisbollah verbunden ist.

Al-Mayadin ist in der arabischen Welt als Teil der „Achse der Oppositionsmedien“ bekannt, zu der Hisbollahs Fernsehsender Al-Manar gehört. Diese schiitische Medienachse unterstützt unerschütterlich Baschar Assad und den Iran und ist zudem stolz darauf Al-Jaziras sunnitisch orientierte Agenda zu kontern.

Keiner der Israelis hätte dem Interview mit Monni zugestimmt, hätten sie gewusst, dass sie in einer „Dokumentation“ in einem Sprachrohr der Hisbollah erscheinen würden. Danach gefragt, wie seine Arbeit in den Händen von al-Mayadin landen konnte, gab Monni widersprüchliche Erklärungen (mehr dazu unten).

(Al-Mayadins komplette Dokumentation finden sich auf YouTube. Die Gesamtschilderung erfolgt auf Arabsich; die Interviews mit den Israelis und Teile, die Nachrichtenmeldungen der Amerikaner bringen, sind in Hebräisch und Englisch.)

Was geschah als Nächstes?

Israels Regierungspressebüro (GPO) startete eine formelle Ermittlung in dieser Frage, darunter ob der italienische Journalist Monni und die Nachrichtenagentur ANSA mit der Hisbollah konspirierten oder Betrug und Verdrehung von Tatsachen betrieben. Zusätzlich dazu, dass er sagte, er arbeite für ANSA; hatte Monni auch gesagt, er arbeite für Al-Jazira. Doch beide Nachrichtenagenturen stritten gegenüber dem GPO ab, dass sie auf irgendeine Weise  beteiligt waren.

Schließlich entschuldigte sich die italienische ANSA bei Israel und beendete Michele Monnis Vertrag wegen seines unredlichen Handlungsweise in dieser Affäre.

ANSA veröffentlichte die folgende Stellungnahme:

ANSA gab dem freiberuflichen Journalisten Michele Monni nie einen Auftrag irgendjemanden für den Beitrag zu den Ereignissen von 2006 zu interviewen. Monni sagte ANSA nie, dass er diese Interviews durchführt. Darüber hinaus hat ANSA nie irgendewelche von Monni geführte Interviews zu diesen Ereignissen veröffentlicht.

HonestReportings leitender Redakteur Simon Plosker fügt hinzu:

Dass ANSA den Vertrag mit Michele Monni beendete, ist das einzige akzeptable Ergebnis dieses Falls. Monni führte nicht nur einen schockierenden Betrug durch, sondern kollaborierte offen mit einer Terrororganisation. Kein seriöses Medienorgan sollte auch nur überlegen ihn zukünftig zu beschäftigen.

Plosker hat unser Missfallen über Twitter direkt an Monni kommuniziert:

Das einzig akzeptable Ergebnis. Kein seriöses Medienorgan sollte auch nur daran denken @bluemonni in Zukunft zu beschäftigen. https://t.co-YsGegkqQkU
– Simon Plosker (@SimonPlosker) 8. September 2016

Was bringt die Zukunft?

ANSA hat sich entschuldigt und seine Beziehung zu Monni beendet. Doch Monni sagte auch, dass er für Al-Jazira und die BBC arbeitet. Wird eine dieser Organisationen gegen Monni vorgehen? Werden Nachrichtenagenturen im Allgemeinen daran arbeiten sicherzustellen, dass solche Übertretungen zukünftig nicht stattfinden?

Eines ist gewiss: Es gibt ernste Brüche des professionellen Verhaltens zumindest bei einigen Mitgliedern der Auslandspresse, die in Israel arbeiten.

Und das beklagenswerte Endergebnis war Terrorpropaganda, nicht Journalismus.

HonestReportings CEO Joe Hyams sagte:

Das ist ein massiver Bruch der Medientransparenz. Es ist einer der wenigen Bereiche in der Medieneinseitigkeit, den die Öffentlichkeit nicht zwangsläufig von Berichterstattung unterscheiden kann und genau das ist der Grund, warum Medien-Watchdogs wie HonestReporting die Nachrichtenindustrie nicht nur Ruhe kommen lassen und die Öffentlichkeit vor Manipulation schützen müssen.

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Solidaritätsspendenaktion für Gaza legt Griechen rein

15. Juli 2009

HonestReporting Media BackSpin, 15. Juli 2009

Im Februar dieses Jahres rief das staatliche griechische Fernsehen zu einem Spendenmarathon auf, um Geld für ein christliches Krankenhaus in Gaza zu sammeln. Die sechsstündige Aktion brachte1,67 Millionen Dollar zusammen. Jetzt hat JTA entdeckt, dass alles auf Täuschung basierte:

Das Krankenhaus, das im Fokus einer Kampagne stand, die von Griechenlands Präsidenten und dem Außenminister unterstützt wurde, existierte in Wirklichkeit niemals….

Nachforschungen von JTA ergaben vielmehr, dass kein christliches Krankenhaus auf der Liste stand, die von der UNO und dem Roten Halbmond erstellt worden war, auf der die Schäden und Zerstörungen als Folge des Krieges zwischen Israel und Hamas festgehalten waren.

JTA sprach (getrennt) mit zwei in Gaza lebenden Palästinensern, aktiven und ehemaligen Mitgliedern von dort agierenden NGOs. Beide berichteten, dass Al Ahli, das einzige christliche Krankenhaus in Gaza, während des Krieges normal genutzt wurde und nicht eine Schramme abbekam. Al Ahli wird von der Church of England finanziert.

Dieses wirft eine Menge Fragen auf: Wohin ging das Geld wirklich? Handelt es sich hier um absichtlichen Betrug, oder wurden wohlmeinende Organisatoren selbst hereingelegt? Wer ist für das Fiasko verantwortlich? Schließlich: Kann Israel nicht eine Entschuldigung dafür erwarten, dass es angeschmiert wurde? Wie JTA unterstreicht:

Eines ist sicher: In einem sechsstündigen Spendenmarathon, der mit Draufprügeln auf Israel verbunden war, wurde der griechische Öffentlichkeit vorgetäuscht, dass das gespendete Geld dem Wiederaufbau eines christliches Krankenhaus dienen würde, welches von der Armee des jüdischen Staates zerstört worden sei.

BBC und Sky News behandelten einen ähnlichen Aufruf in Großbritannien wie eine heiße Kartoffel, und niemand hinterfragte ernsthaft die Glaubwürdigkeit der Organisatoren.