Posted tagged ‘Beep’

BBC Watch is back

26. Dezember 2009

HonestReporting Media BackSpin, 24. Dezember 2009

Es ist schon eine Weile her, seit Trevor Asserson eine detaillierte Untersuchung über die Arbeitsweise der BBC durchgeführt hat. Nun hat er einen neuen Beitrag über die Berichterstattung des Beeb-Büroleiters Jeremy Bowen zum Gazakrieg erstellt.

BBC Watch-Berichte kann man abonnieren. Die Jewish Chronicle fasst Assersons Ergebnisse zusammen:

Der Report moniert, dass 38 der insgesamt 58 Berichte, die von Bowen stammen, parteiisch abgefasst waren. Von diesen 38 stellten 98 Prozent Israel in einem negativen Licht dar.

Herr Bowen stellte auf der BBC-Webseite 22 Posts ein. Der Report beanstandet, dass 20 davon einseitig abgefasst waren und alle ein negatives Bild von Israel zeichneten.

„Das Bowen-Tagebuch“, wie es genannt wurde, enthielt auch häufig Bowens Privatmeinung, eine Einbeziehung, die laut BBC Watch mit den Richtlinien der BBC bricht.

Antizionistische Lobby drängt Beep zu Artikelumschreibung

23. Dezember 2009

HonestReporting Media BackSpin, 23. Dezember 2009

Harry’s Place kritisiert die BBC scharf dafür, dass sie sich zur Änderung dieser Geschichte einschüchtern ließ.

Sie wüssten es nicht, wenn Sie es jetzt lesen würden, aber die antisemitische Stimmung war schlimmer, als Beeb das nun glauben machen will. Jonathan Hoffman bloggte die Erklärung der BBC. Das Video für die Hintergrundinformation steuerte Pesach Benson (HR) bei.

Nach der Veröffentlichung stellte sich schnell heraus, dass mehr hinter dem Treffen steckte als das, was das Video und Herr Hoffmans Anschuldigungen hergeben. Als das offenkundig wurde, berichtigte man die Story, um die unterschiedlichen Standpunkte derjenigen zu reflektieren, die an dem Treffen teilgenommen haben.

Schade, dass die ursprüngliche Geschichte nicht mehr Standpunkte wiedergibt und der betreffende Journalist nicht darauf aufmerksam gemacht worden ist, sich in Zukunft entsprechend sorgfältig zu verhalten.

Glauben Sie wirklich, dass Peter Oborne, der HonestReporting beschuldigt hatte, die BBC einzuschüchtern, hier Nachforschungen angestellt hätte?

Achselzucken bei Beep

21. Dezember 2009

HonestReporting Media BackSpin, 21. Dezember 2009

Die BBC [Beep; bd] antwortete aufgebrachten Hörern, die sich über Michael Whites kürzlich gemachte Bemerkungen im Morgenprogamm von BBC London erregt hatten. Während einer Diskussion über den Angriff auf Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi sagte White, Mitherausgeber des Guardian:

In Israel bringen sich die Leute oft gegenseitig um. „Die IDF bringt oft Leute um, weil sie deren politische Einstellung nicht mag und was sie zu sagen haben. Und das bedeutet letztlich, dass noch extreme Leute auftauchen und deren Platz einnehmen.

Die Beep-Beschwerdestelle schrieb zurück:

Nach Durchsicht Ihrer Beschwerde möchte BBC London sich für jeglichen Ärger entschuldigen, den Sie möglicherweise beim Hören des Kommentars von Herrn White empfunden haben sollten. Wir möchten jedoch darauf hinweisen, dass Herr White nicht BBC-Journalist ist und den Hörern eindeutig als Kommentator des Guardian vorgestellt worden war.

Er präsentierte seinen Standpunkt mit seinen Worten und es steht den Hörern frei – wie bei anderen Kommentatoren – sich ihr eigenes Urteil über die Stichhaltigkeit seiner Argumente zu machen. Die BBC rät ihren Journalisten, statt wertender Beurteilungen eine klare und einfache Sprache zu verwenden, aber das können wir bei Interviewpartnern so nicht zur Anwendung bringen.

Herr Whites Anmerkungen während des Interviews zu Berlusconi waren ebenso nebensächlich wie seine Äußerungen zu Nordirland. Unter dieser Voraussetzung musste der Moderator die Entscheidung treffen, ob man das Interview umleitet in eine Diskussion über das, was Israel „Gezieltes Töten“ nennt, die Bemerkungen über Nordirland oder ob man beim vorgegebenen Thema bleibt.

Berücksichtigt man diese Tatsache und die Beiläufigkeit von Herrn Whites Äußerungen, gehen wir davon aus, dass die Moderatoren richtig entschieden, wenn sie sich auf den Kern des Interviews konzentrierten.

Selbst als White gezielte Tötungen erwähnte, wurde das im Gespräch nicht offen angesprochen. Ein hartnäckiger Interviewer mit etwas mehr Chuzpe hätte White kurzzeitig von seinem Kurs abbringen und wegen seines lächerlichen Vorwurfes nachhaken können. Aber die Macher des Frühstücksradios machten das nicht, weil Whites Sprache Mainstream in den britischen Medien ist.

Trotz der unbefriedigenden Antwort von BBC war die Beschwerde der Hörer richtig. Wenn Beeb nicht einmal bei seinen eigenen Vorurteilen durchblickt, müssen wenigstens die Hörer darauf  aufmerksam machen.

In einem Punkt handelte die BBC richtig: White wurde den Hörern deutlich als Kommentator des Guardian vorgestellt, und wir warten darauf, dass Siobhain Butterworth, Redakteurin für Leserzuschriften, unsere Anfrage beantwortet. HonestReporting stand im „Cc“ Hunderter an Butterworth adressierter E-Mails. Sie weiß also um was es geht.

Wenn Palästinenser sich gegenseitig umbringen

1. Juni 2009

HonestReporting Media BackSpin, 1. Juni 2009

Überlassen wir es der BBC, einen passiven Ton zu wählen, wenn Palästinenser ihresgleichen in der West Bank töten. Sie können sich ihren Aderlass einfach nicht eingestehen. Zum Vergrößern bitte auf die Abbildung klicken.

Beebs Schlagzeilenstil ist leider wieder konsequent – ein problematisches Muster, das HonestReporting in einer Einjahresstudie ansprach, die u.a. aufzeigte (Auszug):

In 63% der Artikel über israelische Operationen wurden Israel oder die IDF direkt genannt. Typische Schlagzeilen lauteten zum Beispiel “Israelis töten Militante in Gaza“ (Die „Militanten“ hatten vorher Raketen nach Israel abgefeuert), “Kinder durch israelischen Angriff getötet“ (die Kinder spielten neben einer Raketenabschussvorrichtung), und “Israelischer Angriff tötet vier Menschen in Gaza.“

Andererseits war keiner der 7 Artikel über palästinensische Angriffe in diesem Stil geschrieben. Die Schlagzeilen nahmen die Verantwortung für Anschläge von jenen, die sie ausgeführt hatten. Raketen, Explosionen und gewalttätige Zusammenstöße wurden zu (imaginären) Schuldigen in Überschriften wie diesen: „Raketen verletzen Dutzende in Israel“, „Gaza-Explosion tötet zwei Kinder“; (vergleichen Sie diese mit der Schlagzeile im neuen Beitrag oben), „Zwei Menschen bei Zusammenstößen in Gaza getötet“, und „Zusammenstöße in der West Bank fordern vier Menschenleben“.

In der verkehrten Welt der BBC-Schlagzeilenschreiber bringen Palästinenser sich gegenseitig nicht um.

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