Posted tagged ‘Beduinen’

Warum BDS noch immer SodaStream bekämpft

7. März 2016

Zahava Raymond, HonestReporting, 2. März 2016

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Als sich SodaStream im Oktober 2015 dem Druck durch BDS beugte und das Westjordanland verließ, verloren 500 palästinensische Angestellte ihre Arbeit. Weitere 74 waren in der Lage, am neuen Standort weiterzuarbeiten, der in der Nähe der südlich gelegenen Stadt Rahat liegt — aber nur per zeitweiliger Arbeitserlaubnis. Am Montag letzter Woche liefen diese aus, und SodaStream war gezwungen, auch seine letzten palästinensischen Angestellten vor die Tür zu setzen.

Dank der Handlungen der BDS-Bewegung haben 600 Palästinenser ihre Arbeit verloren.

Die BDS-Aktivisten haben keinen Zweifel übriggelassen, dass ihr einziges Ziel darin besteht, Israel Schaden zuzufügen. Dabei kümmert es sie nicht im Mindesten, ob dabei auch Palästinenser geschädigt werden. Mahmoud Nawajaa, der BDS-Koordinator in Ramallah, bezeichnete den Verlust palästinensischer Arbeitsplätze bei SodaStream als…

…Bestandteil des Preises, der im Kampf um die Beendigung der Besatzung bezahlt werden muss.

BDS verursachte unwiderruflichen Schaden, indem die Bewegung 600 Palästinensern ihren Lebensunterhalt nahm, aber die Bewegung selbst bekam genau das, was sie wollte. BDS-Anhänger behaupten, sie seien „gegen die Besatzung“, und SodaStream hat das Westjordanland verlassen. Also was kümmert sie die Firma dann noch, was bleibt für BDS denn noch zu tun?

Die Boykottbewegung greift SodaStream immer noch an, denn ihre Führer behaupten, von der Negev aus zu operieren „kommt einer Teilhabe an Israels Plänen gleich, wenigstens 40.000 palästinensische Beduinen in Gemeinden umzusiedeln“, und laut BDS-Führer Omar Barghouti „wirkt es heimlich mit der ethnischen Säuberung beduinisch-palästinensischer Bürger zusammen“. Nur dass Beduinen keine Palästinenser sind und BDS einfach ihre Identität vereinnahmt, um ihr Narrativ, Israel besetze palästinensisches Land, nicht verbiegen zu müssen.

Dies bezieht sich auf den umstrittenen Prawer-Begin-Plan, der fallengelassen wurde, als die Regierung eine neue Version formulieren wollte. Der Plan hätte die Angelegenheit mit den illegalen Beduinensiedlungen lösen und sie stärker in die israelische Gesellschaft integrieren sollen.

Die SodaStream-Fabrik wurde in einem neuen Industriegebiet in der Negev gebaut, das von der Beduinenstadt Rahat, der jüdischen Stadt Lahavim und dem Bnei-Shimon-Regionalkonzil verwaltet wird. Wenn das Industriegebiet voll entwickelt sein wird, werden zirka 40 Fabriken dort stehen und vielen hundert Arbeitnehmern Beschäftigung bieten, darunter auch vielen Beduinen aus nahegelegenen Städten. Auch eine Schule und ein Krankenhaus sollen dort entstehen. Die Negev befindet sich unbestritten unter israelischer Souveränität, aber für BDS ist sie einfach nur ein weiteres Gebiet, das zur Delegitimierung Israels missbraucht werden kann.

Genau wie die 600 Palästinenser, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, ist die Realität und das Leid der Beduinen der BDS-Bewegung völlig unwichtig. Die Bewegung nutzt jede Gelegenheit zur Dämonisierung Israels, selbst wenn dies zum Nachteil der Menschen ist, für die sie sich angeblich einsetzt.

Das Nullwissen des Guardian in Sachen Geographie

7. Dezember 2011

HonestReporting Media BackSpin, 7. Dezember 2011

Inmitten eines Artikels über einen Plan zur Umsiedlung von Beduinen sorgt sich Harriet Sherwood vom Guardian, dass Maale Adumim eines Tages die West Bank halbieren könnte:

Viele Palästinenser sehen dies als Teil eines strategischen Plans, einen Ring aus jüdischen Siedlungen zu errichten, die Ost-Jerusalem von der West Bank abschotten würden. Durch die Ausdehnung bis ins Jordantal würde ein erweitertes Maale Adumim auch die Westbank halbieren können, so also einen zusammenhängenden palästinensischen Staat unmöglich machen.

Ich will nicht die Probleme der Beduinen ansprechen – das ist eine eigene Diskussion (die Sherwood und der Guardian schon vorher massiv eingetrübt haben).

Aber was ihre Vorstellung von Geographie betrifft, haben wir schon 2005 einen gleichlautenden Bericht zu einem Areal namens E-1 mitbekommen.

Die unbequeme Tatsache für Sherwood und ihre palästinensischen Fixer lautet: Selbst wenn Maale Adumim sich in eine weitläufige Metropole bis an die Grenzen der von ihnen bezeichneten Grenzen ausdehnen würde, hielten die Palästinenser immer noch eine Linie von 9 Meilen (15 km), die ihren Norden und Süden verbindet. Unsere Kollegen von CAMERA haben diese nützliche Karte eingestellt, die das verdeutlicht.

Und um die Relationen zurechtzurücken: Die schmalste Stelle des israelischen Territoriums zum Grenzland zu den Palästinensern beträgt etwa neun Kilometer zwischen Netanya und dem palästinensischen Ort Tulkarem. Jeder kann das nachmessen*.

Aber wer macht sich schon Gedanken um Israels unmittelbare Nachbarschaft?!

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* auch über Google Earth oder Google Maps. Da aber Google von der jüdischen Lobby beeinflusst wird, funktioniert dieser Beweis auch nicht 🙂 [bd]

AFP: Ziemlich miese Headline

29. Juli 2011

HonestReporting Media BackSpin, 29. Juli 2011

Autsch.

Israel stellt Beduinen den Abriss ihrer Wohnungen in Rechnung

Man muss den AFP-Artikel schon vollständig lesen, um zu erkennen, dass Israel die Beduinen auf Kostenübernahme des wiederholten Abrisses illegaler Gebäude in Al-Araqib verklagt, einem nicht genehmigten Dorf, das auf staatlichem Grundbesitz errichtet worden war.

Die israelischen Behörden haben die schwarz errichteten Gebäude mehr als 20 Mal geschliffen, was für den Steuerzahler 529.000 Dollar an Personal- und Ausrüstungskosten bedeuten.

Regierungssprecher tritt aus Protest gegen Presseeinschränkungen zurück

23. Juni 2011

HonestReporting Media BackSpin, 23. Juni 2011

Sie wissen, dass es mit der Freiheit dahingeht, wenn der erste Regierungssprecher aus Protest gegen die Einschränkung der Presse- und Meinungsfreiheit zurücktritt.

Und genau das hat der jordanische Informationsminister Taher Adwan vor.

Ich habe heute aus Protest gegen eine Regierungsentscheidung dem Ministerpräsidenten Maaruf Bakhit mein Rücktrittsgesuch überreicht“ – das wegen der Debatte um neue Presse- und Publikationsgesetze, gegen die er sich wehre, so Adwan gegenüber AFP.

Während man hauptsächlich mit Syrien und Libyen beschäftigt ist, erreichen die Nachbeben des arabischen Frühlings Jordanien, wo die Haschemitenmonarchie die Kontrolle über ihre Beduinen verliert.

Beduinen-Schulen: Schleifen, Lesen und Schreiben

13. Juni 2011

HonestReporting Media BackSpin, 13. Mai 2011

Die Tatsache, dass eine Beduinen-Schule illegal gebaut ist und nicht den Sicherheitsbestimmungen entspricht, ist für den Guardian  unwichtig im Vergleich zu den Rechten indigener Völker, ihre Kinder durch Abwasserrohre kriechen zu lassen, um eine marode Struktur aus Reifen und Schlamm aufrechtzuerhalten.

Noch wichtiger jedoch ist – so weit es Harriet Sherwood betrifft, dass dieser Bericht die dümmliche Mediendenkweise bedient, Israel würde unter den Beduinen eine ethische Säuberung betreiben. Sie unterschlägt die Tatsache, dass Khan al-Ahmar selbst illegal errichtet worden ist.

Ich denke, wenn Israel wirklich so wenig Rücksicht auf die Beduinen nähme, würde die Regierung wohl die Augen vor der Gefahr verschließen, der die Beduinen ihre Kinder aussetzen, indem sie diese in solch unsichere Schulen schicken.

Neve Gordons „Ethnische Säuberung“

28. Juli 2010

HonestReporting Kommuniqué, 28. Juli 2010

Der Abriss einer nicht genehmigten Beduinensiedlung im Negev zieht wieder ausländische Medien an, die wild darauf aus sind, die Story ihrer einseitigen Agenda anzupassen.

Sie soll alle Elemente enthalten, auf die sie spekulieren:  Massenvertreibung, begleitet von Häuserabriss, große israelische Polizeipräsenz, Potential für Konfrontation und – noch besser -, dass jene, die davon betroffen sind, zur arabischen Minderheit in Israel gehören.

Das sind die Zutaten, die CNN, BBC, AFP und die LA Times brauchen, um den Abriss einer nicht genehmigten Siedlung zu „dokumentieren“.

In der Tat sind ungeachtet der Richtigkeit oder Unangemessenheit des Themas solche Szenen niemals angenehm und beinhalten auch einen gewissen Grad an menschlichen Härten. Die Auslandsmedien jedoch, die sich vorwiegend auf Behauptungen von NGO’s stützen, bringen es fertig, eine komplexe Geschichte in sehr simplen Schwarzweißtönen zu schildern.

Der notorische Antizionist Neve Gordon schreibt in der berüchtigten Comment is Free-Rubrik des Guardian und schert sich (wie immer) natürlich nicht um den Kontext dieser Geschichte: Er dreht noch zusätzlich am antiisraelischen Rad, wenn er bemerkt, dass er

plötzlich verstand, wie weit der Staat zu gehen bereit ist, sein Ziel der Judaisierung des Negev zu vollenden; was ich sah, war letztendlich ein Akt ethnischer Säuberung.

Das vollständige HonestReporting-Kommuniqué bitte hier weiterlesen [In Englisch].

Araber kämpfen für Israel

19. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 19. November 2009

Paula Hancock von CNN mit einem interessanten Kurzbeitrag über Beduinen in der IDF.

Zum Betrachten des Videos bitte hier oder auf die Abbildung klicken.