Posted tagged ‘Baltimore Sun’

Gefeuert: Journalist bezeichnete israelische Besatzung als brutal

28. März 2012

HonestReporting Media BackSpin, 28. März 2012

Jeder Mensch hat das Recht, sich auf Facebook und Twitter frei zu äußern. Wenn aber Beiträge auf die Arbeit einer Person verweisen, können sie das Vertrauen der Öffentlichkeit und das des Arbeitgebers unterminieren.

Diese Lektion musste Sunni Khalid (Abb. rechts) lernen. Khalid, geschäftsführender Nachrichtenredakteur bei Radio WYPR in Baltimore, verlor seinen Job wegen eines Kommentars, den er auf Facebook gepostet hatte. Die Baltimore Sun erklärt, was passierte:

Khalid, ehemaliger Reporter der Baltimore Sun, war im Februar wegen Kommentaren auf der Facebook-Seite eines Freundes, auf der er einen Einfluss Israels auf die amerikanische Politik behauptete, abgemahnt worden.

„Ich für meinen Teil hatte genug von dieser Kuppelei mit dem israelischen Regime“, schrieb er. „Die Kriegshetze gegen den Iran hat wieder einmal die Welt von der brutalen militärischen Besatzung der Westbank, Ostjerusalem und der Golanhöhen durch Israel abgelenkt.“

Es ist das gleiche Problem, das wir mit der Twitter-Fotofälschung der UN-Mitarbeiterin Khulood Badawi hatten.

(Bild von Khalid über Facebook/S.m. Khalid)

Vorrang der Iranpolitik: Täuschung und Siedlungen

26. April 2009

HonestReporting Media BackSpin, 26. April 2009

Roger Cohen spielt israelische Ängste vor einem Iran mit Nuklearwaffen herunter, Walt Rodgers bezeichnet Mahmoud Ahmadinejads Atomambitionen als Bombastik und der Economist unterstellt, dass Israels vorrangig am Iran ausgerichtete Politik ein Ablenkungsmanöver sei, um nicht mit den Palästinensern verhandeln zu müssen.

Doch Joe Klein vom Time Magazine geht noch weiter:

Aber es scheint offensichtlich, dass die wilde Übertreibung der Netanyahu-Regierung bezüglich der iranischen Drohung und ihre Verknüpfung mit dem Fortschritt in der palästinensischen Frage eine Täuschung darstellt, um den weiteren Ausbau der israelischen Siedlungen auf palästinensischem Land in der Westbank voranzutreiben, was letztlich eine Zweistaatenlösung verhinderte.

Im Vergleich dazu war ich vom zurückhaltenden und respektvollen Kommentar in der Baltimore Sun beeindruckt.

Benjamin Netanyahu wird Washington vermutlich im Juni besuchen. Ich kann mir ausmalen, wie das Pressekorps des Weißen Hauses ihn mit Fackeln und Heugabeln empfängt.

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