Posted tagged ‘Balen Report’

Hat die BBC selbst für die Enthüllung ihrer gefälschten Nahostberichterstattung gesorgt?

30. Juni 2012

HonestReporting Media BackSpin, 30. Juni 2012

Ich bezweifle, dass wir jemals herausfinden werden, wie der vertuschte Balen-Report die Berichterstattung der BBC zum israelisch-palästinensischen Konflikt beurteilt hatte. Der Mortimer-Report jedoch – Edward Mortimers Beurteilung der BBC-Berichterstattung zum arabischen Frühling – könnte [indirekt (bd)] für mehr Erhellung in dieser Angelegenheit sorgen.

Unter Zuhilfenahme des Mortimer-Reports unternimmt Simon Plosker den Versuch, zu klären, was Balen gesagt haben könnte. Plosker fasst dies im Commentator so zusammen:

In diesem Israel-zentrierten Universum der BBC werden deren durchschnittliche Konsumenten fälschlicherweise zu der Annahme verleitet, dass Israel die Ursache aller Instabilität im Nahen Osten sei und der einzige Konfliktherd in der Region. Während die arabischen Bevölkerungen unter der Last brutaler Regime leiden, werden alle Ereignisse in Israel zu internationalen Nachrichten der BBC hochgespielt.

Wir werden vielleicht niemals erfahren, welche Schlussfolgerungen Malcolm Balen im Jahr 2004 gezogen hatte. Aber wenn die BBC bereit war, den Mortimer-Bericht herauszugeben, und wenn dieser Bericht Fehler in der Berichterstattung der BBC zu Nahost gefunden hat, dann kann man darauf wetten, dass Balen etwas gefunden hatte, was noch viel schlimmer und bösartiger war.

Vollständiger Kommentar [In Englisch].

Entscheidungsschlacht um Veröffentlichung des Balen-Reports der BBC

25. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 25. November 2011

Gestern in der Jewish Chronicle:

Am Mittwoch begann am Obersten Gerichtshof Großbritanniens, was man wahrscheinlich als Entscheidungsschlacht am Ende eines 6 Jahre andauernden Kampfes bezeichnen kann, nämlich, dass die BBC [endlich] zur Veröffentlichung einer [hausinternen (bd)] Untersuchung über ihre Nahostberichterstattung gezwungen werden könnte.

Im Frühjahr 2005 hatte der Londoner Anwalt Steven Sugar versucht, die Veröffentlichung des Balen-Reports mittels Einschaltung des neu installierten Freedom of Information Act (FOI) zu erwirken.

Nachdem er Anfang dieses Jahres starb, wurde seiner Witwe Fiona Paveley das Recht zugesprochen, den Rechtstreit in seinem Namen weiterzuführen….

Die diese Woche begonnene gerichtliche Auseinandersetzung vor dem Supreme Court war ursprünglich auf Februar angesetzt, dann aber wegen Sugars Tod im Vormonat verschoben worden.

Beim Balen Report handelte es sich um eine von der BBC selbst in Auftrag gegebene Bewertung ihrer Berichterstattung zum israelisch-palästinensischen Konflikt. Nachdem Malcolm Balen im Jahr 2004 das Papier fertig gestellt hatte, gab Beeb* mindestens 250.000 £ Rundfunkgebühren aus, um ihre Anwaltskosten zur Vertuschung des Reports abzudecken.

Auch HonestReportings Anfrage bei der FOI bezüglich des Reports war abschlägig beschieden worden.

—————–
* Beeb = Verballhornung für BBC

Balen-Schlacht bei der BBC geht weiter

15. August 2011

HonestReporting Media BackSpin, 15. August 2011

Uns hatte sehr getroffen, dass der britische Rechtsanwalt Steven Sugar im Januar dieses Jahres starb. Sugar hatte unermüdlich in Gerichten dafür gekämpft, die BBC zu zwingen, den Balen Report zu veröffentlichen – eine betriebsinterne Untersuchung des Konzerns bezüglich antiisraelischer Berichterstattung dort.

Die BBC hat viele tausend Pfund an Steuergeldern dafür ausgegeben, um an Gerichten Sugars Veröffentlichungen zu blockieren. Trotz zahlloser juristischer Rückschläge und dem Tod Zuckers hat jedoch, wie die Daily Telegraph berichtet, Zuckers Witwe sich vorgenommen, auch weiterhin den Rechtsstreit gegen die BBC fortzuführen:

Steven Zucker verlor am Information Tribunal, dem Obersten Gerichtshof und dem Berufungsgericht, aber seine Anwaltskanzlei – die auf ihre Gebühren verzichtet hat – hofft, einen Erfolg am Obersten Gerichtshof zu erzielen.

Frau Paveley [Sugars Witwe (bd)] sagte: „Früher hänselte ich Steven wegen seine Obsession, sich so zu kämpferisch zu engagieren; heute würde er es mit einem ironischen Lächeln quittieren, dass ich weitermache. Aber ich konnte das nicht auf sich beruhen lassen.“

Anwalt Steven Sugar hatte im Jahr 2005 die BBC aufgefordert, den Balen Report im Freedom of Information Act zu veröffentlichen, und er hatte das Argument der BBC zurückgewiesen, weil es außerhalb des rechtlichen Zuständigkeitsbereiches läge.

Der Konzern argumentierte in der Vergangenheit erfolgreich damit, dass der Bericht nicht veröffentlicht werden solle, da er zu „journalistischen, künstlerischen und literarischen Zwecken“ verfasst worden wäre, und als solcher nicht relevant. Er [Sugar (bd)] wurde beauftragt, die Berichterstattung der BBC zu Nahost-Themen zu analysieren und Empfehlungen für deren Verbesserung auszuarbeiten.

Frau Paveley, eine 48-jährige klinische Psychologin, wurde von den Anwaltskollegen ihres Mannes nach dessen Tod angesprochen. Sie erklärten, dass der Fall nur weiter verhandelt werden könne, wenn er vor Gericht vertreten werden würde.

„Ich wusste sofort, dass ich nicht aufgeben durfte“, sagt sie. „Es wäre fast wie ein Verrat gewesen, wenn man all seine harte Arbeit vergeudet hätte. Er hat nie aufgegeben, warum also ich?“

Frau Paveley sagte, dass sie und ihr verstorbener Ehemann in der Berichterstattung von Orla Guerin, der ehemaligen Nahost-Korrespondentin der BBC, eine antiisraelische Haltung wahrgenommen hatten. Diese war im Jahr 2004 von der israelischen Regierung des Antisemitismus beschuldigt worden.

Frau Paveley sagte: „Steven ging davon aus, dass Berichterstattung ausgewogen sein sollte. Einer öffentlich geförderten Institution wie der BBC steht es nicht gut an, wenn sie sich widerwillig und ängstlich zeigt, was mehr Transparenz betrifft.“

HonestReporting fordert seit etlichen Jahren die BBC dazu auf, den Balen Report endlich zu veröffentlichen, nachdem unsere eigene Anfrage an Freedom of Information abgelehnt worden war.

Wir wünschen Fiona Paveley viel Erfolg bei der Fortsetzung dieser wichtigen Schlacht.

NPRs Selbstuntersuchung

2. Februar 2010

HonestReporting Media BackSpin, 2. Februar 2010

Nun habe ich den Vierteljahresbericht von National Public Radio (NPR) (pdf-Format) zur Berichterstattung über Nahost gelesen (via Romenesko). Eine beeindruckende Selbstuntersuchung – und ich hoffe, dass John Feltons Kommentare und kritische Anmerkungen entsprechend Würdigung erfahren.

Hoffentlich auch von der BBC.

Die unfehlbare Beeb erhält ein Vielfaches mehr an Rundfunkgebühren von dem, was sich NPR jemals erträumen könnte, was auch der Grund dafür ist, dass sie selbstgefällig eine halbe Million Pfund Rundfunkgebühren für Anwälte ausgab, um den Balen-Report zu vertuschen – Malcolm Balens hochbrisante Bewertung der BBC-Berichterstattung zu Nahost.

Wenn Sie den Kommentar im London Evening Standard lesen, werden Sie verstehen, warum ich von NPRs Offenheit so positiv eingenommen bin:

Balens Enthüllungen Ende 2004, die rigoros unter dem Deckel gehalten wurden, waren erschreckend.

Obwohl sie geheim gehalten wurden, drangen einige Informationen nach außen, darunter Balens Schlussfolgerung, dass sich die Nahostberichterstattung der BBC einseitig gegen Israel gerichtet hatte.

Diese Ungeheuerlichkeit kann nicht stark genug betont werden. Abgesehen von der Tatsache, dass die BBC zur Neutralität verpflichtet war, hatte sie jahrelang Anstrengungen unternommen, gegen die Vorwürfe anzugehen, dass sie einseitig zugunsten der Palästinenser berichte. Die Beanstandungen wurden von Attacken begleitet, die BBC sei linkslastig und untergrabe ihre eigene Legitimität, indem sie eine geheime Agenda verfolge. Die BBC-Führung ordnete an, dass Balens Bericht weggesperrt wurde.

Wird NPR sich der Sache annehmen? Bleiben Sie dran….

Britisches Oberhaus verurteilt Nichtherausgabe des Balen Reports

11. Februar 2009

HonestReporting Media BackSpin, 11. Februar 2009

Ein Rechtsausschuss in Großbritanniens House Of Lords entschied heute, dass die BBC sich im Unrecht befand, als sie die Anfragen von Freedom Of Information (FOI) zum Balen Report abblockte.

Das Urteil bedeutet, dass die Klage des Londoner Anwalts Stephen Sugar auf Akteneinsicht in den Bericht an den Obersten Gerichtshof zurückverwiesen wird. Im Jahr 2004 hatte Malcolm Balen eine Untersuchung zur BBC-Nahostberichterstattung angestellt. Gegen alle Erwartungen waren seine Ergebnisse nie veröffentlicht worden.

Die BBC hatte etwa 250.000 britische Pfund an Rundfunkgebühren ausgegeben, um die Herausgabe des Berichts juristisch abzuwürgen. HonestReporting hatte auch bei FOI wegen einer Kopie angefragt.

ShareThis

Rundfunkgebühren amortisieren sich

14. Dezember 2008

HonestReporting Media BackSpin, 14. Dezember 2008

Der Jewish Chronicle zufolge hat die BBC „mehr als eine halbe Million britische Pfund an Geldern von Rundfunkgebühren für Anwälte ausgegeben“, um zu verhindern, dass der Balen Report an die Öffentlichkeit gelangt.

Im Jahr 2004 hatte die BBC Malcolm Balen beauftragt, eine Untersuchung über die eigene Berichterstattung zum israelisch-palästinensischen Konflikt durchzuführen. Vor zwei Jahren versuchte der Londoner Anwalt Steven Zucker über den Freedom Of Information Act* (FOI) die Herausgabe einer Kopie der Untersuchung zu erwirken. Sugars anfänglicher Erfolg führte zu einer Welle von Anfragen an FOI, darunter auch eine von HonestReporting.

Martin Rosenbaum, der bei der BBC über Fragen zur Thema „Auskunftspflicht öffentlicher Einrichtungen“ bloggt, war wohl der einzige Beeb-Angestellte, der sich offen zum Geheimnis des Berichtes äußerte. 2006 schrieb Rosenbaum:

….Ich habe mich dafür entschieden, dass es am sichersten wäre, den Ahnungslosen zu geben. Bis heute scheint das zu funktionieren.

BBC wird durch Rundfunkgebühren finanziert und die Öffentlichkeit hat das Recht, zu erfahren, was in dem Bericht steht.

ShareThis

———-
*Hier handelt es sich um ein Gesetz über die Auskunftspflicht öffentlicher Einrichtungen in Großbritannien.

Britisches Oberhaus bewilligt Anhörung zum Balen Report

3. Juni 2008

honestreporting Media BackSpin, 3. Juni 2008

Aus der Jewish Chronicle: Großbritanniens House of Lords stimmte einer Appellation Steven Sugars zu, den Balen Report zur BBC zu veröffentlichen.

“Beep“ hat etwa 250.000 britische Pfund Rundfunkgebühren ausgegeben, um die Veröffentlichung des Berichtes mit juristischen Mitteln zu unterbinden.

HonestReportings Anfrage an die FOI-Behörde (Freedom Of Information) bezüglich einer Kopie von Balens Untersuchungen zu den Praktiken der BBC bei ihrer Nahost-Berichterstattung war abgewiesen worden.

Mehr dazu bei Newport City.

ShareThis