Posted tagged ‘Al-Qaida’

Deborah Orrs Zahlenakrobatik

2. Januar 2013

HonestReporting Media BackSpin, 2. Januar 2013

cast1_or_cast2AP berichtet, dass Al-Qaida jedem drei Kilo Gold im Wert von 160.000 Dollar verspricht, der den US-Botschafter im  Jemen umbringt. Zusätzlich wurde ein Kopfgeld von 23.000 Dollar auf die Ermordung jedes US-Militärs dort ausgesetzt.

Irgendwo da draußen, vermute ich, sitzt die Kolumnistin Deborah Orr und schäumt wegen israelischem „Rassismus“ und hängt der fixen Idee nach, dass man „israelisches Leben“ anscheinend höher „bewertet“. Im Jahr 2011 bot ein saudischer Prinz 1 Million Dollar für die Entführung eines israelischen Soldaten.

Wenn man demnach zwei und zwei zusammenzählt und Orrs verdrehte Logik (bezogen auf den Austausch mit Gilad Shalit) auf das jetzt ausgelobte Kopfgeld von Al-Qaida anwendet, stellt man fest, dass ein israelischer Soldat so viel „wert“ ist wie 6,25 US Botschafter oder 43,48 amerikanische Soldaten.

Macht ja nichts, dass es die Araber sind, die die Messlatte bei ungleichem Gefangenenaustausch und widerwärtigen Kopfgeldprämien anlegen.

(Bild via Flickr/Ironchefbalara)

New York Times: Drei Aspekte dieses Gastbeitrages sollte man nicht übersehen

5. September 2012

HonestReporting Media BackSpin, 5. September 2012

Paul Thomas Chamberlin, Professor für neuzeitliche Geschichte, liefert Argumente für die Terroristen, indem er Präsident Nixons Entscheidung anführt, sich nicht mit der PLO als Verhandlungspartner einzulassen.

In einem Gastbeitrag für die New York Times schreibt er:

Indem sie es versäumten, die Moderaten innerhalb der PLO zu stärken und die Palästinenser aus dem arabisch-israelischen Friedensprozess auszuschließen, übergingen die amerikanischen Offiziellen potenzielle Friedensstifter und setzten die palästinensischen nationalen Ambitionen auf Sparflamme. Die Entscheidung, alle bewaffneten palästinensischen Gruppen als „Terroristen“ einzustufen, verzögerte die Verhandlungen mit der PLO um 15 kritischen Jahre, in denen der libanesische Bürgerkrieg und die Intifada die Ausbreitung weiterer militanter Gruppierungen wie Hisbollah und Hamas hervorbrachten. In diesem zeitlichen Zusammenhang ging letztlich zum Ende der 1980er-Jahre der Stern der Hamas auf.

Dieser historische Revisionismus führt zur Ausklammerung von drei Punkten:

1) Die „moderate“ PLO rief während der 1970er-Jahre öffentlich zur Vernichtung Israels auf.

2) Die „moderate“ PLO bekam nur einen Platz am Verhandlungstisch Nur wegen eines Lippenbekenntnisses zum Gewaltverzicht in den 1990er-Jahren

3) Einmal an der Macht, startete die „moderate“ PLO eine gewaltsame Intifada.

Chamberlin kommt jedoch zu folgendem Ergebnis:

Die Lektion von Amerikas Reaktion auf München sieht so aus, dass der pauschale Terrorvorwurf, verbunden mit absoluter Nichtanerkennung, als Handlungsaneisung für den Umgang mit verschiedenen komplexen politischen Organisationen zu sperrig ist. Für gewalttätige Gruppen wie Al-Qaida und Islamischer Jihad, die eherne Verpflichtungen zur Vernichtung Israels oder Wiederherstellung des islamischen Kalifats als Grundsatzprogramm haben, könnte ein robuster Ansatz passen. Aber Washington sollte Alternativen mit Gruppierungen wie Hisbollah und Hamas, die eher langfristige Ziele haben, nicht ausschließen.

Der einzige Unterschied zwischen den langfristigen Zielen der „gewalttätigen Gruppen“ und „gemäßigten Gruppen“  Chamberlins betrifft den Zeitpunkt von Israels Vernichtung.

Rafah: Das Gesetz der ungewollten Folgen beißt Ägypten

31. Mai 2011

Pesach Benson, HonestReporting Media Backspin, 31. Mai 2011

Nach der Wiederöffnung von Rafah wird Ägpyten vom Gesetz der ungewollten Folgen gebissen. Das Wall Street Journal (ein Klick via Google News) schreibt:

Eine volle Öffnung der ägyptischen Grenze in Rafah, sagen Analysten, könnte Israel erlauben, sich eindeutiger vom Gazastreifen zu trennen und die humanitäre und Sicherheits-Verantwortung für die Enklave auf Ägypten abzuwälzen…

Die Grenze für Handel und Waren geschlossen zu halten, hat Kairo davor bewahrt, stillschweigend die Verantwortung für die Ernährung der 1,5 Millionen Menschen der Enklave zu übernehmen und Lieferungen an Waffen und so genannten Dual Use-Gegenständen zu überwachen, die für Angriffe auf Israel genutzt werden könnten.

Die ägyptische Straße ist voll und ganz dafür, die Grenze völlig öffnen, aber nach Angaben des WSJ sind die herrschenden Militärführer nicht allzu begierig darauf,  so weit zu gehen. Wie es aussieht, befinden sich im Moment rund 400 Al-Qaida-Mitglieder im Sinai. Einige Vertreter Israels sagten gegenüber dem Magazin Time, die neue Wirklichkeit von Rafah habe einen Silberstreif am Horizont.

… zur Reaktion in offiziellen Kreisen Israels gehört mit Sicherheit „stille Genugtuung“. Denn in Jerusalem hat man das Gefühl: Wenn die Ägypter Verantwortung für die 1,5 Millionen Palästinenser im Gazastreifen übernehmen wollen, dann nur zu. Kairo hatte die Küstenenklave immerhin ab 1948 kontrolliert, bis 1967, als der Gazastreifen zu den riesigen Territorien gehörte, die Israel im Sechstagekrieg eroberte.

Was denken Sie zum Problem der Sicherheitsrisiken vs. politischen Möglichkeiten, die die Öffnung von Rafah für Israel darstellt?

BBC Teil eines „Propagandanetzwerkes“ der Al-Qaida?

26. April 2011

HonestReporting Media BackSpin, 26. April 2011

WikiLeaks-Dateien, die dem Daily Telegraph vorliegen, legen die Vermutung nahe, dass irgendjemand bei BBC World Service Teil eines „Medienpropagandanetzwerkes“ der Al-Qaida ist.

Eine Telefonnummer aus mehreren Telefonverzeichnissen und Displaypeichern, die die US-Truppen den Jihadisten abgeknöpft hatten, weist direkt zu Beeb:

Ein Häftlingsuntersuchung vom 21. April 2007 besagt: „Die Londoner Telefonnummer 0044 207 XXX XXXX, die extremismusverdächtigen Personen zugerechnet wird, wurde in zahlreichen beschlagnahmten Telefonverzeichnissen und Handyspeichern aufgespürt.

„Die Nummer wird mit der British Broadcasting Corporation (BBC) in Verbindung gebracht.“ Nachforschungen des Daily Telegraph gehen davon aus, dass der Telefonanschluss zu Bush House gehört, der Zentrale von BBC.

Die Untersuchung ergab weiterhin, dass die US-Streitkräfte viele „extremistische Links“ unter dieser Nummer aufgedeckt hatten, was darauf hindeutet, dass Extremisten Kontakt mit BBC-Mitarbeitern gehabt haben könnten, die mit ihnen sympathisierten oder über Informationen zu „ACM [Anti-Coalition-Militia*]-Operationen verfügten.“

Darin heißt es: „(Analyse des Verbindungsaufbaus: Zahlreiche Querverbindungen der Extremisten zu dieser BBC-Telefonnummer deuten auf ein mögliches gemeinsames Netzwerk zur Medienpropaganda hin. Eine Netzwerkanalyse könnte zu Personen führen, die entweder enge Verbindungen zu Extremisten unterhalten oder vielleicht Informationen zu ACM-Operationen besitzen).“

Am Montag wählte der Daily Telegraph die Nummer an. Ein Dauerton in der Leitung deutete darauf hin, dass entweder der Anschluss gekündigt wurde oder die Verbindung nicht mehr herstellbar war.

Diese Möglichkeit kann kaum überraschen. Als Gaza-Islamisten im Jahr 2007 den BBC-Reporter Alan Johnston entführt hatten, erlaubte Israel einem bei der BBC angestellten Hamas-Mitglied, in den Gazastreifen einzureisen, um über Johnstons Freilassung zu verhandeln. Dieser Jemand entpuppte sich schließlich als Fayad Abu Shamala.

Eigentlich sollte offensichtlich sein, dass ein Nachrichtenservice, der dumm genug ist, ein Mitglied einer Terrorgruppe zu beschäftigen, nur noch mehr Verachtung auf sich zieht, wenn die Wahrheit ans Licht kommt. Das kostet Köpfe.

Sassygate“ ist dafür ein sehr passendes Beispiel. Nach den 7 / 7-Anschlägen in London schrieb ein Guardian-Volontär (Worum handelt es sich bei Journalisten in UK?) eine Replik mit dem Titel We Rock the Boat: Today’s Muslims aren’t prepared to ignore injustice, ohne anzugeben, dass er Mitglied der Hizb ut-Tahrir  war.

Der Guardian beendete seine Zusammenarbeit mit Aslam, zwei weitere Mitarbeiter kündigten.

Ich hoffe, dass der Verbindungsmann bei der BBC bald auffliegt. Der Al-Qaida-Insider von BBC besitzt wahrscheinlich weit mehr Erfahrung als Aslam, und Beeb wird von britischen Steuermitteln finanziert. Der Fallout wird Sassygate wie ein Picknick erscheinen lassen.

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* Anti-Coalition Militia: Taliban und andere Kämpfer, die die Afghanische Nationalarmee und die westlichen Truppen in Afghanistan attackieren.

Drei Gründe, warum Gaddafis neuestes Geschwätz so drollig ist

8. März 2011

HonestReporting Media BackSpin, 8. März 2011

Sie wissen, die Hölle gefriert, wenn Gaddafi sich mit Israel vergleicht:

Selbst die Israelis gingen in den Gazastreifen mit Panzern rein, um die Extremisten zu bekämpfen. Genauso ist es hier! Wir haben es hier mit kleinen bewaffnete Gruppen zu tun, die wir bekämpfen. Von Anfang an haben wir keine Gewalt ausgeübt. […]…Bewaffnete Einheiten der libyschen Armee mussten gegen kleine bewaffnete Al-Qaida-Banden kämpfen. Darum geht’s.“

Hier drei Gründe, die Gaddafis Geschwätz so surrealistisch erscheinen lassen.

1. Gaddafi gibt zu, dass Israel sich zu Recht gegen palästinensischen Terror verteidigt.

2. Gaddafi bezeichnet die Hamas als Terrororganisation. Wow!

3. Gaddafi stellt den Goldstone-Report in Frage. Übrigens befand sich Libyen an vorderster Front, als es darum ging, den Report über die UNO durchzuboxen.

Schön, wenn Gaddafi noch die Gelegenheit bekäme, HonestReportings Analyse zum Gaza-Krieg und die Zusammenfassung des Goldstone-Reports zu lesen.

Wahrscheinlicher ist aber, dass er schlicht und einfach nur einen an der Waffel hat.

Domino-Theorie: Widerlegt durch arabische Umfrage?

2. August 2010

HonestReporting Media BackSpin, 2. August 2010

Eine Erhebung von Al-Arabiya ergab, dass überwältigende 71 Prozent der Befragten nicht im Geringsten am israelisch-palästinensischen Konflikt interessiert sind.

Ich bin kein großer Verfechter von Online-Abstimmungen, doch Efraim Karsh reagiert darauf mit einem wichtigen Argument.

Wenn dieses Resultat weitestgehend die arabische Ansichten repräsentieren sollte, zerstört es exakt jene Nahost-Dominotheorie, die von der Behauptung ausgeht, dass im Falle eines Friedensschlusses zwischen Israel und den Palästinensern die Probleme der ganzen Region dort gelöst würden und die Araber auf der Seite der USA stünden, der Iran isoliert wäre und Al-Qaida keinen Grund mehr hätte, weiterzukämpfen etc.

Karsh schreibt in die NY Times:

….es ist ein positives Zeichen, dass so viele Araber anscheinend teilnahmslos dem israelisch-palästinensischen Konflikt gegenüber geworden sind. Denn wenn der egoistische Interventionismus der arabischen Regimes den Palästinensern das Recht verweigert hat, ihr Schicksal selbst zu bestimmen, dann besteht in der Tat die einzige Hoffnung auf Frieden zwischen Arabern und Israelis in der Ablehnung der zweifelhaften Verbindung zwischen diesem besonderen Fall und anderen regionalen und globalen Problemen.

Die Gleichgültigkeit der Araber würde auch jegliche Vorstellungen begraben, dass die so genannte „israelische Unnachgiebigkeit“ im Friedensprozess direkt die amerikanischen Sicherheitsinteressen im Nahen Osten untergrabe – eine im März  viel diskutierte Frage wegen Kommentaren, die General David Petraeus zugeschrieben werden.

Dazu passend: The Palestine Peace Distraction

Medienverteter der Hisbollah zu Gast bei World Editors Forum

16. April 2010

HonestReporting Media BackSpin, 16. April 2010

Zur diesmal (wie immer alljährlich) im Juni stattfindenden Versammlung des World Editors Forum ([kurz: WEF]; Hattip: Elder of Ziyon, via Forbes Biz Blog) gehört auch ein Mittagessen mit Hassan Fadlallah. Der Beiruter Parlamentsabgeordnete steht nicht nur dem Medienausschuss der Volksvertretung vor, sondern ist auch Nachrichtenchef beim Hisbollah-Sender Al-Manar.

Wie ist ein Forum zu bewerten, das einem Top-Propagandisten der Hisbollah einen Persilschein ausstellt? Fadlallahs Meinung zu Jihad-Journalismus ist weithin bekannt. Hier Ausschnitte eines Interviews, das Jeffrey Goldberg im Jahr 2002 mit Fadlallah geführt hatte:

Ich begann mit der Bitte an ihn, einen Vergleich zwischen Al Manar und Al Jazeera, dem bekanntesten arabischen Satellitenkanal, zu ziehen. „Neutralität wie die von Al Jazeera* ist für uns kein Thema“, sagte Fadlallah. „Wir berichten nur über das Opfer, nicht aber über den Aggressor. CNN ist das Nachrichtennetzwerk der Zionisten. Al Jazeera verhält sich neutral, Al Manar vertritt die Position der Palästinenser….“

Er sagte, Al Manars Gegenposition zur Neutralität bedeute, dass, anders als bei Al Jazeera, sein Sender niemals Interviews oder Stellungnahmen israelischer Offizieller ausstrahlen würde. „Wir haben kein Interesse an einem Interview mit Sharon“, sagte Fadlallah. „Wir möchten an ihn ran, um ihn zu töten.“

Erwarten Sie also nicht, dass Nachrichtenleute Erkundigungen über Fadlallahs Ansichten zu aktuellen Themen wie Stellenstreichungen in Nachrichtenredaktionen, Paywalls oder Programmausstrahlung für mobile Empfangsgeräte einholen.

Noch problematischer ist jedoch, dass Al-Manar zwar als Terrorgruppe eingestuft wird, aber vom WEF das Siegel der Legitimität verliehen bekommt.

Ein Leitartikel in der Washington Times verdeutlicht, warum die Ausstrahlungen von Al-Manar nicht durch das Recht auf Redefreiheit abgedeckt sind. Die gleiche Logik trifft auf das WEF-Meeting mit Fadlallah zu:

[Der Sender (bd)] Al Manar hatte damit spekuliert, der Einstufung als terroristische Entität zu entgehen, indem er seine Verbindung zur Hisbollah als Versuch hinstellte, ihn seiner Rechte bezüglich des ersten Zusatzartikels der Vereinigten Staaten (auch bekannt als First Amendment Rights [bd]) zu berauben. Wie aber das Finanzministerium klar herausstellte, geht es nicht um Al Manars Funktion als Fernsehsender, sondern um dessen Unterstützung der Hisbollah-Aktivitäten, also um die einer Organisation, die mehr Amerikaner getötet hat als jede andere Terrorgruppe außer Al-Qaida.

„Jede Organisation, die von einer Terrorgruppe geführt wird – ob sie sich als Wohltätigkeitseinrichtung, Wirtschafts- oder Medienunternehmen tarnt – ist ebenso schuldig wie die Terrorgruppe selbst“, sagte Stuart Levey, Unterstaatssekretär im Finanzministerium und zuständig für die Verfolgung der Geldwäsche von Terrororganisationen.

Übrigens findet das Meeting des World Editors Forum diesmal in Beirut statt, was jegliche Chance ausschließt, dass ein israelisches Nachrichtenteam darüber berichten kann.

Noch Fragen?

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* Das halte ich für ein sehr merkwürdiges Gerücht (bd).

Hier ein Beispiel, wie großartig es mit der Neutralität von Al-Jazeera bestellt ist. Man könnte noch mehr aufzählen. Dank an Heplev für den Tipp zu Al-Qaradawi, der hier in Aktion zu sehen ist. Dies hier ist auch recht erhellend.

Der Altalena-Moment*, mit dem wir nicht gerechnet hatten

16. August 2009

HonestReporting Media BackSpin, 16. August 2009

An diesem Wochenende metzelte die Hamas eine Al-Qaida-Gruppierung nieder. Der Rabatz in Rafah entspricht nicht dem palästinensischen Altalena-Augenblick, an den ich gedacht hatte.

Der Begriff bezieht sich die auf Altalena-Affäre im Jahr 1948 (Zum Vergrößern bitte auf’s Bild klicken). Während des Unabhängigkeitskrieges zerstörten Yitzhak Rabin und die Haganah auf Befehl David Ben-Gurions ein mit Waffen beladenes Schiff von Menachem Begin und seiner Irgun. Mehr als 30 Juden, die meisten der Irgun zugehörig, kamen an diesem Tag ums Leben.

Begins Weigerung, sich der Haganah zu widersetzen, wird weitgehend positiv herausgehoben, weil damit wahrscheinlich ein israelischer Bürgerkrieg verhindert worden war. Die Irgun ging schließlich in der Haganah auf, was zur IDF führte. Israel besaß etwas, was Mahmoud Abbas eifersüchtig so beschreiben würde: „one authority, one gun.“

Wer hätte während der aufregenden Tage von Oslo einen Altalena-Augenblick zwischen radikalen Moslems und noch radikaleren Glaubensbrüdern vorausgesagt?

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*Auch „Nacht der langen Messer“ genannt.

Hamas startet neuen Satellitenfernsehkanal

19. November 2008

HonestReporting Media BackSpin, 19. November 2008

Die Hamas startete Al-Quds TV, ihren zweiten Satellitenfernsehkanal, und sendet mit freundlicher Unterstützung Ägyptens. Dazu IICC:

Der Kanal sendet über zwei arabische Nachrichtensatelliten: Nilesat – einen ägyptischen Staatssender, der den Nahen Osten sowie Nordafrika versorgt – und Arabsat, einem arabischen Gemeinschaftssender, dessen Anteile zu einem Drittel von Saudia Arabien gehalten werden. Auch er überträgt nach Nahost und Nordafrika. Die Satellitenprogramme können zusätzlich in mehreren südeuropäischen Ländern empfangen werden, in denen größere arabische Gemeinschaften leben. Die Büros des Al-Quds-Senders befinden sich im Libanon, trotz der Behauptung, er würde „mitten aus Jerusalem“ senden.

Man könnte glauben, die Ägypter wären nicht scharf darauf, der Hamas zu helfen.

Unglücklicherweise verfolgen aber Kairos obere Chargen ihre eigenen Ziele, wenn es auf Kanäle wie Al-Aqsa TV (Der erste Kanal der Hamas) und Al-Zawraa TV (geführt von Al-Qaida), hinausläuft. Nilesat zog schließlich den Stecker bei Al-Zawraa, und das wohl auch nur nach Intervention der USA.

Selbstverständlich ist Arabsat auch nicht besser.

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Leseempfehlungen

23. September 2008

honestreporting Media BackSpin, 23. September 2008

Israel gibt Stinkbombe frei. Übel riechende Gegenmittel im Straßenkampf sind keine chemischen Waffen.

Web-Probleme verzögerten Veröffentlichung von Al-Qaida-Video zu 9/11. (Hat tip: The Jawa Report)

Zur Ehrenrettung der Spin Doctors. Die Demokratie ist auch auf sie angewiesen.

Wenn die Blogger nicht ethisch gehandelt hätten wäre die Blogosphäre gescheitert. Jay Rosen zum Thema, warum Blogger das Vertrauen der Öffentlichkeit genossen haben – und die MSM nicht.

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Sepah News bei Lichte besehen

14. Juli 2008

honestreporting Media Backspin, 14. Juli 2008

Ein umstrittener iranischer Raketentest sorgte für zusätzliches Aufsehen, als man entdeckte, dass ein von Sepah News stammendes und von AFP verbreitetes Foto manipuliert worden war:

Um Sepah News ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen hat BackSpin-Redakteur Pesach Benson mit Meir Javedanfur (Abbildung) gesprochen, einem Analytiker des Nahen und Mittleren Ostens. Javedanfur ist auch Direktor von Meepas.com (Middle East Economic and Political Analysis).

Was (Wer) ist Sepah News?

Es ist ein Arm der Revolutionsgarden. Eine von vielen Nachrichtenagenturen im Iran, die über Standpunkte und Aktivitäten der Revolutionsgarden berichtet. Ihr Publikum ist die iranische Öffentlichkeit, aktive und ehemalige Mitglieder der Garden und ausländische Leser weltweit.

Wie sieht die Beziehung zum iranischen Regime aus?

Zunächst einmal ist es das Medienunternehmen, ein sehr wichtiger Bestandteil der islamischen Regierung in Teheran. Sie will damit der Welt die Denkweisen und Aktivitäten der Revolutionsgarden näher bringen. Den Garden dient es dazu, in den Medien die Muskeln spielen zu lassen. Viele Menschen im Iran denken, dass die Sichtweise der Garden in den iranischen und ausländischen Medien unterrepräsentiert ist. Nicht alle iranischen Medien sind vorwiegend an Themen interessiert, die sich um die Revolutionsgarden drehen.

Kann Sepah als legitimer Nachrichtenservice betrachtet werden?

Ja. Es ist eine Quelle im Iran. Wenn Sie alles über die Revolutionsgarden wissen wollen ist Sepah News die richtige Webseite. Wenn Sie Allgemeines über den Iran erfahren wollen gibt es weit bessere Seiten.

Warum könnte Sepah News das Foto manipuliert haben?

Vielleicht um den Fehlstart zu vertuschen und das Leistungsvermögen des Iran überhöht darzustellen. Sie haben Angst vor einem möglichen Angriff des Westens und wollen nicht, dass der Westen seine militärische Power dazu nutzt, sie zu zwingen, westliche Bedingungen bezüglich das Nuklearprogramms zu akzeptieren.

Gibt es bei Sepah eine Tradition der Nachrichtenmanipulation oder kann diese retuschierte Abbildung des Raketentests als isolierter Vorgang bewertet werden?

Ich wüsste nicht, dass Sepah dies schon einmal versucht hat.

Wie sind die Beziehungen zwischen Sepah und westlichen Nachrichtenmedien?

Sepah hofft, dass so viel wie möglich Farsi sprechende Menschen im Westen ihren Inhalt lesen. Mehr kann man dazu nicht sagen. Sie hat keine wirkliche Beziehung zu westlichen Medien. AFP hatte geglaubt, die Bilder stammten von einer legitimen Quelle. Die ausländische Presse wurde beim Raketentest nicht eingeladen. Und wenn man Fotos will, dann ist Sepah die Adresse, an die man sich wenden muss. Als sie [AFP] erkannt hatten, dass das Foto manipuliert worden war, haben sie es wieder zurückgenommen.

Inwiefern unterscheidet sich die Beziehung von Sepah zu den Revolutionsgarden von denen der Hisbollah zu Al-Manar oder Al-Qaida zu As-Sahab?

Da gibt es kaum einen Unterschied. Sie ist der Medienarm der Revolutionsgarden. Wobei Al-Manar finanziell wohl stärker unterstützt wird. Sie haben ihren eigenen Fernsehsender, Sepah nicht.

Das amerikanische Außenministerium hat die Revolutionsgarden bereits als Terrororganisation eingestuft. Sollte man mit Sepah ebenso verfahren?

Nein. Sie versprüht keinen Hass. Sie berichtet im Grunde nur darüber, an was die Garden glauben. Eher armselig, wenn man die Analyse iranischer Nachrichten heranzieht. Sicher zielt sie auch auf die westlichen Nachrichtenagenturen als Publikum ab. Ich denke, dass die Revolutionsgarden Sepah einsetzen, um Stärke und Ideologie zu demonstrieren, darüber hinaus vielleicht noch aus Gründen der psychologischen Kriegsführung.

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Israelische Al-Qaida-Zelle aufgeflogen

10. Juli 2008

honestreporting Media Backspin, 10. Juli 2008

Israelische Medien berichten, dass zwei israelische Beduinen im Juni festgenommen wurden, weil sie verdächtigt werden, Informationen an Al-Qaida weitergegeben zu haben.

Die beiden Negev-Bewohner gestanden, Al-Qaida mit Informationen über strategische Areale und öffentliche Plätze versorgt zu haben, darunter Armeestützpunkte, den Airport Ben-Gurion, die Azrieli-Tower in Tel Aviv (siehe Abbildung) und das Stromkraftwerk in Ashkelon.

Sie gaben ihren Kontaktmännern auch detaillierte Hinweise, wie man Israel vom Westjordanland aus infiltrieren könnte.

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Leseempfehlungen heute

1. Juli 2008

honestreporting Media Backspin, 1. Juli 2008

Doppelte Nakba. Eine exzellente Menschenrechtsagenda für palästinensische und jüdische Flüchtlinge, bestehend aus 9 Punkten.

Terror mit YouTube bekämpfen. Araber mit Web 2.0 auszustatten heißt Al-Qaida auf Web 1.0-Distanz zu halten.

Wird palästinensische Gewalt durch Hilfe aus dem Ausland unterstützt? Westliche Freigiebigkeit bewahrt palästinensische Führer vor den finanziellen Folgen des Terrors. (Via Solomonia)

Anonym Schlagzeilen machen. „Wie viele Leute sind sich bewusst, dass hinter einem hochrangigen Diplomaten, dem gute Beziehungen zu Condoleezza Rice‘ Außenministerium nachgesagt werden, Frau Rice selbst steckt?“

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