Posted tagged ‘Al-Ahram’

Mossad in Ägypten: Die nackte Wahrheit

18. August 2011

HonestReporting Media BackSpin, 18. August 2011

Zuerst hatte er Haie im Sinai abgerichtet. Dann ließ er einen Spionage-Geier über Saudi-Arabien kreisen.

Mit welch’ schändlichem Plan wartet der Mossad nun auf?

Ynet News berichtet über den neuesten Spionageskandal, der Ägypten erschüttert:

“Untersuchungen der Staatsanwaltschaft zufolge habe ’Mossad-Agent Ofir Harrari’ den Jordanier Ibrahim Abu-Zaid beauftragt, in Ägypten eine Firma zu gründen, die exklusiv ein israelische Haarpflegeprodukt für Männer und Frauen, das Unfruchtbarkeit verursacht, importieren sollte. Und dies zu dem Zweck, die ägyptischen Fortpflanzungsfähigkeiten zu zerstören“, behauptet Al-Ahram.

Angesichts der Vorliebe des Mossad für trainierte Tiere können wir nur hoffen, dass die oben genannten Haarpflegeprodukte nicht schon an kuscheligen Häschen getestet worden sind.

Leseempfehlungen, 15. Februar 2011

16. Februar 2011

HonestReporting Media BackSpin, 15. Februar 2011

NATO als Israels Rettung?

Was Israel betrifft, herrscht nun eine allgemeine Übereinstimmung, dass wegen der gegenwärtigen oder andauernden Abwesenheit Ägyptens als regionalem strategischem Partner eine akute Notwendigkeit besteht, die NATO-Kooperation mit Israel auszuweiten. Die NATO und die USA sollten jetzt alle Anstrengungen unternehmen, den Streit zwischen Israel und der Türkei zu beenden.

• Das Wall Street Journal befasst sich mit den moderaten und militanten Strömungen innerhalb der Muslimbruderschaft.*

• Die Green Movement des Iran wieder auf den Straßen. Jennifer Rubin** geht davon aus, dass Uncle Sam einen unverhofften zweiten Schuss für einen Regimewechsel hat.

• Zwei Stücke zum ägyptischen Antisemitismus: Mubarak verdammen oder Geschichte sprechen lassen?

• Aus Redaktions-Annalen ein Klassiker. Al-Ahram entschuldigt sich für seine pro-Mubarak-Berichterstattung:

“[Nun] Heute….bezeugen wir ganz klar wir die überfällige Entschuldigung an das edle ägyptischen Volk für jede Befangenheit, die wir zugunsten des korrupten Regimes [zeigten], und wir geloben, dass wir von nun uns an immer an den legitimen Interessen des Volkes orientieren werden und Al-Ahram das Gewissen der Nation bleiben wird.

“Wir sind stolz auf das reine [geheiligte; (bd)] Blut, das durch die Mächte der Reaktion und Unterdrückung [vergossen wurde], und wir bitten die Familien der Märtyrer um Vergebung. Keines unserer Opfer kann auch nur einen einzigen Tropfen [des Märtyrer-] Bluts ersetzen. Die einzigen Worte des Trostes (die wir den Familien spenden können), sind, dass [die Märtyrer] ihr Leben opferten, dass diese Nation stolz bleiben konnte und in Würde leben kann.”

USA organisiert Auslandshilfe für Stabilisierung Ägyptens.

• Jordanische Stammesführer sagen, dass Königin Rania korrupt ist. Die ehemaligen First Ladies von Tunesien und Ägypten machen den Anfang.

—————
*Auch das Wall Street Journal kann sich irren…[bd]…

**Bei aller Sympathie für Jennifer Rubins Take: Obama ist außenpolitisch eine glatte 000 vor und hinter dem Komma [bd].

Unumgänglich: Mutter einer Neuerfindung der Al-Ahram-Redaktion

14. Februar 2011

HonestReporting Media BackSpin, 14. Februar

Mubaraks größte Apologetin in Ägyptens Staatsmedien will eiligst nachweisen, dass ihre Neuerfindung unumgänglich ist. Aber Omar Saraya will seinen bequemen Job als Top-Redakteur der staatlich gelenkten Tageszeitung Al-Ahram absichern.

Leila Fadel besuchte Al-Ahram, um Saraya zu interviewen, aber sie fand dies vor:

Am Sonntag kamen bei Al-Ahram Reporter und Redakteure für vier Stunden zusammen, um darüber zu diskutieren, ob Saraya, der im Jahr 2005 wegen seiner Mitgliedschaft in der Regierungspartei ernannt worden war, auf seinem Posten verbleiben solle, so Journalisten und leitende Angestellte.

Unter seiner Führung las sich das Blatt oft wie eine Zusammenstellung von Pressemitteilungen der Regierung. Im September verteidigte Saraya seine Entscheidung, ein zugunsten Mubaraks manipuliertes Foto zu veröffentlichen, das ihn als Kopf einer Gruppe von Nahost-Führern zeigt, die sich zusammen mit Präsident Obama zur Pressekonferenz im Weißen Haus begeben.

In den ersten Protesttagen erschien Saraya auf arabischsprachigen Nachrichtensendern und tat die Demonstranten als Handvoll Leute ab. In einer Kolumne am 28. Januar warnte er, die Demonstrationen würden von Islamisten und Menschen mit ruchlosen ausländischen Agenden missbraucht.

Fadels geplantes Interview wurde zum Reinfall:

Saraya erschien nicht zum für Sonntag vereinbarten Interview. Seine Sekretärin sagte, dass er sich auf einer Besprechung im Nebenraum befinde, später sagte sie, dass er sich nicht im Büro befinde. Auf die Frage, warum die Koffer gepackt seien, sagte sie, dass er in ein neues Büro umzöge.

Das einzig verbliebene Bild im Zimmer zeigte ihn zusammen mit König Abdullah II. von Jordanien. In einem offenen Notizbuch auf dem Tisch wurde Mubarak schriftlich als mächtiger “Adler” und ” lebende Legende” erwähnt.

Die Ägypter verdienen bessere Medien als solche, für die Saraya steht. Fast alles wäre dagegen eine Verbesserung.

Al-Ahram setzt sich von Mubarak ab

8. Februar 2011

HonestReporting Media BackSpin, 8. Januar 2011

Klar, dass Mubarak sich in Schwierigkeiten befindet, wenn der Chefredakteur von Al-Ahram, der größten ägyptischen Tageszeitung, die sich bisher der Regierung gegenüber unterwürfig zeigte, auf der Titelseite einen Leitartikel bringt, der die Protestbewegung unterstützt.

Dazu die Daily Telegraph:

In einem Leitartikel auf der Titelseite lobte Chefredakteur Osama Saraya die „vornehme Gesinnung“, was er als “Revolution” bezeichnete, und er forderte, dass die Regierung mit unumkehrbaren Verfassungs- und Gesetzesänderungen beginnen solle.

“Der Staat und alle seine Bürger, die ältere Generation, die Politiker und alle einflussreichen politischen Akteure müssen in sich gehen und sich selbst einschränken, um die Ambitionen der Jugend und die Träume dieser Nation zu verstehen”, schrieb er.

Es gab keine Aufforderung zum Rücktritt an den Präsidenten, und während es sich noch zeigen wird, ob Al Ahrams redaktionelle Umorientierung taktischer Natur war oder echt, äußerten Anhänger der Opposition Erstaunen über die Entwicklung.

Herr Saraya hat sich seinen Ruf als verlässlicher Apologet des Präsidenten erworben.

Der letzte Satz ist kein Scherz: Erst letzten September veröffentlichte Al-Ahram ein manipuliertes Foto, das Mubarak mit anderen Nahost-Regierungschefs im Weißen Haus zeigt. Zu dieser Zeit beharrte Saraya darauf, dass das veränderte Bild nur einem illustrativen Zweck diente.

Ich hätte gerne gewusst, wie die ägyptische Tageszeitung selbst sich äußert, aber Saraya macht sich mehr Sorgen um seinen Kopf nach Mubaraks Abgang. Dieses arrogante Interview mit Menassat lässt bei mir die Haare heute nicht weniger zu Berge stehen als bei der erstmaligen Lektüre vor wenigen Jahren.

Al-Ahram-Chefredakteur bläst sich zu sehr auf

19. September 2010

HonestReporting Media BackSpin, 19. September 2010

Osama Saraya, Chefredakteur von Ägyptens staatlicher kontrollierter Tageszeitung Al-Ahram, holte gegen seine Kritiker, die vergangene Woche seine Photoshop-Fälschung enttarnt hatten, zum Rundumschlag aus

Ich habe keine englische Übersetzung zu Sarays dünner Freitags-Kolumne gefunden, also soll vorerst dieser Schnipsel aus der ägyptischen The Daily News genügen:

Al-Ahram-Chefredakteur Osama Saraya schrieb in einem Editorial am Freitag, dass die Abänderung des Bildes nicht die Wahrheit verfälschen, sondern die führende politische Rolle von Ägyptens Präsident veranschaulichen sollte.

Mit seiner Erklärung, dass das Foto in seinem ursprünglichen Format schon vorher im Monat veröffentlicht worden war, hob Saraya hervor, dass das Blatt nicht lügt oder die Wahrheit verbiegt. Er beschuldigte seine Kritiker der Verletzung des Berufsethos, wenn sie die Abänderung des Fotos herausstellte.

„Das veröffentlichte Foto hat veranschaulichenden Charakter, also können jene, die das nicht begreifen“, schrieb er und meinte damit, die Kritiker sollten andere Menschen nicht in die Irre führen, wenn sie „behaupten, eine Falschmeldung aufgedeckt zu haben…[…]. Sie sind diejenigen, die täuschen, lügen und dann ihrerseits glauben, uns beschuldigen zu können.

Allein zu veranschaulichenden Zwecken? Das manipulierte Foto war nicht als solches gekennzeichnet, was als Täuschung zu beurteilen ist. Wäre das Bild von Mubaraks so genannter “führender politischer Rolle” zum Beispiel als Zeichnung, Karikatur oder Sketch gebracht worden, hätte sich niemand darüber große Gedanken gemacht, außer vielleicht der bedauernswerte Künstler, der um seinen Gehaltsscheck hätte kämpfen müssen.

Noch aufschlussreicher ist jedoch Sarayas heftige Reaktion. Wenn das Bild wirklich nur illustrativen Zwecken gedient haben sollte, hätte eine widerwillig abgegebene Standardformulierung das Problem beseitigt und begraben. Mich dünkt, der Redakteur hat sich lediglich zu sehr aufgeblasen.

Falls Sie die Bilder noch nicht gesehen haben sollten:

So war’s wirklich:

Und so sah die Fälschung aus:

Ägyptens Staatszeitung bei Photoshop-Fälscherei ertappt

15. September 2010

HonestReporting Media BackSpin, 15. August 2010

Al-Ahram, Ägyptens staatlich kontrollierte Tageszeitung, wurde beim Gipfel der Nahost-Regierungschefs im Weißen Haus beim Fälschen erwischt: ein schlagendes Beispiel für die Macht gefakter Bilder und den Propagandaaufwand in staatlich kontrollierten Medien der arabischen Länder.

Hier das Originalfoto. Ich beteilige mich nicht an Spekulationen von Verschwörungstheoretikern, die die Positionen der einzelnen Personen auf einem Bild zu deuten versuchen (Siehe Fotogallerie des Weißen Hauses (Bild 19/23).

Und nun das Bild, das die Leser von Al-Ahram zu sehen bekamen. (Siehe WaElk’s Screenshot, via The Arabist). Achten Sie auf die herausgehobene Stellung Mubaraks, der die Gruppe anführt.

Ich kann es gar nicht erwarten, die Al-Ahram-Bilder zu den anstehenden Gesprächen in Sharm El-Sheikh zu sehen, bei denen Ägypten als Gastgeber fungiert.

Ägyptische Medien: Standartenträger antiisraelischer Empfindungen

12. Oktober 2009

HonestReporting Media Backspin, 12. Oktober 2009

Die ägyptische Journalistenvereinigung ermittelt formell gegen Hala Mustafa, eine Redakteurin von Al-Ahram, die sich vor ein paar Wochen mit dem israelischen Botschafter Shalom Cohen traf.

Heute führt AP, die die Hexenjagd als schwelende Gegenreaktion auf Israels Krieg im Gazastreifen und Faruk Hosnis vergebliche Bewerbung bei der UNESCO erklärt, einen Eiertanz um die Frage des Antisemitismus der ägyptischen Medien auf. Sie schreibt:

Die ägyptischen Medien agieren oft als Standartenträger antiisraelischer Stimmungen im Land…

Das ist Understatement. Mustafa bekommt von ihren Vorgesetzten bei Al-Ahram keine Rückendeckung. Die Vorstandsetage reagierte damit, dass sie gegen die Interaktionen mit Israel rigoros durchgreift:

Als Reaktion entschloss sich die Leitung von Al-Ahram dazu, nicht nur Mustafas Handeln zu untersuchen, sondern verkündete am Samstag, dass sie ihren Journalisten verbot, sich mit Israelis zu treffen und sie zu interviewen, dass sie an keinen Konferenzen teilnehmen, an denen Israelis beteiligt sind oder Recherchen in Zusammenarbeit mit israelischen Akademikern und Journalisten unternehmen dürfen. Der Vorstand sprach außerdem ein Blanko-Verbot dagegen aus, israelische Staatsbürger das Betriebsgelände von Al-Ahram betreten zu lassen.

Ach ja: Al-Ahram ist staatlich kontrolliert.


Follow

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 323 Followern an