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Hinter Schlagworten verstecken: Wie BDS seine israelfeindliche Agenda verbreitet

26. November 2020

Sara Goldstein, HonestReporting, 11. November 2020

Nach Angaben der Internetseite der Bewegung Boykott, De-Investition, Sanktionen besteht das Hauptziel der Initiative darin auf „ein Ende der internationalen Unterstützung für Israels Unterdrückung der Palästinenser“ hinzuarbeiten und „Israel unter Druck zu setzen das Völkerrecht zu befolgen“. Von daher will BDS das globale Ansehen des jüdischen Staates delegitimieren, indem es ihn als Paria unter den Staaten isoliert und den Mythos verewigt, dass sein Militär Menschenrechtsverletzungen begeht und Israel somit kein Existenzrecht hat.

Zunehmender Einfluss: Die Manipulation der Medien durch BDS

Der Einfluss von BDS hat sich auf viele Schauplätze ausgeweitet, wobei ihre Ideologie Regierungen, Großunternehmen, Kirchen, Gewerkschaften und – besonders – Universitäten infiltriert hat. Allerdings nutzt BDS falsche Behauptungen über Israel, die in heiße Themen wie „soziale Gerechtigkeit“ gehüllt sind, um junge Menschen anzusprechen, insbesondere zukünftige Führer, Wähler, Meinungsmache rund Trendsetter.

Auf diese Weise hofft die Bewegung ihr Ziel zu erreichen Israel praktisch international auf eine Prozessliste zu setzen.

Eine der bedeutendsten Strategien der BDS besteht darin verzerrte Medienberichterstattung des israelisch-palästinensischen Konflikts publik zu machen, um ungerechtfertigt Glaubwürdigkeit zu erlangen, Wut in der Öffentlichkeit anzustacheln und Nachrichten auszunutzen, um die Menschen glauben zu machen, die Argumente der Bewegung seien logisch und triftig.

Als Ergebnis hat BDS zur Förderung eines binären politisch-sozialen Umfeld beigetragen, in dem jeder Einzelne glaubt, er sei gezwungen eine Entscheidung zu treffen: Entweder gegen israelische Politik einzutreten und als Folge auf der „richtigen Seite der Geschichte“ zu stehen oder im Gegensatz dazu Israel zu verteidigen und es zu riskieren als „Unterdrücker“ betrachtet zu werden.

Das Werben der BDS-Bewegung für das „Rückkehrrecht“ des palästinensischen Volks ist ein Beispiel krassen Antisemitismus, weil seine Verwirklichung die Eliminierung des einzigen jüdischen Staates zum Ergebnis haben würde.

Aber die Wahrheit ist weit nuancierter.

BDS: Juden haben kein Recht an ihrer angestammten Heimat

Als Israel 1948 seine Unabhängigkeit erklärte, marschierten sofort arabische Staaten in den neugeborenen Staat ein. Während des Krieges wurden rund 750.000 Palästinenser heimatlos. Kurz darauf wurde eine UNO-Organisation gebildet, die sich ausschließlich um ihre Bedürfnisse kümmerte, während eine neue Definition von „Flüchtling“ angenommen wurde, damit die dazugehören, die heute rund 5 Millionen Nachkommen derer sind, die Israel verließen oder von dort flohen.

Sollten diesen Einzelpersonen erlaubt werden in Massen ins Land zurückzukehren, würde das der jüdischen Mehrheit Israels den Todesstoß versetzen. Im Wesentlichen versucht dann also BDS eine Situation herbeizuführen, in der das jüdische Volk kein Recht auf Selbstbestimmung in seiner angestammten Heimat hat.

BDS auf dem Campus: Israel Apartheid Week

An Universitäten ist Students for Justice in Palestine (SJP) wahrscheinlich die bekannteste Organisation, die die Rhetorik und die Positionen der BDS verbreitet. Mit rund 150 Ortsgruppen in Nordamerika dürfte SJPs „großartigster“ Beitrag zur höheren Bildung die „Israel Apartheid Week“ sein. Der antisemitische Charakter dieser Veranstaltung, bei der SJP alle „Menschen mit Bewusstsein“ aufruft sich an einem Boykott israelischer Produkte zu beteiligen, dazu an einer Reihe von Vorträgen teilzunehmen, die die falsche Analogie zwischen Israels Umgang mit den Palästinensern und dem ehemaligen Apartheid-Südafrika propagieren, ist offensichtlich.

Werbung für die Israel Apartheid Week, geschaffen von Studenten an der Columbia University in New York City.

BDS zur Rede stellen: Fakten zu arabischen Israelis und palästinensischer Verweigerung

Trotz der Behauptungen der BDS, werden arabische Israelis vor dem Gesetz genauso behandelt wie Juden. Sie nehmen am politischen Prozess teil und haben einen Repräsentanten am Obersten Gerichtshof. Arabische Israelis sind Ärzte, Akademiker und genießen dieselben Freiheiten wie alle anderen Bürger.

Und was die Palästinenser angeht, hat Israel in der Vergangenheit alles unternommen, um den Konflikt mit seinen Nachbarn zu beenden. Im Gegensatz dazu haben die Palästinenser im Verlauf der letzten 25 Jahre zahlreiche großzügige Friedensangebote abgelehnt.

Antizionistische Allianz: BDS und die Jüdische Stimme für Frieden

Um ihr Handeln zu rechtfertigen, arbeitet die BDS-Bewegung oft mit Gruppen zusammen, die von vielen als von Juden geleitete antiisraelische Gruppen betrachtet werden. Dieses Tun dient als „Versteck“ für ihr Handeln. Wie kann BDS antisemitisch sein, wenn sie z.B. Rückendeckung von der Jüdischen Stimme für Frieden hat (JVP – Jewish Voice for Peace)? Was nicht erwähnt wird: dass diese Organisationen allgemein nur einen Rand des amerikanischen Judentums repräsentieren und damit keinesfalls repräsentativ für die breitere Bevölkerung stehen, von denen die Mehrheit zumindest Israels Existenzrecht unterstützt.

Das wird kristallklar, wenn man kurz die Internetseite von JVP unter die Lupe nimmt; die Organisation „wird geleitet von einer Vision der Gerechtigkeit, Gleichheit und Freiheit für alle Menschen. Wir sind unmissverständlich gegen den Zionismus, weil er diesen Idealen widerspricht.“

Studenten nehmen an einem Protest von JVP teil, deren Ziel es ist zu beweisen, dass es Juden gibt, die die Delegitimierung Israels unterstützen.

Einseitigkeit kontern: Über Schlagworte hinaus zur Wahrheit

Dies ist einer der vielen Gründe, dass es bei der Bildung von Meinung zu jeglichem Thema entscheidend ist in die Fakten einzutauchen, während darauf bestanden wird, dass beide Seiten der Gleichung fair dargestellt werden. Um die wahren Vorzüge eines bestimmten Arguments beurteilen zu können, muss Einseitigkeit zuerst identifiziert und von der Wahrheit getrennt werden. Diesen Prozess zu erklären und anzuwenden, ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass die nächste Generation in der Lage bleibt zu komplexen Fragen kritisch zu denken, die mit Schlagworten nicht angemessen zu verstehen sind.

Meinungsfreiheit – aber pass auf, was du sagst!

9. Oktober 2014

Alex Margolin, HonestReporting.com, 2. Oktober 2014 (übersetzt von Cora)


In der bekloppten Welt der Campus-Debatten scheint es, als wäre ein Aufruf Israel zu boykottieren ein akzeptabler Ausdruck der Meinungsfreiheit, selbst wenn die Ausübung selbst – durch die Festlegung politischer Kriterien für jene, welche an der Diskussion teilnehmen dürfen, und welche nicht – die Verletzung der Redefreiheit bedeutet.

Denn eine Liste von Professoren zusammenzustellen, die den akademischen Boykott unterstützen, so wie es ein Wachhund namens AMCHA Anfang September gemacht hat, ist „erbärmlich“, denn sie ist „dazu geeignet, die Diskussion zu ersticken“ und den akademischen Austausch zu „schwächen“, so 40 Professoren für jüdische Studien in einem öffentlichen Brief, der letzte Woche veröffentlicht wurde.

„AMCHAs Taktik ist dazu angetan, die Diskussionen über Dinge, die in Israel und in der ganzen Welt debattiert werden, zu ersticken und die Annahme, dass Studenten vor ihren eigenen Universitäten geschützt werden müssen, ist unangebracht und destruktiv. Bemühungen dieser Art fördern nicht gerade die akademische Integrität, stattdessen dienen sie dazu, die Formen des akademischen Austauschs abzuwürgen, die die Lebensader der Universitäten sind.“

AMCHA, welche die Anti-Israel Aktivitäten auf über 300 Campusen in den USA beobachtet, veröffentlichte eine Liste von Professoren, welche zuvor in diesem Sommer einen Aufruf zum akademischen Boykott unterzeichnet hatten. Der ausdrückliche Zweck der Liste war, die Studenten über die offen ausgesprochene Ansichten der Professoren zu informieren, so dass sie nicht unvorbereitet in deren Seminare kommen.

„Studenten, welche mehr über den Mittleren Osten erfahren möchten, ohne sich dabei einer Anti-Israel Verleumdung oder möglicher antisemitischer Rhetorik auszusetzen, möchten vielleicht prüfen, welche Mitglieder der Fakultät unterschrieben haben, bevor sie sich anmelden. In der Petition rufen die Professoren ihre Kollegen der Mittel-Ost Studien dazu auf „israelische akademische Institutionen zu boykottieren“ und bitten darum, „nicht an Projekten und Veranstaltungen, in denen israelische akademische Institutionen involviert sind, teilzunehmen oder mitzumachen, nicht an Konferenzen oder anderen Veranstaltungen zu lehren oder beizuwohnen bei denen diese Institutionen vertreten sind und in keinem akademischen Journal zu veröffentlichen, das in Israel herausgegeben wird.“

Angesichts der harten Worte dieses öffentlichen Briefes der Professoren für jüdische Studien, fällt es schwer, jemand anderen zu finden, der die Anschuldigung, Diskussionen abzuwürgen besser erfüllt, als jene, die AMCHA dessen beschuldigen. Wenn die Nennung der Professoren, die öffentlich eine gewisse Meinung vertreten haben, „fehlgeleitet und zerstörerisch“ sein soll, was ist dann die Aufforderung dazu zu schweigen, um den „geistigen akademischen Austausch, der die Lebensader der Universitäten ist“ zu fördern? Jonathan Tobin stellt in im Commentary Magazine fest, dass die Akademiker ihre Prioritäten falsch gesetzt haben.

„Anstatt zu versuchen, AMCHA zum Schweigen zu bringen, sollten die jüdisc hen Akademiker die Eier haben, sich den wachsenden antizionistischen und antisemitischen Aktivitäten auf den Campusen entgegen zu stellen. Wenn sie das nicht tun, dann werden sie früher oder später feststellen müssen, dass sie als Juden nicht nur bei den Mittel-Ost Studien nicht willkommen sind.“

Oder wie der Rapper Ice-T vor zwei Jahrzehnten weise sagte: Meinungsfreiheit – aber achte darauf, was du sagst.

Chomsky ist nicht sicher, dass es BDS gibt

30. April 2014

Alex Margolin, HonestReporting.com, 28. April 2014

Bring Noah Chomsky auf deinen Campus und du weißt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, das die BDS-Frage aufkommt.

Und genau das geschah letzte Woche an der Brown University, wo Chomsky eine lebhafte Debatte über den Nahen Osten mit Dennis Ross führte, dessen Beteiligung an den Friedensgesprächen bis zu den Oslo-Vereinbarungen in den 1990er-Jahren zurückgeht.

Als sie zur Boykott-, De-Investitions- und Sanktions-Bewegung gefragt wurden, waren Ross und Chomsky von Anbeginn an unterschiedlicher Meinung zur Natur der Frage; sie übertönten sich gegenseitig und ließen den anderen kaum zu Wort kommen.

Ross sagte, er unterstütze die Bewegung allgemein nicht; sie fordere weltweite Wirtschaftsmaßnahmen gegen Israel, um das Land zu zwingen eine Menge palästinensischer Ziele zu akzeptieren. Dieses Herangehen ist falsch, denn es schafft eine Verbindung zu einer Einstaaten-Lösung, sagte er. Chomsky wich der Frage aus und sagte, die Bewegung existiert in der Praxis nicht, also sei darüber zu reden „totale Zeitveschwendung“.

Chomsky sagte aber, er unterstützt bestimmte Byokott-Bemühungen, darunter die, die Unternehmen ins Visier nehmen, die in der Westbank bauen.

Nach Chomsky gibt es also keine BDS-Bewegung, so wie es den Löffel im Film Matrix nicht gibt.

Was ist mit akademischen Boykotten?

Vor der Veranstaltung sagte Chomsky gegenüber The Herald, dass er die Boykottierung israelischer Universitäten nicht unterstützt. Er fügte hinzu, dass die USA auch an internationalen Verbrechen beteiligt sind und er würde nicht vorschlagen das MIT oder Harvard zu boykottieren.

Boykotte müssten „von Prinzipien geleitet“ und „zielgerichtet“ sein, um effektiv sein zu können, sagte er dem Herald.

Während Chomsky nicht ausdrücklich erklärte, dass er gegen die BDS ist, scheinen seine Worte „von Prinzipien geleitet“ und „zielgerichtet“ der BDS-Bewegung entgegenzustehen, die eine völlige wirtschaftliche, politische, kulturelle und sportliche Boykottierung Israels fordert. Sie hat außerdem kein Interesse an den internationalen Standards, die Israel das Existenzrecht einräumen. Sie ist also weder von Prinzipien geleitet noch zielgerichtet und damit ineffektiv.

Doch Chomskys Abneigung unverblümt seine Gegnerschaft zu BDS zu erklären, legt nahe, dass er versuchen könnte sich beiden Seiten anzudienen. Immerhin ist Chomsky für die Israel-Basher seit Jahren ein Held. Was würden die denken, würden sie erkennen, dass Chomsky er mit Israel nachsichtig ist?