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Weitere schwedische Verleumdungen

6. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 5. November 2009

Nicht nur hat Donald Bostrom seine Leichenklau-Vorwürfe gegen die IDF ständig wiederholt – die Sonntagsausgabe von Aftonbladet berichtete zudem (und Haaretz griff es auf), dass die schwedische Tageszeitung in Kontakt mit

„einer Frau in Genf getreten ist, die, zusammen mit einem Rechtsanwalt, einen Brief an die UNO vorbereitet, in dem von 15 illegal obduzierten Palästinensern die Rede ist, von denen bei 8 bis 2008 das Fehlen von Organen nachgewiesen worden war.“

Haaretz befasst sich damit:

Der Beitrag, geschrieben von der Kulturredakteurin Åsa Linderborg, kommt mit der Behauptung daher, dass das Material noch nicht freigegeben werden konnte, da die fraglichen palästinensischen Familien aufgrund israelischer Repressalien Todesängste bekommen hätten.

Linderborg bezog sich einen kürzlich passierten Fall eines illegalen Organhandels in Haifa, bei dem zwei Männer inhaftiert worden waren, dazu auf den Fall Yehuda Hiss, Israels führenden staatlichen Pathologen und ehemaligen Leiter des forensischen Instituts Abu Kabir, der zugegeben hatte, im Jahr 2001 Gewebe von einem verstorbenen israelischen Soldaten entnommen zu haben.

„Zwei Monate nach Veröffentlichung durch Aftonbladet trifft das erste Urteil [in der israelischen Organ-Affäre]. Es gibt mehr“, so die Intention des Stückes.

Der Haifa-Vorfall war in der Tat beschämend und jener um Yehuda Hiss umso mehr. Aber Aftonbladets Versuch, diese Fälle (und den New Jersey-Skandal) mit der IDF zu verbinden, entbehrt jeder Beweiskraft.

Derselbe Haaretz-Bericht beschreibt auch einen Disput zwischen Bostrom und einer schwedischen Kritikerin:

Die Wirtschaftswissenschaftlerin Anna Vider hatte ebenfalls Boströms Arbeitsmethoden kritisiert, wenn sie seine Verwendung von Zeugenaussagen allein von Palästinensern anführt, seine Unfähigkeit, mit den israelischen Behörden zusammenzuarbeiten und das Fehlen von Interviews und Nachforschungen. Sie kritisierte ihn auch scharf wegen seiner konstruierten Verbindung eines Vorfalls im Jahr 1992 mit Vorwürfen bezüglich des illegalen Organhandels in New Jersey 2009.

„Es erfordert viel Nachforschung, und es ist nicht etwas, was in einer Woche abzuhandeln ist“, sagte Vider: „Als Journalist hätte er [Bostrom] sich mehr bemühen müssen. Ich denke, das ist nicht aufrichtig.“

Bostrom wies die Kritik an seiner Vorgehensweise zurück: „Ich bin Reporter, nicht Ermittler.“

„Er verbindet die Ereignisse, weigert sich aber, die Verbindung zu diskutieren“ fuhr Vider fort. „Es ist unanständig, den Skandal in New Jersey  abzuwarten und dann erst zu veröffentlichen. Warum hat er es nicht 1992 getan? Dieser Artikel hat eine große Auswirkung darauf, wie Israels Schweden und unsere Einmischung in den Konflikt beurteilt.“

Wow! Bostrom weist eine grundlegende Verantwortung des Reporters für Faktenchecks von sich. Wie aber jeder Student im Einmaleins des Journalismus lernt: „Wenn deine Mutter sagt, dass sie dich liebt, überprüfe es.

“Ein Propagandacoup“

21. September 2009

HonestReporting Media BackSpin, 21. September 2009

Es kam schon einigermaßen überraschend, dass ein britischer Minister den New Statesman wegen der Veröffentlichung von Ken Livingstones einschmeichelndem „Exklusiv“-Q&A mit Hamas-Führer Khaled Mashaal hart kritisierte.

Ivan Lewis* sagt, dass New Statesman in Wirklichkeit Mashaal einen „Propagandacoup für den Führer einer Terrororganisation“ verschaffte.

Schwedische Regierungsbeamte könnten von ihren britischen Kollegen viel lernen. Als Aftonbladet ein noch schäbigeres Stück Journalismus veröffentlichte und Israel des Diebstahls von palästinensischen Organen beschuldigte, forderte Israel die schwedische Regierung auf, den Bericht zu verurteilen.

Die Schweden zogen es jedoch vor, mit dem Argument der Meinungsfreiheit auf Durchzug zu schalten. Dabei zogen sie ihre Botschafterin Elisabeth Borsiin Bonnier, die Donald Bostroms Bericht relativ milde kritisiert hatte, aus Israel ab und löschten ihre Kommentare von der Webseite des schwedischen Außenministeriums.

Wenn man sich mit beiden Blättern näher befasst, geht es im Kern nicht um Meinungsfreiheit. Wären Bostroms und Livingstones Artikel auf privaten Blogs eingestellt worden, hätte keiner von ihnen irgendwelche besondere Aufmerksamkeit erfahren. Es gibt genügend billige Verschwörungtheorien und Hamas-Apologeten, die miteinander um Online-Traffic konkurrieren.

Aber seriöse Nachrichtenmedien tragen Verantwortung dafür, dass Nachrichten veröffentlicht werden, und nicht Propaganda – das auch nicht nur aus ethischen Gründen, obwohl dazu auch eine Menge zu sagen wäre. Aftonbladet und jetzt der New Statesman bewegen sich auf gefährlichem Terrain, wenn sie mit Müll hausieren gehen, was ihren Ruf als glaubwürdige Quellen für Nachrichten und Kommentare schwer beschädigt.

Wenigstens in Großbritannien nennen Regierungsvertreter die Dinge beim Namen.

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*Die Jerusalem Post verpasst Lewis den Titel „Außenminister“. Da muss wohl ein Tippfehler vorliegen. Er ist Gesundheitsminister, so weit ich weiß (bd).

Crimson-Redakteure mit schlimmer Anzeigenpanne konfrontiert

10. September 2009

HonestReporting Media BackSpin, 10. September 2009

Gestern veröffentlichte Harvard Crimson* die Anzeige eines Holocaustleugners, der die Leser dazu aufrief, namentlich eine Person mit Nachweis anzugeben, die in den Gaskammern von Auschwitz ermordet wurde. The Crimson sagt, dass die Anzeige versehentlich veröffentlicht wurde.

Heute erschien ein Leitartikel mit dem Mea Culpa, das meiner Meinung nach bezeichnend für dieses Statement war:

Der Grund dafür, dass eine Werbeanzeige unangebracht war, die die Holocaustleugnung fördert, besteht nicht nur darin, dass sie viele auf dem Campus beleidigte, sondern mehr darin, dass er unsere Werten eines mannigfaltigen und offenen Charakters unserer Hochschulgemeinschaft widerspricht. Schließlich werden Inhalte, die manche verletzend finden, oft akzeptiert, und der verärgerte Leser ist ein unvermeidlicher Faktor bei Produktion und Konsum von Journalismus. Als Zeitung, die sich den höchsten Standards journalistischer Integrität verschrieben hat, scheut The Crimson selten davor zurück, bei Lesern anzuecken, die Anstoß an seinen Texten nehmen. Aber bei der Anzeige vom Dienstag verhielt es sich vollkommen anders. Sie war mehr als nur „beleidigend“ für einige Leser – sie war unwahr.

Anders als eine simple Beleidigung hat die Holocaustleugnung wesentlich tiefgreifendere Auswirkungen. Sie fördert Hass und könnte das psychologische und seelische Wohl Anderer in der Harvard-Community ernsthaft gefährden.

Glauben Sie, dass die arroganten Redakteure des Aftonbladet wirklich etwas über verantwortlichen Journalismus von The Crimson lernen würden? Neee.

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*Hochschulzeitung der Harvard University in Cambridge, Massachusetts

Drei Gründe, warum EL Mundos „Pressefreiheit“-Argument nicht zieht

3. September 2009

HonestReporting Media BackSpin, 3. September 2009

Die Samstagsausgabe von EL Mundo wird ein Interview mit David Irving bringen und kündigt den Holocaustleugner als „Experten“ zum Thema Zweiter Weltkrieg an.

Und wie Jerusalem Post berichtet, gebraucht das spanische Blatt die gleiche Entschuldigung wie die Aftonbladet-Redakteure: Pressefreiheit:

Pressefreiheit kann aber nicht reinwaschen.

1. Wie konnten EL Mundo-Redakteure die Tatsache ignorieren, dass Irvings Reputation als „Experte“ von einem britischen Richter, der ihn am Ende des Verleumdungsprozesses gegen Deborah Lipstadt gegen als „antisemitischen und rassistischen“ Holocaustleugner und „pro-nazistischen Scharfmacher“ bezeichnet hatte,  in alle Einzelteile zerlegt wurde?

2. Die Präsentation „unterschiedlicher Erzählungen“ ohne Realitätsbezug speist sich aus dem historischen Revisionismus stalinistischer Prägung und nicht, wie man vielleicht glauben möchte, aus „historischen Entwürfen“.

3. Die Behauptung, dass die Leser „selbst entscheiden können“, ist für eine Zeitung untauglich, deren Job es ist, „nur über Fakten“ zu berichten. Wie sollen Leser zu „begründeten Urteilen“ kommen, wenn sie falsch informiert werden?

Einst freute ich mich darauf, dass Irving in Vergessenheit geraten könnte – Deborah Lipstadt äußerte diese Hoffnung in einem heute ironisch anmutenden BBC-Interview. Aber diese Hoffnung basierte auf der Annahme, dass die Leute Irvings so genannte „Forschung“ mit der Verachtung strafen, die sie verdient. Ich rechnete aber nicht mit der Unzurechnungsfähigkeit von EL Mundo.

Schwedische Blutlüge: Nachbeben

1. September 2009

HonestReporting Media BackSpin, 1. September

Eine Zusammenfassung von Kommentaren zu Aftonbladets Organhandelbeschuldigung.

Lesen Sie dazu bitte unser neues Kommuniqué: Swedish Blood Libel: The Aftermath

Die Kunst der Fragestellung

1. September 2009

HonestReporting Media BackSpin, 1. September

Einige europäische Offizielle vermuten, dass Israel für das Verschwinden der Arctic Star gewesen sei, die kürzlich im Ärmelkanal aufgefunden wurde. Beleg dafür gibt es keinen, aber der Vorfall wirft etliche Fragen auf.

Ich bin beeindruckt, wie Time die Geschichte behandelt und Fragen zu Israel und Russland stellt – in verantwortungsbewusster Art und Weise. Unbestrittene Fakten werden herausgestellt, was nicht zutrifft wird eingeräumt und die Protagonisten im Original zitiert.

Und all dies ohne eine sensationell aufgemachte Doppelseite, die sich auf unbestätigte Behauptungen zu einem Vorfall aus dem Jahr 1992 stützten und zwischenzeitlich widerrufen wurden.

Memo an Donald-Bostrom, Jan Helin und Aftonbladet-Apologeten: Bei nicht vorhandenen Beweisen gibt es verantwortbare Wege für einen Journalisten, Fragen zu stellen.

Israel und das jüdische Volk sind miteinander verwoben

31. August 2009

HonestReporting Media Backspin, 30. August 2009

David Stavrou ist israelischer Autor mit Wohnsitz in Schweden; er entlarvt die Vorstellung, dass der Ritualmord-Vorwurf durch Aftonbladet nicht so wichtig ist, weil er sich gegen die IDF richtete, nicht gegen Juden im Allgemeinen:

Die Unterscheidung zwischen Juden und Israel ist in diesem Fall, wie in vielen anderen, Wunschdenken vieler. In Wahrheit gibt es keine Unterscheidung. Man mag das mögen oder nicht, aber Israel und das jüdische Volk sind miteinander verwoben; jeder zahlt den Preis dafür, wenn der andere angegriffen wird, jeder steigt und fällt mit den Erfolgen und Fehlschlägen des anderen. Aftonbladet weiß dies natürlich und nutzt das aus. Es kann rassistische Angriffe fahren, die sich als legitimer politischer Journalismus tarnen.

Sein Antisemitismus ist ein traditioneller, der sich auf die Religion gründet (die Juden töteten Jesus). Es ist noch nicht einmal ein moderner Antisemitismus (die Juden sind reich und kontrollieren die Welt). Es handelt sich um einen postmodernen Antisemitismus. Es geht um Bewertungen und ist geschäftsorientiert. Damit lassen sich Zeitungen verkaufen. Niemanden kümmert die Wahrheit, denn die ist ohnehin subjektiv; niemand hat die Zeit für Recherche und man kann definitiv darauf zählen, dass niemand die Verantwortung dafür übernehmen wird. Der Schreiber erhält seine 15 Minuten Ruhm; die Zeitung macht Millionen Gewinn. Und scheiß‘ auf die Konsequenzen.

Stavrou ist eine Ohrfeige für Seth Freedman, der regelmäßig im Bereich Comment is Free des Guardian schreibt und in der IDF diente. Hier seine unerklärliche Reaktion auf Aftonbladet:

Schlechter Journalismus macht jedoch nicht automatisch einen Antisemiten, besonders dann, wenn die Vorwürfe sich gegen die israelische Armee richteten statt gegen das Judentum und seine Bräuche. Hätte der Artikel behautet, dass jüdische Lehre zur Tötung nichtjüdischer Kinder und den Gebrauch ihres Bluts für rituelle Zwecke ermunterte – die klassische Definition des Ritualmord-Vorwurfs und die Herkunft der Redewendung – dann wäre es etwas anderes; aber in diesem Fall wird der Vorwurf eindeutig gegen eine Teilmenge der israelischen Gesellschaft erhoben, nicht gegen Israels per se, geschweige denn die weltweite jüdische Gemeinschaft.

Memo an Freedman: Boström verwies auch auf den Skandal in New Jersey, womit er das Leichengreifen auf die weltweite Ebene ausweitet.

Lesen Sie Stavrous ganze Kolumne (in Englisch).

Neues zu Aftonbladet

28. August 2009

HonestReporting Media BackSpin, 28. August 2009

Eine Zusammenfassung neuer Entwicklungen und Kommentare zur schwedischen Ritualmordlegende.

• Wenn Sie die englische Übersetzung von Donald Bostroms Originalartikel noch nicht gelesen haben können Sie das hier nachholen.

James Savage listet einige stichhaltige Gründe auf, warum die schwedische Regierung Aftonbladet nicht verurteilen wird.

Stephen Dubner sprach mit einem skeptischen Experten für Organtransplantation:

Harvard-Wissenschaftler Al Roth, dessen Arbeit zu Überkreuzlebensspenden das Organtransplantationsverfahren grundlegend verändert hat, sagte mir, dass die Anschuldigungen schon allein wegen der logistischen Methoden des Organhandels unglaubwürdig seien. „Organe sind zeitlich nur sehr begrenzt haltbar und müssen passgenau transplantiert werden“, so Roth. „Es wäre also sehr schwer, sie auf Verdacht dem internationalen Markt anzubieten. Deshalb glaube ich, dass Schwarzmarktorgane von lebenden Spendern stammen müssen. Lebendspender können vorab Blutproben nehmen und zum Wohnort des Spenders anreisen. Organe Verstorbener müssen aber sofort in Eis verpackt werden, da sehr wenig Zeit zur Transplantation verbleibt.“

• Rechtliche Mittel gegen das Blatt einlegen? Alan Dershowitz und Yossi Klein-Halevi haben schlagende Argumente dafür, Paul Schneidereit ebenso überzeugende dagegen.

• Ist die israelische Reaktion politisch motiviert? Dies vermutet Daniel Korski:

Diplomaten, mit denen ich gesprochen habe, spekulieren nun darauf, dass die israelische Regierung in Erwartung eines Friedensvorschlages von Obama im Oktober, der ihnen nicht passt, diese Episode nutzen könnte, um Schweden während einer Zeit auszumanövrieren, da es die rotierende EU-Präsidentschaft inne hat. Auf diese Weise könnte der EU-Rückhalt für den zu erwarteten „Mitchell-Plan“ geschwächt oder neutralisiert werden. Man spricht bereits darüber, dass Bildt seinen geplanten Besuch in Israel verschieben muss.

• Video: Donald Bostrom und Mordechai Kedar beharken sich.

• Und die arabische Reaktion? Nichts Überraschendes.

Klage gegen Aftonbladet

26. August 2009

HonestReporting Media BackSpin, 26. August 2009

Ein israelischer Rechtsanwalt reichte bei einem New Yorker Gericht Klage gegen Aftonbladet ein. YNet News sagt, warum ausgerechnet im Big Apple:

Ophir erklärte: „Die Tageszeitung veröffentlichte eine antisemitische und rassistische Verleumdung, die zum Rassismus gegen Juden und IDF-Soldaten anstachelt“. Und weiter: „Die Klage wurde in New York eingereicht, da das Blatt dort erhältlich ist und der Reporter eine Verbindung zu Behauptungen aufstellt, New Yorker Rabbiner hätten mit Organen gehandelt.“

Auch Aktivisten in Schweden haben die Mühlen der Justiz in Bewegung gesetzt, wenn man aber Berichten von The Local und Haaretz Glauben schenkt, wird wenig dabei herauskommen.

„Wir haben nie gesagt, dass unserem Sohn Organe entnommen wurden“

25. August 2009

HonestReporting Media BackSpin, 25. August 2009

Diese schwedische Ritualmordlegende wurde weiter entzaubert, wenn Bilal Ahmed Ghanems Familie sagt, sie habe keinem Reporter erklärt, dass ihrem Sohn Organe entnommen worden seien.

Khaled Abu Toameh (Jerusalem Post) machte die Familie ausfindig:

Die Mutter verneinte, dass sie einem ausländischen Journalisten erklärt habe, ihrem Sohn seien Organe entnommen worden.

Jedoch sagte sie, sie schließe nun die Möglichkeit nicht aus, dass Israel den Palästinensern Organe entnommen habe.

Jalal sagte, er und andere Dorfbewohner könnten sich daran erinnern, dass sich während des Begräbnisses ein schwedischer Fotograf im Dorf aufhielt, der vor der Bestattung noch ein paar Fotos vom Leichnam schießen konnte. „Dies war das einzige Mal, dass wir diesen Fotografen sahen“, fügte er hinzu.

Ibrahim Ghanem, ein Verwandter Bilals, erklärte, dass die Familie dem schwedischen Fotografen niemals erzählt hätte, Israel habe Organe des Toten entwendet.

„Möglicherweise kam der Journalist zu dieser Schlussfolgerung, weil er am Körper Nahtstellen bemerkte. Aber was die Familie betrifft können wir sagen, dass wir nicht wissen, ob dem Körper Organe entnommen worden waren, weil wir keine Autopsie durchführen ließen. Wir bemerkten nur, dass Bilals Zähne fehlten.“

Soviel zu Bostroms vorherigen Ausrede, die sich selbst widerspricht:

„Ich gebe nur wieder, was andere Leute mir gesagt gaben.“

Auch Aftonbladet-Chefredakteur Jan Helin verteidigte Bostroms Artikel:

„Der Artikel stellt eine Frage: Warum ist dieser Leichnam geöffnet worden, wenn die Todesursache auf der Hand liegt? Dafür schulden uns die israelischen Behörden eine Antwort.“

Seit Aftonbladet die Vorwürfe erhoben hat, liegt die Beweislast bei der Zeitung. Israel ist nicht gezwungen, nachzuprüfen, ob etwas nicht stattgefunden hat, ob die Vorwürfe mit Leichenraub zu tun haben, ob sie mit 9/11 zusammenhängen, einem Mord an Arafat, Brunnenvergiftung, Tsunamis etc.

Stellen Sie sich schon mal’ auf ein Exklusivmärchen des Aftonbladet ein, in dem über Zionisten fabuliert wird, die Bilal Ghanems Zähne geklaut haben.

Schwedischer Verleumdungsautor: „Habe keinen blassen Schimmer“

19. August 2009

HonestReporting Media BackSpin, 19. August 2009

Donald Bostrom, der in Aftonbladet die Story verzapft hatte, dass Israel Handel mit Organen von Palästinensern betreibe, sagt nun, dass er keine Ahnung hat, ob seine Geschichte wahr ist. Dazu in der Jerusalem Post:

„Ich habe eine eigene Meinung und befürchte, dass sie zutrifft“, so Donald Bostrom, Verfasser der Story, gegenüber Israel Radio auf dem Weg zu einer Sondersitzung in den Redaktionsräumen des Aftonbladet, wo wahrscheinlich die  die Folgen des Berichtes besprochen werden.

„Ich war [anwesend] während des Interviews in dieser Nacht. Ich war Zeuge. Es macht mir so viel Sorgen, dass ich Nachforschungen haben will“, sagte Bostrom. „Aber ob es wahr ist oder nicht – ich habe keine Ahnung, keinen blassen Schimmer.“

Aber Aftonbladet beharrt auf seinem Standpunkt.

Asa Linderborg, Redakteurin der Kultursparte des Blattes und verantwortlich für die Veröffentlichung der Geschichte, erklärte Haaretz gegenüber, dass die Publikation „hinter der Forderung nach einer internationalen Untersuchung steht.“

Wie war das wieder mit Faktencheck und unabhängigen Quellen als Beleg?