Archive for the ‘Weltmedien und Nahost’ category

Die International Business Times ist reichlich konfus beim Thema Al-Aqsa-Moschee

4. Juli 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 29. Juni 2016

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UPDATE

HRsuccess2Nach unserer Korrespondenz hat die IBT Unterüberschrift und Text vollständig geändert.

Jetzt lautet die Unterüberschrift: „Die Unruhen haben zu neuerlichen Rufen nach Friedensgesprächen geführt, die zuletzt vor über zwei Jahren gescheitert sind.“

Und der Eröffnungstext lautet nun: „Israelische Behörden haben Nichtmoslems das Betreten einer umstrittenen Jerusalemer heiligen Stätte verboten, nachdem es zu einer Reihe von Zusammenstößen zwischen palästinensischen Protestlern und der israelischen Polizei gekommen ist. Die Entscheidung fiel während des heiligen Monats Ramadan und wird bis Ende Juni aufrechterhalten, die heilige Stätte bleibt jedoch für muslimische Gebete geöffnet.“

* * *

Die International Business Times berichtet über die palästinensische Gewalt auf dem Tempelberg während der letzten zwei Tage.

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Die Unterüberschrift beschreibt die Al-Aqsa-Moschee fälschlicherweise, sie wäre „sowohl muslimischen als auch jüdischen Besuchern heilig“.

Das ist falsch.

Die Moschee selbst ist Juden, die für gewöhnlich in Synagogen beten, nicht heilig. Der Tempelberg jedoch ist die heiligste Stätte des Judentums überhaupt.

Zudem behaupten Unterüberschrift und Eröffnungsabsatz des Artikels, die Moschee sei von den israelischen Behörden bis zum Ende des Ramadan geschlossen worden. In Wirklichkeit steht die Moschee für muslimische Gebete offen. Es sind Nichtmoslems, insbesondere Juden, die aus Sicherheitsgründen den Tempelberg nicht betreten dürfen.

Abgesehen von den faktischen Fehlern impliziert der Artikel, Juden fürden die muslimische Glaubensfreiheit beschränken, wenn dies klar nicht der Fall ist.

Wir haben die IBT um Korrektur gebeten.

Israelhasserin schreibt antisemitische, zorngeifernde Gastkolumne

1. Juli 2016

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 27. Juni 2016

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Aayesha J. Soni, eine fanatische Israelhasserin, schrieb für den südafrikanischen Mail and Guardian einen Gastbeitrag, in dem sie Israel mit Hitler verglich.

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Warum jetzt?

Erstmals in der Geschichte wurde ein israelischer Botschafter dazu ernannt, einem ständigen UN-Ausschuss vorzusitzen: Danny Danon, der nun dem UN-Rechtsausschuss vorsitzt. Sonis Geschwafel gegen Israel ist als Kritik an Danons Ernennung getarnt.

Was sind die Kritikpunkte?

Soni beschuldigt Israel, „mehr UN-Resolutionen als jedes andere Land in der Geschichte der UN“ gebrochen zu haben. Des weiteren beschuldigt sie Israel „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ und behauptet, dies mache das Land „derselben Verbrechen schuldig wie Hitler“.

Vergleiche aktueller israelischer Politik mit jener der Nazis zu ziehen, passt exakt auf die internationale Definition für Antisemitismus, wie von vielen Regierungen bestätigt (leider nicht der südafrikanischen). Nicht nur ist der Vergleich unwahr, aber er beleidigt Israelis, Holocaustüberlebende und alle Menschen mit gutem Gewissen.

Was verschwieg die Autorin?

Die meisten der fraglichen UN-Resolutionen sind lediglich konsultativ und haben keine rechtliche oder bindende Wirkung, was bedeutet, Israel muss ihnen gemäß den UN-Regulierungen oder dem Völkerrecht nicht Folge leisten. Zudem verschwieg Soni wesentliche Informationen:

1. Die Vereinten Nationen haben eine markante Voreingenommenheit gegenüber Israel. Und das ist nicht einfach nur eine „Meinung“:

  • UN-Generalsekretär Ban Ki-moon sagte, es gebe „eine voreingenommene Haltung gegenüber dem israelischen Volk und der israelischen Regierung“, und dies sei „eine unglückliche Situation“.
  • Der ehemalige Generalsekretär Kofi Annan sagte, er sei „besorgt über die unverhältnismäßige Fixierung [des UN-Menschenrechtsrats] auf Verletzungen durch Israel.“
  • Die UN-Botschafterin der USA, Samantha Powers, sagte: „Israel wird nicht wie andere Länder behandelt“, und „die Voreingenommenheit erstreckt sich weit über Israel als Staat hinaus und geht bis hin zu Israel als Idee.“

2. Die von Soni angesprochenen Resolutionen wurden mit Hilfe einiger der judenfeindlichsten Staaten und grässlichsten Menschenrechtsverletzer der Welt verabschiedet, zum Beispiel:

  • Saudi-Arabien, deren UN-Delegierter Marouf al-Dawalibi sagte: „Der Talmud sagt, wenn ein Jude nicht jedes Jahr das Blut eines Nichtjuden trinkt, wird er auf alle Ewigkeit verdammt sein.“ (Der Talmud sagt so etwas nicht.)
  • Libyen, deren US-Vertreter Ali Treiki sagte: „Sind es nicht die Juden, die das amerikanische Volk ausbeuten und sie zu entwürdigen versuchen?“ (Juden tun das nicht.)
  • Der syrische UN-Botschafter, der darauf bestand, Juden würden Christenkinder töten und aus ihrem Blut Matzen machen. (Juden tun das nicht. Aber solche Ritualmordlegenden wurden als Rechtfertigung für das Abschlachten von Juden seit wenigstens dem 12. Jahrhundert herangezogen.)

3. Der UN-Menschenrechtsrat (UNHRC) hat eine unheilige Besessenheit mit Israel, was wir in diesem HonestReporting-Video diskutieren:

Neben anderen Defiziten hat der UNHRC mehr Resolutionen gegen Israel verabschiedet als gegen den gesamten Rest der Welt zusammengenommen.

Geben wir dem eine Perspektive: Gegenwärtig existieren 40 bewaffnete Konflikte in der Welt, darunter Völkermorde, Folter und Sexsklaverei durch ISIS in Irak und Syrien, der syrische Bürgerkrieg mit Hunderttausenden Toten, der vernichtende Krieg im Jemen, massive Exekutionen im Iran und in Saudi-Arabien, die Liste ist lang.

Und dennoch gewinnen alle diese desaströsen Situationen beim UNHRC weniger Aufmerksamkeit als Israel, die einzige Demokratie im Nahen Osten. Tatsächlich sind die durchschnittlichen jährlichen Todeszahlen in Syrien höher als die Gesamtzahl der Menschen, die seit 1948 in Konflikten mit Israel jemals zu Tode kamen. Aber das ist dem UNHRC völlig egal.

4. Aayesha J. Soni ist auf individueller Ebene besonders hasserfüllt gegenüber Israel, und sie schert sich nicht um die Wirklichkeit oder die Wahrheit. Hier nur ein paar Beispiele von Sonis Twitteraccount:

Ich bin mit dem Lesen von Mein Kampf beschäftigt (Hitlers Buch).. die Schriftgröße ist zweieinhalb :/
Aayesha (@AayeshaJ) November 19, 2010

Dieses HonestReporting-Video bietet weitere Einzelheiten über die Lüge, Israel habe den Palästinensern das Wasser abgedreht:

Aus der Geschichte und von den Aussagen wichtiger UN-Angehörigen und Generalsekretäre geht klar hervor, dass UN-Resolutionen kein verlässlicher Weg sind, die Natur Israels als Staat zu beurteilen. Dennoch engagiert sich Israel weiterhin mit der UN und der internationalen Staatengemeinschaft und dient weiterhin in UN-Ausschüssen.

Die Ernennung von Botschafter Danon zum Vorsitzenden des Rechtsausschusses ist eine signifikante Leistung für den jungen jüdischen Staat und ein Zeichen für Israels Hingabe an positives internationales Engagement.

Statt Israels positiven Beitrag anzuerkennen, schreit Aayesha J. Soni eine Ansammlung von Halbwahrheiten, glatten Lügen und aggressivem Antisemitismus in die Welt hinaus. Tatsächlich besteht die einzige Ähnlichkeit zwischen ihrer Story und Hitler in Sonis ungeheurem Einsatz von Lügen und Propaganda und natürlich in ihrem tief verwurzelten Hass.

Der Mail and Guardian sollte es besser wissen, als Sonis hasstriefende Fiktionen völlig widerspruchslos zu publizieren.

New York Times stellt Israels Sicherheitsbarriere falsch dar

27. Juni 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 21. Juni 2016

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Die New York Times publizierte einen Leitartikel mit dem Titel „Schmuggler im Westjordanland öffnen Tür für Jobs in Israel sowie für Gewalt„. Dieser untersucht, wie Palästinenser, die in Israel auf Arbeitssuche sind oder die Terrorakte durchführen möchten, Israels Sicherheitsbarriere überwinden können.

Im gesamten Bericht wird die Sicherheitsbarriere „Mauer“ genannt:

Die Mauer, die Israel vor mehr als einem Jahrzehnt baute, um die Selbstmordattentäter der zweiten Intifada abzuwehren, soll palästinensische Bewohner des besetzten Westjordanlands vom Betreten Israels hindern, mit Ausnahme militärischer Checkpoints, wo ihre Papiere überprüft werden können.

Aber der Palästinenser zwängte sich durch eine Lücke im Stacheldraht, der zuoberst des größten Teils der 650 km langen geschlängelten Mauer befestigt ist.

Die Leserschaft erhält den falschen Eindruck, die Barriere, [[400 Meilen]] davon, sei eine Mauer. In Wirklichkeit ist die Sicherheitsbarriere zu 90% ein Maschendrahtzaun, und Mauerabschnitte gibt es nur an ganz spezifischen Stellen.

Zwar sind jene Bereiche, auf die sich die New York Times konzentriert, Mauerabschnitte, aber das Blatt sollte dennoch klarstellen, dass dies nicht über die gesamte Länge der Barriere der Fall ist.

Weiter unten in der Story bezieht sich die New York Times auf einen Zaun. Trotzdem wiegt das den fehlenden Kontext und die fehlenden Informationen nicht auf.

Warum ist das wichtig? Israels Sicherheitsbarriere wird von antiisraelischen Aktivisten und den Medien regelmäßig als monströse Betonstruktur hingestellt, und es werden unzutreffende und ungerechte Vergleiche z. B. mit der Berliner Mauer mit all ihren negativen Konnotationen gezogen, und auch die New York Times hat hierzu ihren Beitrag geleistet.

Wir haben die New York Times um Korrektur oder Klarstellung gebeten.

„Wasser-Apartheid“ war nur eine geborstene Wasserleitung, aber den Medien ist das egal

25. Juni 2016

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 16. Juni 2016

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Angeblich hat Mark Twain gesagt: „Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, ehe sich die Wahrheit die Schuhe anzieht.“ Und das ist genau das, was hier passiert ist.

Der Independent, die International Business Times, Radio New Zealand und die Times of London haben allesamt eine vollkommen falsche Al-Jazeera-Story übernommen.

Speziell der Independent tut sich als herausragendes Beispiel für Fiktion anstelle von Journalismus hervor und stellt Israel fälschlicherweise so dar, als verwehre es den Palästinensern im Westjordanland absichtlich das Wasser.

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Im Artikel steht:

Israel hat die Wasserversorgung für weiträumige Gebiete im Westjordanland unterbrochen, wie palästinensische Behörden behaupten.
Zehntausende Palästinenser stehen während des islamischen heiligen Monats Ramadan, einer Fastenperiode, ohne Zugang zu sicherem Trinkwasser da — zu einer Zeit, zu der die Temperaturen 35°C überschreiten können.

Zwischenzeitlich hat die International Business Times israelische Handlungen zweimal als „Wasser-Apartheid“ bezeichnet und schreibt dieses beleidigende Zitat lediglich vagen und ungenannten „Israelkritikern“ zu, impliziert jedoch, es wäre ein allgemein anerkannter Begriff.

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Doch wie sich herausstellte, war die „Wasser-Unterbrechung“ nichts weiter als eine geborstene Wasserleitung, die israelische Arbeiter bereits gewissenhaft reparierten. COGAT, die israelische Behörde, die Aktivitäten in den Palästinensergebieten koordiniert, postete ein Video der geborstenen Leitung.

Diese Storys stammten ursprünglich von einem Al-Jazeera-Artikel, der anfangs keinerlei Aussagen aus Israel enthielt. Nachdem HonestReporting Al Jazeera kontaktierte, setzte sich die Zeitung endlich mit israelischen Quellen in Kontakt und überarbeitete seinen Text.

Nun sagt Al Jazeera, dass es eine starke Reduktion der Wasserversorgung für das Westjordanland gegeben hat, erwähnt jedoch Israels Aussage, dass dies am Rückgang der verfügbaren Wassermenge lag. Danach wird Israels nationales Wasserunternehmen zitiert:

Alle Anlagen sind aktiv, und die Versorgungsmenge unterschreitet den Verbrauch. Kürzlich genehmigte die Wasserbehörde einen Masterplan für den Wassersektor, und demgemäß bauen wir die Systeme, welche den Verbrauch des Westjordanlands decken.

2015 beschuldigte Al Jazeera Israel der absichtlichen Flutung Gazas durch das Öffnen von Dämmen. Wie sich herausstellte, existierten die fraglichen Dämme erst gar nicht, und die Flut rührte von Regenfällen her. Als dies herauskam, machte Al Jazeera einen Rückzieher.

Wie eine Studie aus dem Jahr 2013 zeigte, ist das Wassermanagement im Westjordanland eine kontroverse und komplexe Angelegenheit, und viele der Probleme entstehen durch die Misswirtschaft der Palästinenserregierung und deren Weigerung, sich mit Israel zusammenzusetzen, um Aktivitäten rund um das Wassermanagement zu koordinieren.

Trotz der Widrigkeiten geht Israel weit über seine vertraglichen Verpflichtungen hinaus und bietet Palästinensern im Westjordanland Trinkwasser. Tatsächlich genießen Palästinenser im Westjordanland heute besseren Zugang zu Wasser als viele ihrer arabischen Nachbarn.

Zudem ist die Zahl der palästinensischen Häuser mit Zugang zur Wasserversorgung von 10% auf 95% gestiegen, seit Israel 1967 die Kontrolle über das Westjordanland errang, aber die Palästinenserbehörde verwaltet ihre Infrastruktur nur mangelhaft, was zu vielen Problemen führt wie zum Beispiel dem in diesem Artikel angeführten. All dies ist wichtiger Kontext, aber sämtliche Zeitungsberichte verschweigen ihn total.

HonestReporting hat Quellenmaterial zur Verfügung gestellt, welches die Vielzahl verbreiteter Mythen und tatsächlicher Fakten über das Wasser in den Palästinensergebieten erklärt.

Sowohl der Independent als auch die International Business Times widmen mehrere emotional suggestive Absätze der palästinensischen Perspektive über die Wassersituation im allgemeinen, aber ohne jegliche technischen Einzelheiten über die exakte Natur der angeblichen Versorgungsunterbrechung oder deren Ursachen.

Zum Ende des Artikels hin schafft es der Independent endlich, einige tatsächliche Fakten rund um die angebliche Versorgungsunterbrechung zu erwähnen:

Ein Sprecher der israelischen Regierung sagte dem Independent, in diesen Behauptungen läge „keine Wahrheit“, die Verknappung läge vielmehr an schadhaften Wasserleitungen.

Man sagte: „Vor einigen Stunden reparierte COGATs Zivilverwaltungsteam eine geborstene Wasserleitung, die die Wasserversorgung der Dörfer Marda, Biddya, Jamma’in, Salfit und Tapuach unterbrach. Der Wasserfluss wurde reguliert und funktioniert aktuell wieder.“

Wer war die Quelle für die Behauptung, Israel habe absichtlich die Wasserversorgung unterbrochen? Ein vager und nicht verifizierbarer Verweis auf eine Behauptung ungenannter „palästinensischer Behörden“.

Kurz: Der Independent kannte die Wahrheit, entschied sich aber trotzdem dafür, ein emotional aufgeladenes Stück verleumderischer Fiktion dahinzuschmieren und es dann zu veröffentlichen, als sei es Journalismus. Und die International Business Times scherte sich erst gar nicht um die Wahrheit.

Titelbild: enthält Elemente von Vectors by Vecteezy!

Des einen Terrorist ist des anderen Clown

23. Juni 2016

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 15. Juni 2016

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Eine in hohem Maße irreführende Newsweek-Story begann mit der absurden Schlagzeile „Israel weitet Haftzeit für palästinensischen Clown ohne Anklage aus“. Ja, das ist wirklich die Schlagzeile.

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Der fragliche Palästinenser, Mohammed Abu Saha, 24, tritt als Clown auf. Und es ist durchaus amüsant zu sehen, wie Newsweek die „palästinensische Zirkusschule“ als qualifizierte Quelle über Sicherheitsfragen präsentiert.

Menschen messen Schlagzeilen große Bedeutung zu und lesen oft nur die Schlagzeile und nicht den Artikel. Und wenn man auf Facebook oder Twitter die Schlagzeilen überfliegt, weiß man nicht, dass Saha festgenommen wurde, weil er ebenso ein Mitglied der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) ist, eine international als Terrororganisation eingestufte Gruppierung.

Und trotzdem konnte sich Newsweek nicht dazu durchringen, das Wort „Terrorist“ zu verwenden. Statt dessen nannten sie die PFLP eine „politische Gruppe“ und sagten: „Israel bezeichnet die PFLP als extremistische Organisation.“

Das ist eine grobe Falschdarstellung. Israel bezeichnet die PFLP nicht als „extremistische“ Organisation. Eine extremistische Organisation kann jede beliebige Gruppe am extremen Ende eines politischen Spektrums bedeuten, aber eine Terrororganisation nutzt Gewalt gegen Zivilisten als Mittel zum Zweck.

Daher stuft Israel die PFLP als „Terror“-Organisation ein, ebenso wie Kanada, die EU und die USA. Und Großbritannien stuft das „Generalkommando“ der PFLP als solche ein.

Kurz: Fast die gesamte westliche Welt führt die PFLP als „Terrororganisation“ und nennt seine Mitglieder „Terroristen“. Aber Newsweek war so erpicht, das T-Wort zu vermeiden, dass das Blatt klare journalistische Voreingenommenheit an den Tag legt und irreführende Terminologie verwendet.

Warum verbiegt sich Newsweek derart, um Terrorismus nicht beim Namen zu nennen? Warum wird der Eindruck erweckt, Israel habe einfach irgendeinen zufälligen Clown festgenommen? Fast scheint es, als habe Newsweek den Plan, Mohammed Abu Saha zu verteidigen, und zwar auf Kosten der Fakten. So können die Newsweek-Leser jedoch nicht zu einer informierten Schlussfolgerung kommen.

Saha ist nicht der einzige Clown bei dieser Story — aber Newsweeks Possen sind leider nicht lustig.

Hier unser Video über irreführende Terminologie:

Das Titelbild beinhaltet die „Illustrated circus magician“-Vektorgrafik von Freepik

AFP/Getty Images macht Israel zum Vorwurf, dass es den Sechstagekrieg überlebt hat

17. Juni 2016

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 14. Juni 2016

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In einem atemberaubenden Beispiel totaler Ignoranz grundlegender Geschichte veröffentlichte AFP/Getty, eine der weltgrößten Bilderbanken für Nachrichtenfotos, die folgende Bildbeschreibung, die von Zeitungen weltweit übernommen wurde:

Ein israelischer Soldat betet sonntags an der Westmauer in der Altstadt während der Jerusalem-Tages, der Israels Einnahme der palästinensisch dominierten Osthälfte der Stadt im Jahre 1967 markiert. Israel besetzte Ostjerusalem im Sechstagekrieg und annektierte es später, was von der Weltgemeinschaft nie anerkannt wurde.

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Hier ist, was AFP/Getty vor dem Nachrichtenpublikum verbirgt:

  1. Der Sechstagekrieg war ein Verteidigungskrieg, in dem Israel gegen mehrere Armeen ums Überleben kämpfte. Jene Armeen hatten ihre Absicht erklärt, „Israel von der Weltkarte zu fegen„.
  2. Juden lebten lange vor 1967 in Ostjerusalem, bis Jordanien einfiel und es 1948 besetzte. Jordaniens Besatzung umfasste das historische „jüdische Viertel“ und jüdische heilige Stätten wie die Westmauer.
  3. Jordanien ignorierte die israelischen Bitten, sich aus dem Krieg herauszuhalten, und nutzte seine Besatzung Ostjerusalems statt dessen als Basis für die Geißelung Israels mit Raketenbeschuss und Bodentruppen. Hätte Jordanien Israel nicht gezwungen, ums blanke Überleben zu kämpfen, wäre Jordanien sehr wahrscheinlich noch heute im Besitz Ostjerusalems.

Zudem warf Jordanien Tausende jüdischer Bewohner hinaus, als es 1948 Ostjerusalem eroberte, und viele von ihnen wurden zu obdachlosen Flüchtlingen. In dieser fünfminütigen Mini-Doku erzählt HonestReporting die Geschichte einer Familie:

AFP/Getty jedoch hat diese Geschehnisse absurderweise in nichts weiter als eine israelische „Einnahme palästinensisch dominierten“ Landes verwandelt. Das ist, als spräche man über die Invasion der Alliierten im 2. Weltkrieg in Deutschland, ohne die Nazis zu erwähnen oder den Krieg, den sie begonnen haben. Oder in zeitgemäßeren Begriffen wäre das so, als würde man über die Angriffe der USA und der Weltgemeinschaft in Syrien reden, ohne ISIS und deren Krieg zur Eroberung des Nahen Ostens zu erwähnen.

Selbst eine kurze Bildunterschrift wäre lang genug, um den absolut grundlegenden Kontext zu liefern: nämlich dass Israel 1967 einen verzweifelten Überlebenskampf kämpfte und den Ostteil Jerusalems Invasionsarmeen abnahm, die es in eine Kriegszone verwandelt hatten.

Von professionellen Journalisten erwarten wir Besseres. Falls auch Sie dieser Ansicht sind, klicken Sie bitte auf diesen Link, um AFP eine Mitteilung zu machen, und auf diesen Link für Getty. Beziehen Sie sich dabei auf Getty-Foto #538272816.

Bild „The Jordan Salient“ via Wikimedia Commons

MSNBC schiebt Israel die Schuld für Terroranschlag zu

15. Juni 2016

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 9. Juni 2016

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In einer wie wahnsinnig anmutenden Tirade entschuldigten Ayman Mohyeldin und Martin Fletcher von MSNBC die palästinensischen Terroristen, die vier Israelis in einer Einkaufsmeile ermordet haben, und beschuldigten statt dessen Israel.

Hier das Video (klick mich!).

Newsbusters ging sehr schnell auf diesen Vorfall ein und bemerkte, dass sowohl Mohyeldin als auch Fletcher über Israels „rechte Regierung“ und „palästinensische Frustration“ wetterten, selbst als die palästinensische Terrororganisation Hamas weitere Anschläge ankündigte und Palästinenser die Morde mit Jubelgeschrei, Feuerwerk und offenbar sogar Süßigkeiten feierten.

In Wirklichkeit sind Mohyeldins und Fletchers Behauptungen simplistisch und inkorrekt: die Zusammensetzung einer demokratisch gewählten Regierung rechtfertigt keinen Terrorismus gegen die Bevölkerung, und die Hamas hat mittlerweile klar gesagt, dieser Anschlag rühre von falschen Behauptungen israelischer Verletzungen der Al-Aqsa-Moschee her und nicht von „Frustration“ oder der Zusammensetzung der israelischen Regierung. Hamas hat diese Ausrede für Terrorismus in der Vergangenheit häufig benutzt.

Aber was wichtiger ist: Wo auf dieser Welt ist es akzeptabel, Terroropfer dafür verantwortlich zu machen, dass sie angegriffen wurden? Und warum wird der palästinensische Jubel über die erfolgreichen Ermordungen verschleiert? Ist MSNBC wirklich so versessen darauf, Israel die Schuld zuzuschieben?

Ayman Mohyeldin ist bekannt für seine falschen Aussagen über Israel und für seine Rechtfertigungen terroristischer Akte: letzten Oktober erklärte er mehrere Minuten lang live im Fernsehen, ein palästinensischer Attentäter sei „unbewaffnet“ gewesen, als die israelischen Sicherheitskräfte ihn erschossen, aber die neben Mohyeldin eingeblendeten Videoaufnahmen zeigten den Mann, wie er mit hoch erhobenem Messer rannte. Hier in diesem Video können Sie miterleben, wie Mohyeldins eigener Moderator ihn live korrigieren muss.

Nur kurze Zeit nach diesem Bericht vom letzten Oktober forderte eine Onlinepetition Moyheldins Entlassung. Die Petition erhielt über 30.000 Unterschriften, aber es scheint, als arbeite er immer noch für MSNBC und verhalte sich so unprofessionell wie eh und je.

Bild: Moti Karlelitz/Flash90

Französische Medien erobern Jerusalem

14. Juni 2016

Yarden Frankl, HonestReporting, 8. Juni 2016

Jerusalem

Unter der Schlagzeile „Starke Sicherheitsvorkehrungen, während Israelis die Einnahme Ostjerusalems aus dem Jahr 1967 feiern“ brachte die französische Nachrichtenagentur AFP einen Artikel, der durch das Weglässen kritischer historischer Zusammenhänge über Jerusalem die Leser in die Irre führt:

Viele israelische Polizisten wurden am Sonntag in Jerusalem für einen alljährlichen Marsch abgestellt, der anlässlich der Beschlagnahme der palästinensisch dominierten Osthälfte der Stadt im Jahr 1967 veranstaltet wird.

Die ursprüngliche französische Version des Artikels trug den Titel „Tausende feiern Israels Eroberung Ostjerusalems“ und enthielt den folgenden Absatz, den wir aus dem Französischen übersetzt haben:

Die Besatzung und Annexion Ostjerusalems durch Israel wurde mehrfach von den Vereinten Nationen verurteilt. Die Palästinenser wollen den orientalischen Teil Jerusalems zur Hauptstadt ihres angezielten Staates machen, aber die israelischen Führer verweigern das.

Der 49. Jahrestag des Sechstagekrieges, in dessen Verlauf Israel Ostjerusalem erobert hat, findet statt, während palästinensische Moslems den Ramadan beginnen, die muslimische Fastenzeit.

War Jerusalem eine Palästinenserstadt, die Israel vor 49 Jahren „erobert“ hat?

Nein. Jerusalems Geschichte begann nicht erst vor 49 Jahren, sondern vor 3.000 Jahren, als König David die Stadt zu seiner Hauptstadt erklärte. Juden haben über Tausende von Jahren in der Stadt gelebt. Tatsächlich war eines der wenigen Male, dass es keine jüdischen Bewohner der Altstadt gab, als sie nach ihrem Fall im Jahr 1948 vertrieben wurden und Jerusalem bis 1967 geteilt blieb.

AFP1948 fielen arabische Nationen in den jungen frisch gegründeten Staat ein. Bei Kriegsende befand sich der Ostteil Jerusalems einschließlich der Altstadt unter jordanischer Besatzung. Als die israelischen Kräfte 1967 also die Kontrolle über die von Jordanien kontrollierten Gebiete Jerusalems übernahmen, stellten sie die frühere Einigkeit der Stadt wieder her. Es hat niemals eine palästinensische Herrschaft über Jerusalem gegeben, wie von AFP impliziert.

Die englische Version unterscheidet sich von der französischen in noch einem weiteren interessanten Detail: In der englischen Version erklärt der Artikel wenigstens, dass Israel einen Anspruch auf die Stadt hat und dass das Thema kontrovers ist:

Die Palästinenser sehen Ostjerusalem als die Hauptstadt ihres zukünftigen unabhängigen Staates, wohingegen die Israelis ganz Jerusalem als ihre Hauptstadt sehen.

Der zukünftige Status Jerusalems ist einer der strittigsten Punkte im israelisch-palästinensischen Konflikt.

Die französische Version jedoch lässt die obenstehende Schlussfolgerung aus und präsentiert ausschließlich die palästinensische Sicht:

Die Palästinenser wollen den orientalischen Teil Jerusalems zur Hauptstadt ihres angezielten Staates machen, aber die israelischen Führer verweigern das.

Eine Seite will etwas, die andere verweigert es: Ist das ausgewogene Berichterstattung?

Ebenso beharrt die Nachrichtenagentur auf dem scheinbar geteilten Charakter der Stadt, indem sie insgesamt fünf Mal von „Ostjerusalem“ spricht. Eine geographische Entität „Ostjerusalem“ existiert jedoch nicht.

Wie unser Video „Jerusalem: The Media Myth of Two Cities“ erklärt, gibt es keine Trennung oder Grenzen zwischen Ost und West in der Stadt. Nicht nur das, sondern wir haben zwei israelische Frauen interviewt, die in der Altstadt gelebt haben und die 1948 vertrieben wurden, als sie an die Jordanier fiel. Bis die Stadt 1967 wiedervereinigt wurde, konnten die Israelis nur aus der Weite auf die Häuser schauen, in denen sie aufgewachsen waren. Soviel zu der Vorstellung, Israel habe 1967 eine palästinensische Stadt „erobert“.

Die Palästinenser mögen die Ereignisse von 1967 als Eroberung darstellen, aber für die Israelis war dies die Befreiung ihrer Hauptstadt — in welcher, wie AFP zugibt, die Araber noch immer im muslimischen Viertel der Altstadt und an anderen Orten leben. Nur eine Seite zu präsentieren bietet französischen Lesern leider kein echtes Verständnis der komplexen Situation.

Bild: CC BY-NC David Ortmann

Voreingenommenheit #3: Als Nachrichten getarnte Meinungen

9. Juni 2016

Pesach Benson, HonestReporting, 2. Juni 2016

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Teil 3 einer achtteiligen Serie über die acht Kategorien der Medienvoreingenommenheit.

Voreingenommenheit #3
Als Nachrichten getarnte Meinungen

Es ist Aufgabe des Journalisten, Fakten wiederzugeben, ohne die eigene Meinung oder Interpretation einzuschieben.

Journalisten steht ihre eigene Meinung zu, und erfahrene Journalisten haben Erkenntnisse gemacht, die das Verständnis der Öffentlichkeit über aktuelle Entwicklungen bereichern kann und auch soll. Aber der richtige Ort für die Meinung oder Interpretation eines Journalisten ist der Kommentarbereich oder in Artikeln und Seitenspalten, die klar als Analyse gekennzeichnet sind.

Den Unterschied zwischen Fakten und Meinungen verschwimmen zu lassen, unterläuft die Aufgabe des Journalisten, die Fakten zu berichten und das Publikum sich sein eigenes Bild machen zu lassen.

Selbst korrekt als solche bezeichneten Kommentare erfordern ein gewisses Maß an Objektivität. Meinungen müssen auf akkuraten Informationen und gesunder Logik beruhen und respektvoll vorgebracht werden. Sind Kolumnisten, Sprechern oder Bloggern die Fakten egal, verdrehen sie die Logik oder lassen sich zu persönlichen Angriffen herab, wird der öffentliche Diskurs toxisch.

Hier ein Video mit Steve Linde und Gil Hoffman von der Jerusalem Post, Ruthie Blum von The Algemeiner und Dan Diker vom Jerusalem Center for Public Affairs, wie sie mit HonestReporting das Thema „Als Nachrichten getarnte Meinungen“ diskutieren:

BEISPIEL: Beim Interview einer Jüdin bei einem Pariser Solidaritätsmarsch nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo unterbrach sie der BBC-Reporter Tim Willcox und sagte:

Viele Kritiker an Israels Politik würden sagen, dass auch die Palästinenser sehr unter der jüdischen Hand leiden.

Es ist wichtig zu bemerken, dass Willcox „jüdisch“ sagte und nicht „israelisch“, womit er im Grunde das französische Judentum (und alle Juden) für die Taten Israels verantwortlich machte.

BEISPIEL: Am Wahltag 2009 erschienen die Gesichter von Ehud Barak, Tzipi Livni und Benjamin Netanyahu im Nachrichtenbereich des Evening Standard mit folgender (nachher veränderter) Schlagzeile:

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BEISPIEL: folgende Behauptung von Journalisten: „Israelische Siedlungen sind völkerrechtswidrig.“ (Zuweilen folgt dieser Aussage die bezeichnende Bemerkung: „Aber Israel bestreitet das.“) In Wirklichkeit ist die Meinung des Völkerrechts zur Rechtmäßigkeit der Siedlungen nicht ganz so klar und eindeutig. Eugene Kontorovich, Mitchell Bard, Eugene Rostow, Moshe Dann und Jeffrey Helmreich (und viele andere) erläutern den Grund. Helmreich schreibt zum Beispiel:

„Gaza und Westjordanland sind umstritten, nicht besetzt, und sowohl Israel wie auch die Palästinenser hegen legitime historische Ansprüche. Vor 1967 existierte keine palästinensische Souveränität in Gazastreifen und Westjordanland. Juden haben eine tiefe historische und emotionale Verbindung mit dem Land, und, da ihre Rechtsansprüche denjenigen der Palästinenser mindestens gleichkommen, ist es für Juden völlig natürlich, Häuser in Gemeinden in jenen Gebieten zu bauen, genauso wie die Palästinenser in ihren Gebieten bauen.“

WEITERE BEISPIELE beinhalten eine Kolumne von David Leonhardt über die US-Gesundheitsreform, die 2010 auf der Titelseite der New York Times erschien. Leser beschwerten sich bei Public Editor Arthur Brisbane, die Platzierung auf der Titelseite lasse die Grenze zwischen Nachricht und Kommentar in unangemessener Weise verschwimmen. Und die in Toronto ansässige Globe & Mail war Gegenstand einer Kontroverse, als der Reporter Jan Wong einen Amoklauf an einer Schule in Montréal dem in Quebec vorhandenen Rassismus sowie Sprachgesetzen zuschrieb.

Nächsten Monat folgt das nächste Kapitel dieser Reihe: „Fehlender Zusammenhang: Der Kontext beschreibt die Situation, in der etwas geschieht. Ohne einen Bezugsrahmen für die Leser können Journalisten das wahre Bild erheblich verzerren.“

„Red Lines: The Eight Categories of Media Bias“ ist auf Amazon als E-Book erhältlich.

Foto der New York Times militarisiert israelische Kinder

7. Juni 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 30. Mai 2016

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Für Nichtisraelis ist es sehr schwierig, die Rolle der Armee in der israelischen Gesellschaft zu verstehen. Angesichts der Bedrohungen, denen Israel im Lauf seiner Geschichte gegenüberstand und weiterhin gegenübersteht, ist die Zentralität der IDF für den Alltag der Israelis verständlich.

Die New York Times versucht sich an einer Erklärung kürzlicher Entwicklungen in Israel, die zu scheinbarer Distanz zwischen dem Militär und der politischen Ebene führte. Hier eines der Begleitbilder:

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Was genau soll das Foto aussagen? Wenn Sie mit der israelischen Kultur vertraut sind, hat das Foto eine völlig andere Bedeutung, als wenn Sie zu der Mehrheit der Leserschaft der New York Times zählen, die eben nicht damit vertraut ist.

Die offensichtlichste Reaktion wäre Abscheu davor, dass Kinder mit Waffen hantieren, und man bekommt ein Bild von Israel als stark militarisierter Gesellschaft. Und was ist eine „traditionelle Waffenausstellung“? Dass das Foto als Ort „nahe einer Siedlung im Westjordanland“ angibt, soll dem Bild ein zusätzliches finsteres Element beifügen.

In Wirklichkeit stehen viele IDF-Basen im ganzen Land am Unabhängigkeitstag für die Allgemeinheit offen. Israelische Kinder können die IDF hautnah erleben, ganz ähnlich wie amerikanische Kinder begeistert sind, Militärausrüstung an Bord der USS Intrepid in Manhattan zu erleben.

Auf dem Foto mögen israelische Mädchen an einem Maschinengewehr zu sehen sein, aber wir können garantieren, dass die Waffe nicht geladen ist und dass die Mädchen kein Militärtraining erhalten. Vergleichen Sie das mit den „Sommercamps“ der Hamas und des Islamischen Dschihad, wo palästinensische Kinder tatsächlich militärisch gedrillt werden mit dem Ziel, Israelis zu ermorden. Es existiert keine moralische Gleichwertigkeit zwischen dieser Tatsache und Israelis, die am Unabhängigkeitstag eine Militärbasis besuchen.

Warum also wählte die New York Times genau dieses Bild für die Story? Leider kennen wir wahrscheinlich die Antwort.

Bild: „Guns free vector pack“ von tariqelamine

Die voreingenommenen Quellen von Radio New Zealand

5. Juni 2016

Yarden Frankl, HonestReporting, 30. Mai 2016

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Ein paar Segmente der Radio New Zealand Morning Show enthielten Falschinformationen über Israel und den mittlerweile zurückgezogenen Vorschlag, den Einsatz der Todesstrafe auch auf Terroristen auszuweiten.

Im ersten Segment interviewten sie Kate Shuttleworth (deren antiisraelische Haltung wir bereits offengelegt haben, zuletzt in diesem Artikel). Über Premierminister Netanyahu behauptete sie:

unterstützte einen israelischen Soldaten, der dabei gefilmt wurde, wie er einen palästinensischen Angreifer in den Kopf schoss, als dieser bereits entwaffnet auf dem Boden lag.

In Wirklichkeit sagte Netanyahu, die Handlungen des Soldaten…

…repräsentieren nicht die Werte der israelischen Verteidigungsstreitkräfte. Von ihren Soldaten erwartet die IDF ruhiges und den Einsatzregeln entsprechendes Handeln.

Im zweiten Segment interviewte RNZ Mouin Rabbani vom Institut für Palästinensische Studien. Sein Hauptpunkt war, dass ein israelisches Militärgericht unter der gegenwärtigen Gesetzeslage einstimmig für die Verhängung der Todesstrafe stimmen müsste, und nach dem neuen Vorschlag würde das auf eine einfache Mehrheit reduziert werden. Diese Änderung würde laut Mabbani zu einer beträchtlichen Ausweitung des Einsatzes der Todesstrafe führen, da erwartet wird, dass die Kläger die Todesstrafe „fordern“ und „implementieren“ werden.

Er verschwieg, dass das Gesetz trotz der Tatsache, dass es seit über 20 Jahren in den Gesetzesbüchern steht, von den Klägern nicht eingefordert wurde — selbst bei den bestialischsten Terroranschlägen. Es gibt kein einziges Beispiel, das Mabbani heranziehen könnte, bei dem die Anzahl der Richter, die eine Todesstrafe umsetzen sollen, einen Unterschied gemacht hätte. Ebenso verschwiegen wurde die Tatsache, dass der Vorschlag mit 94 zu 6 Stimmen abgelehnt wurde, als die Knesset letztes Jahr eine Ausweitung der Todesstrafe in Betracht zog.

Aber am verstörendsten war, als Rabbani den Interviewern sagte:

Wie Sie vielleicht wissen, sind Exekutionen, bei denen man nicht einmal den Anschein eines Gerichtsprozesses macht, in den besetzten Gebieten mehr oder weniger Routine.

Aber er wird nie aufgefordert, Daten zur Untermauerung seiner Behauptung routinemäßiger Exekutionen vorzubringen. An dieser Stelle ist erwähnenswert, dass hinsichtlich der Schießerei in Hebron der IDF-Soldat wegen Mordes vor Gericht steht.

Indem Radio New Zealand nur eine Quelle nutzte, die gegen Israel voreingenommen ist, verfehlt es den Standard ausgewogener Berichterstattung. Und indem er seine Aussagen ohne jeden Nachweis vorbringen darf, macht sich RNZ faktisch einer Verzerrung schuldig.

Falschbehauptung der „Time“: Lieberman drohte mit dem „Mord an Palästinensern“

1. Juni 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 25. Mai 2016

Die „Time“ berichtet über die Koalitionsvereinbarung zwischen Benjamin Netanyahu und dem Führer der Partei Yisrael Beiteinu, Avigdor Lieberman. Die Schlagzeile und der begleitende Tweet konzentrieren sich stark auf Liebermans Neigung zu bombastischen und kontroversen Aussagen.

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Drohte Lieberman wirklich mit dem „Mord an Palästinensern“?

Nein.

Im Artikel selbst, einer Wiedergabe der Meldung der Associated Press, steht:

Im Lauf der Jahre hat Lieberman Schlagzeilen für eine Reihe aufwieglerischer Kommentare gemacht. Einmal forderte er das Bombardement des ägyptischen Assuan-Staudamms und legte einen Umsturz der international unterstützten Palästinensischen Autonomiebehörde im Westjordanland nahe. Erst vor einigen Wochen drohte er mit dem Mord an einem Hamasführer im Gazastreifen. Wiederholt hat er seine Skepsis über Frieden mit den Palästinensern kundgetan.

Es gibt einen bedeutenden Unterschied zwischen der Morddrohung an einem bestimmten Hamasführer im Gazastreifen und der Morddrohung an Palästinensern. Die Schlagzeile präsentiert Lieberman fälschlich als Befürworter eines Genozids.

Und nur für den Fall, dass die sensationsheischende Absicht des Schlagzeilenschreibers der Time in Frage stehen sollte, vergleichen wir sie mal mit der Originalschlagzeile von AP:

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Wir haben uns per Mail und per Twitter bei der Time beschwert.

Twitter

***

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Kurz nachdem diese Kritik erschien — und ausgelöst durch Ihre Beschwerden, liebe Leser, und die unsrigen — änderte die Time ihre Schlagzeile zum AP-Original zurück: „Israel erweitert Regierung, Lieberman wird Verteidigungsminister“.

Die Sunday Times hält einen Vorschlag für etablierte Politik

27. Mai 2016

Yarden Frankl, HonestReporting, 22. Mai 2016

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Unter der Schlagzeile „Israel plant Todesstrafe für palästinensische Kämpfer“ stellt die britische Sunday Times die folgende Behauptung auf:

Israel ist im Begriff, die Todesstrafe für palästinensische Kämpfer einzuführen, nachdem Benjamin Netanyahu eine ultranationalistische Partei dazu eingeladen hat, seiner Koalitionsregierung beizutreten.

Bei dieser Schlagzeile und dem Artikeltext gibt es nicht nur eins, sondern gleich zwei dicke Probleme.

Das erste Problem ist die Verwendung des Wortes „Kämpfer“. Dieses Wort kann fast alle Menschen mit extremen Ansichten beschreiben. Fordert Lieberman wirklich die Todesstrafe für jeden Palästinenser, der als Extremist betrachtet wird?

Nein. Der von Lieberman unterstützte Vorschlag besteht in der Todesstrafe für überführte Terroristen. Zwar ist auch dieses Konzept kontrovers, aber es hört sich weniger extrem an, wenn akkurate Terminologie benutzt wird. (Siehe hierzu unseren Artikel und unser Video über irreführende Terminologie.)

Aber der irreführendste Teil von Schlagzeile und Artikel ist die Behauptung, der Staat Israel betreibe die aktive Planung solcher Gesetzgebung. Dies trifft schlichtweg nicht zu.

Nur weil ein Knessetmitglied, selbst ein baldiger Verteidigungsminister, eine bestimmte Sichtweise hat, macht es das nicht gleich zur nationalen Politik. Falls die israelische Regierung dies offiziell unterstützt und zur Regierungspolitik macht, es der Knesset zur Abstimmung übergibt, ist es nichts weiter als ein Vorschlag. (In diesem besonderen Fall hat Lieberman ursprünglich gewollt, dass Netanyahu seine Politik als Bedingung dafür akzeptiert, dass Lieberman sich der Koalitionsregierung anschließt. Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Artikels wird der Vorschlag immer noch diskutiert, obwohl es bedeutenden Widerstand innerhalb der Regierung gibt.)

Aber der Artikel der Sunday Times, der auch in anderen Medien weltweit erschien wie z. B. im Australian, versagt darin, seine Leser akkurat über die Details des Vorschlags und dessen Status zu informieren.

Die International Business Times nutzt die Schlagzeile „Israelische Regierung könnte Todesstrafe für palästinensische Kämpfer einführen„. Der Gebrauch des Wortes „könnte“ lässt die Leser zumindest wissen, dass es sich hier um eine Möglichkeit handelt und nicht um vollendete Tatsachen.

Ebenso erwähnt der Artikel:

Die Knesset, das israelische Parlament, hat Petitionen zur Ausweitung der Todesstrafe mehrfach abgeschmettert. 2015 brachte Liebermans Partei Yisrael Beiteinu einen Gesetzesvorschlag zur Erweiterung des Gebrauchs tödlicher Gewalt ein, was bei der ersten Lesung mit 94 zu 6 Stimmen abgelehnt wurde.

Es ist fair zu sagen, dass die Ernennung Liebermans nicht kontroversenlos geblieben ist. Aber die Medien haben die Verpflichtung, akkurat zu berichten und den Lesern eine informierte Meinung zuzugestehen.

Joe Hyams, Geschäftsführer von HonestReporting, sagte:

Die Verantwortlichkeit des Journalisten besteht in der Sicherstellung, dass der typische Nachrichtenleser auf vernünftige Weise zu einem informierten und zutreffenden Bild der Tatsachen vor Ort gelangen kann. Diese sensationsheischende Schlagzeile spiegelt mehr die Ansichten des Schreibers, als dass sie eine akkurate Beschreibung des Status des Vorschlags ist.

Foto von Nati Shohat / Flash 90.

Christian Science Monitor vergisst, dass die Hamas Gaza kontrolliert

24. Mai 2016

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 19. Mai 2016

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Der Christian Science Monitor (CSM) brachte einen Artikel mit dem Titel „Musiker erheben ihre Stimme in einem Lied als Hilfe für die Kinder in Gaza.“

Aber statt ein Musikprojekt zu beschreiben, stellt der CSM die Natur von Gaza und Israel derart falsch dar, dass es dem Berufsstand des Journalismus die Schamesröte ins Gesicht treibt.

Erst einmal ist dort die gesamte Geographie falsch. Israel kontrolliert die Grenze zu Gaza? In Wirklichkeit hat Gaza zwei Grenzen: eine zu Israel und eine zu Ägypten. Die ägyptische Grenze ist noch beschränkter als die israelische, was an den permanenten Angriffen auf Ägypten vom Gazastreifen ausgehend liegt. Ebenso verschwieg der CSM die ständigen Angriffe auf Israel vom Gazastreifen aus.

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CSM verdreht Fakten und sagt, Israel beschränke die Importe nach Gaza. In Wirklichkeit beschränkt Israel die Bewegung von Waffen nach Gaza, liefert jedes Jahr aber Millionen Tonnen Nahrung, Baustoffe und Wasser und stellt Elektrizität zur Verfügung. Die Waffen, die Israel beschränkt, werden von Terrororganisationen zum Angriff auf israelische Zivilisten verwendet.

Danach sprengt CSM jeden noch verbliebenen Rahmen und thematisiert Gaza ohne jede Erwähnung seines allerwichtigsten Kontextes: nämlich dass die Terrororganisation Hamas Gaza kontrolliert.

Hamas unterdrückt die Palästinenser und arbeitet aktiv an der Zerstörung Israels und am Mord an allen Juden. (Hamas sagt dies öffentlich und bei zahlreichen Gelegenheiten; tatsächlich ist dies Bestandteil ihrer Charta.)

Die Hamas wird von Australien, Kanada, Ägypten, der EU, Israel, der UK und den USA als Terrororganisation eingestuft. Der andauernde Krieg dieser Terrororganisation gegen Israel und Juden ist der Grund, weshalb Israels Sicherheitsmaßnahmen überhaupt erst notwendig wurden, und er ist die Grundursache für das Leid sowohl von Palästinensern als auch von Israelis. CSM verliert kein einziges Wort hierüber.

CSM erwähnt nicht einmal das Wort „Hamas“, außer in einer nebensächlichen Erwähnung zum Ende des Artikels hin. Im Kontrast hierzu macht CSM Israel für die Situation in Gaza an fünf verschiedenen Stellen im Artikel verantwortlich.

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Und zu guter Letzt erwähnt CSM Opferstatistiken aus dem letzten Krieg zwischen Israel und Hamas. Die von CSM verwendeten Zahlen sind veraltet und falsch, aber was noch wichtiger ist: CSM erwähnt mit keinem Wort, dass die meisten Opfer in Gaza Kämpfer oder auch Zivilisten waren, welche die Hamas als menschlichen Schutzschild zum Schutz von Militärausrüstung und -personal missbrauchte.

Israels Kriegshandlungen mit der Hamas waren rein defensiver Natur, und israelische Zivilisten leben unter ständigem Raketenbeschuss aus Gaza, was den Krieg überhaupt erst notwendig machte. Wieder erwähnt CSM davon kein Wort.

Ganz flüchtig erwähnt CSM, einer der Teilnehmer bei diesem Musikprojekt sei Roger Waters, aber ganz getreu dem Verschweigen von Kontext erwähnt CSM mit keinem Wort Waters überschäumenden Antisemitismus einschließlich seiner öffentlichen Zurschaustellung von Hass und Lächerlichmachung Israels und des jüdischen Volks.

Vom Leid in Gaza zu sprechen, aber jede Erwähnung der Hamas zu unterlassen, ist so, als spräche man von den Anschlägen in Brüssel und Paris ohne die Erwähnung von ISIS oder über den 11. September 2001 in New York ohne die Erwähnung von Al-Qaida. Das ist nicht nur eine grobe Verzerrung der Realität, sondern eine Schande für den Berufsstand des Journalismus an sich.

Gaza-Karte: Public-Domain-Bild vom CIA World Factbook

Grafik der Anschläge von IDFBLOG.com

Titelbild: Abed Rahim Khatib /Flash90

Ist Jerusalem in Israel?

23. Mai 2016

Yarden Frankl, HonestReporting, 18. Mai 2016

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Ist die Altstadt Jerusalems in Israel?

Nicht wenn man der jüngsten Entscheidung der New Zealand Broadcasting Standards Authority (BSA) folgt.

ONE News New Zealand brachte im Oktober eine Sendung über die palästinensische Terrorwelle in Israel. Der Korrespondent schuf den Rahmen, indem er sagte:

Straßenblockaden wurden errichtet, und Tausende Polizisten und Soldaten patrouillieren durch Israel, während es eine Gewaltwelle aufzuhalten versucht. Beim jüngsten Angriff erstach ein Palästinenser eine 70jährige Frau, bevor er erschossen wurde.

Danach zeigte der Bericht Videomaterial, wie ein Terrorist nahe dem Damaskustor erschossen wurde. Die Texteinblendung im Video lautete „Jerusalem“.

Die Sendung führte zu einer Beschwerde der Wellington Palestine Group bei der BSA. Dort war man der Ansicht, die Leser würden zum Glauben verleitet werden, der Tatort und tatsächlich die ganze Stadt Jerusalem könnte womöglich in Israel liegen.

Die WPG behauptete:

Das Unvermögen von TVNZ [Television New Zealand], simple Geographie bei diesem Thema richtig darzustellen, lässt die Zuschauer die israelische Version glauben, Ostjerusalem sei rechtmäßiger Teil Israels und somit sei jeder Widerstand gegen die Besatzung illegitim.

Lassen wir mal beiseite, dass sie hier im Grunde das Einstechen auf eine 70jährige Frau als legitimen „Widerstand gegen die Besatzung“ bezeichnen — „simple Geographie“ zeigt, dass Jerusalem eine einzige Stadt ist. Es existiert keine separate geographische Bezeichnung „Ost“-Jerusalem. Die alte Waffenstillstandslinie von 1949, die die Stadt damals teilte, ist schon lange weg, und heute hätten Araber und Juden alle Mühe, genau aufzuzeigen, wo diese Trennung denn nun verlief.

Zudem ist die Behauptung, die Altstadt Jerusalems, das nationale, spirituelle und historische Herz des jüdischen Volkes, sei kein Teil Israels, völlig absurd.

Doch statt diese unverfrorene Behauptung sofort abzuschmettern, wurde sie von der BSA tatsächlich weitertransportiert: Dort instruierte man den Sender, künftig besser aufzupassen und nicht mehr anzudeuten, Jerusalem wäre ein Teil Israels.

Abschließend sagte die BSA:

Es existiert ein großes öffentliches Interesse, dass geographische Beschreibungen korrekt sind, wenn Vorfälle und der Konflikt in der Region beschrieben werden.

Dem stimmen wir zu.

Aber wir glauben, die BSA schlug der Realität ins Gesicht und tat das exakte Gegenteil, indem sie sich komplett auf die Seite einer Gruppierung schlug, die eine israelfeindliche Agenda verfolgt.

Financial Times: Nur Israel wird für den Fehlschlag der 2014er Friedensverhandlungen verantwortlich gemacht

20. Mai 2016

Zahava Raymond, HonestReporting, 17. Mai 2016

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Die Financial Times berichtet über die französischen Pläne für eine internationale Konferenz über den israelisch-palästinensischen Konflikt, um „neuen Schwung“ hineinzubringen und Direktverhandlungen zwischen beiden Seiten anzuregen.

Im Artikel blickt die FT auf die von den USA im Jahr 2014 geleiteten Gespräche zurück und warum diese fehlschlugen:

Die letzte von den USA geleitete Gesprächsrunde kollabierte im April 2014 nach Verzögerungen bei der geplanten Freilassung palästinensischer Gefangener durch Israel, palästinensischem Ärger über israelische Bauten in illegalen Siedlungen, und der israelischen Forderung, dass der Staat als jüdischer Staat anerkannt wird.

Und das ist wirklich die ganze Geschichte? War nur Israel für den Kollaps der Gespräche verantwortlich, und das gleich dreimal? Was ist mit der Gegenseite, auf die der Artikel gar nicht eingeht? Könnte es sein, dass die Palästinenser beim Kollaps der Gespräche eine Rolle gespielt haben?

Zum Beispiel:

  • Abbas stimmte einer Verlängerung des Gespräche nicht zu, und durch den bevorstehenden Kollaps wurde die Freilassung des Gefangenen verzögert.
  • In einem klaren Bruch der Vereinbarungen mit den USA und Israel bemühte sich Abbas um die palästinensische Mitgliedschaft in 15 UN- und internationalen Behörden.
  • Die Fatah verkündete ein Abkommen mit der Hamas — der völkermordenden Terrororganisation — über eine gemeinsame palästinensische Regierung.

Warum also berichtete die Financial Times nur über eine Seite — nämlich die, die die Schuld gänzlich Israel zuschob?

Antisemitisches Schockbild beim Daily Beast

19. Mai 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 15. Mai 2016

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UPDATE

Daily Beast hat das anstößige Bild nach HonestReportings Twitter-Korrespondenz mit den Autoren ausgetauscht.

* * *

Daily Beast hat ein exklusives Exposé über eine israelische Drogenentzugsklinik veröffentlicht.

Die Story selbst ist kein Problem, es geht schließlich um eine Privatklinik. Aber das Bild ist sehr wohl ein Problem.

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Eine traditionelle jüdische Kippa mit Davidstern abzubilden, stellt eine vollkommen falsche Verbindung zwischen einer israelischen Privatklinik und dem jüdischen Volk als ganzes her. Die Implikation lautet, jedes Fehlverhalten dieser Klinik stehe unmittelbar mit dem Judentum und Israel im Zusammenhang.

Zwar ist der Klinikleiter ein Rabbi, aber will Daily Beast hier sagen, dass ein jüdisch-israelischer Besitzer dieser Klinik irgendwie ein inhärentes Fehlverhalten nahelegt?

Dafür gibt es ein Wort: Antisemitismus.

Wir haben uns mit Daily Beast und den Journalisten in Verbindung gesetzt.

UNICEF und AFP: Israel der „Kindermörder“

18. Mai 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 15. Mai 2016

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Bitte unterzeichnen Sie unseren Brief an Emmanuel Hoog, dem Geschäftsführer der AFP, den Sie in diesem Link ganz unten im Artikel finden!

Die unheilige Allianz zwischen antiisraelischen nichtstaatlichen Organisationen (NGOs) und der Presse ist in der AFP-Story mit dem Titel „Israelische Sicherheitskräfte ‚töteten 25 Palästinenserkinder‘ in drei Monaten, sagt UNICEF“ offenkundig.

Die Kinderbehörde der UN sagt, 25 palästinensische Kinder seien in den letzten drei Monaten des Jahres 2015 während einer Gewaltwelle getötet worden.

Ein UNICEF-Bericht sagte, man sei besorgt wegen der exzessiven Gewaltanwendung bei Vorfällen, in denen Palästinenserkinder, die angeblich Messerangriffe durchführten, von israelischen Sicherheitskräften erschossen wurden.

Laut dem Bericht sind über 1.300 palästinensische Kinder während der größten Zunahme der Attacken verletzt worden, fast alle davon im Westjordanland und in Ostjerusalem, während drei israelische Kinder im Westjordanland und in Westjerusalem verletzt wurden.

Zwar wird der Bericht der UNICEF zugeschrieben, aber die AFP versäumt zu erwähnen, dass es sich um das Vierteljahres-Mitteilungsblatt einer von der UNICEF geführten Arbeitsgruppe handelt, die ein wahrhaftiges Stelldichein von NGOs mit politisierten Aktivitäten gegen Israel darstellt:

Weder der Bericht selbst noch AFPs einseitige Berichterstattung geben vor, in irgendeiner Weise ausgewogen sein zu wollen. Statt dessen wird Israel als Mörder palästinensischer Kinder hingestellt:

Von den 23 getöteten Palästinenserkindern wurden 22 von israelischen Sicherheitskräften mit scharfer Munition getötet und eines durch israelische Siedler; es gab bislang keinerlei Festnahmen oder Anklagen in Bezug auf diese Morde.

Festnahmen oder Anklagen gibt es nur bei kriminellen Handlungen. Der UNICEF-Bericht macht hier also die pauschale Annahme, jeder Israeli, der einen Palästinenser im Alter zwischen 12 und 17 getötet hat, sei kriminell.

AFP schreibt:

UNICEF zitierte das Beispiel eines 17jährigen Mädchens, das am 25. Oktober in Hebron im Westjordanland „von IDF-Soldaten für eine Durchsuchung festgehalten, mit wenigstens fünf Kugeln erschossen und getötet wurde“.

„Die israelischen Behörden sagten, sie habe einen Polizisten zu erstechen versucht, aber ein Augenzeuge sagte aus, sie habe zum fraglichen Zeitpunkt keine Gefahr dargestellt, als sie erschossen wurde, und sie habe gerufen, dass sie kein Messer bei sich trage“, steht darin.

Hier ist die Implikation, ein hilfloses Palästinensermädchen sei aufgefasst und dann erschossen worden, während sie sich in der Obhut der IDF befand. Das ganze auf der Grundlage einer „Augenzeugen“-Aussage (vermutlich ein Palästinenser).

Hier die Art und Weise, wie am fraglichen Tag in der israelischen Presse über den Vorfall berichtet wurde:

Am Sonntag versuchte eine Terroristin Grenzpolizisten am Eingang zum Grab der Patriarchen in Hebron zu erstechen, nachdem sie den Argwohn der Beamten erregte.

Die Frau wartete darauf, die heilige Stätte zu betreten, verhielt sich aber auffällig. Sie wurde gebeten, sich auszuweisen, nahm aber plötzlich ein Messer heraus und lief schreiend auf die Polizisten zu.

Die Beamten schossen auf sie, und sie wurde getötet. Sie konnte niemanden verletzen.

Ist eine 17jährige mit einem Messer wirklich ein „Kind“ im reinsten Wortsinn? Hatten die israelischen Sicherheitskräfte ein unschuldiges Kind vor sich, als sie das Feuer eröffneten? Natürlich nicht, und ebensowenig wäre von ihnen erwartet worden, dass sie das Alter der Angreiferin berücksichtigen, während diese einen Terrorakt ausführt.

AFP fährt fort:

Ebenso zeigte sich die UNICEF besorgt über die Anzahl der palästinensischen Kinder im Alter zwischen 12 und 17, die von der israelischen Armee festgehalten werden.

Laut dem israelischen Gefängnisdienst stand die Zahl Ende Dezember bei 422, die höchste Zahl seit März 2009.

Vielleicht sollte die Zahl der palästinensischen Jugendlichen, die sich in Terroranschlägen oder in Gewalt gegen israelische Soldaten und Zivilisten betätigen, die wirkliche Besorgnis erregen. Sollte die UNICEF nicht ihre Besorgnis über die palästinensische Aufstachelung in sozialen Medien wie Facebook und Twitter ausdrücken, die bewirkt, dass solche jungen Menschen ihr eigenes und das Leben anderer gefährden?

Aber weder der UNICEF-Bericht noch AFP sind bereit, eine Alternative zu der Ritualmordlegende anzubringen, Israel würde palästinensische Kinder einfach auf verbrecherische Weise totschießen.

AFP kann über das Kontaktformular angeschrieben werden — https://www.afp.com/en/contact. Und UNICEF erreicht man für Beschwerden unter jerusalem@unicef.org

Bild: Messer-Vektor von Vecteezy

Die Rolle der Medien beim Schüren von Antisemitismus

11. Mai 2016

Zahava Raymond, HonestReporting, 5. Mai 2016

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Es ist ermutigend, dass die meisten britischen Medien das Thema Antisemitismus nun endlich ernstzunehmen scheinen, aber inmitten der ganzen Aufregung und der berechtigten Entrüstung schimmert eine gehörige Portion Scheinheiligkeit durch.

Heutzutage wird das Gros des Antisemitismus durch Israelhass zum Ausdruck gebracht, und vieles von diesem „Antizionismus“ rührt von der Israelberichterstattung der Medien her. Ihre häufig unverhohlene Feindseligkeit gegenüber Israel, ihre Voreingenommenheit, die Übertreibung jeglichen israelischen Fehlverhaltens als repräsentativ für das ganze Land, das Ignorieren der Zusammenhänge bei Ereignissen, die Reinwaschung der Palästinenser von jeglicher Schuld, das Ignorieren der antisemitischen Ziele der Palästinenser, die Falschdarstellung, Israel würde absichtlich Unschuldige töten, und die Falschdarstellung bzw. das Ignorieren des Hintergrunds und der Geschichte des Landes — all das schürt den Hass.

Immer wieder sagen die Leute, sie hätten mit Juden im allgemeinen keine Probleme, nur mit israelischen Juden und mit der Existenz Israels, also können sie keinesfalls Antisemiten sein. In ihrem Weltbild verurteilen „gute“ Juden Israel, und „schlechte“ Juden unterstützen es. Wenn die Leute dann Antizionismus von Antisemitismus trennen wollen und, darauf angesprochen, dieses zu verteidigen bemühen, dann sehen wir, dass sie in Wirklichkeit große Unkenntnis darüber besitzen. Viele von jenen, die des Antisemitismus bezichtigt wurden, wissen nicht einmal, auf welche Art und Weise sie antisemitisch waren, und scheren sich auch nicht darum.

Im Vereinigten Königreich wird ausgiebig diskutiert, wie man das Problem bekämpfen kann, besonders in der Labour-Partei. Aber was wäre denn wirklich notwendig? Zu den Wurzeln zurückzugehen. Ein guter Anfang wäre, sich mit dem jüdischen Volk und dem Judentum zu beschäftigen, mit Israel und dem Zionismus und mit der jahrtausendealten jüdischen Verbindung zu unserer Heimat. Danach könnte man sich mit dem Antisemitismus beschäftigen — wie er damals war, wie er heute ist. Mit dem Holocaust und der antisemitischen Rhetorik, die ihn auslöste. Ferner wie und warum Israel zum Staat wurde und das jüdische Volk rettete. Und dann kann man einen Blick auf den Antizionismus und Antisemitismus werfen, der heute, im Jahr 2016, die ganze Welt durchzieht. Erneut stellen Juden ihre Zukunft in Europa in Frage, und der Nahe Osten ist schon lange von fast allen Juden „gesäubert“, ausgenommen im jüdischen Staat.

Wenn man all dies gelernt hat, kann man eine fundierte Entscheidung darüber treffen, ob man Antisemit ist oder nicht, und seine Haltung nicht „einfach“ als Antizionismus abtun. Hasst die Person Israel nicht für das, was die Person als Grund anführt, sondern für das, was Israel IST — nämlich das jüdische Heimatland?

Am diesjährigen Holocaust-Gedenktag erinnerten wir uns erneut der 6 Millionen ermordeten Juden und gelobten, dass die Phrase „Nie wieder!“ niemals hohl klingen würde. Wir alle haben die Verantwortung, alles zu unternehmen, um Antisemitismus zu entlarven und zu bekämpfen, gegen die Dämonisierung und Delegitimierung Israels in den Medien und anderswo aufzustehen und anderen die Wahrheit über Juden, Zionismus und das jüdische Heimatland Israel nahezubringen.

IBT: Palästinenser feuern zuerst, aber Israel „beendet den Waffenstillstand“

11. Mai 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 5. Mai 2016

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Werden Mörsergeschosse von Gaza nach Israel abgefeuert, wäre das dann kein palästinensischer Waffenstillstandsbruch? Nicht wenn man für die International Business Times berichtet:

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Wie kann Israel einen Waffenstillstand beendet haben, wenn die Palästinenser zuerst feuerten?

Selbst der Eröffnungsabsatz bei IBT besagt:

Israel hat einen Luftangriff auf palästinensische Streitkräfte im Gazastreifen durchgeführt und damit den zwei Jahre alten Waffenstillstand bedroht.

Endete der Waffenstillstand nun, oder wurde er durch Israel nur „bedroht“? Die IBT scheint sich nicht entscheiden zu können. Wie dem auch sei, die IBT hat Israel unzutreffend und unverantwortlich als den Aggressor hingestellt, obwohl der Luftangriff eine Antwort auf palästinensische Angriffe war.

Aber war da überhaupt Mörserfeuer? Laut IBT:

Israel behauptete, sein Luftangriff geschah als Antwort auf eine frühere Attacke von der anderen Seite, als aus Gaza Mörsergeschosse abgefeuert wurden.

Sagt die IBT hier ernsthaft, der Mörserangriff sei bloß eine substanzlose Behauptung Israels als Rechtfertigung für einen unprovozierten Luftangriff auf Gaza?

Selbst die Hamas bestätigte den Angriff auf israelische Streitkräfte. Der führende Hamas-Funktionär Abu Marzouk sagte:

Was an der Ostgrenze des Gazastreifens geschieht, ist ein Versuch Israels, neue Fakten am Boden zu schaffen, mehr als 150 Meter von der Grenze entfernt. Das ist es, was unsere Leute zu dieser Konfrontation veranlasste, nämlich um ihre Bulldozer davon abzuhalten, einfach so weiterzumachen.

Tatsächlich operierte Israel nahe der Grenze zu Gaza. Ynet berichtet:

Die IDF schätzt, dass das Mörserfeuer, das den gesamten Mittwoch über bestand, direkt auf IDF-Truppen gezielt war. Diese Truppen nahmen im Bereich des Grenzzauns Ingenieurstätigkeiten vor, um weitere Hamas-Tunnel aufzuspüren, die in israelisches Gebiet hineinragen. Dies geschah seit [Operation] Schutzrand an verschiedenen Stellen entlang der Grenze, aber erst während der vergangenen 24 Stunden oder so führte dies zu einer gewaltsamen Reaktion der Palästinenser.

Da die Suche nach Tunneln, die für Angriffe auf Israel genutzt werden könnten, nicht als Bruch des Waffenstillstands angesehen werden kann, gibt es eindeutig nur eine Seite, die mit Aggressionen begonnen hat — Hamas.

***

UPDATE

Nachdem wir auf unsere Beschwerde keine Antwort erhielten, tweeteten wir der IBT sowie dem IBT-Chefredakteur John Crowley drei Tage später:

TweetHRsuccess2Kurz danach wurde die Schlagzeile überarbeitet, und die Story bestätigt jetzt die palästinensischen Mörserattacken. Der Satz mit der israelischen „Behauptung“ wurde entfernt.

Wir danken der IBT für die Vornahme der notwendigen Korrekturen. Die neue Version sieht man hier, die alte im Cache hier.