Medien beschuldigen Israel Jerusalems „Status Quo“ zu verletzen; schauen bei Auslandsregierungen weg, die das tatsächlich tun

Gidon Ben-Zvi, HonestReporting, 11. November 2021

Praktisch ohne internationale Berichterstattung unternehmen Länder vom Iran über die Türkei bis zu Jordanien Initiativen, die Israels Souveränität über Jerusalem, der Hauptstadt des jüdischen Staats, schwächen sollen. Prominente Nachrichtenmedien haben diese Realität ignoriert und stattdessen Israel ständig als den brüchigen „Status quo“ in der heiligen Stadt gefährdend dargestellt (siehe hier, hier, hier und hier).

Mit der Fehlcharakterisierung von Israels Kampf zum Schutz seiner Bürger in Jerusalem als angebliche Misshandlung örtlicher Palästinenser geben große Nachrichtenmedien Gruppen und Regierungen Carte Blanche, die danach streben Israels legitime Ansprüche auf die Stadt zu untergraben.

Und wenn diese Auslands-Einflüsse – die in Wirklichkeit Provokationen sind – nicht angegangen werden, könnte das einmal mehr Gewalt an Brennpunkten zur Folge haben.

Jordanische Einmischung in Jerusalem

Israelische Medien berichteten diese Woche, dass in Jordanien eine Spendenkampagne mehrere Millionen Schekel erbrachte, angeblich um Häuser alter palästinensischer Einwohner Jerusalems zu renovieren, insbesondere von solchen, die nahe des Tempelbergs leben.

Allerdings erklärte Majed Al-Tabbaa, der Präsident der jordanischen Ingenieursvereinigung, die die Initiative anführt, ihren Zweck so:

„Die Kampagne ist Jordaniens Antwort auf die Balfour-Erklärung, die es den israelischen Besatzungsbehörden erlaubte eine nationale Heimstatt auf palästinensischem Land zu errichten.“ Er [Al-Tabbaa] sagte, das Projekt spiegele nicht nur die Haltung der Ingenieursvereinigung, sondern die des „gesamten jordanischen Volks“ und repräsentiere die „Gefühle der Einwohner gegenüber der Al-Aqsa-Moschee“.

Die führenden Medienorgane der Welt versäumten es über ein solch problematisches Projekt zu berichten, obwohl sie reflexhaft weiter die palästinensische Gewalt auf dem Tempelberg herunterspielen. Das Verständnis der Medien für die Realität ist derart verzerrt, dass die New York Times am 24. August eine Story über jüdisches Gebet auf dem Tempelberg brachte, in der nicht einmal erwähnt wurde, dass dieser Ort der heiligste des Judentums ist.

Die Ambitionen der Türkei in Jerusalem

Die Machenschaften Jordaniens sind aber nur die Spitze des Eisbergs. Während des von den Terrorgruppen des Gazastreifens initiierten, elf Tage dauernden Konflikts forderte der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu konkrete Maßnahmen, die Israel abschrecken und die Hamas unterstützten. Insbesondere drängte Cavusoglu die islamische Welt eine internationale Steitmacht nach Jerusalem zu schicken.

Tatsächlich hat die Regierung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan sich schon seit Jahren in die politischen und sozialen Angelegenheiten Jerusalems eingemischt. Zu diesen subversiven Aktivitäten gehört die Finanzierung – in einer Größenordnung von mehr als $40 Millionen – von Reisen palästinensischer Jugendgruppen zu radikal-islamischen Konferenzen in der Türkei und dass Palästinenser mit Bussen nach Jerusalem gekarrt werden, um jüdische Besucher des Tempelbergs zu belästigen.

Als Ergebnis sind überall in Ost-Jerusalem türkische Flaggen zu sehen. Fotos des extrem israelfeindlichen und offen antisemitischen Erdoğan zieren Geschäfte in der gesamten Altstadt.

Angriffe von PA, Hamas auf Israels Souveränität

Während des Konflikts im Mai stellten die Medien fast uniform und falsch die Aggression der Hamas als Reaktion auf Bemühungen der israelischen Polizei dar, massive „Proteste“ von Palästinensern in Jerusalem, auch auf dem Tempelberg, niederzuschlagen. Tatsächlich drohten der politische Hamas-Chef Ismail Haniyeh und der Militärkommandeur der Terrorgruppe, Muhammad Deif, in Jerusalem Chaos und Verwüstung zu verursachen, wenn die israelische Regierung die gerichtlich angeordnete Räumung arabischer Familien aus besetzten, Juden gehörenden Häusern in Ost-Jerusalems Viertel Scheik Jarrah/Schimon HaTzadik ausführt.

Wie von HonestReporting berichtet, wies Haniyeh palästinensische Einwohner von Scheik Jarrah an den Kompromiss des israelischen Obersten Gerichtshofs abzulehnen, der den gärenden Disput gelöst hätte; Grundlage für die Anweisung war, Israel sei „ein illegales Gebilde auf unserem [palästinensischen] Land“.

Derweil forderten die Palästinensischen Nationalen und Islamische Kräfte – eine Koalition, zu der die Hamas, die Volksfront zur Befreiung Palästinas und der Palästinensische Islamische Jihad gehören – ebenfalls, dass der Vorschlag des Gerichts abgelehnt wird.

Gleichzeitig wurden durch die palästinensische Autonomiebehörde, die von den Medien ständig und fälschlich als gemäßigte Organisation dargestellt wird, Vereinbarungen zwischen Ramallah und Jerusalem durch politische Aktivitäten in der gesamten Hauptstadt Israels verletzt. In der weit verbreiteten Berichterstattung über Scheik Jarrah wird nicht gesagt, dass es offiziellen PA-Vertretern, die die palästinensischen Familien ebenfalls unter Druck setzten den Kompromiss abzulehnen, verboten ist „Bedrohung und Einschüchterung von Einwohnern Jerusalems zu betreiben“.

Darüber hinaus fordern vom israelischen Parlament verabschiedete Inlands-Gesetze, dass die PA erst eine Erlaubnis erhalten muss, wenn sie im souveränen Israel mit „Aktivitäten mit politischer oder Regierungs-Eigenschaften“ aktiv sein will.

Tendenziöse Berichterstattung normalisiert palästinensische Ablehnung von Koexistenz

Indem über das Untergraben der Stabilität Jerusalems durch externe Kräfte nicht berichtet wird, die an Israels Souveränität über die Stadt kratzt, haben die Medienorgane entscheidenden Kontext eines komplexen Problems gelöscht.

Das vielleicht bedeutendste Ergebnis dieses journalistischen Vergehens ist, dass man der PA die Verweigerung durchgehen lässt. Denn während viele darauf bestehen, dass Jerusalem im Fall eines Friedensabkommens zwischen Israel und den Palästinensern geteilt werden muss, macht Ramallah keinen Unterschied zwischen den östlichen und westlichen Teilen der Stadt.

2020 machte Mahmud al-Habbasch, einer der Berater von PA-Präsident Mahmud Abbas, in einem Fernsehinterview deutlich, dass „Jerusalem und Palästina“ befreit werden und „uns allein gehören wird“.

Die Weigerung der Medien irgendetwas davon zu berichten hat den Angriff auf Israels Souveränität über seine Hauptstadt praktisch legitimiert.

Die anhaltende Manipulation des „Status quo“ durch Akteure des Auslands und die offensichtliche Vertuschung ihrer Verbündeten in den Medien hat der Koexistenz erheblichen Schaden zugefügt.

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