BDS-Bewegung gegen Israel: Koexistenz schaden, Frieden verhindern

Jerry Glazer, HonestReporting, 2. August 2021

Die Antwort-E-Mail kam vom Eigentümer des „Escape Room“-Lizenzgebers. Sein Unternehmen in Texas lief gut und er war begeistert von der Aussicht mir zu helfen ein ähnliches Projekt in Israel zu eröffnen. Das war Ende 2014 und der Escape Room-Trend war noch nicht ansatzweise an seinem Höhepunkt angekommen. Vielleicht gab es in Israel in der frühen Phase der Entwicklung zwei weitere Räume; nur drei Jahre später waren es 300 bis 400 Räume.

Ich hatte kurz zuvor aufgehört als Controller für eine Immobilien-Investment-Firma zu arbeiten. Nach siebeneinhalb Jahren in der Buchprüfung von KPMG in New York, gefolgt von siebeneinhalb Jahren als Leiter der Finanzabteilung eines renommierten orthopädischen Krankenhauses hatte ich beschlossen mit meiner Familie nach Israel zu ziehen, wo ich einen weiteren Posten als Controller erhielt, den ich knapp ein Jahrzehnt lang inne hatte. Unter anderem aus vorherrschenden Marktumständen schloss das Büro und ich befand mich an einem Scheideweg.

Wie Billy Joel einst sang: „all grown up and no place to go … Pressure!“ (ganz erwachsen und keinen Ort, wo ich hin kann … Druck!)

Ich beschloss mit zweien meiner Kinder Urlaub in Dallas (Texas) zu machen. Als eingefleischter Footballfan der Cowboys fand ich es einen guten Zeitpunkt dafür einen Punkt auf meiner Wunschliste abzuhaken und mir das Stadion anzusehen, in dem das NFL-Team spielt.

Weil ich die Stadt aber ansonsten nicht kannte, suchte ich im Internet nach weiteren Dingen, die man unternehmen kann. Ich bemerkte auf der Stelle Escape Room, etwas, von dem ich bis dahin nie gehört hatte, das meine Familie und ich zusammen genießen könnten. Da 12 Personen nötig waren, verschlug es dann Einzelne aus sehr unterschiedlichen Hintergründen und Kulturen als Teilnehmer der Aktivität.

Wir hatten alle Spaß.

Nach der Rückkehr nach Israel befand ich mich vor der beängstigenden Aufgabe eine neue Arbeit zu finden, obwohl ich nicht von der Idee loskam Unternehmer zu werden und von Grund auf mein eigenes Escape Room aufzubauen. Aber ein eigenes Unternehmen zu besitzen und zu betreiben war etwas, das ich nie gemacht hatte. Als Sohn zweier Lehrer und mit meinen Kenntnissen in Finanzen und Verwaltung war allein der Gedanke nervenraubend.

Wie sollte ich das machen?

Es erschien zwar eine großartige Gelegenheit der Welle einer Idee mit anscheinend immensem Potenzial vorauszugehen, aber da ich mir meiner Stärken und Schwächen bewusst war, wusste ich, dass es schwierig sein würde das allein zu machen.

Angesichts meiner Möglichkeiten erkannte ich, dass er beste Weg das anzustellen darin bestehen würde mit jemandem zu arbeiten, der mich durch den Prozess leiten konnte. Daher kontaktiere ich den Eigentümer des Escape Room in Texas, um ihn zu informieren, dass ich daran interessiert war ein Projekt in Israel anzuführen und hoffte, er könnte mir helfen es in Gang zu bringen. Ich wurde sofort gebeten ihn anzurufen und wir sprachen mehr als eine Stunde lang miteinander. Danach versprach er alles in seiner Macht stehende zu tun um meine Initiative zu unterstützen und sagte, er würde dafür sorgen, dass die Managerin seines Escape Room („Martha“) sich mit mir in Verbindung setzt.

Ich wartete geduldig eine Woche oder zwei und hörte nichts. Ich hakte kurz darauf nach und erhielt schließlich eine E-Mail von Martha. Sie sagte mir, dass ihr Chef sie angewiesen hatte sich mit mir in Verbindung zu setzen und fragte dann nach, welchen Markt ich mit dem Escape Room in Israel bedienen wollte. Weil die Aktivität über alle Rassen und Religionen hinausgeht, erklärte ich, dass ich als Markt unterschiedliche Familien und Arbeitsgruppen im Auge hatte, die Jungen und die Alten sowie vielleicht sogar die Israelischen Verteidigungskräfte.

Ich hörte nie wieder von ihr.

Nach einer weiteren Weile wandte ich mich an den Besitzer, der – etwas überraschend – ebenfalls nicht sofort antwortete. Als er sich endlich meldete, war seine Antwort auf den Punkt genau, auch wenn er höflich war. Martha hatte ihm klargemacht, dass sie, da ich den Escape Room möglicherweise auch gegenüber israelischen Soldaten vermarkten könnte, seine Firma verlassen würde, würde er auf der Zusammenarbeit bestehen. Er behauptete, er könne sich das nicht leisten und würde mir daher nicht helfen.

Derweil verhinderte diese Geschichte, dass ich mit Vorsprung in den Escape Room-Markt in Israel kam, der dort wuchs. Zu diesem Zeitpunkt gab es mehr als 10 Einrichtungen, die entweder schon in Betrieb oder in der Entwicklung waren.

Und dank Martha, einer Anhängerin der Boykottbewegung gegen Israel, die ihre Priorität darin sieht den jüdischen Staat herauszugreifen und zu dämonisieren, war ein Businessplan, der mir hätte helfen können für Kooperation und Koexistenz zwischen Menschen zu werben, schwieriger umzusetzen.

Diese Erfahrung wurde mir erneut bewusst gemacht, als Ben & Jerry’s ankündigten, sie würden ihre Eiskrem nicht länger in dem verkaufen, was die Firma als die „Besetzten Palästinensergebiete“ bezeichnet, vermutlich die Westbank. Mit anderen Worten: Verfechter der BDS-Bewegung greifen weiter allein den einzigen jüdischen Staat an, obwohl es weltweit mehr als 120 weitere territoriale Dispute gibt.

Diese Form der Wirtschaftskriegsführung, die oft in Gefühle von Menschenrechten gekleidet und im Namen der „sozialen Gerechtigkeit“ geführt wird, hat in Wirklichkeit das Gegenteil ihres beabsichtigten Effekts zur Folge: Es dient nämlich der Verewigung des simplifizierenden und falschen „Woke“-Narrativs, dass Israel ein „Unterdrücker“ ist und die Palästinenser die „Opfer“ sind, um die Wahrscheinlichkeit von Aussöhnung und Frieden zu verringern.

So wie mein Escape Room (der schließlich gebaut wurde) nicht nur Gelegenheit für Arbeit und Partnerschaft bot, sondern auch eine Chance, dass Juden, Christen und Muslime sich miteinander beschäftigen, so ist es auch mit Ben and Jerry’s. Ihr Produkt bringt auf seine eigene Weise Menschen zusammen.

Aber das haben offenbar diejenigen nicht bemerkt, die als selbsternannte Hohepriester der sozialen Gerechtigkeit verkleidet umherlaufen. Sie merken es nicht, wenn sie offensichtliches zweierlei Maß anwenden, verbreiten und verteidigen, sobald es um Israel geht; und das stellt gemäß der weithin akzeptierten Arbeitsdefinition der IHRA Antisemitismus dar.

Tatsächlich haben diese Leute wenig, wenn überhaupt etwas zur weit schlimmeren Menschenrechtslage in Ländern des Nahen Ostens wie Saudi-Arabien, Ägypten, Jordanien, dem Irak und Syrien zu sagen.

Als ich Anfang 2015 meinen Escape Room eröffnete, lief dieser zweieinhalb Jahre lang ohne dass es irgendeinen Vorfall von Voreingenommenheit, Rassismus oder anderen „-ismen“ gab. Entsprechend war das Einzige, was Martha erfolgreich tat, zu demonstrieren, dass die wahren Ziele der BDS-Bewegung darin bestehen Israels Existenzrecht zu bestreiten, selbst wenn das das Risiko birgt die Aussichten auf Frieden zu torpedieren.

Die Scheinheiligkeit ist offenkundig: Die Leute, die von BDS am stärksten beeinträchtigt sind, sind die, denen ihre Befürworter vorgeben helfen zu wollen. Ein typisches Beispiel: Allein den Palästinensern wird jetzt vorenthalten Ben and Jerry’s-Eiskrem zu essen, während die Israelis, wenn sie das wollen, weiterhin einen Becher Chocolate Fudge Brownie genießen können.

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