Newsweek hackt beim Thema afrikanische Flüchtlinge auf Israel herum

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 24. Juli 2016

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In einer schlampig geschriebenen Tirade stürzt sich Jack Moore von Newsweek auf Israel, während er auf die große afrikanische Flüchtlingskrise eingeht.

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Erst kritisiert Moore Israel ungerechtfertigt dafür, weniger Asylanträge zugelassen zu haben als andere Westländer, wobei er geflissentlich übersieht, dass Israel ein winziges Land mit begrenzten Ressourcen ist. Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl hat Israel mehr als dreimal so viele Asylanträge wie Europa.

(2015 betrug Europas Bevölkerungszahl 743.122.816 Menschen bei 1.321.560 Asylanträgen — das ergibt 0,0018 Asylanträge pro Kopf. Im gleichen Jahr betrug die Bevölkerungszahl Israels 8.412.000 mit 46.437 afrikanischen Asylsuchenden, was 0,0055 Asylsuchende pro Kopf ergibt.)

Zudem hat Europa seine Grenzen zu schließen versucht, weil man sich bemühte, afrikanische Flüchtlinge vom Betreten Europas abzuhalten. Überdies sind ein Großteil der afrikanischen Asylbewerber Wirtschaftsflüchtlinge, obwohl ein gewisser Anteil natürlich auch echte politische Flüchtlinge sind. Wirtschaftsflüchtlinge suchen bessere Jobs, müssen aber nicht um ihr Leben fürchten oder sich um ihre Sicherheit sorgen. Natürlich erwähnt Moore davon kein Wort.

Dann behauptet Moore, Flüchtlinge seien in Israel einem hohen Gewaltrisiko ausgesetzt. Aber statt danach Zahlen oder Fakten zu bringen, beschreibt er ein extremes und unübliches Beispiel einer kriminellen Attacke und verschweigt dann, dass der Angreifer sofort festgenommen wurde und nach dem israelischen Gesetz vor Gericht kam.

Die Situation in Israel steht in scharfem Kontrast zu jener in Ägypten, wo Asylbewerber legal vom Militär erschossen wurden und wo sie unter solch erbärmlichen Umständen leben, dass ihr Ziel lautet, Ägypten zu verlassen und nach Israel zu gehen — der einzigen modernen westlichen Demokratie in der Region.

Die afrikanische Flüchtlingskrise ist fraglos ein ernstes Problem, und viele Nationen auf der ganzen Welt, einschließlich Israel, bemühen sich damit fertigzuwerden. Oft inadäquat. Tatsächlich gäbe es mehr als genug berechtigte Kritikpunkte an den involvierten Nationen, sogar ohne dass man die Wahrheit verzerren muss, so wie es Moore tut.

Aber paradoxerweise:

  • Moore hat keine Kritik für die Regierungen von Eritrea, Sudan oder irgendeinem der anderen afrikanischen Länder, die die Flüchtlingskrise überhaupt erst verursacht haben.
  • Moore kritisiert weder Ägypten, Jordanien noch irgendein anderes nordafrikanisches oder nahöstliches Land dafür, nicht zu helfen und statt dessen die Krise zu verschärfen und viele tausend zusätzliche Afrikaner in die Flucht Richtung Israel zu schlagen.
  • Ebenso kritisiert Moore keine anderen westlichen Staaten, die in puncto Größe und Bevölkerungszahl im Vergleich zu Israel einen weit geringeren Anteil dieser Bürde schultern.

Nein, Moore stürzt sich allein und ausschließlich auf Israel.

Und damit er hier eine Art von Wirkung hervorrufen kann, verschleiert er Kontext, verdreht Fakten und reißt isolierte Informationen völlig aus deren Zusammenhang.

Statt wie ein verantwortungsvoller Journalist zu schreiben, schreibt Jack Moore wie ein antiisraelischer Aktivist mit verleumderischen Absichten. Für private Meinungsmache gibt es geeignete Orte in dieser Welt, aber nicht die Seiten eines Blattes wie Newsweek.

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One Comment - “Newsweek hackt beim Thema afrikanische Flüchtlinge auf Israel herum”

  1. caruso Says:

    Über Israel zu meckern, es zu beschuldigen ist einfach und ungefährlich. Keinem wird deshalb der Kopf abgehackt.
    Afrikanische Regierungen zu kritisieren ist nicht möglich, weil sie ja
    „arme Opfer“ sind. Daß sie es längst nicht mehr sind, vergißt man gerne, so kann man nämlich ungestraft dem eigenen Rassismus frönen. Eine „wunderbar moralische“ Gesellschaft diese Europäer.
    lg
    caruso


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