Der Herald Scotland und sein grober Sprachmissbrauch

Yarden Frankl, HonestReporting, 2. Juni 2016

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Manchmal ist antiisraelische Voreingenommen in den Medien subtil und nur dann offenkundig, wenn man die Berichterstattung eines bestimmten Mediums über lange Zeit hinweg analysiert.

Manchmal aber fällt die Verachtung, die ein Journalist für Israel hat, direkt ins Auge. So ist es zum Beispiel bei einem Artikel im Herald Scotland der Fall, geschrieben von Martin Williams.

Der Artikel über den palästinensischen Fotografen Hamde Abu Rahama, dem vom Vereinigten Königreich ein Visum verweigert wurde, dämonisiert die IDF:

Laut Aktivisten, die Geld für die Reise einwarben, schwor der Journalist, seine Kamera als Waffe einzusetzen, nachdem ein Cousin und eine Cousine von der israelischen Besatzungsmacht ermordet worden waren.

Die beiden starben nach ihrer Beteiligung an separaten gewalttätigen Zusammenstößen als Protest gegen Israels Sicherheitsbarriere. Bassem Abu Rahma wurde bei einem Zusammenstoß 2009 in Bilin getötet; die IDF schloss eine Ermittlung über die Todesursache aus Mangel an Beweisen.

Die andere Cousine, Jawaher Abu Rahma, starb durch palästinensische medizinische Scharlatanerie, und das hatte also nichts mit einem Zusammenstoß im Jahr 2011 zu tun, ebenfalls in Bilin. Palästinenser schoben ihren Tod auf einen „exzessiven Einsatz von Tränengas seitens der IDF“.

Medizinische Unterlagen, in deren Besitz die IDF gelangt ist, zeigen, dass Abu Rahma ungewöhnlich hohe Dosen Atropin verabreicht bekam, eine Medizin, die gemeinhin als Gegenmittel für z. B. Nervengase benutzt wird. Israelische Gasmasken mit einer Atropindosis darinnen wurden einst an die Bevölkerung verteilt.

Laut den Erkenntnissen der IDF starb Abu Rahma an Komplikationen aus medizinischer Behandlung, die nicht mit Tränengas in Verbindung stand.

Ebenso fand die IDF Unterlagen, dass Abu Rahma an Krebs gelitten haben könnte und dass sie einige Wochen vor ihrem Tod ins Krankenhaus kam.

(Ein Guardian-Artikel, der Israel für Jawaher Abu Rahmas Tod verantwortlich machte, war einer der Gründe, warum wir dem Guardian den Dishonest Reporting Award 2011 zuerkannt haben.)

Der Herald Scotland lässt all diese gegenläufigen Informationen einfach weg und bezeichnet beide Tode als „Morde„.

Sogar noch widerlicher ist die Nutzung des Begriffs „israelische Besatzungsmacht“ in der Stimme des Reporters zur Beschreibung der IDF. Dieser Begriff wird ausschließlich von den erbittertsten Gegnern Israels benutzt. Für ein theoretisch objektives Nachrichtenunternehmen ist der Gebrauch dieses Begriffes schlichtweg gewissenloser Journalismus.

Wie schaffte es diese beleidigende Bezeichnung durch die redaktionelle Prüfung?

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One Comment - “Der Herald Scotland und sein grober Sprachmissbrauch”


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