Die Rolle der Medien beim Schüren von Antisemitismus

Zahava Raymond, HonestReporting, 5. Mai 2016

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Es ist ermutigend, dass die meisten britischen Medien das Thema Antisemitismus nun endlich ernstzunehmen scheinen, aber inmitten der ganzen Aufregung und der berechtigten Entrüstung schimmert eine gehörige Portion Scheinheiligkeit durch.

Heutzutage wird das Gros des Antisemitismus durch Israelhass zum Ausdruck gebracht, und vieles von diesem „Antizionismus“ rührt von der Israelberichterstattung der Medien her. Ihre häufig unverhohlene Feindseligkeit gegenüber Israel, ihre Voreingenommenheit, die Übertreibung jeglichen israelischen Fehlverhaltens als repräsentativ für das ganze Land, das Ignorieren der Zusammenhänge bei Ereignissen, die Reinwaschung der Palästinenser von jeglicher Schuld, das Ignorieren der antisemitischen Ziele der Palästinenser, die Falschdarstellung, Israel würde absichtlich Unschuldige töten, und die Falschdarstellung bzw. das Ignorieren des Hintergrunds und der Geschichte des Landes — all das schürt den Hass.

Immer wieder sagen die Leute, sie hätten mit Juden im allgemeinen keine Probleme, nur mit israelischen Juden und mit der Existenz Israels, also können sie keinesfalls Antisemiten sein. In ihrem Weltbild verurteilen „gute“ Juden Israel, und „schlechte“ Juden unterstützen es. Wenn die Leute dann Antizionismus von Antisemitismus trennen wollen und, darauf angesprochen, dieses zu verteidigen bemühen, dann sehen wir, dass sie in Wirklichkeit große Unkenntnis darüber besitzen. Viele von jenen, die des Antisemitismus bezichtigt wurden, wissen nicht einmal, auf welche Art und Weise sie antisemitisch waren, und scheren sich auch nicht darum.

Im Vereinigten Königreich wird ausgiebig diskutiert, wie man das Problem bekämpfen kann, besonders in der Labour-Partei. Aber was wäre denn wirklich notwendig? Zu den Wurzeln zurückzugehen. Ein guter Anfang wäre, sich mit dem jüdischen Volk und dem Judentum zu beschäftigen, mit Israel und dem Zionismus und mit der jahrtausendealten jüdischen Verbindung zu unserer Heimat. Danach könnte man sich mit dem Antisemitismus beschäftigen — wie er damals war, wie er heute ist. Mit dem Holocaust und der antisemitischen Rhetorik, die ihn auslöste. Ferner wie und warum Israel zum Staat wurde und das jüdische Volk rettete. Und dann kann man einen Blick auf den Antizionismus und Antisemitismus werfen, der heute, im Jahr 2016, die ganze Welt durchzieht. Erneut stellen Juden ihre Zukunft in Europa in Frage, und der Nahe Osten ist schon lange von fast allen Juden „gesäubert“, ausgenommen im jüdischen Staat.

Wenn man all dies gelernt hat, kann man eine fundierte Entscheidung darüber treffen, ob man Antisemit ist oder nicht, und seine Haltung nicht „einfach“ als Antizionismus abtun. Hasst die Person Israel nicht für das, was die Person als Grund anführt, sondern für das, was Israel IST — nämlich das jüdische Heimatland?

Am diesjährigen Holocaust-Gedenktag erinnerten wir uns erneut der 6 Millionen ermordeten Juden und gelobten, dass die Phrase „Nie wieder!“ niemals hohl klingen würde. Wir alle haben die Verantwortung, alles zu unternehmen, um Antisemitismus zu entlarven und zu bekämpfen, gegen die Dämonisierung und Delegitimierung Israels in den Medien und anderswo aufzustehen und anderen die Wahrheit über Juden, Zionismus und das jüdische Heimatland Israel nahezubringen.

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