Die New York Times trifft beinahe ins Schwarze

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 20. März 2016

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Was ist passiert?

In ihrer New-York-Times-Kolumne namens „Ramallah Journal“ untersuchte Diaa Hadid diese Woche die Korruption und Einschüchterung innerhalb der Gesetzgebung der Palästinenserbehörde. Dieser Artikel war so wichtig wie unüblich, denn er beleuchtete Probleme der palästinensischen Regierung, die Israelis und Palästinenser gleichermaßen vor Herausforderungen stellen. Margaret Sullivan, Public Editor der New York Times, hat die Wichtigkeit dieser Art von Berichterstattung angesprochen: die Leser der Times erhielten nicht den vollen Zusammenhang, wie die Palästinenserführung viel von der Gewalt verursacht, denen Israelis und Palästinenser ausgesetzt sind.

Doch selbst in einem Bericht über die Palästinenserregierung kritisierte Hadid Israel und verletzte damit die üblichen journalistischen Standards. In Bezug auf die palästinensische Gesetzesmacherin Khalida Jarrar schrieb Hadid: „…das israelische Militär gab einen Befehl aus, der sie in ihren Bewegungen einschränkte. (Später wurde sie aus Gründen, die der Öffentlichkeit nicht bekannt gemacht wurden, festgenommen.)“

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Was ist die Wahrheit?

Wie sich herausstellt, wurde Khalida Jarrar der Aufstachelung zu Gewalt und der Mitgliedschaft der Popular Front for the Liberation of Palestine (PFLP) beschuldigt, die von Kanada, Israel und den USA als Terrororganisation eingestuft wird. Das Vereinigte Königreich sieht das „Generalkommando“ der PFLP als Terrororganisation.

Das ist dieselbe Einstufung, welche jene Staaten auch Gruppen wie dem ISIS, Al-Qaida und Boko Haram geben.

Neben vielen anderen Attacken übernahm die PFLP die Verantwortung für das 2014er Massaker in einer Jerusalemer Synagoge, bei welchem Terroristen Betende mit Schlachtermessern und einer Schusswaffe angriffen und acht Menschen das Leben nahmen.

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Was ist die Strafe für den Beitritt einer Terrororganisation?

Letzten Monat wurde eine britische Frau, die ISIS beigetreten war, im Vereinigten Königreich zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Ein Teenager aus South Carolina, der „von ISIS beeinflusst worden ist“, bekam in den USA fünf Jahre Gefängnis.

Jarrars Strafe?

15 Monate Gefängnis und eine Geldstrafe in Höhe von 10.000 Schekel (ca. 2.600 US-Dollar) auf der Grundlage einer Einigung, in welcher Jarrar die Mitgliedschaft bei der Terrororganisation PFLP eingestand.

Über die Palästinenserbehörde zu berichten ist keine Entschuldigung für schlampigen Journalismus.

Diaa Hadid schrieb einen wichtigen Beitrag über Korruption und Einschüchterung von Gesetzesmachern bei der Palästinenserbehörde. Aber als sie Israel kritisierte, verletzte sie journalistische Standards, indem sie wesentliche Informationen verschwieg: Die Gesetzesmacherin, die Hadid so feurig verteidigte, war Mitglied einer internationalen Terrororganisation, die sich stolz für bestialische Angriffe auf Israelis für verantwortlich erklärt.

New-York-Times-Leser verdienen mehr als nur die Teilinformationen, die zu einer spezifischen irreführenden Agenda passen.

Wir haben die New York Times um Korrektur gebeten.

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2 Kommentare - “Die New York Times trifft beinahe ins Schwarze”


  1. […] – Journalistengruppe verteidigt Aufstachelung zum Mord – Die New York Times trifft beinahe ins Schwarze – Der Guardian verschweigt Aussagen, die in Frage stellen, ob Juden überhaupt die Täter […]


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