Newsweek gibt antiisraelischem Extremisten eine Bühne

Simon Plosker, HonestReporting, 9. März 2016

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Ben White hat schon sehr lange seinen Ruf als besessener antiisraelischer Extremist weg. Er ist Autor von „Israeli Apartheid: A Beginner’s Guide“ und hat behauptet: „Ich betrachte mich nicht als Antisemiten, ich kann aber Leute verstehen, die welche sind.“ Er hat sich rassistisch geäußert und unterstützt rassistische Aussagen Dritter. White setzt sich für eine Einstaatenlösung und das Ende Israels als jüdischem Staat ein.

Was uns zu der Frage führt, warum eine scheinbar glaubwürdige Mainstreampublikation wie Newsweek White eine Bühne gibt, um sein Gift zu verspritzen.

Der Twitter-Feed von Newsweek Middle East bewirbt Whites Artikel mit einem kurzen eingebetteten Video, in dem von einer „israelischen Besatzungsmacht“ die Rede ist — eine Vorverurteilung einer laufenden und komplexen Gebietsstreitigkeit, die sich für eine professionelle und angeblich unparteiische Nachrichtenorganisation schlichtweg nicht ziemt.

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Man muss sich fragen, warum Newsweek Middle East die Frage tweetete: „Verletzt Israels Praxis einer Verwaltungshaft das Völkerrecht?“ Da White der Autor ist, ist es unmöglich, dass er diese „Frage“ irgendwie anders darstellt als die Präsentation einer Tatsache.

Tatsächlich redet White mehrere Absätze lang über nichts anderes. In Wirklichkeit gibt es signifikante Beweise für das Gegenteil, von denen White keinen einzigen erwähnt und die Newsweek-Leser damit aufs Neue in die Irre führt, indem er ihnen die Möglichkeit vorenthält, zu informierten Schlussfolgerungen zu gelangen. Ein professioneller Journalist hat die Verpflichtung, die Argumente zur Stützung der Rechtmäßigkeit der Verwaltungshaft ebenso deutlich und lang zu diskutieren wie die Argumente dagegen.

Aber White ist kein professioneller Journalist.

Sein Artikel regt sich über die Verhaftung und Inhaftierung eines gewissen Muhammad al-Qeq auf, aber die Gründe für dessen Inhaftierung erwähnt er mit keiner Silbe. Die Associated Press berichtete: „Der israelische Geheimdienst Shin Bet sagt, al-Qeq sei an terroristischen Aktivitäten in Verbindung mit der militanten Hamas-Bewegung beteiligt gewesen.“ Und AFP berichtete: „Shin Bet, der israelische Inlandsgeheimdienst, sagte, Qiq sei wegen ‚Terroraktivitäten‘ als Teil der islamistischen Gruppe Hamas, die den Gazastreifen kontrolliert, festgenommen worden.“ Selbst wenn der Autor den Aussagen von Shin Bet keinen Glauben schenkt, hat ein neutraler Journalist dennoch die Verpflichtung, diese Information mitzuerwähnen und dem Leser eine umfassend informierte Schlussfolgerung zuzugestehen.

White behauptet, al-Qeqs Festnahme sein ein Beleg für die „Unterminierung der Pressefreiheit“, womit er andeuten will, al-Qeq sei aufgrund seines Status als palästinensischer Journalist festgenommen worden. Aber al-Qeq stand auch mit Terrorhandlungen in Verbindung — absolut wesentlicher Kontext, den White einfach verschweigt und es den Newsweek-Lesern damit unmöglich macht, akkurat einzuschätzen, ob Whites Beschuldigungen wirklich der Wahrheit entsprechen.

White erwähnt mehrfach, dass Gefangene „ohne Gerichtsverhandlung“ festgehalten werden, verschweigt aber, dass die Verwaltungshaft-Prozeduren die Möglichkeit bieten, vor Gericht gegen den Arrest vorzugehen. Indem er diese Prozedur verheimlicht, führt White die Newsweek-Leser zu der falschen Schlussfolgerung, die Verwaltungshaft habe keinen Regress. Und das ist schlicht falsch.

Dass Ben White einen irreführenden und voreingenommenen Text schreiben würde, war zu erwarten. Dass Newsweek ihn akzeptierte, ist nicht hinnehmbar.

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One Comment - “Newsweek gibt antiisraelischem Extremisten eine Bühne”


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