Verirrte IDF-Soldaten von Randalierern und der Presse angegriffen

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 2. März 2016

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Was ist passiert?

Zwei israelische Soldaten fuhren versehentlich ins Qalandiya-Flüchtlingslager, weil ihr Waze-Navigationssystem gesponnen hat. Im Lager anwesende Palästinenser griffen die verirrten Soldaten an — mit Schusswaffen, Molotowcocktails und Felsbrocken. Die Soldaten verließen ihr Fahrzeug und flohen zu Fuß vor der potentiell tödlichen Attacke, bevor IDF-Kräfte zur Rettung eintrafen.

Dann griffen die Palästinenser die Rettungskräfte an und verletzten zehn. Zehn Palästinenser wurden beim Angriff auf die IDF-Soldaten verletzt, und ein Palästinenser wurde getötet, während er auf israelische Soldaten feuerte.

Wie sehen die Schlagzeilen aus?

Einige Schlagzeilen mit den dazugehörenden Fotos waren irreführend bis absolut surreal.

Die International Business Times beispielsweise titelte „Palästinenser getötet“, wobei sie verschwieg, dass der fragliche Palästinenser getötet wurde, während er aktiv IDF-Soldaten konfrontierte. Weiters sagt die Schlagzeile, die Soldaten hätten einen Aufstand verursacht, weil sie ihrem Navi gefolgt sind. In Wirklichkeit „verursachten“ die Soldaten überhaupt nichts, sondern hatten sich einfach verirrt. Bewaffnete Palästinenser begannen dann mit dem Angriff.

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Der Guardian implizierte, die App-Nutzung der Soldaten sei der Grund für einen tödlichen Kampf gewesen. In Wirklichkeit führte die unprovozierte Attacke seitens bewaffneter Palästinenser unmittelbar zu diesem tödlichen Gefecht.

Guardian

Was ist die Hannibal-Prozedur und warum ist sie wichtig?

Die Rettungskräfte implementierten „Hannibal„, eine Prozedur zur Vermeidung von Kidnappings israelischer Soldaten, selbst wenn die Rettung das Leben des Soldaten gefährdet. Fliehen Entführer beispielsweise mit einem Auto, ist es den Rettungskräften laut den Regeln von Hannibal erlaubt, auf das Fahrzeug zu schießen, obwohl sich auch ein IDF-Soldat darin befindet.

Hannibal hat in der israelischen Gesellschaft zu Kontroversen geführt, weil die Prozedur israelische Soldaten möglicherweise der Lebensgefahr aussetzt.

Einige Medien wie z. B. Newsweek beschrieben Hannibal als „kontrovers“ und „todbringend“, aber ohne richtigen Kontext, womit sie andeuteten, Hannibal sei besonders gefährlich für Zivilisten (statt für die angegriffenen Soldaten), und dass die Prozedur außerhalb der israelischen Gesellschaft für beträchtliche Kontroversen gesorgt hätte (was schlichtweg nicht stimmt).

(Anmerkung: Der Codename „Hannibal“ wurde zufällig gewählt und hat nichts mit „Hannibal Lecter“ oder dem karthagischen Feldherrn Hannibal zu tun.)

Welchen zusätzlichen Kontext sollte ich kennen?

Das Qalandiya-Flüchtlingslager liegt in „Area A“ des Westjordanlandes, das sich unter palästinensischer Verwaltung und Sicherheitskontrolle befindet.

Die Palästinenserbehörde ist auch für die Polizei und die Sicherheit in der ganzen Area A verantwortlich. Das Qalandiya-Flüchtlingslager hat einen gewalttätigen, ungesetzlichen und terroristischen Ruf, und die palästinensische Polizei schert sich für gewöhnlich nicht im geringsten darum.

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One Comment - “Verirrte IDF-Soldaten von Randalierern und der Presse angegriffen”


  1. […] Medien-BackSpin: – Comedian opfert die Wahrheit für Comedy – Der Guardian behauptet, das israelische Militär habe eine Palästinenserin vergewaltigt – Unbewusste Voreingenommenheit beim Guardian? Aber nicht doch… – Verirrte IDF-Soldaten von Randalierern und der Presse angegriffen […]


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