Verblassende Wahrheit in Redaktionsbeitrag der New York Times

Yarden Frankl, HonestReporting, 24. Januar 2016

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„The Fading Two-State Solution“ ist ein redaktioneller Beitrag der New York Times, in welchem die Beobachtung gemacht wird, dass „selbst das Sagen der Wahrheit einen Feuersturm auslösen kann“. Angesichts des „Wahrheitsgehalts“ dieses Beitrags ist das eine beachtliche Behauptung.

Er beginnt mit der Verteidigung einer Rede des Israelbotschafters der USA, Dan Shapiro. Darin beschuldigte er Israel einer Doppelmoral, wenn es um Recht und Ordnung in den umstrittenen Territorien geht.

Palästinenser sind zu Opfern von Angriffen und Vandalismus durch jüdische Extremisten geworden, darunter einen Brandanschlag im Juli, der einem Kleinkind und seinen Eltern im Dorf Duma im Westjordanland das Leben kostete. Nichts davon ist hinnehmbar.

In Wirklichkeit haben die Sicherheitskräfte die Duma-Brandstiftung mit derselben Dringlichkeit und mit denselben Mitteln untersucht, die bei palästinensischen Terroristen zum Einsatz kommen. Viele würden sogar behaupten, der Staat nutze hier mehr Ressourcen, um die Täter zur Rechenschaft zu ziehen, als in anderen Fällen.

Aber es handelt sich hier um einen widerlichen Angriff, in welchem die Opfer Palästinenser waren. Die Times will andeuten, es habe noch mehr Anschläge gegeben, die mit den Terroranschlägen auf Juden vergleichbar sind. Aber die Zahlen beweisen, dass dies schlicht nicht der Fall ist.

Seit dem 13. September 2015 wurden bei palästinensischen Terroranschlägen 29 Menschen getötet (darunter ein Palästinenser, ein Gastarbeiter und ein US-Bürger) und 289 verletzt. Von diesen Anschlägen waren 110 mit Messern, 38 mit Schusswaffen und 22 mit Autos (Ramm-Attacken). Im selben Zeitraum hat es null Messerangriffe, null Schusswaffenangriffe und null Rammattacken gegen Palästinenser gegeben. Natürlich enthält diese Aufzählung keine Fälle, in welchen Palästinenser im Verlauf ihres eigenen Anschlags zu Tode gekommen sind. Behauptet die Times also, es gebe keinen Unterschied zwischen Selbstverteidigung und unprovozierten Mordversuchen?

Als nächstes nimmt sich die Times-Redaktion Gesetzgebung vor, die gegenwärtig der Knesset vorliegt.

Die Times beschreibt sie wie folgt:

Ein von Justizministerin Ayelet Shaked eingebrachtes ekelhaftes Gesetz fordert von Aktivisten das Tragen von Abzeichen, während sie Regierungsbeamte treffen, und wenn Gruppierungen Gelder von ausländischen Entitäten erhalten, müssen sie dies bei jeder Korrespondenz angeben.

In Wirklichkeit fordert dieses Gesetz von allen Lobbygruppen, welche die Mehrheit ihrer Gelder von ausländischen Regierungen erhalten, die Quelle ihrer Gelder öffentlicht bekanntzugeben. Es geht nicht darum, dass Vertreter dieser vom Ausland finanzierten Lobbygruppen Abzeichen tragen. Und nur auf öffentlichen Dokumenten, die von diesen Gruppen publiziert werden, müssen sie angeben, welche ausländischen Regierungen ihre Gelder bereitgestellt haben. Das sind grundlegende Fakten, welche die Times durchaus hätte wissen und ihren Lesern mitteilen können.

Aber in einem redaktionellen Beitrag, welcher Shapiro für seine „wahren Aussagen“ lobt, ist es vielmehr die Redaktion der Times, die einen höheren Wahrheitsgehalt an den Tag legen muss.

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One Comment - “Verblassende Wahrheit in Redaktionsbeitrag der New York Times”


  1. […] – Die New York Times lässt das Messer fallen – Verblassende Wahrheit in Redaktionsbeitrag der New York Times – NPR fegt Israel von der Karte – Die Times verortet den heiligsten Ort des Judentums […]


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