New York Times: Palästinensische Attacken „Gewaltabtausch“

Simon Plosker, HonestReporting, 19. Januar 2016

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Die 38jährige Dafna Meir, Mutter von sechs Kindern, wurde in ihrem Zuhause in Otniel erstochen. Nur einen Tag später wurde die 30jährige Michal Froman, die im fünften Monat schwanger ist, beim Einkaufen in Tekoa niedergestochen. Glücklicherweise überlebten Froman und ihr ungeborenes Kind.

Die New York Times entschied sich für folgende Schlagzeile:

nytimes180116

Worin genau bestand dieser „Gewaltabtausch“ denn?

Gab es einen Gewaltabtausch, als Dafna Meir ihren Angreifer abwehrte, um ihre Kinder zu beschützen? Oder vielleicht als israelische Sicherheitskräfte den Palästinenser neutralisierten, der Michal Froman niederstach?

Palästinenser, die unschuldige israelische Frauen erstechen, und israelische Sicherheitskräfte, die etwas gegen die Terroristen unternehmen, sind moralisch nicht gleichwertig und können keinen „Gewaltabtausch“ darstellen.

Im Artikel selbst steht nichts über irgendwelche spezifischen Gewaltabtausche, warum erscheint das Wort also in der Schlagzeile?

Wir haben die New York Times aufgefordert, die Schlagzeile anzupassen.

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Wir begrüßen, dass die New York Times ihre Schlagzeile kurz nach unserer Aufforderung geändert hat. Die neue Schlagzeile sieht so aus:

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4 Kommentare - “New York Times: Palästinensische Attacken „Gewaltabtausch“”

  1. Paul Says:

    Lieber Simon Plosker und alle Anderen!

    Du schreibst im „Wir“, deshalb antworte ich auch so.
    Lasst bitte nicht nach in Eurem Kampf für eine objektive vorurteilsfreie Berichterstattung, wo immer auch dagegen verstoßen wird. Es ist gut, wenn Ihre dabei, wie in diesem Fall, Erfolg habt.

    Lasst Euch aber durch Misserfolg nicht deprimieren.

    Dieser Kampf, an der „Propagandafront“, hat Israel, haben die Juden leider sehr unterschätzt. Wohl in der Hoffnung, dass die Wahrheit sich schon durchsetzen werde. Militärisch habt Ihr seit 1948 jeden Krieg gewonnen. Im Propagandakrieg seid Ihr bisher die Verlierer. Das muss sich ändern. Das sage ich als Außenstehender Beobachter, der sich gewöhnlich mit Ratschlägen sehr zurückhält, weil ihm bei aller Anteilnahme oft das nötige Wissen fehlt und was noch viel Wichtiger ist, die persönliche Erfahrung. (Zu mehr als zwei Israelaufenthalten habe ich es als ehemaliger DDR-Bürger leider nicht gebracht.)

    Ich weiß nicht auf welcher Basis Ihr tätig seid? Aber ehren- und nebenamtlich kann wohl der „Krieg“ nicht gewonnen werden, auch wenn Professionelle tätig sind. Das muss beruflich durch den Staat oder durch eine entsprechende Abteilung der IDF erledigt werden. Propagandaangriffe, das ist jede Falschmeldung oder verfälschende Überschrift, abzuwehren, ist Aufgabe der Verteidigung Israels. Eine, wie ich meine, sehr, sehr wichtige Aufgabe.

    Deshalb danke ich Euch. Seid beharrlich, konsequent und auch schon mal impertinent lästig.

    Gutes Gelingen und herzlich, Paul

    • yvainedewinter Says:

      Hallo Paul, du hattest auf den Doppelbeitrag mit dem Interview mit Manfred Gerstenfeld zu genau diesem Thema ja schon mal geschrieben gehabt, und ich pflichte dir bei. Israel ist das einzige Land der Welt, bei dem nicht der Sieger die Geschichte schreibt. Israel hat zwar die Kriege gewonnen, in die das Land unfreiwillig gezogen wurde, aber im Propagandakrieg, wie du schreibst, hat es sich zurückgelehnt und sich auf den gesunden Menschenverstand verlassen. Manfred Gerstenfeld propagiert (genau wie du) eine staatliche Institution, die sich dieser Problematik annimmt, beobachtet und gegensteuert. Denn je öfter die Geschichte verfälscht wird und Lügen erzählt werden, desto stärker verfestigen sich diese und desto größer wird der Berg an Verleumdungen, gegen den anzukommen irgendwann eine übermenschliche Aufgabe wird. Daher muss sich schleunigst was ändern. Was Simon Plosker und HonestReporting betrifft: Medien BackSpin bietet die deutschen Übersetzungen von http://honestreporting.com/ — Zwar übersetze ich ehrenamtlich, aber HonestReporting selbst ist nicht ehrenamtlich, sie sind seit Jahren sehr aktiv im Kampf gegen die Medienlügen, ähnlich wie CAMERA und andere bekannte Gruppierungen. Die Arbeit wird so schnell nicht ausgehen.

      • Paul Says:

        Liebe yvainedewinter,
        vielen Dank für Deine Info.
        Bin ein Neuling im Internet. Als Spätberufener erst vor 5 Jahren vom Schwiegersohn „hineingetrieben“.
        Ausgelöst durch ein Buch, dass ich mit 15 Jahren geschenkt bekam, habe ich mich mit dem Schicksal der Juden immer wieder beschäftigt. Als DDR-Bürger war natürölich der Zugang für mich sehr begrenzt und gefiltert.
        Jetzt habe ich das Handicap der Einsprachigkeit und bin auf Leute wie Dich, heplev und andere angewiesen.

        Meine Trauer um die Situation in und um Israel nimmt immer mehr zu.
        Auch kann ich nur sehr wenig tun. Da ich katholisch bin, bete ich für Israel und sein Volk. Warum prüft der HERR sein auserwähltes Volk so sehr? Leider haben wir Katholiken an dem weltweiten Antisemitismus (ich nenne es Judenhass) eine 2000jährige Mitschuld. Das bedrückt mich, weil ich erleben muss, dass er auch in meinem Umfeld immer noch unterschwellig (manchmal auch schon sehr an der Oberfläche) vorhanden ist.

        Für Dich und die anderen wackeren Mitstreiter alles Gute, Herzlich, Paul


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