„Schwächliche moralische Gemüter“: Prager hinterfragt Oxford

Yarden Frankl, HonestReporting, 11. November 2015

prager

Letztes Jahr sprach Dennis Prager an der Oxford University über die scheinbar offenkundige Frage, ob Hamas oder Israel die „größere Bedrohung für den Frieden“ sind. Der Vortrag war Teil einer Debatte über den letztjährigen Gaza-Krieg.

Einer der schlimmsten Aspekte der Medienberichterstattung hierüber war, dass die Medien die Opferzahlen auf beiden Seiten verrechneten und sie ohne richtigen Kontext als reine Statistik präsentierten, ähnlich einer Punktetafel im Sport.

Aktuell sehen wir die Rückkehr dieser verzerrten, irreführenden Berichterstattung, da viele Medien die aktuelle palästinensische Terrorwelle als Zahlenspiel behandeln und zeigen, wie viel mehr Palästinenser umgekommen sind im Vergleich mit Israelis. Wird die Absicht der Terroristen verschwiegen, nämlich die Ermordung von so vielen Israelis wie möglich, dann stellen sie das Geschehen völlig falsch dar.

Mit dieser Information im Hinterkopf lohnt es sich zu hören, was Prager in Oxford sagte.

Die Medien präsentieren Ihnen eine zynische Weltsicht. Gaza fängt einen Krieg an, um so viele Israelis wie möglich umzubringen. Und alles, was man bei der BBC und bei Sky News sieht, sind Tote aus Gaza. Das ist alles. Mir sträuben sich die Haare, wenn ich darüber nachdenke, was im zweiten Weltkrieg passiert wäre, hätten dieselben Medien über den zweiten Weltkrieg berichtet — dann hätte man weit mehr tote deutsche Zivilisten als tote britische Soldaten gesehen.

Aber man muss schon ein sehr sehr schwächliches moralisches Gemüt haben, um der Ansicht zu sein, dass man anhand der Zahl der Toten Recht von Unrecht unterscheiden kann…

Wir müssen darauf bestehen, dass die Medien über die unverhältnismäßigen Absichten der beiden Seiten berichten. Ohne diese Information fehlt der Zahl der Opfer auf beiden Seiten jede Bedeutung.

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One Comment - “„Schwächliche moralische Gemüter“: Prager hinterfragt Oxford”


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