Absoluter Bullshit auf den Seiten der New York Times

Yarden Frankl, HonestReporting, 20. Oktober 2015

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Nathan Thralls Kolumne bei der New York Times ist eine fehlergespickte Tirade, die in keiner Zeitung, die etwas auf sich hält, etwas verloren hat. Sie führt die Leser nicht einfach in die Irre, nein, sie zieht einen verstörenden Schluss. Thrall behauptet allen Ernstes, die Bemühungen zur Wiederherstellung des Friedens und zur Prävention weiterer Gewalt seien nicht konstruktiv:

Aber was sicher scheint, ist, dass die meisten Palästinenser weiterhin der Ansicht sein werden, dass es kaum Anlass zur Beendigung der Besatzung gibt, so lange sie keinerlei Preis nach sich zieht.

Mit anderen Worten, der Pfad hin zum Frieden besteht darin, wenn die Israelis einen höheren „Preis“ bezahlen müssen, statt dass es um Friedensverhandlungen geht. Aus der Kolumne (in welcher er den „Erfolg“ der früheren Intifadas deutlich macht) geht klar hervor, dass dieser „Preis“ für Thrall die tödliche Gewalt gegen Israelis ist.

Zählen wir aber erstmal die Lügen, die er braucht, um zu seiner giftigen Schlussfolgerung zu kommen.

1. „JERUSALEM — Die Straßen im jüdischen Westjerusalem sind schaurig und still.“

FALSCH: Zwar sind weniger Menschen auf den Straßen unterwegs, aber die Straßen als schaurig und still zu bezeichnen trifft schlichtweg nicht zu. Ich schreibe das vom HonestReporting-Büro in Jerusalems Zentrum aus. Die Straßen draußen sind weder schaurig noch still. (Den erfundenen Namen „jüdisches Westjerusalem“ lasse ich jetzt einfach mal außen vor.)

2. „Jerusalems pistolenschwingender Bürgermeister hat israelische Zivilisten aufgefordert, Waffen bei sich zu tragen.“

TEILWEISE WAHR: Bürgermeister Nir Barkat besitzt eine Handfeuerwaffe. Er brachte sechs Jahre als Offizier in der israelischen Fallschirmspringerdivision zu. Ehemalige Soldaten mit Waffenausbildung hat er aufgefordert, ihre rechtmäßigen Waffen dabei zu haben. Hier das, was Barkat wirklich sagte:

„Hier haben wir ausgebildete Kampfsoldaten, die immer noch als Reservisten dienen, wenn sie ihren Dienst in der Armee hinter sich haben“, erklärte Barkat. „Sie sind gut ausgebildet, und einige von ihnen haben einen zivilen Waffenschein und dürfen Waffen tragen.“

Sie seien keine Anfänger, was Kriegführung betrifft, sie seien „Profis“, sagte er.

„Ich fordere diese Profis auf, ihre Waffen mitzunehmen, denn man weiß nie, wo ein Terroranschlag geschehen könnte.“

Bei Thrall hört es sich so an, als fordere der Bürgermeister Selbstjustiz-Attacken gegen Araber.

3. „Jüdische Mobs mit dem Sprechchor ‚Tod den Arabern‘ ziehen durch die Straßen.“

FALSCH: Zwar wissen wir nicht, was jeder einzelne Israeli als Antwort auf die Schießereien, Messerstechereien und Ramm-Attacken gesagt hat, aber die Aussage, dass ein rassistischer Mob durch die Straßen zieht, ist eine schamlose Lüge.

4. „Palästinensische Eltern behalten ihre Kinder im Haus, weil sie Angst haben, sie könnten festgenommen oder erschossen werden.“

FALSCH: Die einzigen erschossenen Palästinenser sind diejenigen, die Terrorakte durchführen. Aussagen wie diese befördern die Lüge, dass Israelis unschuldige palästinensische Kinder völlig ohne jeden Grund erschossen hätten. Und zu Festnahmen ist es gekommen, insoweit es jeder vernünftige Mensch erwarten kann, denn Israel reagiert auf eine von palästinensischen Führern entfachte Terrorwelle.

5. „Premierminister Benjamin Netanyahu hatten sie klargemacht, sagte er, dass eine rote Linie vor Al-Aqsa steht.“

IRREFÜHREND: Israel hat den Status quo geschützt und jüdische Gebete auf dem Tempelberg verboten. Daran wurde nicht gerüttelt. Es sind die Palästinenser, die die Moschee als Lager für Steinbrocken und Molotowcocktails missbraucht haben. Die Palästinenserbehörde beschäftigt Gruppen, die Juden belästigen sollen, welche die Stätte besuchen. Wenn schon irgend jemand irgendwelche „roten Linien“ überschritten hat, dann die Palästinenser. Wieder befördert Thrall ebenjene Lüge, die ständig als Hauptbegründung für den aktuellen Terror ins Feld geführt wird.

6. „Palästinenser in Jerusalem und im Westjordanland werden sich Israel gegenüber nicht ewig ruhig verhalten, während es keinerlei entsprechende Reduktion der Besatzung gibt.“

IRREFÜHREND: Es hat nie eine längere „Ruheperiode“ gegeben. Ständige Aufstachelung und Glorifizierung von Terroranschlägen seitens der Palästinenserbehörde haben über Jahre hinweg zu Gewalt gegen Israelis geführt.

Thrall verschweigt seinen Lesern, dass der Pfad zum Frieden über Verhandlungen führt, und dass es die Palästinenserbehörde ist, welche permanent die Friedensgespräche boykottiert. Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu hat wieder und wieder zu direkten Verhandlungen aufgerufen, aber die Palästinenserbehörde hat ihn immer zurückgewiesen.

Thralls Ergüsse stehen auf den Meinungsseiten, und ihm steht seine eigene Meinung zu. Aber wenn er seine Schlussfolgerungen mit einer Lüge nach der anderen rechtfertigt, dann sollte die Times seinen Text überhaupt nicht erst annehmen.

Die New York Times hat eine Verantwortung, sicherzustellen, dass auch bei Meinungsbeiträgen ein minimaler Faktenstandard besteht. Ansonsten ist diese Kolumne nichts weiter als Propaganda.

Mit anderen Worten: absoluter Bullshit.

Bild: CC BY-NC-ND Nemodus photos via flickr

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6 Kommentare - “Absoluter Bullshit auf den Seiten der New York Times”

  1. Ruth Dodziuk-Justitz Says:

    Hoffentlich wird dieser Text auch in Englisch erscheinen.

  2. caruso Says:

    Die NYT wird langsam(?) genauso unerträglich wie die deutschen Medien. Oder vielleicht noch unerträglicher. Werden die Medien fürs Lügen, Verdrehen, Auslassungen, für Stimmungmacherei gegen Israel bezahlt oder ist das alles politisch gewollt? ist meine Frage. Wie auch immer, es ist zum Kotzen.
    lg
    caruso

    • yvainedewinter Says:

      Speziell die New York Times tut sich schon länger mit ihrer klar antiisraelischen Haltung hervor. Da ist sie ähnlich einseitig wie die BBC. Es ist wirklich beklagenswert…


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