Fehlgriff der New York Times: „Westjordanland“-Attacke in Jerusalem

Simon Plosker, HonestReporting, 16. September 2015

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UPDATE

Nach der Veröffentlichung dieser Kritik und einer Änderungsaufforderung durch HonestReporting änderte die New York Times ihre Schlagzeile und brachte am Fuß des Artikels eine Korrektur.

Zwar ist die Korrektur ein Schritt in die richtige Richtung, aber sie geht noch immer nicht auf das Hauptthema der folgenden Kritik ein.

Jude stirbt, als in Jerusalem Steine auf sein Auto regnen

Jüdischer Mann stirbt, als in Ost-Jerusalem Steine auf sein Auto regnen

Korrektur: 16. September 2015 Eine ältere Version der Schlagzeile dieses Artikels gab inkorrekt wieder, wo der Steinwurfanschlag stattfand. Wie der Artikel korrekt sagte, war es in Ost-Jerusalem, nicht im Westjordanland.

Korrektur: 16. September 2015
Eine ältere Version der Schlagzeile dieses Artikels gab inkorrekt wieder, wo der Steinwurfanschlag stattfand. Wie der Artikel korrekt sagte, war es in Ost-Jerusalem, nicht im Westjordanland.

* * *

Eine palästinensische Steinwurfattacke Sonntagnacht führte zum Tod von Alexander Lewlowitz, 64, der die Kontrolle über seinen Wagen verlor und in einen Graben fuhr. Die Attacke geschah im Ost-Talpiot-Viertel in Südostjerusalem innerhalb der Stadtgrenzen.

Und hier die Schlagzeile der New York Times:

Jüdischer Mann stirbt, als im Westjordanland Steine auf sein Auto regnen

Jüdischer Mann stirbt, als im Westjordanland Steine auf sein Auto regnen

In ihrem Artikel bezieht sich die New York Times auf ein „jüdisches Viertel in Ostjerusalem“. Natürlich ist das Steinewerfen auf Autos absolut inakzeptabel, egal wo es geschieht. Leider neigt der vorherrschende Zeitgeist in der New York Times und in anderen Medien dazu, dass ein „Verständnis“ oder eine Entschuldigung von Terrorakten geschaffen wird, wenn sie sich in Gegenden ereignen, welche die Medien für „arabisch“ halten.

Tatsächlich sticht die New York Times immer wieder hervor, wenn es um das Entschuldigen von palästinensischen Steinwurfattacken geht.

In diesem besonderen Fall befand sich das jüdische Opfer auf dem Heimweg zu einer Stadt innerhalb der Grünen Linie, d. h. er kann nicht als „Siedler“ gebrandmarkt werden, und der Vorfall ereignete sich, als er innerhalb Jerusalems zu einem jüdischen Viertel fuhr. Trotzdem vernebelt die Schlagzeile der New York Times den Sachverhalt und führt schlichtweg in die Irre.

Zudem befreit die Schlagzeile den Angreifer durch die passive Ausdrucksweise von jeglicher Schuld.

Der jüdische Mann „starb“ nicht einfach nur, und die Steine „regnen“ nicht von allein auf sein Auto. Palästinensische Angreifer waren dafür verantwortlich, Steine auf das Auto geschleudert zu haben. Vielleicht interessiert die New York Times ja der Kommentar des Sohnes von Herrn Lewlowitz:

„Während ich dies schreibe, stehe ich unter Schock — gestern, am Vorabend des Feiertags, wurde mein Vater auf dem Nachhauseweg ermordet. Er wurde von Steinewerfern ermordet. Ein Stein änderte mein ganzes Leben. Vater, ich liebe dich.“

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2 Kommentare - “Fehlgriff der New York Times: „Westjordanland“-Attacke in Jerusalem”

  1. Paul Says:

    Natürlich gefällt es mir nicht. Aber es gefällt mir, dass Ihr in dieser Weise darüber berichtet und damit der Wahrheit dient.

    Herzlich, Paul


  2. […] – Fehlgriff der New York Times: „Westjordanland“-Attacke in Jerusalem – Mediale Schnitzer zum Thema Tempelberg – Die LA Times täuscht über die […]


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