Der Preis eines Israelboykotts

Alex Margolin, HonestReporting, 3. September 2015

pressure

Der Schlüssel zum Sieg über BDS könnte darin liegen, den Preis von Boykotten für Geschäfte und kulturelle Zentren zu hoch zu machen, als dass sie sich dem BDS-Druck ergeben könnten.

Aber seit kurzem ist dieser Preis fast nicht vorhanden.

Scholars for Peace in the Middle East haben bemerkt, dass „Boykotte oder Auslöschungen Israels durch kommerzielle Entitäten“ im letzten Monat „häufiger geworden sind“, und sie fügten hinzu: „Einzelne Firmen oder einzelne Angestellte halten es für möglich, Israel relativ straflos zu sanktionieren.“

Jüngste Geschehnisse bestätigen diese Einschätzung. Die luxemburgische Supermarktkette Cactus beispielsweise nahm israelische Lebensmittel aus den Regalen, aber der Grund hierfür war laut Ynet nicht Ideologie, sondern Ertrag.

Die Geschäftsführung der Kette sagte, der Ertrag durch israelische Lebensmittel sei minimal und nicht die Verärgerung der Kunden wert, die durch die Proteste verursacht wird.

Die Kette kündigte jedoch an, weiterhin andere israelische Produkte wie z. B. SodaStream vertreiben zu wollen, die signifikantere Profite bieten.

Anders gesagt: Ein Israelboykott kostet Cactus weniger als der Verlust von Profiten durch den Verkauf israelischer Lebensmittel. Trifft diese Formel nicht zu, wie z. B. bei SodaStream-Geräten, dann bleiben die Produkte in den Regalen.

Deshalb zahlt es sich für den Konsumenten aus, israelische Produkte einzukaufen — und am besten öffentlichkeitswirksam. Je stärker die wahrgenommene Nachfrage nach israelischen Waren, desto stärker ist das ein wirksames Gegengewicht gegen die BDS-Aktionen.

Im kulturellen Bereich zahlt es sich aus, israelische Künstler zu unterstützen — auch amerikanische Juden wie Matisyahu, die bei einem spanischen Reggaefestival unter BDS-Beschuss geraten. Anfangs gab das Festival dem BDS-Druck nach und sagte Matisyahus Auftritt ab. Aber als in Form von Artikeln, Statements und massiver Aktivität in den sozialen Medien Gegendruck ausgeübt wurde, gab das Festival umgekehrt auch diesem Druck nach und lud Matisyahu wieder ein.

Die Konzentration auf die Erhöhung des Boykottpreises für den Boykotteur ergibt auch gemäß der Broken-Windows-Theorie Sinn, die ursprünglich auf die Verminderung der Zahl von Verbrechen in Großstädten angewandt wurde.

Die Theorie besagt: „Ein zerbrochenes Fenster in einem Gebäude, das nicht repariert wird, zieht innerhalb kurzer Zeit die Zerstörung weiterer Fenster nach sich.“ Der Grund ist gemäß der Theorie: „Ein nicht repariertes zerbrochenes Fenster ist ein Signal, dass es niemanden kümmern, also kostet das Zerbrechen weiterer Fenster nichts.“

Kleine BDS-Siege könnten angesichts des Ausmaßes der Kampagne gegen Israel unvermeidlich sein. Aber eine generelle Strategie, die sich darauf konzentriert, es den Boykotteuren so oft wie möglich so schwer wie möglich zu machen, wird sich langfristig auszahlen.

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One Comment - “Der Preis eines Israelboykotts”


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