BDS könnte es bereuen, Matisyahu von einem Festival ausgeladen zu haben

Alex Margolin, HonestReporting, 19. August 2015

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Update: Das Rototom-Sunsplash-Reggaefestival hat seine Entscheidung, Matisyahus Auftritt abzusagen, widerrufen. Man entschuldigte sich beim Künstler und veröffentlichte ein Statement, in dem man Diskriminierung und Antisemitismus verurteilte.

 

Wenn es je einen Fall gab, der das wahre Gesicht von BDS offenbarte, dann die Saga des jüdischen Reggaemusikers Matisyahu und seiner Ausladung von einem Musikfestival in Spanien.

BDS hat sich als Hassgruppe offenbart, die wegen ihrer politischen Ansichten Juden angreift. Und die BDS-Mitglieder üben Druck aus, um Andersdenkende zum Schweigen zu bringen.

Nicht damit zufrieden, Künstler aus Israel anzugreifen, sind die Mobber von BDS dazu übergegangen, Künstler anzugreifen, die Israel unterstützen — so wie den Amerikaner Matisyahu.

Die BDS-Mobber übten Druck auf das Festival aus und forderten, Matisyahu solle ein Statement veröffentlichen, in welchem er seine Unterstützung eines Palästinenserstaats zum Ausdruck bringt, eine Bedingung, die keinem anderen Künstler dieses Festivals aufgebürdet wurde. Die BDS sonderte ihn laut Reuters als „Israelliebhaber“ heraus.

Und die BDS war mit dieser Diskriminierung nicht allein. Der Rolling Stone schreibt: „Andere Künstler drohten, nicht auf dem Rototom-Sunsplash-Reggaefestival aufzutreten, da sie ihn als jüdischen Amerikaner so betrachteten, als ‚repräsentiere er Israel‘.“

Als amerikanischer Jude wurde er so betrachtet, als repräsentiere er Israel.

In einem Facebookstatement sagte Matisyahu, seine Musik sei nicht politisch. Und er nahm es dem Festival übel, dass er ausgesondert wurde. „Ehrlich, es war haarsträubend und beleidigend, dass sie mich als den einzigen öffentlichen jüdisch-amerikanischen Künstler auf diesem Festival zu politischen Aussagen zu zwingen versuchten.“

Wäre er Israeli, so wäre es schon schlimm genug, wenn er wegen seiner nationalen Herkunft diskriminiert würde, was die BDS offen betreibt. Aber ihn anzugreifen, weil er ein Jude ist und den jüdischen Staat unterstützt, ist lupenreiner Antisemitismus. Ihn dann noch zwingen zu wollen, gegen seinen Willen eine politische Erklärung abzugeben, ist dann nochmal ein ganz neuer Schritt.

Und vielleicht ein Schritt zu weit.

Die spanische Regierung veröffentlichte ein Statement, in dem sie die Vorgehensweise des Festivals verurteilte. „Das Erzwingen einer öffentlichen Erklärung (von Matisyahu) stellt das Prinzip der Nichtdiskriminierung in Frage, auf welchem alle pluralistischen und vielfältigen Gesellschaften fußen“, so das spanische Außenministerium.

Die Presseberichterstattung, von welcher BDS für die Verbreitung ihres Hasses abhängt, mag jedoch noch verurteilender gewesen sein. Auch die spanische Zeitung El Pais verurteilte das Festival in einem Editorial mit dem Titel „Inakzeptable Diskriminierung„, wobei erwähnt wird: „Er ist der einzige Musiker, … von dem ein solches Statement eingefordert wurde, und was die Sache noch schlimmer macht: Es wurde von ihm gefordert, schlichtweg weil er Jude ist.“

Das Blatt schloss mit der Aussage, ein derartiges Verhalten habe keinen Platz im modernen Spanien:

Antisemitismus und Diskriminierung aufgrund von Ideologie darf nicht toleriert werden und muss bekämpft werden. Kritik an Israels Politik und die Verteidigung der Palästinenser darf nicht als Deckmantel für die systematische Verfolgung Andersdenkender benutzt werden oder auch für die Verfolgung von Menschen, einfach weil sie Juden sind. Spaniens Politiker müssen das Wort gegen diesen Skandal ergreifen, der die Verpflichtung dieses Landes gegenüber Rede- und Gedankenfreiheit in Frage stellt.

Auch der Daily Beast meldete sich vehement zu Wort:

Es fällt schwer, hier nicht nur einen Hauch von Antisemitismus zu wittern, der der Entscheidung entströmt, den Rapper auszuladen. Diese Aktion unterläuft auch Rototoms Aussage, ein „Ort des Zusammentreffens, des Mitteilens und des interkulturellen Verständnisses“ zu sein, wie seiner Website zu entnehmen ist.

Jüdische Künstler zu stigmatisieren und zu restringieren, weil sie Liebe zu Israel bekunden, scheint ungerecht. Sie für die Politik Israels zur Verantwortung zu ziehen, ist absurd und statuiert ein schädliches Exempel.

Zwar ist das Festival das Hauptziel der Verurteilungen (und es hat seine Entscheidung mittlerweile zurückgezogen und den Künstler neu eingeladen), aber die BDS-Bewegung erklärt sich verantwortlich für diesen „Sieg“ und nennt ihn einen „Ausruf der Solidarität der Völker.“

Es ist ein Sieg, den sie vielleicht schon bald bereuen. Der wahre Ausruf der Solidarität gilt eindeutig Matisyahu, der bereits die Unterstützung seiner Fans weltweit genießt. Und dieses Publikum wird angesichts der wohlwollenden Berichterstattung, die er aktuell weltweit erhält, noch anwachsen.

Die Story hebt auch die großen Unterschiede zwischen dem hervor, was die BDS sagt, und dem, was sie wirklich in der Welt macht. Das Wall Street Journal drückt es gut aus: „Erinnern Sie sich an den Matisyahu-Zwischenfall, wenn Vertreter der antiisraelischen Boykott-, Deinvestitions- und Sanktions-Bewegung [BDS] nächstes Mal darauf bestehen, sie würden die Rechte der Palästinenser fördern und nicht antijüdischen Fanatismus.“

Und wenn die Leute zu vergessen beginnen, erinnert sie einfach daran.

Bild: CC BY-NC César Astudillo via flickr mit Beifügungen von HonestReporting

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2 Kommentare - “BDS könnte es bereuen, Matisyahu von einem Festival ausgeladen zu haben”

  1. anti3anti Says:

    Wenn Matisyahu Israeli wäre, dann wäre der Boykott wohl in Ordnung?


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