Die New York Times kann ihre Verachtung nicht verbergen

Simon Plosker, HonestReporting, 26. Januar 2014 / Übs: YdW

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HonestReporting erwähnte schon öfters den „Halo-Effekt“, durch den sogenannte Menschenrechtsorganisationen und linke NGOs von den Medien als völlig untadelig angesehen werden und jenseits jeglicher Kritik stehen. Diese nichtstaatlichen Organisationen und mit ihnen in Verbindung stehende Persönlichkeiten erhalten von den Medien generell einen Freibrief. Dies gilt jedoch nicht für NGOs, die als proisraelisch wahrgenommen werden.

Und so ist es auch mit der New York Times und Jodi Rudorens Profil von Nitsana Darshan-Leitner von Shurat HaDin, dem Israel Law Center, das Gerechtigkeit für Israelis und andere Opfer von Terror oder von Terrorförderern wie dem Iran erwirken möchte.

Darshan-Leitner ist eine geschätzte Gastsprecherin bei den zweimal im Jahr stattfindenden „Missionen“ von HonestReporting.

Wir erwarten von Rudoren keine Lobeshymnen, aber wir sollten es auch nicht einfach so hinnehmen, dass ihr Artikel gespickt ist mit so vielen Negativa, wie es überhaupt geht. Nitsana Darshan-Leitner und Shurat HaDin werden mit einem solchen Grad an Skepsis behandelt, dass es schon an Feindseligkeit grenzt.

Hier ein Beispiel:

Gerichte weisen ihre Argumente regelmäßig zurück. Zirka 90% der 1,6 Milliarden US-$ Strafe bei Säumnisurteilen gegen Angeklagte, die nicht vor Gericht erschienen sind, z. B. Iran, Syrien, Nordkorea und die militante Palästinensergruppe Hamas, sind nicht bezahlt worden. Die Angriffe gehen weiter, und sie reicht weiterhin Klagen ein (und schreibt Nachrichtenblätter).

Und:

Aber Robert J. Tolchin, ein Anwalt aus New York, der mit Frau Darshan-Leitner zusammenarbeitet, nannte sie eine „Visionärin“, die sich nicht scheue, in „Guerilla-Rechtsstreits“ zu treten.

Ein Beispiel hierfür ist ihr (erfolgloser) Versuch, Israel zu zwingen, Palästinenser im Gazastreifen zu retten, die für ihre Kollaboration exekutiert werden sollten. Oder als sie (erfolglos) forderte, Jahre nach einer Reihe tödlicher Schießereien Straßensperren aufrechtzuerhalten, damit Palästinenser nicht die Straße 443 im Westjordanland benutzen können.

Angesichts der vielen Erfolge, zu denen Darshan-Leitner ihren Anteil beigetragen zu haben behauptet, stehen hier nur Fälle im Vordergrund, die sie nicht gewonnen hat.

Und was soll man aus folgenden Worten schließen?

„Nitsana betrachtet Situationen und sieht Argumente und Sachverhalte, welche die meisten Anwälte nicht sehen“, sagte Herr Tolchin, dessen Zimmergenosse an der juristischen Fakultät der Bruder des Ehemannes von Frau Darshan-Leitner ist.

Hier wird impliziert, dass Tolchins Fürsprache nur vorsichtig aufgenommen werden sollte, da er irgendeine unbedeutende persönliche Verbindung über zwei Ecken mit Darshan-Leitner hat.

Vielleicht könnten wir sagen, dass es sich hier tatsächlich um professionellen Journalismus seitens Rudoren handelt, denn sie gräbt tief, um eigennütziges Interesse aufzuspüren oder die Glaubwürdigkeit ihrer Interviewpartner zu untersuchen. Es gibt hier nur ein Problem – dieser Grad an investigativer Skepsis ist nur für eine Seite reserviert.

Was geschieht, wenn Rudoren es mit einer antiisraelischen NGO zu tun hat? Im Mai 2014 hoben wir eine Story von Rudoren über die sogenannte „Nakba“ der Palästinenser hervor, wo sie sich stark auf eine radikal antiisraelische NGO namens Zochrot bezog, die laut Rudoren „das Rückkehrrecht von Millionen palästinensischen Flüchtlingen und ihren Nachkommen einfordert“.

Wie HonestReporting bemerkte, scherten Zochrots antizionistische Aktivitäten Rudoren nicht im geringsten. Beispielsweise unterstützten sie eine Einstaatenlösung und das Ende der jüdischen Souveränität sowie die Produktion eines hochgradig verstörenden Videos mit einem radikalen Aktivisten, der das Holocaustmahnmal Yad Vashem besuchte, in die Rolle des „Holocaust“ schlüpfte und behauptete, dies sei „das allerbeste“, das dem jüdischen Volk jemals passiert sei.

Wie kommt es dann, dass sich Jodi Rudorens Profil einer zionistischen Aktivistin einer proisraelischen NGO auf Negatives konzentriert und sie völlig zerpflückt, während eine radikale Organisation vom anderen Ende des politischen Spektrums mit Samthandschuhen angefasst wird?

Man kann nur den Schluss ziehen, dass es sich hier um ein Beispiel für die Offenlegung von Rudorens Sympathien handelt, verraten durch einen simplen Vergleich mit früheren Artikeln und der offenkundigen antiisraelischen Haltung der New York Times allgemein.

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