Der Independent täuscht über „430 Meilen lange israelische Backsteinmauer“

Simon Plosker, HonestReporting, 10. November 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

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Israels Sicherheitsbarriere wird von jenen, die Israels Mittel zur Selbstverteidigung in Frage stellen wollen, oft vorsätzlich und irreführenderweise als „Mauer“ bezeichnet.

Palästinenser haben als unverhohlene PR-Show ein Loch in einen Mauerabschnitt der Barriere gehauen, und zwar pünktlich zum 25. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer. Der Independent berichtete munter über die Story.

Und der Independent verbreitete auch eine Lüge:

Die Backsteinmauer ist zirka 430 Meilen lang und wurde in der Westbank errichtet

Die Backsteinmauer ist zirka 430 Meilen lang und wurde in der Westbank errichtet

 

Israel genehmigte im Jahr 2000 den Bau der 430 Meilen langen Mauer und hat sie seither als Barriere gerechtfertigt, die vor Angriffen schütze, seit ihr Bau zwei Jahre später konkret begann.

Israel genehmigte im Jahr 2000 den Bau der 430 Meilen langen Mauer und hat sie seither als Barriere gerechtfertigt, die vor Angriffen schütze, seit ihr Bau zwei Jahre später konkret begann.

 

Israels Sicherheitsbarriere ist keine „430 Meilen lange Mauer“. Zwar enthält die Struktur an einigen sensiblen Stellen Mauerabschnitte, aber gut 90% der Barriere sind ein Maschendrahtzaun.

Palästinenser und antiisraelische Aktivisten lieben es, das Bild einer Mauer bzw. „Apartheidmauer“ zu verbreiten, da es die Barriere in einem weit finstereren Licht zeichnet, ähnlich wie die Berliner Mauer, die nicht zum Schutz unschuldiger Leben dienen sollte, sondern zur Unterwerfung der Menschen dahinter. Selbst der Kopf des islamischen Dschihad hat eingestanden, dass die Barriere Terroranschläge verhindert.

Scheinbar glaubt der Independent die absichtlich irreführende Beschreibung einer Wand. Schlampiger Journalismus oder antiisraelischer Aktivismus?

Wie dem auch sei, wir haben dem Independent eine Beschwerde mit der Bitte um Korrektur geschickt.

Update: Die „Backsteinmauer“ ist nicht der einzige Fehler. Sehen Sie sich diesen Absatz an:

Israel annektierte 1967 das hochumstrittene Gebiet Ostjerusalems, obwohl die Palästinenser Ostjerusalem als Hauptstadt ihres zukünftigen Landes wollen, und zogen die Barriere auch um Gaza, um Palästinenser vom Betreten besetzter Siedlungen zu hindern.

Israel annektierte 1967 das hochumstrittene Gebiet Ostjerusalems, obwohl die Palästinenser Ostjerusalem als Hauptstadt ihres zukünftigen Landes wollen, und zogen die Barriere auch um Gaza, um Palästinenser vom Betreten besetzter Siedlungen zu hindern.

Behauptet die Journalistin Lamiat Sabin, der Zaun um den Gazastreifen sei eine Erweiterung des Zauns, der Israels Ostflanke schützt (was eindeutig nicht der Fall ist)?

Und was genau ist eine „besetzte Siedlung“? Gemäß der Logik des Independent bezöge sich das auf ganz Israel außerhalb von Gaza. Meint Sabin, ganz Israel sei „besetzt“ und daher unrechtmäßig?

Update 2: Der Independent hat den Ausdruck „430 Meilen lange Backsteinmauer“ im Text durch das passendere Wort „Barriere“ ersetzt. Die Unterüberschrift der Story jedoch lautet jetzt: „Aktivisten sagen: ‘Die palästinensische Mauer wird nicht bestehen’“.

Update 3: Als Antwort auf einen Tweet von HonestReporting schickte uns Lamiat Sabin den folgenden Text in Bezug auf die „430 Meilen lange Backsteinmauer“, wobei sie ihren Fehler zugab, den sie sehr schnell gelöscht hatte, bevor wir ein Bildschirmfoto davon machen konnten.

@HonestReporting guter Fund. Gut gemacht. Was ist mit dem Rest? Es stimmt alles, nicht wahr?

Wie Sie an obigen Updates sehen können, stimmt auch der Rest nicht.

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