Der Doppelstandard der New York Times

Yarden Frankl, HonestReporting, 19. Oktober 2014

DoubleStandards

Margaret Sullivan, Public Editor der New York Times, kämpft mit einem schwierigen ethischen Dilemma. Einige Leser hatten sie gefragt, ob der Kolumnist David Brooks gefeuert werden sollte, weil er (bis vor kurzem) verschwiegen hatte, dass sein Sohn in der IDF dient. Zwar sagt sie, der Militärdienst von Brooks‘ Sohn sollte seiner Arbeit für die Times nicht entgegenstehen, aber sie meint, er hätte die Information nicht verschweigen dürfen, denn die Leser hätten ein „Recht“, so etwas zu erfahren.

Im allgemeinen, so Sullivan, sollten Kolumnisten nicht dem gleichen Grad von Offenlegung unterliegen, wie Reporter ihn haben. Doch da sein Sohn im israelischen Militär diene, habe er eine erweiterte Informationspflicht. Sie schreibt:

Ich glaube nicht, dass die Leser normalerweise wissen müssen, was die Ehepartner von Kolumnisten denken oder welchen Beruf die Brüder haben oder ob eine Tochter in der US-Armee dient. Aber diese Situation hier erscheint mir grenzwertiger. Der Sohn von Herrn Brooks dient als Angehöriger einer ausländischen Militärstreitkraft, die in einen ernsten internationalen Konflikt involviert war – einer, über den der Kolumnist zuweilen schreibt, und der sehr oft in den Nachrichten war.

Schön und gut. Doch wenn es um den Gaza-Chefkorrespondenten der Times geht, der Yassir Arafat als Facebook-Profilbild nutzte und Israelis Terroristen nannte, stieß das bei Sullivan nicht auf Widerspruch. Sogar nachdem Richard Behar in einem Forbes-Artikel darüber berichtete, nahm die Times die Voreingenommenheit ihres Korrespondenten nicht offiziell zur Kenntnis. Tatsächlich arbeitete Fares Akram weiterhin für die Times, selbst nach Veröffentlichung der Story.

Wie kann es sein, dass der Beruf des Sohnes eines Kolumnisten wichtiger ist als die persönliche Bewunderung eines Chefkorrespondenten für einen der schlimmsten Terroristen der Geschichte?

faresakramfacebook1

Bezüglich Brooks’ Sohn schreibt Sullivan:

Ich glaube, eine einmalige Anerkenntnis dieser Situation, und zwar in gedruckter Form (nicht in einem Interview mit einer anderen Publikation), wäre vernünftig. Diese Information ist relevant; und die Leser verdienen es, darüber am selben Ort zu erfahren, an dem diese Kolumnen erscheinen.

Wenn es jedoch um die Yassir-Arafat-Verehrung ihres Gaza-Chefkorrespondenten geht, hält Sullivan die Information offenbar nicht für „relevant“ und denkt nicht, dass es „die Leser verdienen, darüber zu erfahren“.

Mailen Sie Sullivan bitte in englischer Sprache unter public@nytimes.com und fragen Sie, warum es bei der New York Times einen doppelten Standard gibt – auf der einen Seite die Mitarbeiter mit Bezügen zu Israel, auf der anderen Seite die Mitarbeiter mit Bezügen zu palästinensischen Terroristen.

Um sicherzugehen, dass sie Ihre Frage sieht, schreiben Sie bitte folgende Zeilen dazu:
Article Headline: Should David Brooks Disclose His Son’s Israeli Military Service
Date Published: October 8, 2014
Web or Print: Web

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