Meinungsfreiheit – aber pass auf, was du sagst!

Alex Margolin, HonestReporting.com, 2. Oktober 2014 (übersetzt von Cora)


In der bekloppten Welt der Campus-Debatten scheint es, als wäre ein Aufruf Israel zu boykottieren ein akzeptabler Ausdruck der Meinungsfreiheit, selbst wenn die Ausübung selbst – durch die Festlegung politischer Kriterien für jene, welche an der Diskussion teilnehmen dürfen, und welche nicht – die Verletzung der Redefreiheit bedeutet.

Denn eine Liste von Professoren zusammenzustellen, die den akademischen Boykott unterstützen, so wie es ein Wachhund namens AMCHA Anfang September gemacht hat, ist „erbärmlich“, denn sie ist „dazu geeignet, die Diskussion zu ersticken“ und den akademischen Austausch zu „schwächen“, so 40 Professoren für jüdische Studien in einem öffentlichen Brief, der letzte Woche veröffentlicht wurde.

„AMCHAs Taktik ist dazu angetan, die Diskussionen über Dinge, die in Israel und in der ganzen Welt debattiert werden, zu ersticken und die Annahme, dass Studenten vor ihren eigenen Universitäten geschützt werden müssen, ist unangebracht und destruktiv. Bemühungen dieser Art fördern nicht gerade die akademische Integrität, stattdessen dienen sie dazu, die Formen des akademischen Austauschs abzuwürgen, die die Lebensader der Universitäten sind.“

AMCHA, welche die Anti-Israel Aktivitäten auf über 300 Campusen in den USA beobachtet, veröffentlichte eine Liste von Professoren, welche zuvor in diesem Sommer einen Aufruf zum akademischen Boykott unterzeichnet hatten. Der ausdrückliche Zweck der Liste war, die Studenten über die offen ausgesprochene Ansichten der Professoren zu informieren, so dass sie nicht unvorbereitet in deren Seminare kommen.

„Studenten, welche mehr über den Mittleren Osten erfahren möchten, ohne sich dabei einer Anti-Israel Verleumdung oder möglicher antisemitischer Rhetorik auszusetzen, möchten vielleicht prüfen, welche Mitglieder der Fakultät unterschrieben haben, bevor sie sich anmelden. In der Petition rufen die Professoren ihre Kollegen der Mittel-Ost Studien dazu auf „israelische akademische Institutionen zu boykottieren“ und bitten darum, „nicht an Projekten und Veranstaltungen, in denen israelische akademische Institutionen involviert sind, teilzunehmen oder mitzumachen, nicht an Konferenzen oder anderen Veranstaltungen zu lehren oder beizuwohnen bei denen diese Institutionen vertreten sind und in keinem akademischen Journal zu veröffentlichen, das in Israel herausgegeben wird.“

Angesichts der harten Worte dieses öffentlichen Briefes der Professoren für jüdische Studien, fällt es schwer, jemand anderen zu finden, der die Anschuldigung, Diskussionen abzuwürgen besser erfüllt, als jene, die AMCHA dessen beschuldigen. Wenn die Nennung der Professoren, die öffentlich eine gewisse Meinung vertreten haben, „fehlgeleitet und zerstörerisch“ sein soll, was ist dann die Aufforderung dazu zu schweigen, um den „geistigen akademischen Austausch, der die Lebensader der Universitäten ist“ zu fördern? Jonathan Tobin stellt in im Commentary Magazine fest, dass die Akademiker ihre Prioritäten falsch gesetzt haben.

„Anstatt zu versuchen, AMCHA zum Schweigen zu bringen, sollten die jüdisc hen Akademiker die Eier haben, sich den wachsenden antizionistischen und antisemitischen Aktivitäten auf den Campusen entgegen zu stellen. Wenn sie das nicht tun, dann werden sie früher oder später feststellen müssen, dass sie als Juden nicht nur bei den Mittel-Ost Studien nicht willkommen sind.“

Oder wie der Rapper Ice-T vor zwei Jahrzehnten weise sagte: Meinungsfreiheit – aber achte darauf, was du sagst.

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